Komplizierte Migräne Diagnose: Symptome, Behandlung und Ursachen

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch anfallsartige Kopfschmerzen auszeichnet. Es gibt verschiedene Formen von Migräne, darunter episodische und chronische Migräne. Bei der chronischen Migräne leiden Betroffene an mehr als 15 Tagen im Monat über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten an Kopfschmerzen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Diagnose, Symptome, Behandlung und Ursachen der chronischen Migräne.

Beschreibung der chronischen Migräne

Von chronischer Migräne spricht man, wenn Kopfschmerzen an mehr als 15 Tagen pro Monat über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten auftreten. Dabei müssen an mindestens acht dieser Tage typische Migräne-Begleitsymptome wie Aura, Übelkeit oder Erbrechen vorhanden sein. Ein weiteres Kriterium ist, dass die Kopfschmerzen nicht durch einen übermäßigen Medikamentengebrauch verursacht werden dürfen. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) unterteilt Migräne-Kopfschmerzen in zwei Hauptgruppen: episodische und chronische Formen. Die chronische Migräne betrifft etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer.

Die Lebensqualität der Betroffenen ist oft stark beeinträchtigt. ICD-Codes für chronische Migräne sind G43 und R51.

Symptome der chronischen Migräne

Die Symptome der chronischen Migräne ähneln denen der episodischen Migräne. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Kopfschmerzen: Meist starke, einseitige oder beidseitige, pulsierende Schmerzen.
  • Licht- und Lärmscheu: Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen.
  • Aura: Sehstörungen, Missempfindungen, Sprechstörungen, Sprachstörungen, Bewegungsstörungen, Doppelbilder, Ohrgeräusche oder Flimmern.
  • Stimmungsveränderungen: Reizbarkeit, Depressionen oder Angstzustände.
  • Heißhunger oder Appetitlosigkeit: Veränderter Appetit.
  • Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Konzentrieren: Kognitive Beeinträchtigungen.
  • Vermehrtes Gähnen und Müdigkeit: Erschöpfung.
  • Übelkeit und/oder Erbrechen: Magen-Darm-Beschwerden.
  • Symptomverstärkung durch körperliche Aktivität: Verschlimmerung der Beschwerden bei Bewegung.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Anfallshäufigkeit das Hauptunterscheidungsmerkmal zwischen chronischer und episodischer Migräne ist. Die Symptome selbst können sehr ähnlich sein.

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Komorbiditäten

Chronische Migräne tritt oft zusammen mit anderen Erkrankungen auf, darunter:

  • Depressionen
  • Angsterkrankungen
  • Übergewicht
  • Arterielle Hypertonie
  • Medikamentenübergebrauch
  • Schlafstörungen
  • Rückenschmerzen
  • Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)
  • Andere Schmerzkrankheiten

Die Behandlung dieser Begleiterkrankungen ist wichtig, um den Therapieerfolg bei chronischer Migräne zu verbessern.

Behandlung der chronischen Migräne

Die Behandlung der chronischen Migräne zielt darauf ab, die Häufigkeit und Intensität der Kopfschmerzen zu reduzieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Es gibt zwei Hauptansätze: Vorbeugung (Prophylaxe) und Akutbehandlung.

Vorbeugung (Prophylaxe)

Die Vorbeugung spielt eine entscheidende Rolle bei der Behandlung der chronischen Migräne. Ziel ist es, die Anzahl der Kopfschmerztage zu reduzieren. Folgende Medikamente und Therapien werden häufig eingesetzt:

  • OnabotulinumtoxinA (Botox): Eine Form von Botox, die in bestimmten Abständen in die Kopf- und Nackenmuskulatur injiziert wird.
  • Topiramat: Ein Antiepileptikum, das auch zur Migräneprophylaxe eingesetzt wird. Es ist jedoch nicht für Schwangere und Stillende geeignet.
  • Betablocker: Medikamente wie Propranolol, Metoprolol und Bisoprolol, die normalerweise bei Herzerkrankungen oder Bluthochdruck eingesetzt werden, können ebenfalls zur Migräneprophylaxe verwendet werden.
  • Monoklonale Antikörper: Eine neuere Medikamentenklasse, die gegen das Molekül CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) wirkt, das bei der Entstehung von Migräne eine wichtige Rolle spielt. Zu diesen Antikörpern gehören Erenumab, Fremanezumab, Galcanezumab und Eptinezumab.
  • Akupunktur: Bei einigen Patienten kann Akupunktur hilfreich sein.
  • Neurostimulation des Nervus supraorbitalis: Hierbei wird der Nerv oberhalb der Augenhöhle durch elektrische Impulse stimuliert, um die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen zu reduzieren.
  • Okzipitale Nervenblockade: Bei dieser Methode werden bestimmte Nerven im hinteren Teil des Kopfes betäubt, um kurzfristig die Anzahl der Migränetage zu reduzieren. Die Langzeitwirkung ist jedoch noch nicht ausreichend erforscht.
  • Ausdauersport, Biofeedback oder Verhaltenstherapie: Diese Methoden können ebenfalls zur Prophylaxe eingesetzt werden, obwohl ihre Wirksamkeit bei chronischer Migräne noch nicht vollständig nachgewiesen ist.

