Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, aber die Ursachen und Arten sind vielfältig. Oftmals stellt sich die Frage, ob es sich um einen harmlosen Kater nach einem feuchtfröhlichen Abend oder um eine Migräne handelt. Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede zwischen Katerkopfschmerzen und Migräne, ihre jeweiligen Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.
Migräne: Mehr als nur Kopfschmerzen
Eine Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch heftige, meist einseitige Kopfschmerzen äußert. Diese Schmerzen werden oft als pochend, stechend oder pulsierend beschrieben und können von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet sein. Im Gegensatz zu normalen Kopfschmerzen kann eine Migräne den Alltag der Betroffenen stark einschränken.
Der Verlauf einer Migräne
Eine Migräne besteht nicht nur aus der Attacke selbst. Experten unterscheiden beim Migräne-Verlauf fünf Phasen:
- Prodromalphase (Vorwarnphase): Etwa 30 Prozent der Patienten spüren vor einem Migräneanfall unterschiedliche Anzeichen. Diese Phase beginnt maximal 2 Tage, manchmal aber auch nur einige Stunden vor dem Migräneanfall. Typisch ist, dass die Frühphase bei Migräne ohne Aura vor dem Beginn der Schmerzen einsetzt. Es ist ratsam, ein Kopfschmerztagebuch zu führen und Trigger sowie Prodrom-Symptome zu notieren.
- Auraphase: Diese Phase erleben 10 bis 15 Prozent der Betroffenen. Sie klagen über Sehstörungen wie helle Flecke, Lichtblitze und manchmal kurzzeitigen Sehkraftverlust. Weitere Symptome sind Kribbeln bzw. Missempfindungen. Manche Patienten haben außerdem Gleichgewichtsstörungen und Sprachprobleme (zum Beispiel Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden). Wenn die Auraphase beginnt, sollte man sich nach Möglichkeit in ein abgedunkeltes Zimmer zurückziehen.
- Kopfschmerzphase (Attacke): Diese Phase ist das, was die meisten Menschen unter Migräne verstehen. Der Schmerz ist pochend, stechend oder pulsierend. Die Betroffenen sind licht- und geräuschempfindlich, manchmal können sie auch Gerüche oder Berührungen nicht ertragen. Hinzu kommen oft Übelkeit und Erbrechen. Es ist ratsam, sich in einen abgedunkelten, ruhigen Raum zurückzuziehen und sich hinzulegen.
- Auflösungsphase: Das Schlimmste ist überstanden. Die Symptome sind zwar noch da, werden aber weniger intensiv. Die Kopfschmerzen sind nicht mehr pulsierend, sondern eher gleichbleibend. Patienten sind oft sehr müde. Die Übelkeit und die Empfindlichkeit z.B. gegen Licht werden weniger, sind aber noch nicht verschwunden. Diese Phase beginnt in der Regel 3 Tage nach Beginn der Attacke und geht in die Erholungsphase über.
- Erholungsphase (Postdrom): Die Patienten sind angeschlagen und fühlen sich wie nach einem Kater. Die Symptome ähneln denen der Prodromalphase. Jetzt ist viel Ruhe notwendig.
Nicht jeder Patient durchläuft alle diese Phasen. Deshalb ist es schwierig, eine genaue Angabe über die Migräne-Dauer zu geben. Meist halten die Beschwerden der Migräne mehrere Tage an. Von den Vorboten bis zur Erholungsphase kann die Migräne-Dauer eine Woche betragen. Die eigentliche Attacke dauert meist zwischen vier und 72 Stunden.
Ursachen und Auslöser einer Migräne
Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren eine Rolle spielt.
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Mögliche Auslöser (Trigger) für Migräneattacken sind:
- Stress
- Hormonelle Veränderungen (z.B. Menstruation)
- Schlafmangel
- Bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Käse, Schokolade, Rotwein)
- Wetterumschwünge
- Grelle Lichter oder laute Geräusche
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder Trigger bei jedem Menschen Migräne auslöst. Das Führen eines Kopfschmerztagebuchs kann helfen, individuelle Auslöser zu identifizieren.
