Migräne-Kater: Ursachen, Behandlung und Prävention

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, von der weltweit mehr als eine Milliarde Menschen betroffen sind. Sie äußert sich durch starke, wiederkehrende Kopfschmerzen, die oft von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet werden. Ein Migräneanfall kann in verschiedenen Phasen verlaufen, wobei die Rückbildungsphase, auch als Migräne-Kater bekannt, oft übersehen wird, obwohl sie für Betroffene sehr einschränkend sein kann.

Der Verlauf einer Migräneattacke

Eine Migräne besteht nicht immer nur aus der Attacke selbst. Sie kündigt sich bei vielen Betroffenen mit unterschiedlichen Symptomen an. Und auch nach dem Anfall fühlen sie sich noch anders als normal. Experten unterscheiden beim Migräne-Verlauf fünf Phasen:

  1. Prodromalphase (Vorbotenphase): Etwa 30 Prozent der Patienten spüren vor einem Migräneanfall unterschiedliche Anzeichen. Diese Phase beginnt maximal 2 Tage, manchmal aber auch nur einige Stunden vor dem Migräneanfall. Typisch ist, dass die Frühphase bei Migräne ohne Aura vor dem Beginn der Schmerzen einsetzt. Viele Patienten bringen die frühen Symptome nicht mit ihrer Migräne in Verbindung, weil ihr Kopf noch nicht wehtut. Es kann allerdings hilfreich sein, wenn Sie diese frühen Anzeichen erkennen. Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch und notieren Sie Trigger und Prodrom-Symptome. Schmerzmittel sollten Sie in der Früh- und auch in der Auraphase noch nicht nehmen. Migräne Anzeichen, wie intensives Gähnen, Stimmungsschwankungen oder Heißhunger können der Attacke vorausgehen.
  2. Auraphase: Diese Phase des Migräne-Verlaufs erleben 10 bis 15 Prozent der Betroffenen. Sie klagen über Sehstörungen wie helle Flecke, Lichtblitze und manchmal kurzzeitigen Sehkraftverlust. Weitere Symptome sind Kribbeln bzw. Missempfindungen. Manche Patienten haben außerdem Gleichgewichtsstörungen und Sprachprobleme (zum Beispiel Schwierigkeiten, die richtigen Wort zu finden). Wenn Sie spüren, dass die Auraphase beginnt, sollten Sie sich nach Möglichkeit in ein abgedunkeltes Zimmer zurückziehen. Sollte Ihnen Ihr Arzt ein Triptan verschrieben haben, so sollten Sie dieses erst nach der Aura-Phase einnehmen. Es gibt auch rezeptfreie Triptane. Diese Phase tritt nur bei Migräne mit Aura auf und kann sich durch Seh- oder Sprachstörungen, Schwindel oder auch Fehlwahrnehmungen wie dem Alice im Wunderland Syndrom zeigen. Bei einer Migräne-Aura treten als besondere Phänomene „Flimmerskotome“ auf, bei denen die Migränepatienten hell-schimmernde, sich zu einem gezackten Kranz ausbildende Strukturen erkennen, die sich oft bis zum Rand des Blickfeldes ausdehnen.
  3. Kopfschmerzphase (Attacke): Sie ist das, was die meisten Menschen unter Migräne verstehen. Der Schmerz ist pochend, stechend oder pulsierend. Die Betroffenen sind licht- und geräuschempfindlich, manchmal können sie auch Gerüche oder Berührungen nicht ertragen. Hinzu kommen oft Übelkeit und Erbrechen. Auch ASS (900 bis 1000 mg), Ibuprofen (400 mg), Naratriptan (2,5 mg), Paracetamol (1000 mg) bzw. Phenazon (1000 mg) gelten als Mittel der ersten Wahl. Die Kombination mit Coffein ist allerdings besonders wirksam und gleichzeitig gut verträglich. Ziehen Sie sich in einen abgedunkelten, ruhigen Raum zurück und legen Sie sich hin. In dieser Phase erleben Betroffene einen meist einseitigen, mittelstarken bis starken Kopfschmerz, der als pulsierend, pochend oder stechend beschrieben und typischerweise bei Bewegung verstärkt wird. Auch weitere Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder auch Licht-, Geräusch- oder Geruchsempfindlichkeit im Sinne einer Hochsensibilität können hier auftreten. Die Kopfschmerzen bei Migräne, die bohrend, stechend, pochend, pulsierend oder krampfartig auftreten können, nehmen zumeist über Stunden langsam zu und können zwischen 4 und 72 Stunden andauern. Migräne-Kopfschmerzen klingen bei Kindern zuweilen schneller ab. Die meistens einseitigen Kopfschmerzen können allerdings während eines akuten Migräneanfalls die Seite wechseln. Eine Kopfschmerzphase tritt nicht selten gemeinsam mit Übelkeit oder Erbrechen sowie mit Lärm- und Lichtüberempfindlichkeit auf. Daher empfinden es Migräne-Patienten oft als angenehm, sich in abgedunkelten Räumlichkeiten aufzuhalten, um dort zur Ruhe zu kommen. Die Beschwerden verstärken sich hingegen tendenziell bei Bewegungen und körperlichen Anstrengungen.
  4. Auflösungsphase: Das Schlimmste ist überstanden. Die Symptome sind zwar noch da, werden aber weniger intensiv. Die Kopfschmerzen sind nicht mehr pulsierend, sondern eher gleichbleibend. Patienten sind oft sehr müde. Die Übelkeit und die Empfindlichkeit z.B. gegen Licht werden weniger, sind aber noch nicht verschwunden. Diese Phase beginnt in der Regel 3 Tage nach Beginn der Attacke und geht in die Erholungsphase über. Nehmen Sie Schmerzmittel nicht länger als drei Tage.
  5. Postdromalphase (Erholungsphase/Migräne-Kater): Die Patienten sind angeschlagen und fühlen sich wie nach einem Kater. Die Symptome ähneln denen der Prodromalphase. Sie brauchen jetzt viel Ruhe. In dieser Zeit lässt der Anfall und die Schmerzen nach und Symptome wie Erschöpfung, Reizbarkeit oder auch vermehrte Energie können sich zeigen. Man spricht von Migräne Nachwirkungen oder umgangssprachlich von einem Migräne-Kater. Der sog. Migräne-Kater geht oft mit Erschöpfung, Schmerzempfindlichkeit, Konzentrationsproblemen oder vermehrter Reizbarkeit einher. Aber auch mehr Energie und Lebensfreude können auftreten.

