Neurologie am Klinikum Rosenheim: Umfassende Versorgung und Innovation

Das RoMed Klinikum Rosenheim stellt die medizinische Versorgung der Stadt und des Landkreises Rosenheim sicher. Rund um die Uhr stehen die Mitarbeiter für alle Menschen zur Verfügung. Zum RoMed Verbund gehören das Klinikum Rosenheim, die Kliniken Bad Aibling, Prien am Chiemsee und Wasserburg am Inn sowie das MVZ mit seinem Standort Rosenheim und insgesamt 22 Facharztpraxen. Mit aktuell rund 4.000 Mitarbeitenden zählt RoMed zu den größten Arbeitgebern des Landkreises. Mit insgesamt sechs RoMed-eigenen Berufsfachschulen in Rosenheim und Wasserburg sowie in der Zusammenarbeit mit der TH Rosenheim bietet das Klinikum die Möglichkeit für eine fundierte und ortsnahe Ausbildung. Im Qualitätsmanagement ist RoMed verantwortlich für die Sicherheit der Prozesse und misst die Qualität der Leistungen. Für das Klinikum bedeutet Qualität mehr als nur das Erfüllen gesetzlicher Vorgaben, die Motivation ist in der Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit begründet. Die Krankenhaushygiene verfolgt das Ziel, die Gesundheit des Menschen zu schützen und zu fördern. Hierbei kommt der Erkennung von Infektionen und Infektionsrisiken eine entscheidende Bedeutung zu. Eine der wichtigsten Aufgaben ist es, dem Auftreten von nosokomialen (d.h. im Krankenhaus erworbenen) Infektionen vorzubeugen. Um auch in Zukunft die bestmögliche medizinische Versorgung zu bieten, führt RoMed derzeit an allen Standorten umfangreiche Baumaßnahmen durch. Am größten Standort, dem RoMed Klinikum Rosenheim, investiert das Unternehmen erfolgreich in ressourcenschonende, nachhaltige Maßnahmen. Ob als Berufsstarter, als Familienmensch, als Work-Life-Balancer sowie mit Karriere-Wunsch - bei RoMed ist man richtig.

Schlaganfallversorgung am RoMed Klinikum Rosenheim

Das RoMed Klinikum Rosenheim hat sich als wichtiger Anlaufpunkt für die Schlaganfallversorgung in der Region etabliert. Jährlich werden fast 900 Schlaganfallpatienten auf der zertifizierten Stroke Unit betreut, was sie zur größten Einheit in der Region macht. Im Jahr 2016 erhielt die Stroke Unit bereits zum dritten Mal die Zertifizierung nach den Vorgaben der Deutschen Schlaganfallgesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe. Dieses Zertifikat wird an Stroke Units verliehen, die hohe Standards in ihrer personellen und technischen Ausstattung sowie in der Steuerung der Behandlungsabläufe erfüllen.

Bedeutung der schnellen Behandlung beim Schlaganfall

In Bayern kommt es pro Jahr zu fast 30.000 Schlaganfällen. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und die häufigste Ursache für eine lebenslange körperliche Behinderung bei älteren Menschen. Bei der Behandlung des Schlaganfalls zählt jede Minute. Der gesamte Prozess der Frühbehandlung von Patienten mit akutem Schlaganfall ist absolut zeitkritisch. Deshalb ist es wichtig, die Zeit bis zur Aufnahme in der Klinik nach Möglichkeit zu verkürzen. Die Zusammenarbeit zwischen den Rettungsdiensten und den Kliniken ist dabei entscheidend. Zur Akutversorgung dieser Patienten wurden gemeinsame Standards beschlossen. Ein wesentlicher Teil bildet der Schlaganfallbogen Rosenheim, in dem niedergelegt ist, welche Informationen vom Rettungsdienst erhoben und sofort an die Kliniken weitergeleitet werden sollen. In dem Schlaganfallbogen sind auch Befunde niedergelegt, die dem Rettungsdienst ermöglichen, am Einsatzort einen Schlaganfall besser zu erkennen. Er kann dann sofort mit der nächstgelegenen Stroke Unit Kontakt aufnehmen und die notwendigen Informationen übermitteln.

Diagnostik und Therapie auf der Stroke Unit

Die Stroke Unit am RoMed Klinikum Rosenheim entspricht einer Intensivstation, auf der ausschließlich Schlaganfallpatienten behandelt werden. Diagnostik und Therapie sind in diesen Einrichtungen hinsichtlich Qualität und schnellster Versorgung optimiert. Möglich ist das nur durch die eng abgestimmte Zusammenarbeit von speziell ausgebildeten Pflegekräften, Ärzten, Therapeuten für Logopädie, Physiotherapie und Ergotherapie sowie Sozialarbeitern. Die Standardtherapie hierfür ist eine Infusionsbehandlung mit Medikamenten, welche das Blutgerinnsel in den Hirnschlagadern auflösen können. Da diese Therapie sehr schnell eingeleitet und Betroffene dafür sorgfältig ausgewählt werden müssen, sind die Anforderungen an Stroke Units sehr hoch.

