Kolloidales Silber und Multiple Sklerose: Wirkung, Anwendung und Risiken

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), die das Gehirn und das Rückenmark betrifft. Die Erkrankung kann weitreichende Auswirkungen auf die körperlichen und kognitiven Fähigkeiten haben und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Die Ursachen von MS sind noch nicht vollständig geklärt, und die Behandlung konzentriert sich hauptsächlich auf die Linderung der Symptome und die Verlangsamung des Krankheitsverlaufs. In diesem Zusammenhang werden verschiedene alternative und ergänzende Therapien diskutiert, darunter auch die Anwendung von kolloidalem Silber.

Was ist kolloidales Silber?

Kolloidales Silber besteht aus winzigen Silberpartikeln, die in einer Flüssigkeit suspendiert sind. Es wird aufgrund seiner angeblichen antimikrobiellen Eigenschaften oft als alternatives Heilmittel beworben. Befürworter behaupten, dass kolloidales Silber gegen eine Vielzahl von Infektionen wirken und das Immunsystem stärken kann.

Kolloidales Silber: Anwendung und Behauptungen

Kolloidales Silber wird in verschiedenen Formen angeboten, darunter als Flüssigkeit zur oralen Einnahme, als Spray zur äußerlichen Anwendung und als Inhaltsstoff in Cremes und Salben. Einige Anwender berichten von positiven Erfahrungen bei der Behandlung von Hautinfektionen, Erkältungen und anderen Beschwerden.

Im Zusammenhang mit Multipler Sklerose wird kolloidalem Silber eine entzündungshemmende und immunmodulierende Wirkung zugeschrieben. Es wird behauptet, dass es das Immunsystem stärken und somit die Symptome der MS lindern kann. Einige Anwender nehmen kolloidales Silber zur Vorbeugung von Infekten ein, da Infektanfälligkeit bei MS-Patienten ein häufiges Problem darstellt.

Ein Bekannter schlug eine Dosis von kolloidalem Silber im Verhältnis 10ppm vor, davon 10 Hübe 3 x täglich als Vorsorge.

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Wissenschaftliche Evidenz zur Wirkung von kolloidalem Silber bei MS

Die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von kolloidalem Silber bei Multipler Sklerose ist jedoch begrenzt und widersprüchlich. Es gibt keine randomisierten, kontrollierten Studien, die die spezifische Wirkung von kolloidalem Silber auf den Krankheitsverlauf oder die Symptome von MS untersucht haben.

Einige In-vitro- und Tierstudien deuten darauf hin, dass Silberpartikel entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften haben könnten. Diese Ergebnisse sind jedoch nicht direkt auf den Menschen übertragbar und können nicht als Beweis für die Wirksamkeit von kolloidalem Silber bei MS gewertet werden.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) keine gesundheitsbezogenen Angaben zu kolloidalem Silber zugelassen hat, da die wissenschaftliche Evidenz für seine Wirksamkeit fehlt.

Risiken und Nebenwirkungen von kolloidalem Silber

Die Einnahme von kolloidalem Silber ist nicht ohne Risiken. Eine der bekanntesten Nebenwirkungen ist die Argyrie, eine irreversible bläulich-graue Verfärbung der Haut und der Schleimhäute, die durch die Ablagerung von Silberpartikeln im Körper verursacht wird. Die Argyrie hatte ihren Höhepunkt zu Beginn und Mitte des 20. Jahrhunderts und ist mittlerweile zu einer eher seltenen Erkrankung geworden.

Es ist davon auszugehen, dass sich Silber bei Kontakt (Haut, Einatmen) und auch bei oraler Einnahme ab einer bestimmten Konzentration beginnt, in den Geweben einzulagern. Die Ausscheidung von oral zugeführtem Silber erfolgt wohl vorwiegend über die Gallenflüssigkeit und dem Urin. Daher wird es nicht für Menschen empfohlen, deren Nieren beeinträchtigt sind.

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Weitere mögliche Nebenwirkungen von kolloidalem Silber sind:

  • Allergische Reaktionen
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten
  • Mögliche Schädigung von Organen bei langfristiger Einnahme

Immunsystem stärken bei Multipler Sklerose

Da MS eine Autoimmunerkrankung ist, bei der das Immunsystem fälschlicherweise das eigene Nervensystem angreift, ist es wichtig, das Immunsystem auf eine gesunde Weise zu unterstützen. Anstatt auf unbewiesene Mittel wie kolloidales Silber zurückzugreifen, sollten MS-Patienten auf evidenzbasierte Strategien setzen, um ihr Immunsystem zu stärken und ihre allgemeine Gesundheit zu verbessern.

Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, aber wenig Fleisch versorgt den Körper mit allen wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, die er für ein schlagkräftiges Immunsystem benötigt. Einige Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Nährstoffe wie Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Probiotika eine positive Wirkung auf den Krankheitsverlauf von MS haben könnten.

In einer hochkarätig publizierten Studie haben Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Universität Münster aufgezeigt, dass Konjugierte Linolsäure (CLA) sowohl Entzündungsprozesse im Darm als auch im Gehirn positiv beeinflussen kann. CLA findet sich zum Beispiel in Rindfleisch und Milchprodukten. In einer kleinen Studie erhielten 15 Patienten, die parallel zu ihrer langfristigen MS-Therapie sechs Monate lang täglich CLA als Nahrungsergänzung erhielten. Danach zirkulierten in ihrem Blut sehr viel weniger entzündliche myeloide Immunzellen - ein wichtiges Kennzeichen dafür, dass auch autoreaktive Immunprozesse eingedämmt werden können.