Nicht jeder Patient durchläuft alle diese Phasen. Deshalb ist es schwierig, eine genaue Angabe über die Migräne-Dauer zu geben. Meist halten die Beschwerden der Migräne mehrere Tage an. Von den Vorboten bis zur Erholungsphase kann die Migräne-Dauer eine Woche betragen. Hier ist die Migräne-Dauer meist deutlich kürzer. Die Attacke ist oft schon nach zwei Stunden vorüber, nur gelegentlich gibt es Schübe von 48 Stunden. Die Migräne-Dauer liegt bei bis zu einer Woche, wenn alle Phasen durchlaufen werden. Die eigentliche Attacke dauert meist zwischen vier und 72 Stunden. Sobald der Kopfschmerz beginnt, sollten Medikamente eingenommen werden.

Chronische Migräne

Von chronischer Migräne spricht man, wenn die Beschwerden über mehr als drei Monate an 15 oder mehr Tagen pro Monat auftauchen. Weil Schmerzmittel nicht dauerhaft eingenommen werden dürfen, sind sie bei dieser Migräne-Form nicht geeignet. In dem Fall kann Ihr Arzt Ihnen Medikamente zum Vorbeugen verschreiben. Dazu gehören Betablocker, Flunarizin, Valproat, Topiramat, Propranolol und Metoprolol. Ein Kopfschmerztagebuch kann Ihnen außerdem helfen, Ihre Auslöser (Trigger-Faktoren) zu finden.