Telemedizinische Vernetzung im TEMPiS-Netzwerk

Die Neurologische Klinik am RoMed Klinikum Rosenheim ist Mitglied im TEMPiS-Netzwerk, einem Zusammenschluss von 20 regionalen schlaganfallversorgenden Kliniken und zwei Schlaganfallzentren in Südostbayern. Zur Optimierung der Behandlung erarbeiten diese Kliniken gemeinsame Standards für die Diagnostik und Therapie und sind durch Telemedizin vernetzt. Es können Computertomographiebilder und weitere Untersuchungsergebnisse des Patienten in diese Zentren überspielt und die Therapie in einer „Telekonferenz“ festgelegt werden.

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Thrombektomie bei schweren Schlaganfällen

Seit kurzem gibt es bei sehr schweren Schlaganfällen, bei denen ein großes Hirngefäß verschlossen ist, eine neue zusätzliche Therapie. Läßt sich ein Gefäß mit der Infusionsbehandlung nicht eröffnen, kann mit Hilfe eines Kathetersystems das Gerinsel mechanisch entfernt werden. Man spricht hier von einer Thrombektomie. Dabei wird über die Leistenarterie ein Katheter bis in die Hirngefäße vorgeschoben, das Blutgerinnsel mit einem Drahtgeflecht (Stent) gefasst und aus dem Gefäßsystem herausgezogen. Da für diese Therapie hochqualifizierte Spezialisten notwendig sind, die eine große Zahl solcher Kathetereingriffe am Gehirn durchführen, beteiligt sich das RoMed Klinikum Rosenheim im Rahmen des TEMPiS-Netzwerkes an einem innovativen Projekt. Für das Netzwerk wird ein Thrombektomie- Notfalldienst aufgebaut. Wenn eine Thrombektomie bei einem schweren Schlaganfall sinnvoll ist, wird ein hochqualifizierter Neurointerventionalist mit einem eigens dafür vorgehaltenen Hubschrauber in die Klinik eingeflogen und der Eingriff kann sofort durchgeführt werden. Man rechnet damit, dass dieses Verfahren für ca. 5 % der Schlaganfallbetroffenen in Frage kommt.

Rehabilitation nach Schlaganfall

Bereits am ersten Tag nach dem Schlaganfall beginnt überdies eine intensive Krankengymnastik, Ergotherapie und Sprachtherapie. Ziel ist es, die nach einem Schlaganfall verbleibende Behinderung so gering wie möglich zu halten. Voraussetzung für eine wirkungsvolle Therapie ist, dass die Zeichen eines Schlaganfalls, z. B. Lähmungen, Sprachstörungen oder Sehstörungen, sofort erkannt werden und der Patient schnellstmöglich in ein Krankenhaus mit einer Schlaganfalleinheit gebracht wird.

Leistungsspektrum der Neurologischen Klinik

Die Neurologische Klinik am RoMed Klinikum Rosenheim bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Erkrankungen des Nervensystems.

Diagnostik

  • Neurologische Ultraschalldiagnostik: Diese arbeitet im Wesentlichen mit dem Dopplerprinzip und macht den Blutfluss in den Arterien, die das Gehirn versorgen, sichtbar. Mit modernen Ultraschallgeräten lassen sich sowohl die Schlagadern außerhalb als auch innerhalb des Schädels direkt untersuchen. So lassen sich sowohl Gefäßverkalkungen durch Arteriosklerose als auch Gefäßeinengungen durch andere Ursachen sicher erkennen.
  • Elektroenzephalographie (EEG): Hierbei werden die Hirnströme über Elektroden aufgezeichnet, die an der Kopfhaut angebracht werden. Das EEG dient vor allem der Diagnose von Epilepsie und kann auch Herdbefunde anzeigen.
  • Evozierte Potentiale (AEP, VEP, SEP): Diese Messungen dienen der Überprüfung der Funktion von Nervenbahnen.
  • Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT): Diese bildgebenden Verfahren ermöglichen eine detaillierte Darstellung des Gehirns und des Rückenmarks.

