Klinikum Darmstadt: Informationen zur Neurologischen Notaufnahme

Das Klinikum Darmstadt spielt eine zentrale Rolle in der Notfallversorgung Südhessens. Als einziges Klinikum der höchsten Versorgungsstufe im Versorgungsgebiet 6 (Darmstadt/Südhessen) und Level-1-Zentrum für die Behandlung von COVID-19-Patienten während der Pandemie, hat die Zentrale Notaufnahme (ZNA) eine herausragende Bedeutung. Dieser Artikel beleuchtet die Struktur, die Zuständigkeiten und die besonderen Angebote der neurologischen Notfallversorgung im Klinikum Darmstadt.

Integration und Bedeutung der Zentralen Notaufnahme

Die Zentrale Notaufnahme des Klinikums Darmstadt ist sowohl räumlich als auch organisatorisch eng mit einer bettenführenden Station verbunden. Dies ermöglicht eine effiziente und patientenorientierte Versorgung von Notfallpatienten. Die ZNA verfügt über die volle Weiterbildungsermächtigung für die ärztliche Zusatzweiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin sowie die Notfallpflege. Die Ernennung zur Fachklinik unterstreicht den hohen Stellenwert der Aus- und Weiterbildung und wird dem Versorgungsauftrag gerecht.

Das Klinikum Darmstadt erfüllt die höchste Stufe der Notfallversorgung und ist überregionales Traumazentrum. Es ist zum Schwerstverletzungsartenverfahren der gesetzlichen Unfallversicherung zugelassen und verfügt über zertifizierte Einheiten für die akute Behandlung von Brustschmerz und Schlaganfällen. Die Umbenennung und Umstrukturierung der Notfallversorgung soll deren Bedeutung innerhalb des Hauses weiter hervorheben.

Umfassende Notfallversorgung und Struktur

Das Klinikum Darmstadt bietet eine umfassende Notfallversorgung und ist damit in der höchsten Stufe angesiedelt. Die Notfallversorgung ist ein wichtiger Bestandteil des Klinikums, an 365 Tagen im Jahr und 24 Stunden täglich. Jährlich werden über 45.000 Notfallpatient*innen in der ZNA behandelt. Dafür stehen zwei Schockräume und zahlreiche Untersuchungs- und Behandlungseinheiten zur individuellen Akutbehandlung mit zentralen Überwachungseinheiten zur Verfügung. Es gibt auch Eingriffsräume für kleinere operative Eingriffe und einen Gipsraum. In der ZNA arbeiten alle Fachabteilungen interdisziplinär zusammen.

Seit April 2019 können schwer verletzte und erkrankte Patient*innen noch schneller und sicherer über den neu in Betrieb genommenen Hubschrauberdachlandeplatz in das Klinikum Darmstadt verbracht werden. Der Hubschrauberdachlandeplatz hat eine direkte Anbindung an die ZNA.

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Behandlungsschwerpunkte der Neurologischen Klinik

Die neurologische Klinik des Klinikums Darmstadt bietet eine umfassende Versorgung für Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Die Klinik verfügt über eine große Normalstation, eine überregional zertifizierte Stroke-Unit und eine neurologisch geleitete Intensivstation. Zudem gibt es eine Ermächtigungsambulanz.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf vaskulären Erkrankungen. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin wird rund um die Uhr die Möglichkeit zur Thrombektomie angeboten. Für Patientinnen mit Subarachnoidalblutung besteht die Möglichkeit zur operativen oder interventionellen Versorgung. Patientinnen mit Epilepsie und Bewegungserkrankungen können neben der ambulanten Behandlung eine spezielle Epilepsie- und Parkinsonkomplexbehandlung erhalten.

In der Klinik werden außerdem alle Erkrankungen des zentralen, peripheren und autonomen Nervensystems sowie Muskelerkrankungen und Schlafstörungen diagnostiziert und behandelt.

Kurzliegerstation

Auf der Station der Klinik für Allgemein- und Akutmedizin werden sogenannte „Kurzlieger“ betreut. Dies ist besonders sinnvoll für ältere Menschen, die aufgrund ihres Alters oder ihrer Vorerkrankungen nicht ambulant behandelt werden können. Auf dieser Station können Krankheitsverläufe beobachtet und am Folgetag entschieden werden, ob ein stationärer Aufenthalt notwendig ist und in welcher Abteilung die weitere Behandlung erfolgen soll. Dies hilft, Fehlbelegungen zu vermeiden und Zeit zu sparen.