Behandlung von Migräne
Die Behandlung von Migräne zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit der Attacken zu reduzieren.
Akutbehandlung:
- Schmerzmittel (z.B. ASS, Ibuprofen, Paracetamol)
- Triptane (spezifische Migränemittel)
- Kombinationspräparate (z.B. ASS, Paracetamol, Coffein)
Vorbeugende Behandlung:
- Betablocker
- Flunarizin
- Valproat
- Topiramat
- Propranolol
- Metoprolol
- Entspannungsmethoden (z.B. Yoga, autogenes Training)
Bei chronischer Migräne, bei der die Beschwerden über mehr als drei Monate an 15 oder mehr Tagen pro Monat auftreten, sind Schmerzmittel nicht geeignet. In diesem Fall kann der Arzt Medikamente zur Vorbeugung verschreiben.
Kater: Die Folgen des Alkoholkonsums
Ein Kater ist ein Zustand des Unwohlseins, der nach übermäßigem Alkoholkonsum auftritt. Die Symptome können vielfältig sein und umfassen Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Durst, Schwindel und Konzentrationsstörungen.
Ursachen eines Katers
Wissenschaftler sind sich nicht ganz sicher, was genau beim Kater nach Alkoholkonsum passiert. Es gibt jedoch mehrere Faktoren, die eine Rolle spielen:
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- Dehydrierung: Alkohol ist harntreibend, was zu einem Flüssigkeitsverlust im Körper führt.
- Alkoholabbau: Alkohol wird in der Leber durch das Enzym Alkoholdehydrogenase abgebaut. Dabei entsteht Acetaldehyd, ein giftiges Zwischenprodukt, das zu Kater-Symptomen beitragen kann.
- Kongenere und Sulfite: Andere Bestandteile in alkoholischen Getränken wie sogenannte Kongenere und Sulfite können ebenfalls Kater-Symptome verstärken.
- Schlafstörungen: Alkohol stört den Schlaf und kann zu Müdigkeit und Erschöpfung führen.
- Entzündungsreaktionen: Alkohol kann im Körper Entzündungen fördern, was zu allgemeinem Unwohlsein beiträgt.
Behandlung eines Katers
Es gibt keine wissenschaftlich belegten Heilmittel gegen den Kater. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern:
- Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie viel Wasser oder Elektrolytlösungen, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
- Leichte Mahlzeiten: Essen Sie leicht verdauliche Speisen wie Zwieback oder Brühe.
- Ruhe: Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf und Ruhe.
- Schmerzmittel: Bei Kopfschmerzen können Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol eingenommen werden. Allerdings sollten diese nicht in Kombination mit Alkohol eingenommen werden, da dies die Leber zusätzlich belasten kann.
Alkoholinduzierte Kopfschmerzen, Kater oder Migräne?
Alkohol kann zwei verschiedene Kopfschmerzarten hervorrufen: Eine Attacke, die innerhalb von 30 Minuten bis zu 3 Stunden nach dem Alkoholkonsum auftritt (typischer alkoholinduzierter Kopfschmerz) und den sogenannten zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerz, der erst am nächsten Morgen auftritt, wenn der Alkohol im Blut auf 0 fällt. Letzterer wird normalerweise als Kater bezeichnet und den kann jeder bekommen. Patient:innen mit Migräne sind jedoch für beide Formen besonders empfänglich und können solche Kopfschmerzen schon bei kleinsten Alkoholmengen entwickeln.
Migräne & Kopfschmerzen nach Alkohol: Studienlage
In einer Auswertung von mehreren Studien aus unterschiedlichen Ländern gaben circa ein Drittel der Migräne-Betroffenen Alkohol als gelegentlichen Migräne Auslöser an. Anfang 2019 wurde in den Niederlanden eine internetbasierte Studie publiziert, in der 2.197 Patient:innen zu ihrem Trinkverhalten und den Triggern befragt wurden. Dort gaben sogar 42,5% der Personen, die gelegentlich Alkohol tranken an, dass der Konsum bei ihnen Migräne triggerte. Im Vergleich zu den anderen Studienteilnehmer:innen litten diese Personen häufiger unter Migräne ohne Aura, unter mehr Migräneanfällen pro Jahr und insgesamt mehr Migränetagen.
