Katholisches Klinikum Essen Philippusstift: Neurologie und Neurovaskuläre Versorgung

Das Katholische Klinikum Essen Philippusstift ist ein wichtiger Bestandteil der neurologischen Versorgung in Essen und der umliegenden Region. Besonders hervorzuheben ist die Expertise des Klinikums in der Behandlung von Erkrankungen der hirnversorgenden Blutgefäße, insbesondere durch die Beteiligung am Neurovaskulären Netz Ruhr-Südwest (NVNR-SW) und die zertifizierte Stroke-Unit. Zudem legt das Klinikum großen Wert auf die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) und den Schutz vulnerabler Patientengruppen.

Das Neurovaskuläre Netz Ruhr-Südwest (NVNR-SW)

Das Neurovaskuläre Netz Ruhr-Südwest (NVNR-SW) ist ein Verbund von sieben Kliniken im westlichen Ruhrgebiet und dem angrenzenden Rheinland. Ziel dieses Zusammenschlusses ist die zeitnahe und verbesserte interdisziplinäre Behandlung von Patienten mit Erkrankungen der hirnversorgenden (neurovaskulären) Blutgefäße. Zu diesen Erkrankungen gehören:

  • Schlaganfall (verursacht durch Durchblutungsstörungen oder Blutungen im Gehirn oder Rückenmark)
  • Aneurysmen (Erweiterungen der Hirngefäße)
  • Arteriell-venöse Gefäßmissbildungen im Gehirn oder Rückenmark
  • Seltene Ursachen, vor allem bei jüngeren Schlaganfallpatienten, wie z.B. die Moyamoya-Angiopathie.

Durch gemeinsame Behandlungsabläufe und Organisationsstrukturen der beteiligten Kliniken wird sichergestellt, dass Patienten mit diesen Erkrankungen zu jeder Tages- und Nachtzeit nach dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse behandelt werden können.

Das NVNR-SW wurde im Jahr 2019 von den sieben Netzwerkkliniken gegründet und im März 2020 von den zuständigen deutschen Fachgesellschaften begutachtet. Im November 2020 erfolgte die Zertifizierung als Neurovaskuläres Zentrum.

Die Stroke-Unit im Philippusstift

In Essen werden Schlaganfallpatienten in Krankenhäuser mit einer Stroke-Unit eingeliefert - einer Schlaganfall-Spezialstation. Die Stroke-Unit des Philippusstift ist seit 2009 offiziell zertifiziert. Die richtige Behandlung eines Schlaganfalls innerhalb der ersten sechs Stunden kann die Symptome wie Lähmungen oder Sprachstörungen deutlich reduzieren. Je früher die Behandlung begonnen wird, desto besser ist das Ergebnis.

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Wichtige Maßnahmen bei Verdacht auf Schlaganfall:

  • Alarmieren Sie den Rettungsdienst.
  • Kümmern Sie sich um den Betroffenen.
  • Verabreichen Sie keine Medikamente oder Getränke.
  • Beruhigen Sie den Betroffenen und bleiben Sie bei ihm.
  • Lockern Sie einengende Kleidungsstücke.
  • Wenden Sie bei Bewusstlosigkeit die stabile Seitenlage an.
  • Kontrollieren Sie Puls- und Herzschlag.
  • Teilen Sie dem eintreffenden Notarzt die Symptome des Betroffenen mit.

Häufig treten schon Tage bis Monate vor einem Schlaganfall flüchtige Warnzeichen auf, die ernst genommen werden sollten.

Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)

Das Katholische Klinikum Essen Philippusstift legt großen Wert auf die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). AMTS umfasst alle Maßnahmen zur Gewährleistung eines optimalen Medikationsprozesses mit dem Ziel, Medikationsfehler und damit vermeidbare Risiken für Patienten bei der Arzneimitteltherapie zu verringern.

Instrumente und Maßnahmen zur Förderung der AMTS im Philippusstift:

Die Instrumente und Maßnahmen zur Förderung der Arzneimitteltherapiesicherheit werden mit Fokus auf den typischen Ablauf des Medikationsprozesses bei der stationären Patientenversorgung dargestellt. Eine Besonderheit des Medikationsprozesses im stationären Umfeld stellt das Überleitungsmanagement bei Aufnahme und Entlassung dar.

