KBO Isar-Amper-Klinikum: Umfassende Epilepsiebehandlung und Versorgung für Menschen mit Behinderung

Das kbo-Isar-Amper-Klinikum hat sich als eine der größten Kliniken für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Neurologie in Deutschland etabliert. Mit 13 Standorten und einem Team von über 4000 Mitarbeitern bietet das Klinikum jährlich mehr als 40.000 Menschen eine umfassende Behandlung. Als akademisches Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität und akademische Lehreinrichtung der TU München legt das Klinikum großen Wert auf eine qualitativ hochwertige Versorgung und kontinuierliche Weiterentwicklung.

Spezialisierte Ambulanz für Epilepsie und Mehrfachbehinderung

Ein besonderer Schwerpunkt des kbo-Isar-Amper-Klinikums liegt auf der Behandlung von Menschen mit Epilepsie, insbesondere in Kombination mit geistiger oder Mehrfachbehinderung. Seit Oktober 2014 bietet das Klinikum in München-Haar eine neurologische Spezialambulanz für diese Patientengruppe an. Diese Ambulanz schließt eine wichtige Versorgungslücke in Oberbayern, da es in der Umgebung keine vergleichbare Einrichtung gibt.

Bedarfsgerechte Versorgung von Menschen mit Behinderung

Die Ambulanz richtet sich vor allem an Patienten mit schwer einstellbarer Epilepsie und geistiger Behinderung. Bisher wurden diese Patienten häufig von Hausärzten in ihren Praxen behandelt. Die Spezialambulanz möchte diese Ärzte unterstützen und eine optimierte Versorgung anbieten. Bei Bedarf kann auch eine stationäre Notfallversorgung in der Neurologischen Klinik gewährleistet werden.

Die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung wurde vom Landesverband Epilepsie Bayern und der Lebenshilfe München seit Jahren betont. Beide Organisationen beklagten die mangelhafte fachärztliche Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung in München und Oberbayern, insbesondere bei schweren Epilepsien in Kombination mit geistiger und/oder Mehrfachbehinderung.

Margret Meyer-Brauns, selbst Mutter eines epilepsiekranken jungen Mannes mit geistiger Behinderung, bestätigt diese Problematik: „In der Angehörigen-Beratung der Lebenshilfe München erfahren wir sehr oft, dass Menschen mit Behinderung nur noch mit großen Hürden in den Arztpraxen und Kliniken aufgenommen werden.“ Bisher mussten Eltern, Angehörige, rechtliche Betreuer und Einrichtungen der Behindertenhilfe weite Wege auf sich nehmen, um dem besonderen Bedarf ihrer Betreuten gerecht zu werden.

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Angebot der Ambulanz

Die Ambulanz steht nicht nur Patienten des Klinikums im Rahmen des Neurologischen Konsildienstes offen, sondern auch externen Patienten. Um sich in der Ambulanz vorstellen zu können, benötigen Patienten lediglich eine Überweisung des Haus- oder Facharztes.

Die Ambulanz verfügt über ein spezifisches Angebot der Diagnostik und Therapie für diese Patientengruppe und berät über Behandlungsmöglichkeiten. Sie arbeitet bei Bedarf eng mit den Einrichtungen der Behindertenhilfe, mit Angehörigen und gesetzlichen Betreuern zusammen. Die Ambulanz steht als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn Patienten der Ambulanz in anderen Kliniken behandelt werden. Bei Bedarf besuchen die ambulanten Behandler die Patienten im Rahmen ihrer Möglichkeiten vor Ort.

Die Leiterin der Ambulanz, Dr. Astrid Peters-Weist, freut sich über die Einzigartigkeit der Einrichtung in Oberbayern. Sie hat im Rahmen ihrer Facharztweiterbildung das Zertifikat „Epilepsie“ der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie erworben und betont, dass die Patienten häufig schwerst erkrankt sind, meist bereits seit ihrer frühen Kindheit.

