Klinikum Darmstadt Neurologie: Eine umfassende Bewertung

Das Klinikum Darmstadt ist ein kommunales Krankenhaus, das laut Focus-Klinikliste 2023 zu den Top-Krankenhäusern Deutschlands zählt und erneut als Top Nationales und Top Regionales Krankenhaus von Focus Gesundheit empfohlen wird (Heft 7/2023). Die Klinik für Neurologie und Neurointensivmedizin unter der Leitung von Prof. Dr. Rainer Kollmar wird dabei besonders für die Schlaganfallbehandlung hervorgehoben. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der neurologischen Klinik des Klinikums Darmstadt, basierend auf öffentlich zugänglichen Informationen und Erfahrungsberichten.

Umfassende neurologische Versorgung

Die neurologische Klinik des Klinikums Darmstadt bietet eine Rundum-Versorgung für Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Diese Versorgung umfasst eine große Normalstation, eine überregional zertifizierte Stroke-Unit, eine neurologisch geleitete Intensivstation und eine Ermächtigungsambulanz. Als Neurozentrum legt die Klinik einen besonderen Schwerpunkt auf vaskuläre Erkrankungen. In Zusammenarbeit mit den Kolleginnen des Instituts für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin wird rund um die Uhr die Möglichkeit zur Thrombektomie angeboten. Für Patientinnen mit Subarachnoidalblutung besteht die Möglichkeit zur operativen oder interventionellen Versorgung. Darüber hinaus bietet die Klinik für Patient*innen mit Epilepsie und Bewegungserkrankungen neben der Möglichkeit der ambulanten Behandlung für schwer zu diagnostizierende oder behandelbare Fälle eine Epilepsie- und Parkinsonkomplexbehandlung an.

In der Klinik werden außerdem alle Erkrankungen des zentralen, peripheren und autonomen Nervensystems sowie Muskelerkrankungen und Schlafstörungen diagnostiziert und behandelt. Besondere Schwerpunkte sind:

  • Polyneuropathien: Hier besteht die Möglichkeit, durch Leitungsblockuntersuchung und Nervenbiopsien die Ursachen für Nervenerkrankungen zu finden und diese gegebenenfalls adäquat - etwa immunmodulatorisch - zu behandeln.
  • Neuromuskuläres Zentrum Rhein Main: Im Rahmen dieses Zentrums der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke werden Patienten mit neuromuskulären Krankheiten untersucht und behandelt.
  • Epilepsiezentrum: Die Neurologische Klinik ist ein Zentrum zur Diagnostik und Behandlung epilepsiekranker Patient*innen. Es finden sowohl Akutbehandlungen bei schweren Anfällen, bei Anfallsserien oder im Status epilepticus statt als auch medikamentöse Ein- und Umstellungen zur Verbesserung der Anfallskontrolle. Ein weiterer Schwerpunkt ist die differenzialdiagnostische Einordnung und Fokuslokalisation des Anfallsgeschehens. Dafür stehen diagnostische Möglichkeiten, u.a. Langzeit-EEG und Video-EEG-Monitoring, zur Verfügung. Zur ambulanten Therapieüberwachung und -kontrolle können Patienten in der anerkannten Epilepsieambulanz vorgestellt werden.
  • Morbus Parkinson: Für die Wahl der richtigen Behandlung ist die eindeutige Diagnosestellung eines Morbus Parkinson in Abgrenzung gegenüber anderen Parkinsonsyndromen ganz entscheidend. Dabei kommen verschiedene diagnostische Verfahren zum Einsatz.
  • Schlaflabor: Hier werden alle relevanten Schlafstörungen (z.B. Restless-Legs-Syndrom) untersucht. Hierzu gehören das Schlafapnoesyndrom, die Narkolepsie und andere Krankheiten.
  • Demenzen: Demenzen sind Erkrankungen, die das Gedächtnis wie auch komplexere Handlungsweisen beeinträchtigen.
  • Neurogene Dysphagie: In der Klinik werden diese Schluckstörungen routinemäßig diagnostiziert und behandelt. Die Diagnostik erfolgt durch die fiberendoskopische Untersuchung des Schluckaktes (FEES). Die patientenadaptierte Therapie erfolgt durch ein neurologisches Dysphagie-Team, bestehend aus Neurologen und Logopäden.

