Neurologie und Schlafmedizin im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH)

Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin bietet ein breites Spektrum an neurologischen und schlafmedizinischen Leistungen. Unter der Leitung von erfahrenen Ärzten wie Dr. med. Rebekka Lehmann, Oberärztin im Fachbereich Neurologische Schlafmedizin, werden Patienten jeden Alters mit modernsten Methoden diagnostiziert und behandelt.

Schwerpunkte der Neurologischen Klinik

Die Neurologische Klinik des KEH behandelt ein breites Spektrum neurologischer Erkrankungen, wobei ein besonderer Fokus auf Epilepsien und neurologischen Schlafstörungen liegt.

Epilepsiezentrum Berlin-Brandenburg (EZBB)

Das KEH ist Teil des Epilepsiezentrums Berlin-Brandenburg (EZBB), einem Netzwerk, das sich der optimalen Diagnostik, Therapie, Beratung und Rehabilitation von Menschen mit Epilepsie aller Altersgruppen widmet. Das EZBB besteht seit April 2001 und umfasst neben dem KEH die Epilepsieklinik Tabor in Bernau sowie den Bereich Klinische und experimentelle Epileptologie der Charité - Universitätsmedizin Berlin.

Diagnostik von Epilepsien

Die Diagnostik von Epilepsien umfasst eine detaillierte Anamnese, gegebenenfalls unterstützt durch Videoaufnahmen der Anfälle, sowie verschiedene technische Untersuchungen:

  • Elektroenzephalogramm (EEG): Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns über die Kopfhaut, gegebenenfalls als Langzeit-Video-EEG über 24-72 Stunden.
  • Magnetenzephalogramm (MEG): Untersuchung zur Darstellung von Veränderungen in der Hirnstruktur, die für die Anfälle verantwortlich sein können.
  • Bildgebung: MRT (1,5 Tesla), Hochauflösendes MRT (3 Tesla), Funktionelles MRT (fMRT), PET, SPECT.
  • Psychologische Diagnostik und Neuropsychologie.
  • Neurometabolische und genetische Untersuchungen.
  • Labor- und Nervenwasseruntersuchungen.

Behandlung von Epilepsien

Die Behandlung von Epilepsien erfolgt in der Regel medikamentös. Ziel ist es, Anfallsfreiheit zu erreichen. Sollte dies nicht gelingen, werden weitere Therapieoptionen geprüft:

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  • Medikamentöse Therapie: Oftmals ist eine langjährige, manchmal lebenslange Einnahme von Medikamenten erforderlich.
  • Epilepsiechirurgischer Eingriff: In ausgewählten Fällen kann eine Operation zur Entfernung des Anfallsherdes in Betracht gezogen werden. Die Möglichkeiten epilepsiechirurgischer Eingriffe werden in Zusammenarbeit mit der Charité - Universitätsmedizin Berlin besprochen. Das KEH ist als Zentrum für prächirurgische Epilepsiediagnostik und operative Epilepsietherapie zertifiziert.
  • Ketogene Diät: Eine spezielle Diät, die den Stoffwechsel verändert und dadurch Anfälle reduzieren kann.
  • Vagus-Nerv-Stimulation: Ein Verfahren, bei dem ein Nerv im Halsbereich elektrisch stimuliert wird, um die Anfallshäufigkeit zu verringern. (insbesondere bei Menschen mit Intelligenzminderung und/oder Mehrfachbehinderung).

Spezielle Angebote für verschiedene Altersgruppen

Das KEH bietet spezielle Behandlungsprogramme für verschiedene Altersgruppen an:

  • Kinder und Jugendliche (1-17 Jahre): Eine Station mit einem speziell auf diese Altersgruppe abgestimmten Behandlungsprogramm, unter Berücksichtigung von Entwicklungs- und Verhaltensstörungen.
  • Jugendliche und junge Erwachsene: Eine Station, die die Lücke zwischen den Angeboten für Kinder und Erwachsene schließt.
  • Erwachsene: Eine Station für Erwachsene mit seit längerer Zeit bestehenden oder neu auftretenden Epilepsien sowie unklaren Anfallsereignissen.
  • Menschen mit Intelligenzminderung und/oder Mehrfachbehinderung: Eine speziell auf diese Patientengruppe abgestimmte Behandlung durch ein Team aus verschiedenen Berufsgruppen.

Therapieangebote

Ergänzend zur medikamentösen Behandlung bietet das KEH vielfältige Therapieangebote an:

  • Ergotherapie: Zur Überprüfung der Medikamentenverträglichkeit und Belastbarkeit.
  • Psychologische Betreuung.
  • Sozialmedizinische Beratung.
  • Physiotherapie und Sportangebote (z. B. Sportgruppe, Kunsttherapie).
  • Einzel- und gruppentherapeutische Angebote: Um das Verständnis für die Erkrankung und deren Bewältigung zu erhöhen.

Neurologische Schlafmedizin

Die Neurologische Schlafmedizin am KEH unter der Leitung von Dr. med. Rebekka Lehmann behandelt Patientinnen und Patienten ab dem zwölften Lebensjahr mit Schlafstörungen, die auf Funktionsstörungen des Nervensystems zurückzuführen sind. Dazu gehören beispielsweise:

  • Verhaltensauffälligkeiten im Schlaf: Schlafwandeln, sonstige Bewegungen im Schlaf.
  • Abgrenzung von Parasomnien, schlafbezogenen epileptischen Anfällen und sonstigen Bewegungsstörungen im Schlaf.
  • Narkolepsie mit und ohne Kataplexie und sonstige Störungen, die mit einer erhöhten Tagesmüdigkeit und/oder oder Einschlafattacken einhergehen.
  • Syndrom der unruhigen Beine (Restless legs-Syndrom): Für dieses Syndrom bietet Dr. Dr. med. Rebekka Lehmanns Kompetenz.
  • Störungen in der Abfolge des Schlaf-Wach-Rhythmus (Phasenverschiebungen des Schlaf-Wach-Rhythmus).
  • Schlafstörungen des Jugendalters.
  • Abgrenzung primärer Schlafstörungen von primär psychiatrischen Erkrankungen, die mit einer Schlafstörung einhergehen.
  • Alle sonstigen ungewöhnlichen Schlafstörungen.
  • Schlafstörungen im Zusammenhang mit anderen neurologischen Erkrankungen: Multiple Sklerose, Schlaganfall, HIV-Infektion, Parkinson, rheumatologischen Erkrankungen.

Diagnostik von Schlafstörungen

Zur Diagnose von Schlafstörungen werden verschiedene Überwachungsmethoden eingesetzt:

  • Polysomnographie: Während die Patientinnen und Patienten schlafen, werden mit Hilfe hochsensibler Geräte die nächtliche Hirn- und Muskelaktivität, Augenbewegungen, Herzfrequenz, Atmung, Geräusche und Verhaltensauffälligkeiten aufgezeichnet.

Behandlung von Schlafstörungen

Nach Auswertung der Untersuchungsergebnisse wird ein individueller Behandlungsplan erstellt.

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Weitere Informationen

  • Adresse: Herzbergstr. 79, Berlin
  • Terminvereinbarung: Telefonisch oder online über Doctolib. Eine Behandlung ist nur nach vorheriger Terminvergabe möglich.
  • Notaufnahme: Für Patientinnen und Patienten ab dem 18. Lebensjahr.
  • Kooperationen: Enge Zusammenarbeit mit der Charité - Universitätsmedizin Berlin (Epilepsiechirurgie) und dem Universitätsklinikum Magdeburg (Laser-Ablation).

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