Medizinische Zentren für Erwachsene mit Behinderung (MZEB)

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml setzt sich für eine verstärkte medizinische Versorgung von psychisch kranken Menschen mit Behinderung ein. Anlässlich der Eröffnung des Medizinischen Zentrums für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) am kbo-Isar-Amper-Klinikum in Haar betonte sie, dass es in den letzten Jahren gelungen ist, mehrere MZEBs in Bayern aufzubauen. Die neue Einrichtung soll die Versorgung von Menschen mit Behinderung im Großraum München weiter verbessern.

Für Menschen mit einer geistigen oder schweren Mehrfachbehinderung können Arztbesuche eine große zusätzliche Belastung darstellen. Um diese Belastung möglichst gering zu halten und eine ganzheitliche Behandlung sicherzustellen, arbeiten in den MZEBs multiprofessionelle Teams aus Fachärzten und Therapeuten zusammen. Durch die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Professionen wird eine schnelle und umfassende Versorgung ermöglicht. Dies schafft Vertrauen, was besonders bei der Behandlung von Patienten wichtig ist, die ihre Wünsche nicht immer gut mitteilen können.

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Während die Sozialpädiatrischen Zentren Kinder und Jugendliche mit Behinderung versorgen, werden in den MZEBs volljährige Menschen mit Behinderung behandelt. Mit den bereits etablierten MZEBs ist Bayern auf dem richtigen Weg, die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung weiter zu stärken. Allerdings bedarf es für eine flächendeckende Versorgung mit MZEBs zusätzlicher Anstrengungen.

Das neurologisch-psychiatrische MZEB am Isar-Amper-Klinikum München-Ost ist eines von mehreren MZEBs im Großraum München. Es ist aus den bereits bestehenden psychiatrischen Schwerpunkten des Zentrums für Altersmedizin und Entwicklungsstörungen (u. a. Verhaltensauffälligkeiten und Autismus-Spektrum-Störungen) sowie der Epilepsie-Ambulanz an der Klinik für Neurologie hervorgegangen. Unter der Leitung von Dr. Astrid Peters-Weist entsteht ein multidisziplinäres Zentrum für Menschen, die aufgrund der Art, Schwere und Komplexität ihrer Behinderung eine besonders spezialisierte Versorgung benötigen. Durch dieses umfassende Konzept soll für die Patienten ein Angebot geschaffen werden, das im ambulanten Rahmen einen Zugewinn an Lebensqualität sowie Teilhabe ermöglicht.

Ganzheitlicher Ansatz in der Behandlung

Das kbo-Isar-Amper-Klinikum verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz in der Behandlung seiner Patienten. Im höheren Lebensalter werden psychiatrische Erkrankungen häufiger von körperlichen Beschwerden begleitet oder sind sogar deren Ursache. Veränderungen im Nervensystem können zu Leistungseinbußen führen, die sich als Demenz im Alltag bemerkbar machen. Daher ist es wichtig, ein besonderes Augenmerk auf die körperlichen Begleiterkrankungen zu legen.

Die Diagnostik und Behandlung gerontopsychiatrischer Erkrankungen erfordert daher besondere Kenntnisse im allgemein-medizinischen Bereich. Das multiprofessionelle Behandlungsteam berücksichtigt psychische, körperliche, soziale und biographische Gegebenheiten, da diese zur Entstehung der psychiatrischen Erkrankung beitragen können. Zum ganzheitlichen Behandlungsangebot zählt eine umfassende Diagnostik.

Auch bei Menschen mit geistiger Behinderung und Autisten werden psychische oder Verhaltensstörungen selten von nur einem Anlass verursacht. Oft bestimmen mehrere Faktoren gemeinsam das Bild. Die psychischen Erkrankungen werden vom Profil der Entwicklungsverzögerung geprägt und können ungewohnt und atypisch erscheinen. Diagnostik und Behandlung erfolgen daher meist interdisziplinär und unter Hinzuziehung pädagogischer Kompetenzen.

