Knieschmerzen lindern mit TENS-Reizstrom: Eine umfassende Anleitung

Knieschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das durch verschiedene Ursachen wie Fehlbelastungen, Überlastungen, Gelenkverschleiß oder Schleimbeutelentzündungen entstehen kann. Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) bietet eine effektive und medikamentenfreie Möglichkeit, diese Schmerzen zu lindern. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von TENS-Geräten und Kniebandagen mit integrierten Elektroden zur Schmerztherapie, gibt Tipps zur Vorbeugung von Knieschmerzen und stellt ergänzende Behandlungsmethoden vor.

Was ist TENS und wie funktioniert es bei Knieschmerzen?

TENS, oder transkutane elektrische Nervenstimulation, ist eine bewährte Methode zur Schmerzlinderung, die seit über 40 Jahren in der Medizin wissenschaftlich anerkannt ist. Die TENS-Therapie basiert auf der Übertragung sanfter elektrischer Impulse auf die Haut, die als angenehmes Kribbeln wahrgenommen werden. Diese Impulse können auf zwei Arten wirken:

  • Bei chronischen Schmerzen: Sie regen die Ausschüttung von schmerzstillenden, körpereigenen Substanzen wie Endorphinen an.
  • Bei akuten Schmerzen: Sie blockieren bzw. verringern die Weiterleitung des Schmerzempfindens an das Gehirn.

Viele Anwender verspüren bereits nach wenigen Minuten Behandlung mit einem TENS-Gerät eine deutliche Schmerzlinderung, die auch nach der Therapie noch anhält.

Die richtige Anwendung von TENS am Knie

Um die TENS-Therapie bei Knieschmerzen effektiv anzuwenden, ist die richtige Anbringung der Elektroden entscheidend. Es gibt zwei gängige Methoden:

  • Kleben von Elektroden um das Knie: Hierbei werden selbstklebende Elektroden einfach um das Knie herum platziert. Für diese Methode eignen sich besonders 50 x 50 mm Elektroden.
  • Verwendung einer Knieelektrode: Diese spezielle Elektrode umschließt das Kniegelenk und leitet den Reizstrom großflächig und gleichmäßig. Sie ist besonders komfortabel in der Anwendung, da keine zusätzlichen Klebeelektroden benötigt werden. Die TENS Knieelektrode besteht aus 76 % Nylon, 8 % Lycra und 16 % Silberfaden, was nicht nur eine hohe Leitfähigkeit garantiert, sondern auch für einen angenehmen Tragekomfort sorgt.

Tipp: Viele Hersteller bieten spezielle Bundles an, die ein TENS-Gerät und eine Knieelektrode enthalten, wodurch Sie Geld sparen können.

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Wichtiger Hinweis: Während der Anwendung sollte lediglich ein leichtes Kribbeln spürbar sein. Experimentieren Sie mit verschiedenen TENS-Programmen, um das für Sie optimale Programm zur Schmerzlinderung zu finden. Sie können auch eigene Programme entwerfen, um die Therapie individuell anzupassen.

TENS-Geräte und Kniebandagen mit integrierten Elektroden

Eine besonders komfortable und effektive Lösung zur TENS-Therapie am Knie sind Kniebandagen mit integrierten, leitfähigen Elektroden. Diese medizinisch zugelassenen Zubehörteile (Klasse IIa) wurden speziell zur Behandlung von Kniegelenkschmerzen, Arthrose, Entzündungen oder Reizzuständen entwickelt. Sie ermöglichen eine gezielte elektrische Nerven- und Muskelstimulation am Knie, ohne dass separate Klebeelektroden auf der Haut angebracht werden müssen.

Produktmerkmale von TENS-/EMS-Kniebandagen:

  • Medizinprodukt Klasse IIa - zugelassen gemäß MDR (EU) 2017/745
  • Komfortable Anwendung am Kniegelenk - kein Verrutschen, keine separaten Klebeelektroden nötig
  • Leitfähiges Material - gleichmäßige Impulsübertragung für effektive Therapie
  • Waschbares, hautfreundliches Textilmaterial
  • Individuell einstellbar mit Klettverschluss
  • Ideal zur Therapie bei:
    • Knieschmerzen
    • Arthrose
    • Gelenkentzündungen
    • Sportverletzungen
    • postoperativer Reha
  • Kompatibilität: Die Bandage ist geeignet für digitale Reizstromgeräte mit Druckknopf-Anschluss (Snap-System)

Vorbeugung von Knieschmerzen durch TENS/EMS

TENS/EMS kann auch präventiv eingesetzt werden, insbesondere bei Sportlern, die zu Überlastungsschäden neigen. Durch die Anwendung von Reizstrom können Sie:

  • Die Durchblutung fördern
  • Die Muskulatur entspannen
  • Das kranke Gelenk nachhaltig fit machen (Stärkung der Rumpf-, Hüft- und Gesäßmuskulatur)

Eine starke Rumpf-, Hüft- und Gesäßmuskulatur ist essentiell, um das Knie vor Überlastungsschäden zu schützen. Mit Hilfe von TENS/EMS können Sie auch die tiefliegenden Muskeln erreichen, die für die Stabilität des Knies wichtig sind.