Seltene Arten der Migräne

Spezielle Behandlung gibt es auch für einige seltenere Arten der Migräne. Eine ist die menstruelle Migräne, unter der etwa sieben Prozent der Migräne-Patientinnen leiden. Weil die Migräneschübe während der Regelblutung oft länger und stärker sind, werden sie oft mit Schmerzmitteln behandelt, die lange wirken. Dazu gehört Naproxen. Manchmal tritt Migräne vor allem am Wochenende auf. Häufig ist Stress der Trigger: Die Betroffenen denken am Samstag schon an den Montag. Vorbeugend gegen Stress sind Entspannungsmethoden hilfreich. Bei einer vestibulären Migräne leiden Patienten unter Schwindelattacken, die oft mit Übelkeit und Erbrechen verbunden sind. Danach beginnen einseitige Kopfschmerzen mit meist typischem Migräne-Verlauf. Die vestibuläre Migräne dauert einige Minuten bis einige Stunden. Die normale Migräne-Dauer liegt bei maximal 72 Stunden. Aber es gibt eine seltene Komplikation, bei der Patienten länger leiden: den sogenannten Status migraenosus. Ursachen können Hormone sein, aber es gibt auch Patienten, bei denen die Medikamente nicht oder aufgrund von Übergebrauch nicht mehr wirken.

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Migräne Nachwirkungen in der Rückbildungsphase

In der Rückbildungsphase klingen die Migräneanfälle typischerweise ab und die Schmerzen lassen nach. Es gibt möglicherweise einen Zusammenhang zwischen den Symptomen und deren Ausprägung der Migräne Anzeichen und -Nachwirkungen. Denn Teilnehmende die bereits in der Vorbotenphase unter diversen Symptomen litten, zeigten auch häufiger Symptome in der Rückbildungsphase. Darüber hinaus konnte in der Studie gezeigt werden, dass mit zunehmender Anzahl der Migränetage pro Monat die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Symptomen in der Rückbildungsphase abnahm. Eine genau Erklärung dafür lieferten die Forschenden nicht.

In der Rückbildungsphase kann es je nach Person zu ganz unterschiedlichen Migräne Nachwirkungen kommen. Viele Betroffene fühlen sich angeschlagen und vergleichen den Zustand mit einem Kater - für andere ist das Gegenteil der Fall und sie fühlen sich quicklebendig:

  • Erschöpfung und Müdigkeit (z.B. erhöhtes Schlaf- und Ruhebedürfnis)
  • Schmerzempfindlichkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Reizbarkeit
  • Muskelschmerzen
  • Gefühl von Euphorie und Lebendigkeit
  • Vermehrte Energie

Laut Definition dauert die Rückbildungsphase bis zu 24 Stunden an. Das Ganze ist jedoch individuell und auch eine Dauer von einigen Stunden oder auch mehreren Tagen ist nicht ungewöhnlich.

Was kann man gegen Migräne Nachwirkungen tun?

Übliche Migräne Medikamente für den Akutfall helfen dir in der Rückbildungsphase leider nicht. Sie können teilweise sogar Nachwirkungen bedingen oder fördern. Deshalb gilt generell Akutmedikation nicht häufiger und länger als nötig zu verwenden, um z.B. einen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (MÜK) zu vermeiden.

Um die Symptome der Rückbildungsphase zu verbessern, empfiehlt sich nach derzeitigen Wissenstand folgendes:

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  • Viel Ruhe und ausreichend Schlaf bei Migräne Nachwirkungen
  • Stressreduktion und Entspannung mittels Entspannungsübungen (z.B. Meditation)
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ausgewogene Mahlzeiten, die deinen Blutzucker niedrig-stabil halten
  • Leichte körperliche Aktivitäten (z.B. Stretching, Spazieren gehen und Yoga gegen Kopfschmerzen)
  • Vermeide helles Licht oder laute Geräusche (Stichwort: Hochsensibilität)
  • Finde heraus, was dir gut tut! Einigen Betroffenen kann z.B. auch Koffein gegen Kopfschmerz-Nachwirkungen, Wärme oder Kühlung durch eine Migränemaske helfen

Wichtig ist auf deinen Körper zu hören und ihm etwas Gutes zu tun.