Es ist wichtig, Begleiterkrankungen wie Depressionen, Angstzustände und Schlafstörungen zu behandeln, da dies den Therapieerfolg bei chronischer Migräne positiv beeinflussen kann.

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Akutbehandlung

Die Akutbehandlung der chronischen Migräne ähnelt der Behandlung der episodischen Migräne. Ziel ist es, die Symptome während eines Anfalls zu lindern. Folgende Medikamente werden häufig eingesetzt:

  • Schmerzmedikamente: Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS) oder Paracetamol.
  • Antiemetika: Mittel gegen Übelkeit, wie Metoclopramid oder Domperidon.
  • Kombinationspräparate: Kombinationen aus Paracetamol, Acetylsalicylsäure (ASS) und Koffein können ebenfalls hilfreich sein.
  • Amitriptylin: Ein Medikament, das eigentlich gegen Depressionen hilft, wird auch zur Therapie der chronischen Migräne eingesetzt.

Es wird empfohlen, Kombinationspräparate nicht länger als 10 Tage im Monat und einfache Schmerzmittel nicht länger als 15 Tage im Monat einzunehmen, um das Risiko von medikamenteninduzierten Kopfschmerzen zu vermeiden.

Invasive Neurostimulation kann in Betracht gezogen werden, wenn andere Therapieoptionen nicht erfolgreich waren.

Ursachen der chronischen Migräne

Die genauen Ursachen der chronischen Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass genetische, hormonelle und Umweltfaktoren eine Rolle spielen.

  • Genetische Faktoren: Migräne tritt häufiger bei Personen auf, bei denen bereits Familienmitglieder betroffen sind.
  • Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Schwankungen, insbesondere bei Frauen, können Migräneanfälle auslösen.
  • Umweltfaktoren: Stress, Schlafstörungen, Wetterveränderungen, bestimmte Nahrungsmittel und sensorische Reize können ebenfalls Migräneanfälle begünstigen.

Es ist wichtig zu beachten, dass chronische Migräne nicht durch einen Übergebrauch von Medikamenten ausgelöst wird, obwohl ein solcher Übergebrauch die Situation verschlimmern kann.

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Krankheitsverlauf und Prognose

Der Verlauf einer chronischen Migräne ist individuell und schwer vorherzusagen. Die Symptome, die Intensität der Beschwerden und der Leidensdruck können von Person zu Person variieren. Es gibt keine einheitliche Prognose für alle Betroffenen.

Die chronische Migräne ist jedoch behandelbar. Ziel der Behandlung ist nicht die Heilung, sondern die Reduzierung der Symptome. Mit der richtigen Therapie und bestimmten Veränderungen im Alltag können viele Betroffene ein nahezu migränefreies Leben führen. Die Kopfschmerztage werden dadurch meist deutlich reduziert.

Migräne verstehen

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die in der Regel mit anfallsartigen Kopfschmerzen verbunden ist. Die Symptome können vielfältig sein und umfassen pochende Kopfschmerzen, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Sehstörungen. Das Gehirn von Menschen mit Migräne reagiert empfindlicher auf Reize, was zu den unterschiedlichen Erscheinungsformen der Migräne führt.

Es gibt verschiedene Arten von Migräne, darunter:

  • Episodische Migräne
  • Chronische Migräne
  • Migräne mit Aura
  • Migräne ohne Aura
  • Familiäre hemiplegische Migräne
  • Menstruelle Migräne
  • Bauchmigräne

Ein Migränetagebuch kann helfen, die Symptome zu dokumentieren, Muster zu erkennen und die richtige Diagnose und Behandlung zu finden.

Verschiedene Typen der Migräne mit Aura

Jede Migräne ist individuell, aber es gibt verschiedene Formen von Migräne mit Aura, die sich in ihren Symptomen unterscheiden:

  • Retinale Migräne: Eine seltene Form, bei der Sehstörungen auftreten, die sich langsam entwickeln und bis zu 60 Minuten dauern können.
  • Vestibuläre Migräne: Gekennzeichnet durch starken Schwindel, der von 30 Sekunden bis zu mehreren Stunden dauern kann.
  • Migräne mit Hirnstammaura: Eine seltene Form mit Hirnstammsymptomen wie Sprach- oder Koordinationsstörungen, Tinnitus, Hörminderung, Schwindel, Doppelbilder oder Bewusstseinsstörungen.
  • Hemiplegische Migräne: Neben den allgemeinen Symptomen tritt eine Muskelschwäche auf, die bis zu Tagen oder Wochen anhalten kann.

Menstruelle Migräne

Etwa sieben Prozent aller Frauen mit Migräne sind von der menstruellen Migräne betroffen. Diese tritt meistens zwei Tage vor bis zwei Tage nach der Regelblutung auf und dauert oft länger als andere Migräneattacken.

Bauchmigräne bei Kindern und Jugendlichen

Die Bauchmigräne tritt häufig bei Kindern und Jugendlichen auf und ist durch Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Blässe im Gesicht gekennzeichnet.

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