Spekulationen um Wladimir Putins Gesundheit: Ein Überblick

Seit Jahren gibt es immer wieder Spekulationen um den Gesundheitszustand des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Diese reichen von Gerüchten über Krebs und Parkinson bis hin zu Mutmaßungen über den Einsatz von Doppelgängern. Der Kreml dementiert diese Gerüchte stets und betont Putins gute körperliche Verfassung. Doch die Spekulationen halten sich hartnäckig, insbesondere angesichts auffälliger Beobachtungen bei öffentlichen Auftritten des Präsidenten.

Putins Inszenierung als starker Mann

Der Kreml hat in der Vergangenheit immer wieder Putins gute physische Verfassung betont und inszeniert. So ließ sich der russische Präsident etwa mit freiem Oberkörper in der Wildnis ablichten, oder beim Tauchgang nach antiken Amphoren im Meer. Am Steuerknüppel eines Kampfjets wurde Putin ebenfalls schon fotografiert. Diese Bilder sollten den Eindruck eines vitalen und handlungsfähigen Staatschefs vermitteln, insbesondere im Kontrast zu seinem kränklichen Vorgänger Boris Jelzin.

Anzeichen für gesundheitliche Probleme?

Entgegen dem Narrativ des starken Mannes gibt es jedoch auch Beobachtungen, die Anlass zu Spekulationen über Putins Gesundheit geben.

Geschwollene Hände und auffällige Venen

Ein aktuelles Beispiel sind Aufnahmen von einem Treffen Putins mit der Gesundheitsaktivistin Jekaterina Leschtschinskaja im November 2025 in Samara. Auf diesen Aufnahmen wirkten Putins Hände geschwollen, und die Adern traten deutlich hervor. Einige Beobachter deuteten dies als Anzeichen für gesundheitliche Probleme. Nutzer sozialer Medien fragten sich, was mit den Händen des russischen Diktators los ist - sie scheinen extrem schmerzhaft.

Unruhiger Stand und zittrige Beine

Auch beim Alaska-Gipfel mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump im Jahr 2025 fielen Beobachtern auffällige Bewegungen Putins auf. Er wackelte auffällig mit seinen Beinen. Einige User:innen nahmen das zum Anlass, um daraus Rückschlüsse auf seinen Gesundheitszustand zu ziehen. Boulevardmedien schrieben gar von "zittrigen Beinen".

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Allerdings wies der Körpersprachen-Experte Stefan Verra diese Interpretationen als haltlos zurück. Er betonte, dass Putin seit Jahrzehnten einen bewegten, unruhigen Stand habe und dass es sich bei den Beobachtungen beim Alaska-Gipfel um keine Überraschung handle. Verra nannte die Interpretationen von Putins Körpersprache als Anzeichen einer Krankheit unseriös. Diagnosen, die anhand von wenigen Sekunden langen Videobildern und über Tausende Kilometer hinweg gemacht werden, sind unseriös!

Weitere Auffälligkeiten

Bereits im Jahr 2024 zuckte Putins Bein bei einem Auftritt in Kasachstan unkontrolliert. Der renommierte US-Neurologe Dr. Bob Berookhim schloss sogar eine Parkinson-Erkrankung nicht aus. Auch Putins Gesicht wirft Fragen auf. Mal wirkt es dünn, dann wieder stark aufgedunsen. Experten vermuteten Steroidbehandlungen - oder schwere Krankheiten.

Putins Reaktion auf die Spekulationen

Putin selbst hat auf die Spekulationen um seine Gesundheit reagiert. Er sagte nach Angaben mehrerer russischer Medien, er habe kürzlich sein jährliches medizinisches Untersuchungsprogramm absolviert. Dieses habe „fast zwei Tage mit Übernachtung in einer Klinik“ gedauert. „Gott sei Dank, alles ist gut“, zitierte ihn die Zeitung Fontanka. Er sei am Nachmittag in die Klinik gekommen, habe dort die Nacht verbracht und sei am folgenden Tag entlassen worden.

Gerüchte über Schilddrüsenkrebs und Organtransplantationen

Ein Investigativbericht aus Russland zeigte 2022, dass ein auf Schilddrüsenkrebs spezialisierter Onkologe Putin über Monate in Sotschi betreut haben soll. Der Kreml dementierte das. Anfang September 2025 kam durch eine Mikrofon-Panne ein vermeintlich privates Gespräch zwischen Putin und China-Anführer Xi Jinping an die Öffentlichkeit. Themen: Gesundheit, Organtransplantationen, ewiges Leben: „Menschen können immer jünger leben - und womöglich sogar Unsterblichkeit erreichen“, sagte Putin damals.

Die politische Dimension der Gesundheitsdebatte

Fachleute verweisen darauf, dass Diskussionen über Putins Gesundheit oft politisch aufgeladen sind. Der Politikwissenschaftler Marcel Dirsus erklärte, dass ein Sturz Putins am ehesten aus dem inneren Zirkel kommen könnte. Dafür müsse es nicht einmal ein Volksaufstand sein - schon die Wahrnehmung, Putin könne seine Rolle nicht mehr erfüllen, könnte gefährlich werden. Das wahrscheinlichste Szenario ist nicht der große Volksaufstand, sondern ein Bruch im inneren Zirkel. Dafür könnte schon reichen, dass Putin eine ernsthafte Herzkrankheit bekommt und das öffentlich würde.

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Der Fall Ramsan Kadyrow

Auch um den tschetschenischen Machthaber Ramsan Kadyrow gibt es immer wieder Spekulationen um seinen Gesundheitszustand. Medienberichten zufolge soll der 49-Jährige an einer unheilbaren Pankreasnekrose erkrankt sein und regelmäßige Behandlungen in Putins Kreml-Klinik in Moskau benötigen. Kadyrow selbst hat Berichte über derartige Diagnosen oder seinen schlechten Gesundheitszustand bislang stets zurückgewiesen.

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