Einleitung:Ein gutes Kopfkissen ist mehr als nur eine bequeme Unterlage für den Kopf. Es kann den Schlaf verbessern, Nackenschmerzen lindern und sogar Schnarchen reduzieren. Angesichts der Vielfalt an Kissen auf dem Markt ist es jedoch nicht immer einfach, das richtige Modell zu finden. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Kissenarten, Materialien und Testberichte, um Ihnen bei der Auswahl des optimalen Kissens für Ihre Bedürfnisse zu helfen.
Die Bedeutung des richtigen Kopfkissens
Der Mensch verbringt etwa ein Drittel seines Lebens schlafend, und der Kopf liegt nirgendwo so lange wie auf dem Kopfkissen. Ein gutes Kopfkissen unterstützt Kopf und Nacken, entlastet die Wirbelsäule und trägt dazu bei, die normale physiologische Krümmung der Wirbelsäule aufrechtzuerhalten. Dadurch kann sich der Körper im Schlaf optimal erholen.
Kriterien für die Auswahl des richtigen Kissens
Bei der Wahl des richtigen Kopfkissens spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
- Schlafposition: Bevorzugen Sie die Seiten-, Rücken- oder Bauchlage?
- Beschwerden: Leiden Sie unter Nackenverspannungen, Kopfschmerzen oder anderen Beschwerden?
- Matratzenhärte: Wie tief sinken Sie in Ihre Matratze ein?
- Persönliche Vorlieben: Welches Material und welche Form fühlen sich für Sie am angenehmsten an?
Kopfkissen für verschiedene Schlafpositionen
Die meisten Menschen haben eine bevorzugte Schlafposition. Für jede Lage gibt es spezielle Kissen, die Kopf und Nacken ausreichend stützen und die Wirbelsäule in eine relativ gerade Position bringen.
Kopfkissen für Seitenschläfer
Für Seitenschläfer empfiehlt sich ein festes Kissen, das dick genug ist, um den Abstand zwischen Kopf und Schulter auszufüllen. Die Höhe des Kissens muss individuell ausgewählt werden, um sicherzustellen, dass die Wirbelsäule vom Hals bis zum Becken eine gerade Linie bildet. Ein zu dünnes oder zu dickes Kissen kann zu Nackenschmerzen führen.
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Kopfkissen für Rückenschläfer
Rückenschläfern hilft ein mittelhohes, weicheres Kissen dabei, den Nacken auf einer Ebene mit der Wirbelsäule zu halten. Ein zu dickes Kissen kann den Nacken zu stark nach vorne beugen. Allerdings kann eine erhöhte Position gezielt gegen Beschwerden wie Sodbrennen oder benignem paroxysmalem Lagerungsschwindel (BPLS) eingesetzt werden.
Kopfkissen für Bauchschläfer
Bauchschläfer sollten idealerweise auf ein Kissen verzichten oder nur eine sehr dünne Kopfunterlage verwenden. In Bauchlage wird der Kopf auf eine Seite gedreht, was zu einer Überstreckung der Nackenmuskulatur und Verspannungen führen kann.
Kopfkissen bei Nackenverspannungen
Bei Nackenschmerzen sollte das Kissen nicht zu hart sein und eher kühlend als wärmend wirken. Nackenstützkissen können helfen, Fehlstellungen im Liegen zu korrigieren und Nacken-, Kopf- oder Rückenschmerzen zu vermeiden. Bei länger anhaltenden Nackenverspannungen oder Schmerzen sollte jedoch immer ein Facharzt konsultiert werden.
Füllmaterialien für Kopfkissen
Für Kopfkissen gibt es viele unterschiedliche Füllungen, die sich im Liegegefühl, der Luftzirkulation und der Temperaturregulierung unterscheiden:
- Federn und Daunen: Speichern viel Wärme und erhitzen sich daher am meisten.
- Füllwatte oder Schaumstoff: Bieten eine gute Stützkraft und sind relativ preiswert.
