Das Klinikum Traunstein bietet ein breites Spektrum neurochirurgischer Leistungen an. Ein erfahrenes Team von Ärzten und Mitarbeitern, unterstützt durch modernste Technologie, sorgt für eine optimale Patientenversorgung. Die Klinik ist mit 22 Planbetten und sechs Betten auf der Monitoreinheit der Schlaganfallstation ausgestattet, die als überregionale Stroke Unit zertifiziert ist.
Die Stroke Unit und das TEMPiS-Netzwerk
Die Schlaganfalleinheit am Klinikum Traunstein wurde im Mai 2019 als überregionale Stroke Unit zertifiziert. Dies bedeutet, dass hier eine umfassende Überwachung und Kontrolle der Faktoren erfolgt, die Einfluss auf die Ausweitung des Schlaganfalls haben könnten. Die besondere Herausforderung bei der Behandlung von Schlaganfallpatienten liegt im engen Zeitfenster für Diagnostik und Akuttherapie, in dem jede Minute zählt.
Die Behandlung von Schlaganfallpatienten ist jedoch in der Regel mit der Akutbehandlung nicht abgeschlossen. Hier kommt das TEMPiS-Netzwerk ins Spiel, das 2001 als Pilotprojekt zur Verbesserung der Versorgung von Schlaganfallpatienten in der Region Süd-Ost-Bayern gegründet wurde. Die grundlegende Idee war dabei, das Stroke-Unit-Konzept mit einem Netzwerk zu verbinden.
Kernelemente des TEMPiS-Netzwerks sind:
- Der Aufbau von Schlaganfallstationen in allen beteiligten Kliniken.
- Die Einführung eines Telemedizinsystems mit digitaler Bildübertragung und Videokonferenz. Letzteres ermöglicht im Bedarfsfall eine videogestützte Untersuchung von Patienten durch das überregionale Zentrum und eine unmittelbare Diskussion schwieriger Fälle und Therapieentscheidungen.
- Kontinuierliche Fortbildung mit Entwicklung einheitlicher Behandlungsstandards sowie die Qualitätssicherung in der Behandlung.
Nach dem Ende der Pilotphase wurden weitere Kooperationskliniken in das Netzwerk aufgenommen.
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Hightech für höchste Präzision: Neuronavigation der neuesten Generation
Operationen im Kopf, ausgelöst durch Hirntumore oder andere Veränderungen im Gehirn, gehören zu den anspruchsvollsten Eingriffen in der Medizin. Höchste Genauigkeit und langjährige Erfahrung des Chirurgen sind hier gefragt. Um diese Anforderungen zu erfüllen, setzt die Neurochirurgie am Klinikum Traunstein auf Hightech.
Vom Weltmarktführer Brainlab wurde ein High-End-Gerät für die Neuronavigation der neuesten Generation im Einsatz genommen, das die Anlage von 2012 ersetzt. Damit können die Neurochirurgen Gefäße und Hirnregionen noch besser darstellen, weitere Bildgebungsmodalitäten, zum Beispiel eine Angiographie, mit in die Neuronavigation einbeziehen und den schnellsten und schonendsten Weg finden, die Veränderung zu behandeln.
Vorteile der Neuronavigation für den Patienten
Der Chefarzt der Neurochirurgie am Klinikum Traunstein, Dr. med. Jens Rachinger, erklärt die Vorteile des neuen Systems für den Patienten: „Ich verfolge die Entwicklung der Navigation bereits seit ihren allerersten Anfängen und habe zu diesem Thema auch promoviert. Die technischen Fortschritte sind beeindruckend. Mit dem neuen Gerät können zum Beispiel alle vorliegenden Daten und Bilder aus Angiographie, Computer- und Kernspintomographie mit in die Detailplanung einfließen, um ein Höchstmaß an Präzision für Lage und Lokalisierung der Veränderung zu bekommen. Durch den großen Monitor haben wir dabei eine stark verbesserte Darstellung der Gefäße, der Leitungsbahnen, wie zum Beispiel der Sehbahn, sowie der Hirnregionen. Es ist auch die dreidimensionale Projektion der Veränderung im Hirn möglich, was uns dabei hilft, uns eine plastische Vorstellung davon zu verschaffen, wie wir am schnellsten und einfachsten dahin kommen, wo wir hin müssen, und welche Areale dabei zu meiden sind. Da ist der Vergleich zum Navi im Auto gar nicht so weit hergeholt, nur dass wir bei der Neuronavigation natürlich von einer High-End-Technologie sprechen, die millimetergenau arbeitet.“
Das neue System erlaubt nun auch die zielgenaue Entnahme von Gewebeproben aus Krankheitsherden im Gehirn über ein sehr kleines Bohrloch. In vielen Fällen kann dem Patienten dadurch die Befestigung eines Titanrahmens am Kopf erspart werden. Auch entfällt die Durchführung einer CT-Untersuchung nach Rahmenanlage und Narkoseeinleitung, was eine enorme Zeitersparnis bedeutet.