Diagnostische Verfahren und Behandlungsspektrum

Die Klinik für Neurologie ist darüber hinaus ein Ausbildungszentrum der DGN und DGD bzgl. Neurophysiologie. In der klinischen Neurophysiologie wird mittels elektrischer Stimulation und Ableitung die Funktionalität des Nervensystems und der Muskulatur beurteilt. Sie wird bei Hirnerkrankungen (akustisch evozierte Potentiale - AEP, visuell evozierte Potentiale - VEP), bei Funktionsprüfungen spinaler Bahnen (motorisch evozierte Potentiale - MEP, somatosensibel evozierte Potentiale - SEP) und bei der Abklärung von Krankheiten des peripheren Nervensystems (Elektroneurographie - ENG) als auch der Muskulatur (Elektromyographie - EMG) eingesetzt. Bei der Einschätzung und Kontrolle bestimmter neurologischer Erkrankungen wie zum Beispiel die Multiple Sklerose, die Myasthenie, das Guillain-Barré-Syndrom, aber auch Muskelerkrankungen oder Druckläsionen peripherer Nerven, ist die neurophysiologische Diagnostik unverzichtbar. Damit ist eine Auskunft über Schädigungen von zentralen Nervenbahnen, peripherer Nerven als auch Muskeln möglich.

In der Klinik werden die neurophysiologischen Untersuchungen im ambulanten und stationären Bereich routinemäßig eingesetzt.

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Das Ärzteteam der Klinik umfasst:

  • Prof. Dr. med. Rainer Kollmar: Klinikdirektor, Facharzt für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Neurologische Intensivmedizin und volle Weiterbildungsberechtigung für das Fach Neurologie.
  • Dr. med. Maria Weis: Leitende Oberärztin, Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Klinische Geriatrie, verkehrsmedizinische Qualifikation, Ausbildungsberechtigung für EEG.
  • Dr. med. univ. Ilia Aroyo, MHBA: Oberarzt, Facharzt für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin und Notfallmedizin, Ausbildungsberechtigung für EEG, Evozierte Potenziale, FEES, EMG, DEGUM-Ausbilder für Ultraschalldiagnostik.
  • Sait Seymen Babacan: Oberarzt, Facharzt für Neurologie, Ausbildungsberechtigung für EMG und Zertifikat für Qualifizierte Botulinumtoxintherapie.
  • Dr. med. Julia Biesel: Oberärztin, Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin und Notfallmedizin.
  • Ajaz Ahmad Ganai: Oberarzt, Facharzt für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin.
  • Dr. med. Lisa Mäder: Oberärztin, Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin und Notfallmedizin.
  • Dr. med. Ingo Schirotzek: Oberarzt, Facharzt für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Neurologische Intensivmedizin und Palliativmedizin.
  • Rilinda Tahiri: Funktionsoberärztin, Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin.
  • Lilli Dremel: Fachärztin für Neurologie.
  • Amelie Halstenberg: Fachärztin für Neurologie.
  • Anisa Myftiu: Fachärztin für Neurologie.

Das Team wird durch zahlreiche Assistenzärzte und engagiertes Pflegepersonal ergänzt.

Spezialambulanzen

Die neurologische Klinik bietet verschiedene Spezialambulanzen an:

  • Chefarztambulanz: Terminvergabe über das Sekretariat des Klinikdirektors (Prof. Dr. med. Rainer Kollmar, Dr. med. Maria Weis).
  • Epilepsie: Dr. med. Maria Weis
  • Zerebrovaskuläre Sprechstunde: Prof. Dr. med. Rainer Kollmar
  • Botulinumtoxintherapie: Prof. Dr. med. Rainer Kollmar, Sait Seymen Babacan
  • Neuromuskuläre Erkrankungen: Sait Seymen Babacan
  • Neuromuskuläre Erkrankungen, Multiple Sklerose: Lilli Dremel
  • Parkinson, Bewegungskrankheiten: Prof. Dr. med.