- Gelschaum, Latex und Viscoschaum: Passen sich der Körperform an und bieten eine gute Druckentlastung.
- Schaumstoff mit Luftkammern: Erwärmt sich am wenigsten, da er über die beste Luftzirkulation verfügt.
Die Wahl des richtigen Füllmaterials hängt von den persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen ab. Studien haben gezeigt, dass eine kühlere Kopfumgebung die Schlafqualität verbessern kann.
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Tipps für den Kissenkauf
- Informationen bereithalten: Notieren Sie die Maße Ihrer Matratze und deren Härtegrad.
- Probeliegen: Nehmen Sie sich Zeit für die Beratung in einem Fachgeschäft und probieren Sie das Kissen aus.
- Zusätzliches Kissen ausprobieren: Seitenschläfer können ein dünnes Kissen zwischen die Knie legen, um Rückenschmerzen zu lindern.
- Regelmäßiger Kissenwechsel: Spätestens alle fünf Jahre sollten Sie aus hygienischen Gründen ein neues Kopfkissen kaufen.
- Besondere Anforderungen beachten: Achten Sie auf Zertifizierungen für Allergiker, natürliche Materialien, Atmungsaktivität oder Waschbarkeit.
Nackenstützkissen im Test
Nackenstützkissen sind darauf ausgelegt, den Nacken gezielt zu stabilisieren und Nacken- sowie Rückenschmerzen vorzubeugen. Sie haben eine spezielle Form, die den Raum zwischen Kopf und Matratze optimal ausfüllt und die Halswirbelsäule bestmöglich unterstützt.
Testkriterien
Bei Nackenstützkissen-Tests werden verschiedene Kriterien berücksichtigt:
- Abstützeigenschaften: Wie gut stützt das Kissen den Nacken in verschiedenen Schlafpositionen?
- Liegekomfort: Wie bequem ist das Kissen über längere Zeit?
- Handhabung: Lässt sich das Kissen leicht anpassen und reinigen?
- Material: Ist das Material hochwertig und atmungsaktiv?
- Hygiene: Ist der Bezug waschbar und für Allergiker geeignet?
- Preis-Leistungs-Verhältnis: Steht der Preis in einem angemessenen Verhältnis zur Leistung des Kissens?
Beliebte Nackenstützkissen im Überblick
- Cloudpillo: Zeichnet sich durch seine einzigartige Form aus und ermöglicht individuelle Einstellungen der Härte und Dicke. Es ist besonders für Seitenschläfer geeignet und bietet eine kühlende Seite für den Sommer und eine wärmende Seite für den Winter.
- Lamb Memory Foam Kissen: Ein preiswertes Kissen mit individuellen Einstellungsmöglichkeiten der Kissenhöhe. Es ist jedoch eher für härtere Schlafunterlagen geeignet und weniger für Bauchschläfer.
- Cloudpillo Plus: Mit seiner gebogenen Form ist es ideal für Seitenschläfer und bietet eine gute Unterstützung für Nacken und Schulter. Es kann auch aufrecht auf der Matratze platziert werden, um den Oberkörper sanft zu unterstützen, was bei Sodbrennen hilfreich sein kann.
- Blumtal Memory Foam Nackenkissen: Ein Wellenkissen mit höhenverstellbarem Memory Foam. Der Bezug besteht aus Polyester und Bambus-Viskose und ist waschbar.
- Donama Memory Schaumkissen: Ein Schmetterlingskissen, das für verschiedene Schlafpositionen geeignet sein soll. Der Liegekomfort ist jedoch nicht optimal, und es gibt wenig Platz zum Bewegen.
- Paradies ReVita Ergonomic Nackenstützkissen: Enttäuscht mit einem starken chemischen Geruch, der selbst nach dem Auslüften anhält.
- Theraline Schlaf- und Nackenstützkissen: Hat eine ungleichmäßige Füllung aus Mikroperlen, die die versprochene Höhe nicht beibehält.