Ablauf in der Zentralen Notaufnahme

Die Reihenfolge der Behandlung in der ZNA erfolgt nach medizinischer Dringlichkeit und unabhängig vom Versicherungsstatus. Bei der Anmeldung erfolgt eine Ersteinschätzung der Behandlungsdringlichkeit durch das Pflegepersonal oder die diensthabenden Ärztinnen. Patientinnen mit Lebensgefahr werden sofort identifiziert und behandelt. Ein möglicher Herzinfarkt oder Darmverschluss hat eine höhere Dringlichkeit als beispielsweise ein Außenknöchelbruch.

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Neben der medizinischen Dringlichkeit spielt auch die zur Behandlung erforderliche Fachabteilung eine wichtige Rolle. Da im Warteraum Patient*innen aus allen Fachrichtungen warten, kann es zu Verzögerungen kommen, wenn der zuständige Arzt gerade auf Station oder im OP beschäftigt ist.

Herausforderungen und Lösungsansätze

Die Zentralen Notaufnahmen in Deutschland sind zunehmend überlastet. Dies liegt unter anderem daran, dass immer mehr Krankenhäuser sich aus der kostenintensiven Notfallbehandlung zurückziehen und viele Patientinnen die ZNA mit Beschwerden aufsuchen, die eigentlich vom kassenärztlichen Notdienst oder niedergelassenen Ärztinnen behandelt werden könnten. Dies geschieht zum Teil aus Unkenntnis oder weil Patient*innen keinen Hausarzt haben oder keinen zeitnahen Termin bekommen. Diese Entwicklung muss politisch dringend gelöst werden.

Das Klinikum Darmstadt begegnet diesen Herausforderungen mit einer klaren Strukturierung der Notfallversorgung und einer interdisziplinären Zusammenarbeit der verschiedenen Fachabteilungen.

Bürokratischer Aufwand und Dokumentation

Der bürokratische Aufwand und die Dokumentation in der Medizin nehmen aufgrund gesetzlicher Vorgaben immer mehr zu. Ärzt*innen und Pflegekräfte verbringen inzwischen mehr Zeit am PC als am Patienten. Jeder einzelne diagnostische Schritt und jeder Laborwert muss gegenüber den Kassen zeitaufwendig dokumentiert und begründet werden.

Was sollten Notfallpatient*innen mitbringen?

Im Notfall sollten Patient*innen oder ihre Angehörigen folgende Dokumente und Informationen bereithalten:

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  • Krankenkassen-Versicherungskarte bzw. Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse
  • Einweisung des behandelnden Arztes/Ärztin
  • Personalausweis
  • Vorhandene Arztbriefe
  • Aktuelle Medikamentenliste
  • Allergie-, Herzschrittmacher-, „Marcumar“-Pass, Mutter-Pass
  • Röntgenbilder (Foto oder CD)
  • Impfausweis
  • ggf. Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht

Zuständigkeiten und Spezialambulanzen

Die ärztliche Leitung der Ambulanz liegt bei Prof. Dr. med. Rainer Kollmar und Dr. med. Maria Weis. Die pflegerische Leitung wird von N.N. übernommen.

Es gibt verschiedene Spezialambulanzen für spezifische neurologische Erkrankungen:

  • Epilepsie: Dr. med. Maria Weis
  • Zerebrovaskuläre Sprechstunde: Prof. Dr. med. Rainer Kollmar
  • Botulinumtoxintherapie: Prof. Dr. med. Rainer Kollmar, Sait Seymen Babacan
  • Neuromuskuläre Erkrankungen: Sait Seymen Babacan
  • Neuromuskuläre Erkrankungen, Multiple Sklerose: Lilli Dremel
  • Parkinson, Bewegungskrankheiten: Prof. Dr. med.

Das Team der Neurologischen Klinik

Die Neurologische Klinik des Klinikums Darmstadt verfügt über ein erfahrenes und kompetentes Team von Ärzt*innen und Pflegekräften.

Klinikdirektor: Prof. Dr. med. Rainer Kollmar, Facharzt für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Neurologische Intensivmedizin

Leitende Oberärztin: Dr. med. Maria Weis, Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Klinische Geriatrie

Oberärzte:

  • Dr. med. univ. Ilia Aroyo, MHBA, Facharzt für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin und Notfallmedizin
  • Sait Seymen Babacan, Facharzt für Neurologie
  • Dr. med. Julia Biesel, Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin und Notfallmedizin
  • Ajaz Ahmad Ganai, Facharzt für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin
  • Dr. med. Lisa Mäder, Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin und Notfallmedizin
  • Dr. med. Ingo Schirotzek, Facharzt für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Neurologische Intensivmedizin und Palliativmedizin

Funktionsoberärztin: Rilinda Tahiri, Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin

Fachärzt*innen:

