Nervenbedingter Bluthochdruck: Ursachen und Auswirkungen auf den Körper

Die Wechselwirkung zwischen unserer psychischen Gesundheit und der Funktion unseres Herz-Kreislauf-Systems ist komplex und vielschichtig. Studien haben einen Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Bluthochdruck aufgezeigt, wobei die Ergebnisse oft unterschiedlich oder sogar widersprüchlich sind. Eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften analysierte die Beziehung zwischen psychischer Gesundheit, erhöhtem Blutdruck und Bluthochdruck anhand von umfangreichen psychologischen, medizinischen und bildgebenden Daten.

Die Rolle der Psyche bei der Entstehung von Bluthochdruck

Umgangssprachlich spricht man oft von "nervlichem Bluthochdruck", wenn dieser durch Anspannung, innere Unruhe, Stress oder emotionale Belastungen ausgelöst oder verstärkt wird. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass "nervlicher Bluthochdruck" kein medizinischer Fachbegriff ist. In der Fachsprache wird die Erkrankung als "arterielle Hypertonie" bezeichnet.

Wie Stress den Blutdruck beeinflusst

Stress, sei es durch berufliche oder persönliche seelische Belastungen, kann zu vorübergehenden Erhöhungen des Blutdrucks führen. In Stresssituationen werden Hormone freigesetzt, die das Herz-Kreislauf-System beeinflussen. Wird der Stress jedoch chronisch, weil Stressoren kontinuierlich vorhanden sind und Stresshormone nicht ausreichend abgebaut werden, kann dies zu anhaltender Hypertonie führen.

Emotionen und Blutdruck

Starke Emotionen wie Angst, Sorgen, Ärger oder Frustration können ebenfalls kurzzeitig zu hohem Blutdruck führen, da das Herz schneller schlägt und sich die Blutgefäße verengen. Bei gesunden Menschen normalisiert sich der Blutdruck in der Regel wieder, sobald das vegetative Nervensystem in seinen Normalzustand zurückkehrt.

Weitere psychische Faktoren

Auch chronischer Schlafmangel, Schlafstörungen und fehlende soziale Kontakte können zu einem erhöhten Blutdruck beitragen. Darüber hinaus können ungesunde Bewältigungsmechanismen wie übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen oder ungesunde Ernährung, die oft in Stresssituationen eingesetzt werden, das Problem noch verstärken.

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Die Studienergebnisse des Max-Planck-Instituts

Die Forscher des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften konnten zeigen, dass ein höherer systolischer Blutdruck mit weniger depressiven Symptomen, größerem Wohlbefinden und geringerer emotionsbezogener Gehirnaktivität verbunden ist. Gleichzeitig stellten sie fest, dass eine Hypertoniediagnose mit einer schlechteren psychischen Gesundheit einhergeht, oft schon Jahre bevor die Hypertonie diagnostiziert wird.

Diese Ergebnisse scheinen zunächst gegensätzlich, geben aber wichtige Hinweise darauf, wie psychische Faktoren die Behandlung von Bluthochdruck erschweren können. Arno Villringer, Leiter der Abteilung Neurologie am Max-Planck-Institut, erklärt: "In der Klinik beobachten wir, dass die Betroffenen sich häufig müde und abgeschlagen fühlen und dann ihre Medikamente gegen den höheren Blutdruck nicht nehmen, weil das zusätzlich auf die Stimmung schlägt."

Villringer vermutet zudem, dass bei Personen, die sich mit vorübergehend höherem Blutdruck mental gut fühlen, ein Verstärkungslernen einsetzt, was letztlich zur Entwicklung von dauerhaftem Bluthochdruck beiträgt. Denn bei höherem Blutdruck steigt auch die Schmerzschwelle, nicht nur für körperlichen, sondern auch für sozialen Schmerz oder Stress. Betroffene halten den Schmerz oder Stress also aus und werden dann Jahre später mit einer Hypertonie diagnostiziert.

