Schlaganfall Reha in Schleswig-Holstein: Kliniken und Therapieansätze

Schleswig-Holstein, das nördlichste Bundesland Deutschlands zwischen Nord- und Ostsee, mag flächenmäßig klein sein, bietet aber eine beachtliche Anzahl an Rehakliniken. Im Jahr 2019 zählte das Statistische Bundesamt 62 Rehakliniken in Schleswig-Holstein. Besonders hervorzuheben sind die zahlreichen Einrichtungen an der Küste, deren Meeresluft sich positiv auf Atemwegserkrankungen auswirken kann. Diese Kliniken und Rehazentren stehen Patienten fachkundig und kompetent zur Seite, um ihre Genesung zu unterstützen.

Vielfältige Reha-Landschaft in Schleswig-Holstein

Die Reha-Landschaft in Schleswig-Holstein ist vielfältig und bietet für unterschiedliche Bedürfnisse passende Angebote. Von stationären Rehakliniken bis zu ambulanten Rehazentren ist alles vertreten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf neurologischen Erkrankungen wie dem Schlaganfall.

Die AUGUST-BIER-KLINIK: Neurologische Kompetenz am See

Die AUGUST-BIER-KLINIK im heilklimatischen Kurort Bad Malente, inmitten des Naturparks »Holsteinische Schweiz« und nahe der Ostsee gelegen, ist ein Fachzentrum für neurologische Erkrankungen. Die Klinik bietet sowohl Akutversorgung als auch Rehabilitation und legt Wert auf eine komfortable Ausstattung. Professionalität, interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine empathische Betreuung der Patienten stehen im Vordergrund. Das Behandlungsteam, bestehend aus Neurologen, Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten und Neuropsychologen, arbeitet bereits im Akutbereich an der Stabilisierung neurologischer Erkrankungen und ihrer Folgen. Ziel ist es, Sekundärkomplikationen zu vermeiden und Funktionseinschränkungen durch das Einüben von Ersatz- und Anpassungsstrategien zu verbessern. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter wird in der AUGUST-BIER-KLINIK großgeschrieben, was sich positiv auf die Patientenversorgung auswirkt.

Rehaklinik Damp: Spezialisierung auf Neurologie mit Ostseeblick

Ein Beispiel für eine spezialisierte Rehaklinik ist die Rehaklinik Damp. Ursprünglich in den 1960er-Jahren als Tourismusprojekt gestartet, beherbergt der Gebäudekomplex am Ostseestrand heute fünf Fachabteilungen, darunter die Neurologie, Orthopädie, Kardiologie, Psychosomatik und Nephrologie. Besonders hervorzuheben ist die neurologische Abteilung, die Patienten aus ganz Deutschland aufnimmt, insbesondere aus den umliegenden Kliniken in Schleswig-Holstein. Die Klinik behandelt sowohl Patienten in der weiterführenden Rehabilitation (Phase C) als auch in der Anschlussheilbehandlung (Phase D).

Dr. Martin Peller, Leiter der Abteilung Neurologie, betont die hohe Motivation und das hervorragende Zusammenspiel seines Teams. Ein Alleinstellungsmerkmal der Klinik ist der Panoramablick auf die Ostsee, der beispielsweise das Strampeln auf dem Ergometer erleichtert. Die Wege in dem großen Gebäudekomplex schulen das Gehvermögen und den Orientierungssinn der Patienten. Für weniger mobile Patienten gibt es eine gesonderte Station, auf der die Therapie vor Ort stattfindet.

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Therapieansätze in der neurologischen Rehabilitation

Im Mittelpunkt der neurologischen Rehabilitation stehen die Therapien. Jens Hardt leitet ein Team unterschiedlicher Disziplinen, die sich in ihren Bereichen spezialisieren. Ein wichtiger Aspekt ist die Kontinuität in der Betreuung, da die Patienten in der Regel stets auf dieselben Therapeuten treffen. Die Rehaklinik Damp bietet zudem eine angegliederte Schule für Physiotherapie, deren Auszubildende die Klinikteams unterstützen.

Tiergestützte Therapie

Eine Besonderheit ist die tiergestützte Therapie. Logopädin Christina Clausen setzt ihren Therapiehund Milo ein, um die Sprechfähigkeiten der Patienten zu verbessern. Milo reagiert nur auf deutlich ausgesprochene Kommandos, was die Patienten motiviert, sich klarer auszudrücken. Ein weiterer Therapiehund kommt in der Ergotherapie zum Einsatz.

Sehtraining

Ein weiteres Angebot ist das Sehtraining für Schlaganfall-Patienten.

Organisatorische Aspekte und Patientenerfahrungen

Die Organisation einer Rehabilitationsbehandlung schließt sich in der Regel an die Akutbehandlung an und wird oft noch während dieser organisiert. Jeder Patient erhält in der Frührehabilitation mehrmals täglich Behandlungen durch Therapeuten verschiedener Fachrichtungen. Das Therapieprogramm ist individuell auf den Zustand des Patienten angepasst. Ziel ist zunächst die Stabilisierung des Patienten, gefolgt von Mobilisierung, Herstellung von Kommunikationsmöglichkeiten und Förderung der Mitarbeit bei Alltagsverrichtungen.

Technologien im Einsatz

Moderne Technologien spielen in den Rehakliniken eine immer größere Rolle. So nutzt die Asklepios Klinik Wiesbaden beispielsweise das Buchungswidget der samedi GmbH für die technische Durchführung von Expertenmeinungen. Die Rehaklinik Damp setzt am Standort Westerland / Sylt den Agfa IMPAX / web.Access Viewer ein, um Patienten die webbasierte Betrachtung ihrer radiologischen Bilder zu ermöglichen.

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