Kompetenzzentrum für Menschen mit Demenz: Erfahrungen und Perspektiven

Kompetenzzentren für Demenz spielen eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Menschen mit Demenz, der Förderung ihres Wohlbefindens und der Entlastung ihrer Angehörigen. Diese Zentren, die in Städten und Ländern angesiedelt sind, verfolgen das Ziel, die Lebensqualität von Betroffenen und ihren Familien nachhaltig zu verbessern.

Handlungsfelder der Kompetenzzentren Demenz

Um Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen ein besseres Leben mit der Erkrankung zu ermöglichen, verfolgen die Kompetenzzentren verschiedene Handlungsfelder:

Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung

Ein wichtiger Baustein ist die Öffentlichkeitsarbeit, um das Bewusstsein für Demenz in der Bevölkerung zu schärfen. Im Rahmen von Kampagnen wie "Demenz Partner" werden landesweit Kompaktkurse durchgeführt, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Diese Kurse informieren über Demenzerkrankungen, vermitteln Tipps zum Umgang mit Betroffenen und zeigen auf, wie jeder Einzelne die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen verbessern kann.

Ausbau von Selbsthilfeangeboten

Der Ausbau von Selbsthilfeangeboten für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen ist ein weiteres zentrales Anliegen. Besonders wichtig ist die Schulung "Hilfe beim Helfen" für pflegende Angehörige, die landesweit durch Kooperationspartner angeboten wird. Ziel ist es, Angehörigen in jeder Region regelmäßig Fortbildungen anzubieten, um sie bestmöglich zu unterstützen.

Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Politik

Die Kompetenzzentren Demenz fördern die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Politik, um innovative Versorgungskonzepte zu entwickeln und den Wissenstransfer in die Regelsysteme zu gewährleisten. Dies beinhaltet auch die Unterstützung von Hochschulen für eine praxisnahe Ausbildung von Fachkräften.

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Kompetenzzentrum Demenz für das Land Brandenburg

Das Kompetenzzentrum Demenz für das Land Brandenburg, in Trägerschaft der Alzheimer Gesellschaft Brandenburg e.V., hat sich zum Ziel gesetzt, die Versorgung von Menschen mit Demenz zu verbessern. Seit 2016 wird es im Rahmen der Pflegeoffensive vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, den Verbänden der Pflegekassen sowie dem Verband der privaten Krankenversicherung im Land Brandenburg gefördert.

Aktivitäten und Angebote

Die Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e.V. trägt dazu bei, die Unterstützungs- und Versorgungssituation im ganzen Land weiterzuentwickeln. Zu ihren vielfältigen Aktivitäten gehören:

  • DEMENZ-TELEFON-BRANDENBURG: Ein direkter Draht zur Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e.V. für Fragen und Unsicherheiten.
  • Beratungsangebote: Individuelle Lösungen für Problemlagen vor Ort durch persönliche Gespräche.
  • Veranstaltungen: ViSta! - Eine besondere Ausstellung, die sich dem Thema Demenz mit Humor nähert.
  • Schulungen: Schulungsreihe „Mein Leben mit Gedächtnisproblemen“ speziell für Menschen mit Gedächtnisproblemen und/oder mit der Diagnose Demenz.
  • Informationsveranstaltungen: Für Angehörige von Menschen, die im jüngeren Lebensalter an einer Demenz erkrankt sind.

Unterstützung der Selbsthilfepotenziale

Die Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e.V. setzt sich dafür ein, Selbsthilfepotenziale frühzeitig zu stärken und zu erhalten. Ziel ist es, Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu ermöglichen, Unterstützung zu erhalten und aktiv mit der veränderten Lebenssituation umzugehen, um die Lebensqualität zu steigern.

Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein

Das Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein, unter Trägerschaft der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V. und mit fachlicher Unterstützung der Ärztekammer Schleswig-Holstein (ÄKSH), ist eine wichtige Schnittstelle bei der Gesamtversorgung von Menschen mit Demenz. Es koordiniert Projekte und setzt auf die Kooperation aller beteiligten medizinischen Fachdisziplinen und ehrenamtlichen Unterstützer.

Ziele und Aufgaben

Ziel des Kompetenzzentrums ist es, die Versorgungsstrukturen im Bereich Demenz auszuweiten, zu verbessern und qualitätsgesichert zu erhalten. Es unterstützt mit Hilfestellungen, gibt Anreize zur Selbsthilfe und bietet ein breites Spektrum an Beratungsangeboten.

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Angebote und Projekte

  • Beratungsangebote: Praxisnahe Beratung durch ein Team aus den Bereichen Sozialpädagogik und Pflege, sowohl im Ferdinand-Heye-Haus als auch zu Hause.
  • Digitaler Demenzwegweiser-SH: Ein Online-Tool, um Ansprechpartner und Informationen zur beginnenden Demenz in Schleswig-Holstein zu finden.
  • Ankerpunkt Junge Demenz: Spezielle Angebote für Menschen unter 65 mit einer Demenzdiagnose.
  • Kooperationsprojekt „Bewegung und Entspannung mit Yoga“: Wöchentliche Yogaeinheiten für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen.

Herausforderungen und Lösungsansätze während der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat die Arbeit mit Menschen mit Demenz vor neue Herausforderungen gestellt. Isolation, fehlender Körperkontakt und die Reduzierung von Förderangeboten haben Auswirkungen auf den seelisch-geistigen und körperlichen Gesundheitszustand. Das Kompetenzzentrum Demenz hat seine Angebote entsprechend angepasst und in den digitalen Raum verlegt. Zudem wurde ein Beratungsmobil eingesetzt, um in ländlichen Gegenden psychosoziale Beratung anzubieten.

Erfahrungen und Perspektiven

Erfahrungsaustausch und Vernetzung

Der Erfahrungsaustausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften ist von großer Bedeutung. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft veranstaltet seit 2010 jährlich Treffen für Menschen mit beginnender Demenz, Angehörige und Gruppenbegleiter. Diese Treffen bieten die Möglichkeit, sich auszutauschen, Tipps für den Alltag zu bekommen und über Sorgen oder schöne Momente zu sprechen.

Experten in eigener Sache

Immer mehr Menschen im frühen Stadium suchen den Austausch, informieren sich und bringen ihre Perspektiven ein. Sie teilen ihre Erfahrungen, berichten von Herausforderungen, Stärken und dem Alltag mit der Erkrankung. Diese Berichte machen Mut, regen zum Nachdenken an und zeigen, dass es viele Wege gibt, den Alltag trotz Demenz selbstbestimmt zu leben.

Humor als Ressource

Humor kann eine wertvolle Ressource im Umgang mit Demenz sein. Prof. Dr. Dr. Rolf D. Hirsch betont, dass Humor eine pflegerische Basiskompetenz ist und dazu beitragen kann, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern.

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