Sowohl in der oben erwähnten Auswertung von mehreren Studien als auch in der großen aktuellen Studie wurde festgestellt, dass jedoch nur 8,8 bzw. 10% der Teilnehmer:innen bestätigen konnten, dass Alkohol immer eine Migräne auslösen würde.
Betrachtet man die gesamte Studienlage wird einem schnell klar, dass es keine eindeutigen Aussagen diesbezüglich gibt. In einigen Studien konnte zwar eine Verbindung zwischen Alkohol und Migräne, jedoch selten eine eindeutige festgestellt werden.
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Einige Forschende gehen daher davon aus, dass die Rolle von Alkohol, sowie auch die anderer Lebensmittel, als Migränetrigger überschätzt wird.
Dass Migräne-Erkrankte generell weniger Alkohol konsumieren als der Rest der Bevölkerung, konnte jedoch in vielen Studien eindeutig gezeigt werden. Das lässt zumindest auf ein gewisses Maß an schlechten Erfahrungen schließen und zeigt auch, wie groß die Angst vor Kopfschmerzen unter den Migräne-Betroffenen ist.
Migräne- und Kopfschmerzen-Auslöser Alkohol?
In einer 1999 erschienenen Studie von Nicolodi und Sicuteri wurde die Hypothese aufgestellt, dass es nicht der Alkohol ist, der die Migräne triggert, sondern andere Faktoren. 14 Monate lang wurden 307 Patienten, die unter Migräne ohne Aura jedoch keinerlei weiteren gesundheitlichen Einschränkungen litten, angehalten ein Alkoholtagebuch sowie ein Schmerztagebuch zu führen. Es konnte eine Beziehung zwischen Stress und dem Aufkommen von Migräneattacken in Zusammenhang mit Alkoholkonsum beobachtet werden.
Kleinere Mengen an Alkohol hatten keinen bedeutenden Anstieg der Frequenz von Migräneattacken zur Folge. Alkoholkonsum während stressiger Phasen allerdings ging mit einer höheren Frequenz von Attacken einher.
Durch die Studie und auch durch meine eigene Erfahrung wird bestätigt, was auch die Kipppunkt-Theorie besagt:
Vermeintliche Trigger lösen nicht unweigerlich eine Migräne-Attacke aus, sondern meistens ist es ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren (wie z.B. Stress, Uhrzeit des Alkoholkonsums, Bewegungslevel, hormonelle Schwankungen, fehlende Mahlzeiten oder Wetterwechsel) sowie der persönlichen Resilienz (Widerstandsfähigkeit), die im Laufe des Migränezyklus schwankt.
Nicht zu unterschätzen ist sicherlich auch der Einfluss der persönlichen Erwartungshaltung. Hat man bereits mehrmals auf Alkoholkonsum mit Migräne reagiert, wird man sehr wahrscheinlich erwarten, dass dies auch zukünftig passieren wird.
Beim nächsten Alkoholkonsum, stehen die Alarmglocken des Körpers also auf Sturm und man erwartet wie der Pawlowsche Hund das Auftreten von Kopfschmerzen oder Migräne. Dieses Phänomen der selbsterfüllenden Prophezeiung kann natürlich auch alle anderen Trigger betreffen. Es macht Sinn darüber zu reflektieren. Heute sprechen sich daher auch einige Expert:innen immer mehr für das sogenannte Triggermanagement aus. Grob geht es darum etwas gelassener mit seinen Triggern umzugehen und sie auch mal wieder in Phasen der hohen Resilienz auszutesten anstatt sie strikt zu vermeiden. Denn Vermeidungsverhalten kann zu zusätzlichem Stress und zu einer eingeschränkten Lebensqualität führen. Zudem kann der Körper sich verändern, neue Trigger können hinzukommen und alte gehen.
Triggert Rotwein öfter Migräne als andere Sorten Alkohol?