  • Lilli Dremel
  • Amelie Halstenberg
  • Anisa Myftiu

Assistenzärzt*innen:

  • Dr. med. Nikolaos Ananikidis
  • Abdulla Baessa
  • D. med. Luk Bajors
  • Dr. med. Hans-Martin Böttner
  • Dr. med. Marlene Engel
  • Waseem Kassrin
  • Dr. med. Esra Koca
  • Johanna Leimgruber
  • Dr. med. Carmen Löw
  • Ayan Krishna Pal
  • Dr. med. Silvia Rain
  • Majda Saric
  • Anna-Lena Schwarz
  • Merita Sheshi
  • Dr. med. Osamah Thaher
  • Adela Toluli
  • Stephanie Tschulik
  • Dr. med. Alisa Ulmer
  • Iqra Zehrah Zaidi
  • Dr. med. Anne Isabel Zeitz

Stationsleitungen:

  • Bianka Hofmann, Stationsleitung Neurologische Intensivstation 13E01
  • Silvia Storbeck, Stationsleitung Stroke Unit 13E 02

Stellvertretende Stationsleitungen:

  • Christoph Grünewaldt, Stellv. Stationsleitung Neurologische Intensivstation 13E01
  • Uwe Kratz, Stellv. Stationsleitung 13D
  • Anita Schulze, Stellv. Stationsleitung Stroke Unit 13E2
  • Irina Schwartz, Stellv. Start

Kreisklinik Groß-Umstadt: Ergänzende Informationen zur Notaufnahme

Die Kreisklinik Groß-Umstadt bietet ebenfalls eine zentrale Notaufnahme, die an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr für Patientinnen da ist. Spezialistinnen verschiedenster Fachrichtungen und eine umfassende medizintechnische Infrastruktur stehen zur Verfügung.

Aufgrund der hohen Frequentierung der Notaufnahme, insbesondere an Wochenenden und Feiertagen, kann es zu Wartezeiten kommen. Die Dringlichkeit der Behandlung bestimmt die Reihenfolge, nicht die Reihenfolge der Anmeldung. Jeder Patient wird möglichst schnell von einem Arzt begutachtet, um die Schwere der Erkrankung oder Verletzung festzustellen.

Notfälle sind unter anderem:

  • Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Unfälle (z.B. beim Sport, Schnittverletzungen, Gelenkverletzungen, Knochenbrüche)
  • Akute Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems (Atemnot, Druck und/oder Schmerzen in der Brust)
  • Akute Bauchschmerzen
  • Notfälle im Bezug zur Wirbelsäule (sehr starke, einschießende Rückenschmerzen)
  • Blutgefäßerkrankungen (z. B. blaues Bein, weißes Bein)
  • Verlegung intensivtherapiepflichtiger Patienten
  • Akute gynäkologische Erkrankungen, einsetzende Geburt

Die Klinik für Unfallchirurgie ist zur ambulanten und stationären Behandlung von Arbeitsunfällen durch die Berufsgenossenschaften ermächtigt und ist Mitglied im Traumanetzwerk Südhessen.

Akute Erkrankungen und Verletzungen aus dem Bereich Augenheilkunde, HNO und Kinderheilkunde können nicht behandelt werden und werden an entsprechende Abteilungen anderer Krankenhäuser (z. B. Darmstadt) verwiesen.

Für leichtere Beschwerden sowie Krankschreibungen und Rezepte steht der Ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen unter der kostenlosen Rufnummer 116 117 zur Verfügung. Die Bereitschaftspraxis befindet sich direkt neben der Notaufnahme im Eingangsbereich der Kreisklinik Groß-Umstadt.

Die Kreisklinik Groß-Umstadt versteht sich als zentralen Serviceanbieter für Patientinnen, den Rettungsdienst sowie zuweisende Haus- und Fachärztinnen und unterstützt die einzelnen Abteilungen des Klinikums bei der administrativen und medizinischen Aufnahme der Patient*innen.

Sechs Untersuchungs- und Behandlungsräume, ein Isolationsraum sowie ein Schockraum sind zur Erstversorgung der Patientinnen vorhanden. Hinzu kommen ein Gipsraum sowie ein Operationssaal für die Versorgung von kleineren Verletzungen. Die Klinik ist EDV-technisch über die Teleneurologie und -Radiologie an der Uniklinik Heidelberg in die Versorgung von Schlaganfallpatientinnen eingebunden. Der Rettungsdienst kann die zertifizierte ChestPain Unit (Abklärung eines akuten Brustschmerzes) direkt anfahren. CT, MRT und Herzkatheterlabor liegen in unmittelbarer Nähe der Notaufnahme.

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