Therapie

Die Neurologische Klinik behandelt ein breites Spektrum an neurologischen Erkrankungen, darunter:

  • Anfallserkrankungen (Epilepsie)
  • Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems (Meningitis, Multiple Sklerose)
  • Erkrankungen der peripheren Nerven (Polyneuropathien)
  • Hirntumorerkrankungen
  • Muskelerkrankungen (Polymyositis, erbliche Formen)
  • Degenerative Hirnerkrankungen (z. B. Demenz)
  • Hirngefäßerkrankungen (Schlaganfall)

Spezialisierungen

  • Schlafmedizinische Diagnostik: In Zusammenarbeit mit dem Schlaflabor der Medizinischen Klinik III werden Diagnostik und Therapie schlafmedizinischer neurologischer Erkrankungen (z. B. Narkolepsie) durchgeführt.
  • Neuroonkologie: An der Neurologischen Klinik werden im stationären Rahmen Chemotherapien zur Behandlung maligner Erkrankungen durchgeführt. Seit neuestem besteht für Mitglieder bestimmter Krankenkassen auch die Möglichkeit einer ambulanten Behandlung über eine Institutsermächtigung des Klinikums. Es wurde ein neuroonkologisches Konsil etabliert, in dem Neurologen, Strahlentherapeuten, Neurochirurgen und Onkologen gemeinsam die Therapieplanung für jeden Patienten mit einem Hirntumor festlegen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Neurologische Klinik am RoMed Klinikum Rosenheim arbeitet eng mit anderen Fachabteilungen des Klinikums zusammen, um eine umfassende Versorgung der Patienten zu gewährleisten.

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  • Klinik für Allgemein-, Thorax- und Gefäßchirurgie: Bei der Behandlung von arteriosklerotischen Einengungen der Halsschlagadern erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit dieser Klinik.
  • Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie: In Zusammenarbeit mit dieser Klinik werden Nervenverletzungen und Folgezustände nach Nervendurchtrennung an der oberen und unteren Extremität operativ behandelt.
  • Medizinische Klinik III: Im Bereich der schlafmedizinischen Diagnostik besteht eine enge Kooperation mit dem Schlaflabor dieser Klinik.

Innovation und Forschung

Das RoMed Klinikum Rosenheim legt großen Wert auf Innovation und Forschung, um die Versorgung der Patienten kontinuierlich zu verbessern.

  • AI Hub: Im RoMed-Klinikverbund wurde eine innovative Plattform namens AI Hub geschaffen, die den Zugriff auf verschiedene KI-Modelle ermöglicht. Das Projekt erprobt den Einsatz dieser Technologien in unterschiedlichen Klinikbereichen, um den Arbeitsalltag zu erleichtern und Abläufe zu beschleunigen.
  • Thrombektomie-Notfalldienst: Im Rahmen des TEMPiS-Netzwerkes beteiligt sich das RoMed Klinikum Rosenheim an einem innovativen Projekt zur Etablierung eines Thrombektomie-Notfalldienstes, um Patienten mit schweren Schlaganfällen schnellstmöglich behandeln zu können.
  • Forschungsprojekte: Chefarzt Prof. Dr. Joji Kuramatsu leitete mehrere internationale Forschungsprojekte und erzielte bedeutende Fortschritte in der klinischen Behandlung von neurologischen Erkrankungen, insbesondere in der neurologischen Intensiv- und Schlaganfallmedizin.

Patientenorientierung und Qualität

Das RoMed Klinikum Rosenheim legt großen Wert auf eine patientenorientierte Versorgung und hohe Qualität. Dies spiegelt sich in zahlreichen positiven Rückmeldungen von Patienten wider.

  • Freundlichkeit und Engagement des Personals: Viele Patienten loben die Freundlichkeit, das Engagement und die Professionalität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Neurologischen Klinik.
  • Professionelle Organisation: Die Abläufe auf der Stroke Unit und in der Neurologischen Klinik werden als sehr gut organisiert und durchstrukturiert empfunden.
  • Umfassende Betreuung: Patienten fühlen sich medizinisch und menschlich gut betreut und aufgehoben.

Kritikpunkte und Verbesserungspotential

Trotz der vielen positiven Rückmeldungen gibt es auch Kritikpunkte, die das RoMed Klinikum Rosenheim ernst nimmt und zur Verbesserung der Versorgung nutzt.

  • Wartezeiten: Einige Patienten bemängeln lange Wartezeiten in der Notaufnahme.
  • Ausstattung: Es gibt Verbesserungspotential bei der Ausstattung der Patientenzimmer, z. B. hinsichtlich der Verfügbarkeit von Hygieneartikeln.
  • Kommunikation: In Einzelfällen wird die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten als verbesserungswürdig empfunden.
  • Einzelzimmer: Die Verfügbarkeit von Einzelzimmern für Privatpatienten ist nicht immer gegeben.

Ausblick

Die Neurologische Klinik am RoMed Klinikum Rosenheim wird auch in Zukunft bestrebt sein, die Versorgung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen kontinuierlich zu verbessern. Dies beinhaltet die Weiterentwicklung der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, die Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit, die Stärkung der patientenorientierten Versorgung und die Umsetzung von Innovationen und Forschungsergebnissen.

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