Alkoholinduzierte Kopfschmerzen: Der „Kater“

Die Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum sind ein lang bekanntes Phänomen in der Menschheitsgeschichte. Die verzögerten Wirkungen von Alkohol führen jedoch nicht nur zu Schmerzen. Sie bedingen schwere kognitive Defekte, Fehleinschätzungen, Reduktion der visuellen und akustischen Wahrnehmungen mit schweren Belastungen für das Berufs- und Sozialleben.

Definition und Symptome des Katerkopfschmerzes

Eine einheitliche Definition des Katerkopfschmerzes oder der Alkoholnachwirkungen, der wissenschaftliche Fachbegriff lautet zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen, besteht nicht. Wissenschaftliche Studien haben folgende Hauptsymptome herausgearbeitet: Kopfschmerz, Durchfall, Appetitlosigkeit, Zittern, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Krankheitsgefühl und Übelkeit. Bei ca. zwei Drittel der Betroffenen stehen Kopfschmerzen und ausgeprägtes Krankheitsgefühl im Mittelpunkt.

Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft klassifiziert in der aktuellen internationalen Kopfschmerzklassifikation ICHD-3 unter dem Code 8.1.4 den alkoholinduzierten Kopfschmerz. Der durch die Alkoholaufnahme sofortige induzierte Kopfschmerz tritt innerhalb von 3 Stunden nach Alkoholaufnahme auf. Er klingt innerhalb von 72 Stunden nach Beendigung des Alkoholkonsums ab. Die Kopfschmerzmerkmale äußern sich in einem beidseitigen Kopfschmerz mit pulsierendem Schmerzcharakter, der Schmerz verstärkt sich durch übliche körperliche Aktivität. Die effektive Menge an Alkohol, die einen sofortigen Kopfschmerz bedingt, variiert ausgeprägt zwischen verschiedenen Betroffenen.

Sehr viel häufiger als der sofortige alkoholinduzierte Kopfschmerz ist der zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerz. Der international festgelegte Fachbegriff für den früher als „Hangover“ bezeichneten Kopfschmerz lautet heute „delayed alkohol-induced headache“. Das Kopfschmerzbild charakterisiert sich durch Kopfschmerzen, die innerhalb von 5-12 Stunden nach Alkoholaufnahme entstehen. Die Kopfschmerzen klingen spätestens innerhalb von 72 Stunden ab. Die Kopfschmerzmerkmale äußern sich durch ein beidseitiges Auftreten, eine pulsierende Schmerzqualität, der Kopfschmerz verstärkt sich durch körperliche Routinetätigkeiten. Der zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerz ist eine der häufigsten Formen von sekundären Kopfschmerzen. Weitere Symptome schließen reduzierte Arbeitsfähigkeit, verminderte kognitive Fähigkeiten, Störung der Raumwahrnehmung, Veränderung der Durchblutung und des Hormonstoffwechsels ein. Die Symptome variieren sehr von Person zu Person und von Auftreten zu Auftreten.

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Zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerz haben gravierende gesellschaftliche und wirtschaftliche Konsequenzen. Nach einer britischen Studie entstehen jährlich ca. 2 Milliarden Ausfallkosten aufgrund von Arbeitsunfähigkeit durch zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen. In anderen Ländern zeigen sich ähnliche Verhältnisse. Die jährlichen Kosten pro Arbeitnehmer aufgrund von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen werden auf ca. Allein in Finnland entstehen jährlich mehr als 1 Million Arbeitsunfähigkeitstage durch zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen. Mehr als 54% aller alkoholbedingten Probleme am Arbeitsplatz sind durch leichten Alkoholkonsum bedingt. Am häufigsten ist dabei der zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen Grund für die negativen Folgen des Alkoholkonsums.