Funktionsweise der Neuronavigation
Rachinger präzisiert: „Bei der Neuronavigation verfügen wir über ein Zeigeinstrument, dessen Position im Raum korreliert zu den Bilddaten des Patienten auf dem Bildschirm angezeigt werden kann. Positionieren wir beispielsweise die Spitze des Zeigeinstruments auf der Kopfhaut des Patienten, sehen wir diese Stelle auf dem Bildschirm auf den in den Computer eingespielten Kernspintomogrammen. Dies funktioniert natürlich auch nach dem Eröffnen des Schädels an jeder Stelle im Inneren des Kopfes. Äußerst hilfreich ist die Möglichkeit, auch den Fokuspunkt des Mikroskops als quasi virtuelle Spitze des Zeigeinstrumentes zu nutzen. Hierdurch können wir im Gehirn navigieren, ohne vom Mikroskop wegsehen und die Operationsinstrumente aus der Hand legen zu müssen. Auch die Option, Objekte wie zum Beispiel den Tumor, Nerven oder Gefäße dreidimensional in den Strahlengang des Operationsmikroskops einspiegeln zu können, erleichtert das Operieren und erhöht damit die Sicherheit für den Patienten. Generell kann man sagen, dass mit der neuen Neuronavigation die Durchführung der OP perfekt auf den Patienten zugeschnitten werden kann. Davon profitieren zwei bis drei Patienten pro Woche - allein in der Neurochirurgie.“
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Einsatz der Neuronavigation in der Wirbelsäulenchirurgie
Die Navigation kommt aber nicht nur in der Gehirn-, sondern auch in der Wirbelsäulenchirurgie zum Einsatz. Die Neurochirurgen teilen sich das Gerät mit dem Team der Unfallchirurgie um Chefarzt Prof. Dr. med. Kolja Gelse. Das System unterstützt bei Wirbelsäulen-Operationen, insbesondere bei der optimalen Platzierung von Schrauben im Knochen, so dass das Risiko von Nervenverletzungen oder Schraubenfehllagen minimiert beziehungsweise gänzlich eliminiert wird. Die 3D-Technologie zeigt hier schon vorab, wo der Schraubeneintrittspunkt sein muss und wie der optimale Schraubenverlauf aussieht.
Das Team der Neurochirurgie
Neben der technischen Ausstattung ist das Team der Neurochirurgie am Klinikum Traunstein ein entscheidender Faktor für die hohe Qualität der Patientenversorgung. Zum Team gehören erfahrene Ärzte, Pflegekräfte und weitere Mitarbeiter, die interdisziplinär zusammenarbeiten, um den Patienten bestmöglich zu betreuen.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Neurochirurgie arbeitet eng mit anderen Fachbereichen des Klinikums zusammen, wie zum Beispiel der Neurologie, der Radiologie und der Anästhesie. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht eine umfassende Diagnostik und Therapie von neurologischen Erkrankungen. So erfolgt beispielsweise die Behandlung von Schlaganfallpatienten in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurologie.
Ausbildung und Forschung
Das Klinikum Traunstein engagiert sich auch in der Ausbildung von Medizinstudierenden und bietet die Möglichkeit, das Praktische Jahr in der Neurochirurgie zu absolvieren. Darüber hinaus beteiligt sich das Team der Neurochirurgie an Forschungsprojekten, um die Behandlung von neurologischen Erkrankungen weiter zu verbessern.
Schwerpunkte der Neurochirurgie
Die Neurochirurgie am Klinikum Traunstein deckt das volle neurochirurgische Spektrum ab, mit leichten Schwerpunkten in der Schädelbasischirurgie und der Gefäß-Neurochirurgie.
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Wirbelsäulenchirurgie
Ein weiterer Schwerpunkt der Neurochirurgie am Klinikum Traunstein ist die Wirbelsäulenchirurgie. Hier werden sowohl degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule als auch Verletzungen und Tumore behandelt. Ein besonderer Fokus liegt auf minimalinvasiven Techniken, die eine schonende Behandlung der Patienten ermöglichen.
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