Viele Patient:innen mit Migräne verdächtigen Rotwein als Haupttrigger unter den alkoholischen Getränken. In der bereits oben erwähnten Studie aus den Niederlanden, in der 2.197 Patient:innen zu ihrem Trinkverhalten und den Migräne-Triggern befragt wurden, vermuteten 77,8% der Teilnehmer vor allem Rotwein als Auslöser. Bei nur 8,8% von ihnen führte der Genuss von Rotwein tatsächlich immer und garantiert zu Migräne-Attacken. In einer Untersuchung zu Wein und Kopfschmerzen im Jahre 2014 wurden alle Studien zu dem Thema ausgewertet und man kam zu dem Ergebnis, dass Rotwein unabhängig von der Dosis bei etwas weniger als 30% der untersuchten Personen Kopfschmerzen und Migräne triggern kann. Auch Nicht-Migräne-Erkrankte können Kopfschmerzen von Wein bekommen und damit ist nicht der allseits bekannte Kater gemeint.
Eine weitere Studie konnte jedoch zeigen, dass andere alkoholische Getränke genauso viel oder sogar häufiger Migräne auslösen. In einer weiteren kleinen Studie wurden Wodka und Rotwein im Vergleich getestet. Rotwein provozierte bei 9 von 11 Patient:innen einen Anfall, während Wodka bei keinem der 8 Testpersonen einen Anfall triggerte. Es wurde ein Rotwein verwendet, der einen vernachlässigbaren Tyramingehalt aufwies. Somit konnte gezeigt werden, dass Rotwein ein migräneprovozierendes Mittel enthält, dass weder Alkohol noch Tyramin ist. Aufgrund der Größe der Studie sollte dem jedoch nicht allzu viel Bedeutung beigemessen werden.
Ist Alkohol oder ein anderer Bestandteil des Getränks Auslöser für Kopfschmerzen und Migräne?
Es stellt sich also die Frage, ob nicht etwa ein anderer Inhaltsstoff als der Alkohol selber in alkoholischen Getränken für das Provozieren von Kopfschmerzen und Migräne verantwortlich sein könnte. In Frage kommen da diverse, aber in den letzten Jahren sind besonders Sulfit, Tyramin, Histamin und Flavonoidphenol als mögliche Verantwortliche vorgeschlagen und untersucht worden. Dunkle, farbige Getränke wie Whiskey, Brandy und Rotwein beinhalten übrigens mehr von diesen Nebenprodukten.
Histamin ist dabei die am häufigsten genannte Substanz und ist auch in anderen Lebensmitteln enthalten, wie z.B. in gereiftem Käse, Fleisch (Wurst, Salami) und einigen Gemüsesorten wie Aubergine, Sauerkraut und Spinat. Letztere enthalten sogar viel mehr Histamine als alkoholische Getränke. Zudem sind viele Lebensmittel, einschließlich Alkohol, in der Lage, die Freisetzung von Histamin aus körpereigenen Quellen, den sogenannten Mastzellen, zu provozieren. Dennoch ist es ungeklärt ob Histamine Auslöser für Migräne-Attacken sind, denn Antihistaminika verhindern beispielsweise nicht den Rotwein-Kopfschmerz. Diese Tatsache spricht also dagegen.
Genau das gleiche gilt auch für die Sulfite: in vielen Lebensmitteln sind im Vergleich zu Wein wesentlich höhere Mengen an Sulfit zu finden, wie z.B. als Konservierungsmittel in Trockenfrüchten, Meerrettich, Sojasauce oder Chips. Man erkennt sie als Konservierungsmittel mit den Nummern E220 und E228.