Besorgniserregend ist die weite Verbreitung von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen. Unter Studenten geben 25% an, in der letzten Woche einen zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen erlebt zu haben. 75% der Personen, die Alkohol konsumiert haben, berichten, mindestens einmal einen zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen erfahren zu haben. Zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen werden häufig als unangenehmes gesellschaftliches Phänomen angesehen, das zum Feiern dazu gehört. Dabei wird jedoch übersehen, dass zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen das Risiko für reduzierte Arbeitsleistung, Krankheit, Unfälle und sogar Tod erhöht.

Ursachen des Katerkopfschmerzes

Die Entstehung von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen ist bis heute nicht genau geklärt. Zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen sind ein erstes Stadium des Alkoholentzugs. Zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen treten nicht direkt dosisabhängig mit der Menge des konsumierten Alkohols auf, obwohl höhere Dosen von Alkohol mit verstärkter Symptomatik einhergehen können. Fuselstoffe in individuellen Alkoholika können die Häufigkeit und die Schwere von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen verstärken. Sie finden sich besonders in Cognac, Wein, Tequila und Likören. Transparente Alkoholika wie z.B. Rum, Wodka und Gin zeigen dagegen eine geringere Häufigkeit von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen.

Die Symptome des zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzes wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Durchfall weisen Parallelen zu einem gestörten Zytokininstoffwechsel auf, wie z.B. bei viralen Infekten. Alkohol führt zu einer Erhöhung von Thromboxan. Hormonelle Veränderungen wurden ebenfalls mit der Entstehung von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen in Verbindung gebracht. Die Schwere der Symptomatik der zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen ist proportional zur Konzentration von antidiuretischen Hormon (ADH). Alkohol hemmt den Effekt von ADH auf die Nieren. Dadurch wird ein verstärkter Harndrang bedingt, der größer ist als die eigentliche aufgenommene Flüssigkeit bedingen würde. Mit zunehmender Dehydration steigen die relativen Serumspiegel von ADHA weiter an. Dies führt zu einem zunehmend verlängerten übermäßigen Flüssigkeitsverlust bei Patienten mit zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerz. Alkohol scheint auch die Verfügbarkeit von Glukose durch einen insulinvermittelten Mechanismus zu hemmen. Sowohl die akute Alkoholintoxikation als auch der zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen bedingen eine metabolische Azidose. Zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen bedingen einen Anstieg der Herzfrequenz, der linksventrikulären Leistung sowie des Blutdrucks.

Behandlung und Prävention des Katerkopfschmerzes

Viele Empfehlungen, die zumindest für eine kurzfristige Linderung von „Alkohol-Kopfschmerzen“ nach Alkohol sorgen sollen, sind harmlos und können bedenkenlos ausprobiert werden. Dazu gehört der Tipp, Kopfschmerztabletten wie Paracetamol schon vor dem Zubettgehen einzunehmen, weil dies dafür sorgen soll, dass Schmerzen im Kopfbereich gar nicht erst auftreten. Dies ist jedoch gefährlich, weil sich durch die gleichzeitige Einnahme verstärkt lebertoxische Stoffe bilden - das gilt schon bei normalen Dosierungen. Das sogenannte Konterbier am nächsten Tag ist ebenfalls grundsätzlich abzulehnen. Zum einen wird der ohnehin bereits stark belastete Körper zusätzlich belastet, zum anderen steigt die Gefahr für eine Alkoholabhängigkeit. Besser wäre es, denn Alkoholkonsum von vornherein zu reduzieren, sodass typische Begleiterscheinungen wie Schmerzen, Übelkeit und Co. gar nicht erst auftreten.