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Therapieverfahren

Das kbo-Isar-Amper-Klinikum setzt verschiedene Therapieverfahren ein, darunter:

  • Bezugspersonenpflege
  • Psychotherapie mit verhaltenstherapeutischen, tiefenpsychologischen und systemischen Therapieelementen
  • Psychopharmakotherapie
  • Fördergruppe/Arbeitstherapie
  • Pädagogische Einzel- und Gruppenarbeit
  • Soziales Kompetenztraining
  • Körperorientierte Entspannungsverfahren
  • Snoezelen (Wohlfühlen der Sinne)
  • Musik- und Kunsttherapie
  • Gymnastik, Schwimmen, Bewegungstherapie
  • Kochen, Backen, Gärtnern
  • Außenaktivitäten

Gerontopsychiatrische Fachambulanz

Die Gerontopsychiatrische Fachambulanz bietet neben psychopharmakologischer Therapie und stützender Gesprächstherapie auch eine begleitende pflegerische Behandlung an. Durch die ambulante Behandlung und Betreuung durch eine spezialisierte Fachabteilung können oft stationäre Aufenthalte vermieden werden. Ziel ist es, dass Patienten sich durch die Weiterbetreuung nach einem Krankenhausaufenthalt zu Hause wieder besser einleben können bzw. sie bleiben bei chronischer Erkrankung dadurch länger stabil. Auch Ängste oder falsche Vorstellungen können durch ambulante Kontakte vor einer vielleicht notwendigen stationären Behandlung abgebaut oder die stationäre Behandlung verkürzt werden.

Tagesklinik für ältere Menschen

In einer offenen und freundlichen Atmosphäre bietet das kbo-Isar-Amper-Klinikum ein Therapieprogramm für Menschen ab dem 65. Lebensjahr an, die eine therapeutische Behandlung brauchen, den Abend und die Wochenenden aber gerne zu Hause in der vertrauten Umgebung verbringen wollen oder sich nach einem stationären Aufenthalt wieder in das vertraute Umfeld einfinden möchten. Neu in der Therapie erlernte Strategien können so direkt im eigenen Umfeld und Alltag erprobt und umgesetzt werden. Die Therapien finden täglich von Montag bis Freitag statt.

Die Tagesklinik bietet alltagsnahe Behandlung für psychisch erkrankte ältere Menschen (über 65 Jahre) statt, die keine stationäre Krankenhausbehandlung wünschen oder zur Stabilisierung nach einem stationären Aufenthalt. Voraussetzung ist Motivation und ausreichende Mobilität. Die Tagesklinik bietet 17 Plätze. Die Aufnahme erfolgt in der Regel nach einem Vorgespräch, die Anmeldung nimmt die Ambulanz entgegen.

Diagnostik und Behandlung

Die Tagesklinik bietet Diagnostik und Behandlung bei normalen altersbedingten Veränderungen der Hirnleistung, als Folge einer psychiatrischen Erkrankung (z. B. Depression) oder als Frühzeichen einer beginnenden Demenz. Je früher die richtige Diagnose gestellt wird, umso erfolgreicher sind die therapeutischen Möglichkeiten. Neben der medikamentösen Therapie bietet das Klinikum weitere geeignete Behandlungsmaßnahmen zur kognitiven, körperlichen und sozialen Aktivierung für Patienten sowie Unterstützungsangebote für Angehörige an.

Kognitives Training und körperliche Aktivierung

Die geistige Leistungsfähigkeit stellt eine wesentliche Voraussetzung für die Alltagsbewältigung und die Lebenszufriedenheit dar. Das kbo-Isar-Amper-Klinikum bietet speziell entwickelte Behandlungsmaßnahmen an, die kognitive Funktionen, wie z.B. Aufmerksamkeit und Gedächtnis, verbessern oder stabilisieren und so den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen können.

Körperliche Aktivität ist einer der wichtigsten Indikatoren für die Selbstständigkeit und die Lebenszufriedenheit älterer Menschen. In der Tagesklinik findet alltagsnahe Behandlung für psychisch erkrankte ältere Menschen statt.

PJ im kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost

Das kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost bietet Medizinstudierenden die Möglichkeit, das Praktische Jahr (PJ) zu absolvieren. Dabei können sie ein breites Spektrum des Fachbereiches Neurologie kennenlernen und von der Integration der Neurologie inmitten der Psychiatrie profitieren.

Die Rotation umfasst die beiden Stationen N1 (Stroke-Unit/Intensiv) sowie N2 (Normalstation/Frühreha). Wünsche zur jeweiligen Länge werden aber gerne berücksichtigt. Zudem gibt es eine MS-Ambulanz, Epilepsie-Sprechstunde/Ambulanz, Schmerzgruppe sowie einen Funktionsbereich (EEG/EMG/NLG/Neurosonologie), in denen man immer gerne gesehen ist und einiges beigebracht bekommt.