- „Die Welle“ von Grüne Erde: Setzt als einziges Nackenstützkissen im Test auf 100 Prozent Naturlatex für den Memory Foam und 100 Prozent Baumwolle für die Bezüge.
Stiftung Warentest: Nackenkissen im Test
Die Stiftung Warentest hat in der Vergangenheit mehrere Nackenkissen-Tests durchgeführt und dabei verschiedene Modelle auf ihre Abstützeigenschaften, ihr Schlafklima und ihre Haltbarkeit geprüft. Einige der getesteten Kissen wurden mit dem Qualitätsurteil „Gut“ bewertet, darunter das Paradies Revita Ergonomic.
Testsieger
- Paradies Revita Ergonomic: Überzeugte durch seine gute Anpassbarkeit und optimale Stützfunktion. Es ist für verschiedene Schultertypen und Matratzenhärten geeignet und wird mit Anpassungs- und Liegehinweisen geliefert.
- Blackroll Recovery Pillow: Ein kompakter Reisebegleiter, der sich vielseitig anpassen lässt und sogar für Bauchschläfer geeignet ist.
- Tempur Shape: Ein teures, aber hochwertiges Kissen, das den Nacken in Rücken- und Seitenlage besonders gut unterstützt.
- Centa-Star NeckProtect Air: Ein weiches und gut stützendes Kissen, das sich ideal für Reisen eignet.
- Allnatura Sana-Vario 2: Ein Nackenkissen aus Naturkautschuk, das sich weich und zugleich stützend anfühlt.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Körperbau und Schlafposition: Wählen Sie ein Kissen, das zu Ihrem Körperbau und Ihrer bevorzugten Schlafposition passt.
- Matratzenhärte: Berücksichtigen Sie die Härte Ihrer Matratze bei der Wahl der Kissenhöhe.
- Anpassbarkeit: Achten Sie darauf, dass sich das Kissen an unterschiedliche Matratzen anpassen lässt, idealerweise durch entnehmbare Schichten.
- Material: Wählen Sie ein Material, das atmungsaktiv ist und Ihren Bedürfnissen entspricht (z. B. Memory-Schaum, Latex, Naturmaterialien).
- Anleitung: Achten Sie darauf, dass der Hersteller Hinweise zur richtigen Positionierung des Kissens gibt.
- Probeliegen: Testen Sie das Kissen vor dem Kauf, um sicherzustellen, dass es bequem ist und Ihren Nacken optimal stützt.
Kissen gegen Kopfschmerzen
Kopfschmerzen können viele Ursachen haben, und ein falsches Kissen kann eine davon sein. Ein Kissen gegen Kopfschmerzen sollte die Halswirbelsäule während des Schlafs in einer natürlich geraden Position stützen und Muskelverspannungen reduzieren.
Eigenschaften eines guten Kopfschmerzkissens
- Ergonomische Form: Eine längliche Form mit Wölbungen oben und unten und einer Mulde in der Mitte kann den Kopf optimal stützen.
- Anpassungsfähigkeit: Ein Kissen mit herausnehmbarem Füllmaterial ermöglicht eine individuelle Anpassung an den Körperbau und die Schlafposition.
- Hochwertige Füllung: Viscoschaum ist bekannt für seine hohe Anpassungsfähigkeit und bietet eine perfekte Stütze im Kopf- und Nackenbereich.
- Atmungsaktive Materialien: Fördern die Luftzirkulation und verhindern Überhitzung.
- Geeignete Schlafposition: Personen, die unter Kopfschmerzen leiden, sollten in Rückenlage schlafen, um Kopf, Nacken und Wirbelsäule zu entlasten.
Empfehlungen
- mySheepi Kissen: Ein individuell anpassbares Kissen, das sich durch seine vielseitigen Möglichkeiten auszeichnet und bei regelmäßigen Kopfschmerzen am Morgen helfen kann.
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