Tyramin wurde bis dato am intensivsten untersucht und ist in den meisten Fleischsorten und in allen fermentierten Lebensmitteln erhalten, wie Gewürzen, Feigen, gereiftem Käse, Ananas, Erdnüssen, roten Pflaumen und Himbeeren. Tyramin ist leider sehr weit verbreitet, und daher schlecht vermeidbar. Der Tyramingehalt im Wein ist allerdings eher vernachlässigbar (1-2 mg/Liter) im Vergleich zu den Dosen, die in den Studien verwendet wurden (100-200 mg.) Von daher ist es schwierig nachzuweisen, wie sehr Tyramin Migräne auslöst. Tyramin regt eine Kombination von Botenstoffen im Gehirn an, die den Energielevel beeinflussen und steht somit im Verdacht über diesen Mechanismus die Anfälligkeit für eine Migräneattacke zu erhöhen.
Prävention ist besser als Nachsorge
Die beste Strategie, um Kater oder Migräne zu vermeiden, ist, den Alkoholkonsum zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Wer dennoch nicht auf Alkohol verzichten möchte, sollte folgende Tipps beachten:
- Trinken Sie ausreichend Wasser vor, während und nach dem Alkoholkonsum.
- Essen Sie eine ausgewogene Mahlzeit vor dem Trinken.
- Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke und Mischprodukte.
- Trinken Sie qualitativ hochwertige alkoholische Getränke.
- Bleiben Sie bei einem Getränk.
- Legen Sie Trinkpausen ein.
Der Einfluss von Alkohol auf den Körper
Die verzögerten Wirkungen von Alkohol führen jedoch nicht nur zur Schmerzen. Sie bedingen schwere kognitive Defekte, Fehleinschätzungen, Reduktion der visuellen und akustischen Wahrnehmungen mit schweren Belastungen für das Berufs- und Sozialleben.
Zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen
Der international festgelegte Fachbegriff für den früher als „Hangover“ bezeichneten Kopfschmerz lautet heute „delayed alkohol-induced headache“. Das Kopfschmerzbild charakterisiert sich durch Kopfschmerzen, die innerhalb von 5-12 Stunden nach Alkoholaufnahme entstehen. Die Kopfschmerzen klingen spätestens innerhalb von 72 Stunden ab. Die Kopfschmerzmerkmale äußern sich durch ein beidseitiges Auftreten, eine pulsierende Schmerzqualität, der Kopfschmerz verstärkt sich durch körperliche Routinetätigkeiten. Der zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerz ist eine der häufigsten Formen von sekundären Kopfschmerzen. Weitere Symptome schließen reduzierte Arbeitsfähigkeit, verminderte kognitive Fähigkeiten, Störung der Raumwahrnehmung, Veränderung der Durchblutung und des Hormonstoffwechsels ein. Die Symptome variieren sehr von Person zu Person und von Auftreten zu Auftreten. Zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerz haben gravierende gesellschaftliche und wirtschaftliche Konsequenzen. Nach einer britischen Studie entstehen jährlich ca. 2 Milliarden Ausfallkosten aufgrund von Arbeitsunfähigkeit durch zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen. In anderen Ländern zeigen sich ähnliche Verhältnisse. Die jährlichen Kosten pro Arbeitnehmer aufgrund von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen werden auf ca. Allein in Finnland entstehen jährlich mehr als 1 Million Arbeitsunfähigkeitstage durch zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen. Mehr als 54% aller alkoholbedingten Probleme am Arbeitsplatz sind durch leichten Alkoholkonsum bedingt. Am häufigsten ist dabei der zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen Grund für die negativen Folgen des Alkoholkonsums.
Besorgniserregend ist die weite Verbreitung von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen. Unter Studenten geben 25% an, in der letzten Woche einen zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen erlebt zu haben. 75% der Personen, die Alkohol konsumiert haben, berichten, mindestens einmal einen zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen erfahren zu haben. Zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen werden häufig als unangenehmes gesellschaftliches Phänomen angesehen, das zum Feiern dazu gehört. Dabei wird jedoch übersehen, dass zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen das Risiko für reduzierte Arbeitsleistung, Krankheit, Unfälle und sogar Tod erhöht. Die Auswirkungen des Alkohols auf den Organismus sind auch dann noch vorhanden, wenn im Blut überhaupt kein Alkohol mehr nachgewiesen werden kann. Betroffene Patienten zeigen u.a. eine reduzierte Fähigkeit der visuellen Raumwahrnehmung, des Gedächtnisses und der Konzentration. Die Fähigkeit zur Organisation und zur Ausübung von Aufgaben ist reduziert. Entsprechende Befunde wurden bei Piloten, Autofahrern und Sportler aufgedeckt. Auch das Risiko für Tod durch kardiovaskuläre Ereignisse ist erhöht. Es zeigen sich Veränderungen im Elektroenzephalogramm (EEG), in der Verarbeitung von akustischen Signalen, Dehydration und Gleichgewichtsstörungen. Die Konzentration von antidiuretischem Hormons (ADH), Aldosteron, Renin und Cortisol sind erhöht, das Wachstumshormon ist reduziert und es entsteht eine metabolische Azidose.