Aufgaben im PJ

Zu den Aufgaben im PJ gehören Blutentnahmen, die aber überschaubar sind, sodass die Studenten nicht die Visite verpassen.

Stroke-Unit/Intensivstation

Auf der Intensiv/Stroke werden die Blutabnahmen vom Nachtdienst erledigt, weshalb dieses am Tag nur bei Bedarf nachgeholt werden muss. Hier sind drei OAs (Anästhesist, Neurologe, Psychiater) tätig, die einem, neben den Assistenzärztinnen/-ärzte, immer gerne etwas beibringen. Insbesondere der Anästhesist ist extrem bemüht was die praktische Lehre (Intubation, Beatmung, BGAs, CPR, etc.) angeht. Sonst kann man hier alles rund um die neurologische Intensivmedizin/Schlaganfallbehandlung erlernen und arterielle/venöse Zugänge legen, LPs durchführen aber auch, unter Supervision, eigene Patienten betreuen (mit allem drum und dran). Die Intensiv ist auch für die Notfälle auf dem Gelände zuständig, weshalb man auch mal mit dem "Notfallwagen" zu den Einsätzen fahren kann. Von Epilepsie/Vigilanzminderung bis Reanimation kann da alles kommen.

Normalstation/Frühreha

Hier startet der Tag mit der Blutentnahme, welche aber im Endeffekt auch recht überschaubar sind. Visite ab 9 Uhr (Dienstags OA- und donnerstags CA-Visite) und dann der ganze stationäre Regelablauf mit Aufnahmen/Entlassungen, Untersuchungen etc.. Auch hier kann man, je nach Motivation, supervidiert eigene Patienten betreuen, Briefe schreiben, LPs durchführen und MOCA/DEMTEC/UDPRS (und wie sie nicht alle heißen) erheben…eigentlich die perfekte Vorbereitung für die spätere Tätigkeit in der Neurologie. Um 14 Uhr ist dann die radiologische Besprechung (welche bei mir coronabedingt nur im kleinsten Kreise stattfand) sowie eine kurze Mittagsbesprechung mit dem Chefarzt. Neben dem ganzen Stationstrubel kann man sich aber auch gerne mal an die Logos/Ergos/Physios hängen und denen bei ihrer Diagnostik und Therapie zuschauen. Konsiliarisch gibt es noch Innere, HNO, Gyn, Ortho, Auge, Derma und natürlich Psych. Am meisten hat man aber mit den Internisten zu tun, die einem auch gerne mal das eine oder andere beibringen.

Fortbildungen und Klima

Für die Fortbildungen sind die OAs sowie der Chefarzt zuständig. Auf der Intensiv gibt es gefühlt eh jeden Tag eine kleine Fortbildung und für den Rest gibt es eine hausinterne Liste, die man mit den zuständigen Personen abspricht. Das Klima im Haus ist wirklich gut und nicht durch Zufall sind viele der frischen Assistentinnen/Assistenten ehemalige PJs.

Ausstattung und Services

Das kbo-Isar-Amper-Klinikum Haar bietet seinen Patienten eine umfassende Ausstattung und verschiedene Services, darunter:

  • Einzelzimmer mit eigenem Bad (nicht durchgängig verfügbar, aber durch Neubauten erweitert)
  • Unterbringung von Begleitpersonen (grundsätzlich möglich in der Klinik für Neurologie und Neurophysiologie)
  • Zwei-Bett-Zimmer mit Bad (nicht durchgängig verfügbar, aber durch Neubauten erweitert)
  • Zimmerausstattung mit rollstuhlgerechten Sanitäranlagen (teilweise vorhanden)
  • Rollstuhlgerechter Zugang zu Serviceeinrichtungen (zu den meisten Serviceeinrichtungen)
  • Bauliche Maßnahmen für Menschen mit Demenz oder geistiger Behinderung (in entsprechenden Bereichen vorhanden)
  • Dolmetscherdienst (in allen Sprachen)

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