Die im Folgenden gelisteten Instrumente und Maßnahmen adressieren Strukturelemente, z.B. besondere EDV-Ausstattung und Arbeitsmaterialien, sowie Prozessaspekte, wie Arbeitsbeschreibungen für besonders risikobehaftete Prozessschritte bzw. Konzepte zur Sicherung typischer Risikosituationen. Zusätzlich können bewährte Maßnahmen zur Vermeidung von bzw. zum Lernen aus Medikationsfehlern angegeben werden. Das Krankenhaus stellt hier dar, mit welchen Aspekten es sich bereits auseinandergesetzt bzw. welche Maßnahmen es konkret umgesetzt hat.

Die folgenden Aspekte werden dabei berücksichtigt:

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  • Aufnahme ins Krankenhaus, inklusive Anamnese: Ermittlung der bisherigen Medikation (Arzneimittelanamnese), anschließende klinische Bewertung und Umstellung auf die im Krankenhaus verfügbare Medikation (Hausliste), sowie Dokumentation der ursprünglichen Medikation und der für die Krankenhausbehandlung angepassten Medikation.
  • Medikationsprozess im Krankenhaus: Instrumente und Maßnahmen zur sicheren Arzneimittelverordnung (Leserlichkeit, Eindeutigkeit, Vollständigkeit der Dokumentation, Anwendungsgebiet, Wirksamkeit, Nutzen-Risiko-Verhältnis, Verträglichkeit (inklusive potentieller Kontraindikationen, Wechselwirkungen u. Ä.) und Ressourcenabwägungen). Unterstützung einer zuverlässigen Arzneimittelbestellung, -abgabe und -anwendung bzw. -verabreichung.
  • Entlassung: Sicherstellung einer strukturierten und sicheren Weitergabe von Informationen zur Arzneimitteltherapie an weiterbehandelnde Ärzte sowie die angemessene Ausstattung der Patienten mit Arzneimittelinformationen, Medikationsplan und Medikamenten.

Konkrete Maßnahmen zur AMTS im Philippusstift:

  • Vorhandensein adressatengerechter und themenspezifischer Informationsmaterialien für Patientinnen und Patienten
  • Elektronische Unterstützung des Aufnahme- und Anamnese-Prozesses (z. B. Möglichkeit einer elektronischen Verordnung, d. h. strukturierte Eingabe von Wirkstoff (oder Präparatename), Form, Dosis, Dosisfrequenz)
  • Bereitstellung eines oder mehrerer elektronischer Arzneimittelinformationssysteme
  • Vorhandensein von elektronischen Systemen zur Entscheidungsunterstützung (z.B. Meona®, Rpdoc®, AIDKlinik®, ID Medics®)
  • Spezielle AMTS-Visiten

Das Team der Apotheke besteht aus 2 Apothekern. Es besteht ein Kooperationsvertrag mit einer Apotheke.

Schutz vulnerabler Patientengruppen

Gemäß § 4 Absatz 2 der Qualitätsmanagement-Richtlinie hat das Katholische Klinikum Essen Philippusstift die Prävention von und Intervention bei Gewalt und Missbrauch als Teil des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements vorgesehen. Ziel ist es, Missbrauch und Gewalt insbesondere gegenüber vulnerablen Patientengruppen, wie beispielsweise Kindern und Jugendlichen oder hilfsbedürftigen Personen, vorzubeugen, zu erkennen, adäquat darauf zu reagieren und auch innerhalb der Einrichtung zu verhindern.

Das jeweilige Vorgehen wird an Einrichtungsgröße, Leistungsspektrum und den Patientinnen und Patienten ausgerichtet, um so passgenaue Lösungen zur Sensibilisierung der Teams sowie weitere geeignete vorbeugende und intervenierende Maßnahmen festzulegen.

Gemäß § 4 Absatz 2 in Verbindung mit Teil B Abschnitt I § 1 der Qualitätsmanagement-Richtlinie hat sich das Klinikum, das Kinder und Jugendliche versorgt, gezielt mit der Prävention von und Intervention bei (sexueller) Gewalt und Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen zu befassen (Risiko- und Gefährdungsanalyse) und - der Größe und Organisationsform der Einrichtung entsprechend - konkrete Schritte und Maßnahmen abzuleiten (Schutzkonzept).

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