Positive Aspekte aus Patientenperspektive

Viele Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit der neurologischen Klinik des Klinikums Darmstadt. Hervorgehoben werden insbesondere:

  • Hohe Fachkompetenz der Ärzte: Patienten loben die Kompetenz und das Engagement der Ärzte, insbesondere von Prof. Dr. Kollmar.
  • Freundliches und hilfsbereites Personal: Viele Patienten empfinden das Pflegepersonal und die Ärzte als freundlich, hilfsbereit und zugewandt.
  • Effektive Diagnostik und Behandlung: Die Untersuchungen laufen effektiv und transparent ab, es gibt kaum Wartezeiten, der Umgang ist sehr freundlich und zugewandt. Auch das Verfahren zur Reha Anmeldung durch den Sozialdienst der Klinik war blitzschnell.
  • Gute Versorgung auf der Stroke Unit: Patienten fühlen sich auf der Stroke Unit gut versorgt und aufgeklärt.
  • Engagierte Betreuung in der Notaufnahme: In der Notfallambulanz herrscht eine ruhige, professionelle Atmosphäre, in der sich die Patienten gut aufgehoben fühlen.
  • Gute Verpflegung: Das Essen, vor allem das Mittagessen, wird als sehr lecker und appetitlich angerichtet beschrieben.
  • Moderne Ausstattung: Die Ausstattung der Station und Zimmer wird als auf dem neuesten Stand beschrieben.

Kritikpunkte und Verbesserungspotenzial

Trotz vieler positiver Rückmeldungen gibt es auch Kritikpunkte, die Verbesserungspotenzial aufzeigen:

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  • Personalmangel und Überlastung: Einige Patienten berichten von Personalmangel, der zu schlechter Pflege und mangelnder Sauberkeit führen kann.
  • Unfreundlichkeit und Respektlosigkeit: Einige Patienten empfinden das Verhalten mancher Schwestern als unfreundlich und respektlos.
  • Mangelnde Hygiene: Mehrere Berichte weisen auf mangelnde Hygiene hin, z.B. ungereinigte Zimmer und fehlende Desinfektion.
  • Kommunikationsprobleme: Es gibt Berichte über Schwierigkeiten bei der Kommunikation mit Ärzten und dem Erhalt von Informationen über den Zustand der Patienten.
  • Lange Wartezeiten in der Notaufnahme: Einige Patienten berichten von langen Wartezeiten in der Notaufnahme, ohne dass adäquate Maßnahmen ergriffen werden.
  • Mangelnde Kontrolle der Medikamenteneinnahme: Es wird bemängelt, dass die Medikamenteneinnahme der Patienten nicht ausreichend kontrolliert wird.
  • Zustand der Räumlichkeiten: Einige Patienten bemängeln den Zustand der Räumlichkeiten, der als abbruchreif beschrieben wird.
  • Unerklärliche Vorgehensweisen: Es gibt Berichte über unerklärliche Vorgehensweisen und fehlende Aufklärung über Behandlungen.
  • Mangelnde Empathie: Einige Patienten hatten das Gefühl, dass sie nicht ernst genommen werden und dass es an Empathie mangelt.

Beschwerdemanagement und Patientenbeteiligung

Das Klinikum Darmstadt legt Wert auf die Meinung seiner Patientinnen und Patienten. Um den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten und Verbesserungspotenziale zu erkennen, stehen verschiedene Anlaufstellen zur Verfügung:

  • Hausdame: Sie hilft bei alltäglichen Problemen und kommt auf Wunsch auf die Station.
  • Patientenfürsprecherinnen: Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen nehmen Wünsche, Anregungen und Beschwerden entgegen und vermitteln zwischen Patienten und Klinik.
  • Lob- und Beschwerdebüro: Hier werden alle Rückmeldungen gesammelt, ausgewertet und bearbeitet. Beschwerdeführer*innen erhalten auf Wunsch eine fundierte Rückmeldung zu ihren Anliegen.

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