Die Ernährung basiert nahezu auf einer veganischen Kost. Eine ausgewogene Eiweißversorgung ist unverzichtbar, da sie unterschiedliche Funktionen des Körpers steuert. Der Körper benötigt eine gewisse Menge davon, um normal zu funktionieren.

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Bewegung

Regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen, regen das Immunsystem an. Empfohlen wird, mindestens dreimal pro Woche 30 bis 45 Minuten zu trainieren.

Eine Zusatztherapie mit speziellen Gold-Nanopartikeln verbessert das Kontrastsehen und die Alltagsfunktion von Menschen mit Multipler Sklerose. Die Therapie soll die Remyelinisierung fördern, indem sie den zellulären Energiestoffwechsel ankurbelt.

Stressmanagement

Chronischer Stress kann das Immunsystem schwächen und eine erhöhte Infektanfälligkeit forcieren. Daher sind ausreichende Entspannungs- bzw. Erholungsphasen wichtig, um einer möglichen Stressbelastung entgegenzuwirken. Eine gute Möglichkeit, um Stress abzubauen, ist körperliche Aktivität.

Untersuchungen belegen seit mehr als 50 Jahren, dass es eine enge Wechselwirkung zwischen dem Zentralen Nervensystem, der Psyche und dem Immunsystem gibt. Stress hat einen direkten Einfluss auf das Immunsystem: Ist er nur von kurzer Dauer, erhöht Stress sogar die Immunabwehr. Hält die Stressbelastung jedoch länger an, werden die Abwehrkräfte geschwächt.

Schlaf

Ausreichend Schlaf ist entscheidend für ein funktionierendes Immunsystem. Schlafmangel kann die Immunabwehr schwächen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen.

Vermeidung von Risikofaktoren

Rauchen und regelmäßiger Alkoholkonsum können die Funktionsfähigkeit des Immunsystems herabsetzen. Daher sollten MS-Patienten diese Risikofaktoren vermeiden.

Traditionelle und alternative Heilmittel

Es gibt einige pflanzliche Arzneien, denen eine immunstimulierende Wirkung zugeschrieben wird, allen voran Sonnenhut (Echinacea) oder Taigawurzel. Auch Propolis („Bienenantibiotikum“) gehört zu den natürlichen immunstärkenden Mitteln.

Darmgesundheit

Die eigentliche Wiege unseres Immunsystems ist der Darm. Hier entstehen und leben rund 80 Prozent aller körpereigenen Abwehrzellen. Vitalpilze können die Darmflora gesund halten, indem sie die guten Bakterien stärken. Und auch die Äbtissin und Medizinerin Hildegard von Bingen berichtete bereits im 12. Jahrhundert über die breiten Einsatzmöglichkeiten der Pilze. Heute gibt es Vitalpilze in Pulver- oder Kapselform in der Apotheke. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren, Enzymen und sekundären Pflanzenstoffen. Sie können vor allem Menschen helfen, die häufig unter Infekten leiden.

Spenglersan Erkältungs-Set

Die Spenglersan-Immuntherapie zählt zu den sogenannten “Umstimmungstherapien”, die das Immunsystem nachhaltig anregen können. Wird traditionell angewendet bei: Behandlung und Vorbeugung grippaler und weiterer Infekte, Entzündungen jeglicher Art, Herpes, Bronchitis.

Infektanfälligkeit und Autoimmunerkrankungen

Infektanfälligkeit und Autoimmunerkrankungen (z.B. Rheumatische Erkrankungen, Multiple Sklerose) können Symptome einer Schwermetallvergiftung sein. Weitere Symptome sind:

  • Allergien
  • Chronische Entzündungen
  • Anämie (Blutarmut)
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Erschöpfung und chronische Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Kopf- und Gliederschmerzen, Schwindel
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Schädigung der Leber, Niere und Lunge

Infektanfälligkeit liegt bei Erwachsenen vor, wenn es zu mehr als fünf Infekten pro Jahr kommt. Häufig stecken Stress, Schlafmangel oder eine geschwächte Immunabwehr dahinter - in manchen Fällen auch ein erworbener Immundefekt.

Fazit

Kolloidales Silber wird als alternatives Heilmittel für verschiedene Beschwerden angepriesen, einschließlich der Stärkung des Immunsystems bei Multipler Sklerose. Die wissenschaftliche Evidenz für seine Wirksamkeit bei MS ist jedoch begrenzt und es bestehen Risiken und Nebenwirkungen, insbesondere die irreversible Argyrie.

MS-Patienten sollten sich auf evidenzbasierte Strategien konzentrieren, um ihr Immunsystem zu stärken und ihre allgemeine Gesundheit zu verbessern. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Stressmanagement, ausreichend Schlaf und die Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum.

Es ist ratsam, vor der Anwendung von kolloidalem Silber oder anderen alternativen Therapien einen Arzt oder Heilpraktiker zu konsultieren, um mögliche Risiken und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu besprechen.

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