Allgemeine Tipps zur Behandlung von Katerkopfschmerzen:

  • Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust ausgleichen: Weil Alkohol stark harntreibend wirkt, verliert der Körper mehr Flüssigkeit, als durch die alkoholischen Getränke ersetzt wird. Zudem gehen damit wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Natrium verloren. Daher gilt es, diesen Mangel nach Möglichkeit wieder auszugleichen. Hier eignen sich Mineralwasser und Fruchtsaftschorlen, wie etwa eine Apfelsaft- oder Orangensaftschorle. Wer einen gereizten Magen hat, sollte besser auf saure Säfte und Kohlensäure verzichten und auf stilles Mineralwasser zurückgreifen.
  • Leicht bekömmliche Nahrungsmittel mit vielen Mineralstoffen: Ideal sind leicht bekömmliche Nahrungsmittel mit vielen Mineralstoffen, zum Beispiel Müsli mit Obst oder ein belegtes Vollkornbrot. Auch Gemüse oder Gemüsebrühe sind gut geeignet.
  • Kreislauf in Schwung bringen: Hilfreich ist es auch, den Kreislauf mit einem kleinen Spaziergang an der frischen Luft wieder in Schwung zu bringen. Durch die Bewegung wird die Herztätigkeit angeregt und die Organe erhalten mehr sauerstoffreiches Blut. Dadurch kann sich der Körper schneller regenerieren. Sommerliche Hitze sollten Sie dabei allerdings vermeiden, da dies zu Kreislaufproblemen führen kann.
  • Pfefferminzöl: Wer es zunächst ohne Tabletten versuchen möchte, kann auf Pfefferminzöl zurückgreifen. Dazu ein paar Tropfen Öl-Zubereitung mit den Fingerspitzen auf Stirn und Schläfen reiben und leicht einmassieren. Die Muskulatur im Stirn- und Nackenbereich entspannt sich und die Kopfhaut wird besser durchblutet.
  • Schmerzmittel: Wer unter heftigeren Katerkopfschmerzen leidet, dem können Schmerzmittel Linderung bringen. Dabei sind die Wirkstoffe Ibuprofen bzw. Ibu-Lysin und Acetylsalicylsäure (ASS) besonders gut geeignet. Ibu-Lysin und ASS bieten den Vorteil, besonders schnell, nämlich innerhalb von 15 Minuten, zu wirken. Acetylsalicylsäure kann allerdings die Magenschleimhaut reizen und daher bei empfindlichen Personen oder bestehender Magenreizung eher ungeeignet sein. Paracetamol wird bei Katerkopfschmerzen nicht empfohlen, da der Wirkstoff die Leber zusätzlich belasten kann.

Präventive Maßnahmen:

  • Mäßiger Alkoholkonsum: Letztendlich lässt sich ein Kater nur durch eine Methode verhindern: keinen oder nur mäßig Alkohol trinken.
  • Durst mit Wasser oder Saftschorlen löschen: Löschen Sie Ihren Durst zuerst mit Wasser oder Saftschorlen. Alkoholhaltige Getränke eignen sich nicht zum Durst löschen, sondern dienen dem Genuss. Trinken Sie auch zwischendurch immer wieder Mineralwasser.
  • Hören Sie auf Ihren Körper: Die Auswirkungen des Alkohols auf den Organismus sind auch dann noch vorhanden, wenn im Blut überhaupt kein Alkohol mehr nachgewiesen werden kann. Betroffene Patienten zeigen u.a. eine reduzierte Fähigkeit der visuellen Raumwahrnehmung, des Gedächtnisses und der Konzentration. Die Fähigkeit zur Organisation und zur Ausübung von Aufgaben ist reduziert. Entsprechende Befunde wurden bei Piloten, Autofahrern und Sportler aufgedeckt. Auch das Risiko für Tod durch kardiovaskuläre Ereignisse ist erhöht.

