Kalium phosphoricum: Erfahrungen und Anwendung bei Neuritis und Nervenschmerzen

Nervenschmerzen können sehr belastend sein und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Das menschliche Nervensystem ist komplex und anfällig für Störungen verschiedener Art. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Kalium phosphoricum, einem Schüßler-Salz, bei der Behandlung von Neuritis und Nervenschmerzen, basierend auf Erfahrungen und Erkenntnissen verschiedener Therapieansätze.

Ursachen und Arten von Nervenschmerzen

Nervenschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Zu den häufigsten gehören:

  • Wirbelsäulensyndrome: Schmerzen, die von der Wirbelsäule ausgehen, z.B. durch Bandscheibenerkrankungen, Wirbelblockaden oder Muskelverspannungen.
  • Neuralgien: Nervenschmerzen, die durch Schädigung oder Reizung eines Nervs verursacht werden.
  • Verletzungen: Nerven können durch Schnitte, Stiche oder Druck von außen geschädigt werden.
  • Entzündungen: Nervenentzündungen (Neuritis) können durch Infektionen entstehen.
  • Stoffwechselstörungen: (Stoffwechsel-)Gifte, Medikamente oder Schwermetalle können Nerven schädigen.
  • Polyneuropathie: Eine systemische Erkrankung, bei der mehrere Nervenfasern außerhalb von Hirn und Rückenmark betroffen sind.

Das Schüßler-Salz Kalium phosphoricum

Im 19. Jahrhundert entwickelte der deutsche Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler eine Therapieform mit Mineralsalzen, die er als Biochemie bezeichnete. Die Präparate sind heute als Schüßler-Salze bekannt. Schüßler ging davon aus, dass Krankheiten durch Störungen im Mineralhaushalt des Körpers entstehen. Durch die Einnahme von fehlenden Salzen in verdünnter Form soll der Körper Defizite ausgleichen können.

Kalium phosphoricum (Kaliumphosphat) ist das Schüßler-Salz Nr. 5 und wird als wichtiges Salz für Nerven und Psyche angesehen. Es findet sich in den Zellen des Gehirns, der Nerven und der Muskeln und ist für die Funktion des Nerven- und Muskelgewebes zuständig. Es wird oft als "Nervensalz" oder "Gehirnsalz" bezeichnet und soll bei Stress, Ängsten und depressiven Verstimmungen helfen.

Erfahrungen mit Kalium phosphoricum bei Nervenschmerzen

Kalium phosphoricum wird traditionell bei verschiedenen Beschwerden im Zusammenhang mit Nerven und Muskeln eingesetzt. Dazu gehören:

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  • Nervenschwäche: Allgemeine Nervenschwäche, Burn-out, Schlafstörungen.
  • Muskelschwäche: Muskelschwäche, Muskellähmungen, Muskelschwund.
  • Psychische Beschwerden: Stress, Ängste, depressive Verstimmungen, Konzentrationsschwäche.

Anwender berichten, dass Kalium phosphoricum dazu beitragen kann, den Energiehaushalt zu stärken, die Leistungsfähigkeit zu verbessern und innere Unruhe zu reduzieren. Bei Nervenschmerzen kann es helfen, die Schmerzen zu lindern und die Nerven zu beruhigen.

Anwendung von Kalium phosphoricum

Kalium phosphoricum ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter Tabletten, Globuli und Salben. Die Tabletten werden meist mehrmals täglich unter die Zunge gelegt, wo sie langsam zergehen. Alternativ können sie in Wasser aufgelöst und getrunken werden. Salben können äußerlich auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.

Die empfohlene Potenzierung ist meist D6. Die Dosierung sollte individuell angepasst und am besten mit einem Therapeuten abgesprochen werden.

Weitere Therapieansätze bei Nervenschmerzen

Neben Kalium phosphoricum gibt es eine Vielzahl weiterer Therapieansätze bei Nervenschmerzen:

  • Schulmedizinische Behandlung: Schmerzmittel, Antidepressiva, Antikonvulsiva.
  • Homöopathie: Individuell ausgewählte Einzelmittel oder Komplexmittel.
  • Pflanzenheilkunde: Einreibungen mit ätherischen Ölen (z.B. Pfefferminzöl, Johanniskrautöl) oder durchblutungsfördernden Heilpflanzen.
  • Orthomolekulare Medizin: Hochdosierte B-Vitamine, Alpha-Liponsäure, Uridinmonophosphat, Benfotiamin.
  • Manuelle Therapie/Osteopathie: Beeinflussung der mechanischen und neurologischen Ursachen der Nervenreizung.
  • Akupunktur: Kann Intensität und Frequenz von Schmerzattacken positiv beeinflussen.
  • Ernährung: Gesunde, basenreiche Ernährung, Vermeidung von Nahrungsmitteln, die das Immunsystem schwächen.
  • Psychologische Unterstützung: Stressbewältigung, Entspannungstechniken, Unterstützung der Psyche.

Fallbeispiele und Erfahrungsberichte

Einige Anwender berichten von positiven Erfahrungen mit Kalium phosphoricum in Kombination mit anderen Schüßler-Salzen. So wird beispielsweise die Kombination aus Nr. 3 (Ferrum phosphoricum), Nr. 5 (Kalium phosphoricum) und Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) bei Nervenschmerzen empfohlen.

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Dr. rer. nat. berichtet von der erfolgreichen Behandlung einer Hündin mit Osteoporose und Morbus Sudeck mit Calcium phosphoricum. Eine Frau mit schwerer Akne inversa wurde unter anderem mit Kalium jodatum gegen Ischialgie behandelt.

Wichtige Hinweise

  • Bei starken oder andauernden Schmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden.
  • Schüßler-Salze sind kein Ersatz für eine schulmedizinische Behandlung, können diese aber ergänzen.
  • Die Wirksamkeit von Schüßler-Salzen ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt.
  • Es sind keine Nebenwirkungen von Schüßler-Salzen bekannt, daher können sie auch von Schwangeren, Stillenden und Kindern eingenommen werden.

Antlitzanalyse und Mangelerscheinungen

Die Antlitzanalyse ist eine Methode, um Mangelerscheinungen im Gesicht zu erkennen. Bei einem Mangel an Kalium phosphoricum können folgende Merkmale auftreten:

  • Eingefallene Schläfen
  • Matter Glanz der Augen
  • Aschgraue Haut am Kinn oder im gesamten Gesicht
  • Aschgraue Augenlider

Gürtelrose (Herpes Zoster) und Kalium phosphoricum

Gürtelrose ist eine Viruserkrankung, die durch das Varicella-Zoster-Virus verursacht wird. Sie äußert sich durch schmerzhafte Bläschen auf der Haut, die entlang von Nervenbahnen verlaufen. Kalium phosphoricum kann bei Gürtelrose unterstützend eingesetzt werden, um die Nerven zu beruhigen und den Heilungsprozess zu fördern.

Weitere Schüßler-Salze, die bei Gürtelrose infrage kommen, sind:

  • Nr. 2 Calcium phosphoricum: Baumaterial für die Nervenzellen.
  • Nr. 7 Magnesium phosphoricum: Wichtiger Bestandteil der Nervenbahnen, positive Wirkung bei Nervenschmerzen.
  • Nr. 8 Natrium chloratum: Hilft, die Viren aus dem Körper auszuschwemmen.
  • Nr. 10 Natrium sulfuricum: Fördert die Ausscheidung und hat eine entzündungshemmende Wirkung.
  • Nr. 21 Zincum chloratum: Stärkt das Immunsystem und stabilisiert das Nervensystem.

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