Häufig wird die Annahme vertreten, dass zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen als Strafe dem zukünftigen Alkoholkonsum vorbeugen. Einen Beleg dafür gibt es jedoch nicht. Auch gibt es keinen Beleg dafür, dass die effektive Behandlung von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen einem weiteren späteren Alkoholkonsum fördert. Im Gegenteil gibt es Hinweise darauf, dass das Auftreten von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen einen noch höheren Alkoholkonsum wahrscheinlicher machen.
Die Entstehung von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen ist bis heute nicht genau geklärt. Zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen sind ein erstes Stadium des Alkoholentzugs. Zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen treten nicht direkt dosisabhängig mit der Menge des konsumierten Alkohols auf, obwohl höhere Dosen von Alkohol mit verstärkter Symptomatik einhergehen können. Fuselstoffe in individuellen Alkoholika können die Häufigkeit und die Schwere von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen verstärken. Sie finden sich besonders in Cognac, Wein, Tequila und Likören. Transparente Alkoholika wie z.B. Rum, Wodka und Gin zeigen dagegen eine geringere Häufigkeit von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen.
Die Symptome des zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzes wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Durchfall weisen Parallelen zu einem gestörten Zytokininstoffwechsel auf, wie z.B. bei viralen Infekten. Alkohol führt zu einer Erhöhung von Thromboxan. Hormonelle Veränderungen wurden ebenfalls mit der Entstehung von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen in Verbindung gebracht. Die Schwere der Symptomatik der zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen ist proportional zur Konzentration von antidiuretischen Hormon (ADH). Alkohol hemmt den Effekt von ADH auf die Nieren. Dadurch wird ein verstärkter Harndrang bedingt, der größer ist als die eigentliche aufgenommene Flüssigkeit bedingen würde. Mit zunehmender Dehydration steigen die relativen Serumspiegel von ADHA weiter an. Dies führt zu einem zunehmend verlängerten übermäßigen Flüssigkeitsverlust bei Patienten mit zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerz. Alkohol scheint auch die Verfügbarkeit von Glukose durch einen insulinvermittelten Mechanismus zu hemmen. Sowohl die akute Alkoholintoxikation als auch der zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen bedingen eine metabolische Azidose. Zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen bedingen einen Anstieg der Herzfrequenz, der linksventrikulären Leistung sowie des Blutdrucks. Die Reduktion der elektrischen Aktivität im Elektroenzephalogramm kann noch 16 Stunden nach der Normalisierung der Blutalkoholspiegel aufgedeckt werden. In einer Studie wurde ein spezielles Hangover-Gen aufgedeckt. Die wiederholte Einnahme von Alkohol kann zur Entwicklung einer Alkoholtoleranz führen. Diese charakterisiert sich durch einen erworbenen Widerstand gegen die physiologischen, verhaltensmäßigen und psychischen Effekte von Alkohol. In der Konsequenz können höhere Alkoholspiegel konsumiert werden, welche eine physische Abhängigkeit und Alkoholkrankheit begünstigen können. In einem Literaturvergleich zum Auftreten von zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen zeigte sich konsistent, dass 23% der Bevölkerung resistent für zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen sind. Die Schwere von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen ist mit einem erhöhten Risiko für eine Alkoholabhängigkeit, Depressionen und anderen psychische Störungen korreliert.
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