Weitere Informationen und Behandlungsansätze

Migräne-App sinCephalea

Eine der möglichen Migräne Ursachen liegt im Zuckerstoffwechsel bzw. insbesondere bei starken Blutzuckerschwankungen. Denn diese können zu einem Energiedefizit im Gehirn führen, die Ausschüttung von Neuropeptiden wie CGRP verstärken, und Entzündungsreaktionen fördern - und somit eine Migräneattacke provozieren.

Eine niedrig-glykämische, personalisierte Ernährung, die den Blutzucker eher niedrig und stabil hält, wirkt sich daher positiv auf die Migränehäufigkeit und -intensität aus. Ein Ansatz, den sich die digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) sinCephalea Migräneprophylaxe zunutze gemacht hat. Mittels eines Glukosesensors werden für zwei Wochen deine Blutzuckerreaktionen auf diverse Lebensmittel beobachtet und bewertet. Dadurch erhältst du individuell auf dich angepassten Ernährungsempfehlungen, die deinen Blutzucker stabil halten und hast damit die Möglichkeit deine Migränetage zu reduzieren -ganz ohne Nebenwirkungen und Risiken.

Du kannst dir die Migräne-App sinCephalea auf Rezept von deinem behandelnden Fachpersonal verschreiben lassen. Deine Krankenkasse übernimmt dabei die Kosten.

Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel

Die Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel bietet spezielle Therapien für Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen und alle Kopfschmerzen, wie z.B. chronische Spannungskopfschmerzen, Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch, Clusterkopfschmerz, Nervenschmerz (neuropathischer Schmerz) und Rückenschmerz. Zur Planung Ihres Aufnahmetermins sind folgende Schritte erforderlich:

  1. Ihr behandelnder Arzt stellt eine Verordnung von Krankenhausbehandlung aus.
  2. Bitten Sie Ihren Arzt, die Aufnahme-Checkliste auszufüllen.
  3. Füllen Sie den Schmerzkalender und den Schmerzfragebogen aus.
  4. Senden Sie alle Unterlagen und zusätzlich Kopien aller relevanter Arztbriefe, Röntgenbilder etc. an die auf der Aufnahme-Checkliste angegebene Anschrift.

Weitere Tipps für Migränepatienten

  • Migräne-Tagebuch führen: Beobachten Sie bei Ihren Migräneanfällen die auslösenden Faktoren und notieren Sie sich diese in ein Migräne-Tagebuch.
  • Ausreichende Wasseraufnahme: Eine ausreichende Wasseraufnahme ist Pflicht, da durch Flüssigkeitsmangel das Blut dick wird. Dadurch fällt der Sauerstofftransport schwerer und der Kopf fängt an zu schmerzen.
  • Magnesiumreiche Ernährung: Besonders Nahrungsmittel, die Magnesium enthalten, sind für Migränepatienten zu empfehlen. Der Grund: Magnesium entspannt die Muskeln. Unter anderem kommt dieses Element in Vollkorn, Nüssen und Gemüse vor, ist aber auch als Nahrungsergänzungsmittel in Tablettenform oder Pulver erhältlich.
  • Stress vermeiden und entspannen: Dass ein Zusammenhang zwischen Stress und Migräneanfällen besteht, ist unumstritten. Versuchen Sie sich deshalb zu entspannen, falls eine erneute Kopfschmerzattacke anstehen sollte. Außerdem können Sie bestimmte Techniken, wie autogenes Training oder die Jacobsen-Methode lernen, welche Ihnen in den entsprechenden Situationen helfen können, den Stress abzubauen und die Kopfschmerzen zu bewältigen.
  • Regelmäßiger Sport: Treiben Sie drei bis vier mal pro Woche je eine halbe Stunde Sport. Hierbei sollten Sie es jedoch nicht übertreiben, sondern eher auf ruhigere Sportarten, wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen zurückgreifen. Dies ist jedoch eine vorbeugende Maßnahme.
  • Schichtarbeit vermeiden: Versuchen Sie auf Schichtarbeit, sofern es möglich ist, weitgehend zu verzichten.

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