Übungen zur Stärkung der Kniemuskulatur (ergänzend zur TENS/EMS-Anwendung):

  • Seitliches Beinheben: Legen Sie sich seitlich auf den Boden und winkeln Sie Ihre Beine an (etwa 45 Grad). Heben Sie nun das obere Bein an. Zur Intensivierung können Sie auch ein Fitnessband über Ihre Knie ziehen. (TENS/EMS-Anwendung auf der Oberschenkelaußenseite)
  • Beckenheben: Legen Sie sich auf den Rücken und winkeln Sie Ihre Beine an. Heben Sie Ihr Becken und achten Sie darauf, dass Ihr Gesäß und Rücken eine gerade Linie bilden. (TENS/EMS-Anwendung auf die hintere Oberschenkelmuskulatur)
  • Ausfallschritte (Lunge): Stellen Sie sich hin und machen Sie einen Ausfallschritt. Sie können die Übung entweder im Wechsel ausführen oder die Position jeweils für 30 Sekunden halten und dann die Seite wechseln. (TENS/EMS-Anwendung entweder auf die hintere oder vordere Oberschenkelmuskulatur, je nachdem, welche Muskulatur Sie intensiver trainieren möchten)
  • Knie-Ellenbogen-Berührung im Vierfüßlerstand: Knien Sie sich auf den Boden und stellen Sie die Arme senkrecht unter die Schultern. Führen Sie das rechte Knie und den linken Ellenbogen zusammen und strecken Sie sie danach wieder aus. Wiederholen Sie die Übung etwa 20 Mal, ehe Sie die Seite wechseln.

Ergänzende Behandlungsmethoden bei Knieschmerzen

Neben der TENS-Therapie und den genannten Übungen können auch andere Methoden zur Linderung von Knieschmerzen beitragen:

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  • Faszientraining: Verkürzte Faszien an der Oberschenkelaußenseite können oft die Ursache für Knieschmerzen sein. Regelmäßiges Ausrollen der Oberschenkelaußenseite, Innenseite und des Gesäßes mit einer Massagerolle kann helfen, die Faszien zu lockern und die Schmerzen zu reduzieren.
  • Kniepolsterbandagen: Im Sport und bei knieenden Arbeiten können Kniepolsterbandagen vor Stößen, Aufprall und Unterkühlungen schützen. Volleyballmannschaften aus der Bundesliga und die Deutschen Volleyballnationalmannschaften vertrauen auf den Schutz der TSM Kniepolsterbandagen. Die Polsterung besteht aus einem Neoprenpolster, das an die Bandage angenäht ist. Das Polster bedeckt das Knie und auch die seitlichen Muskelansätze ab. Die Bandage liegt selbst bei einer vollen Beugung des Knie am Ober-und Unterschenkel eng an.

Auswahl des richtigen TENS-Geräts

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von TENS-Geräten mit unterschiedlichen Funktionen und Programmen. Bei der Auswahl des richtigen Geräts sollten Sie folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Anwendungsbereich: Benötigen Sie das Gerät hauptsächlich zur Schmerzlinderung oder auch zur Muskelstimulation (EMS)?
  • Programme: Verfügt das Gerät über voreingestellte Programme für verschiedene Schmerzarten und Körperregionen? Bietet es die Möglichkeit, eigene Programme zu erstellen?
  • Kanäle: Ein Zweikanalgerät ermöglicht die unabhängige Behandlung von zwei Körperregionen gleichzeitig.
  • Bedienung: Ist das Gerät einfach und intuitiv zu bedienen?
  • Display: Ist das Display gut lesbar und zeigt alle wichtigen Informationen an?
  • Sicherheitsfunktionen: Verfügt das Gerät über eine automatische Abschaltfunktion und andere Sicherheitsvorkehrungen?
  • Akkulaufzeit: Wie lange hält der Akku bei voller Ladung?
  • Zubehör: Sind ausreichend Elektroden und Verbindungskabel im Lieferumfang enthalten? Gibt es optionales Zubehör wie Kniebandagen mit integrierten Elektroden?

Beispielhafte TENS-Geräte:

  • SaneoTENS: Ein digitales TENS Reizstromgerät zur medikamentenfreien Schmerzbehandlung.
  • Saneo4SPORT: Ein hochfunktionales Elektrostimulationsgerät für nahezu alle Muskelgruppen und zur Unterstützung jeder Sportart. Es bietet mehr als 50 Programme aus den Bereichen TENS und EMS.
  • Dolito 3.0: Ein digitales Tens-Gerät mit einem breiten Anwendungsspektrum für die Schmerztherapie. Es verfügt über 6 Programme, 5 verschiedene Modi und die Möglichkeit, ein Programm selbst zu konfigurieren.

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