Symptome und Diagnose von nervlichem Bluthochdruck

Die Hypertonie ist oft eine "stille Erkrankung", da sie keine offensichtlichen Symptome verursacht. Viele Betroffene wissen daher oft lange Zeit nicht, dass sie an Bluthochdruck leiden. Es ist wichtig, auch bei "bluthochdruck-untypischen" Symptomen an die Möglichkeit einer Hypertonie zu denken, insbesondere bei Übergewicht, starker Belastung oder psychischen Erkrankungen.

Die einzige zuverlässige Möglichkeit, Bluthochdruck zu diagnostizieren, ist die Blutdruckmessung. Diese sollte regelmäßig erfolgen und idealerweise in einem Blutdrucktagebuch dokumentiert werden, um festzustellen, ob die Werte tatsächlich dauerhaft zu hoch sind. Eine 24-Stunden-Blutdruckmessung kann ebenfalls hilfreich sein, um Blutdruckschwankungen zu erkennen.

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Behandlung von nervlichem Bluthochdruck

Die Behandlung von hohem Blutdruck, der mit psychischen Faktoren zusammenhängen kann, sollte idealerweise eine Kombination aus Lebensstil-Anpassung, blutdrucksenkenden Medikamenten und psychologischer Unterstützung sein.

Änderungen des Lebensstils

Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung, Gewichtsabnahme sowie dem Verzicht auf Rauchen und Alkohol ist ein wichtiger erster Schritt.

Medikamentöse Therapie

Häufig kommen blutdrucksenkende Medikamente wie Sartane, ACE-Hemmer oder Beta-Blocker zum Einsatz, um die erhöhten Werte zu senken.

Psychologische Unterstützung

Stressmanagement-Techniken können eingesetzt werden, um dauerhaft ruhiger und belastbarer zu werden oder in Akutsituationen, wenn Puls und Blutdruck hochschnellen. In manchen Fällen ist auch eine Psychotherapie sinnvoll, um psychische Belastungen zu bewältigen.

Medikamente für die Psyche

Arzneimittel für die Psyche können ebenfalls zum Einsatz kommen, wenn eine psychische Ursache für den hohen Blutdruck mitverantwortlich ist. Diese Medikamente senken nicht direkt den Blutdruck, sondern zielen auf die Auslöser und Verstärker ab, die die hohen Werte verursachen. Pflanzliche Medikamente wie Pascoflair® mit Passionsblume können beispielsweise bei innerer Unruhe und nervösen Unruhezuständen eingesetzt werden. Homöopathische Arzneimittel wie Pasconal® Nerventropfen können bei nervös bedingten Schlafstörungen unterstützen, während Pascolibrin® bei nervösen Störungen und Verstimmungszuständen ausgleichende Unterstützung bieten kann.

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Hypercoran® ist ein weiteres homöopathisches Arzneimittel, das bei Bluthochdruck eingesetzt werden könnte. Es zielt nicht darauf ab, den arteriellen Druck direkt zu senken, sondern soll als natürlicher Anstoß zur Verbesserung der körpereigenen Blutdruckregulation dienen.

Blutdruckschwankungen im Alltag erkennen und kontrollieren

Blutdruckschwankungen sind im Alltag normal, da sich der Blutdruck laufend an das anpasst, was wir gerade tun. Problematisch wird es jedoch, wenn schwankender Blutdruck innerhalb von Minuten auftritt oder extrem starke Blutdruckschwankungen dauerhaft auffallen. Dann können Symptome wie Schwindel, Zittern, Kopfschmerzen und Benommenheit auftreten.

Ursachen von Blutdruckschwankungen

Die häufigsten Ursachen für Blutdruckschwankungen sind:

  • Kreislauf und Alltag: Lagewechsel, Sport oder schweres Essen
  • Medikamente & Stimulanzien: Blutdrucksenker, Entwässerungsmittel, Antidepressiva, Koffein und Alkohol
  • Wetter & Temperatur: Hitze lässt den Blutdruck sinken, Kälte treibt ihn hoch
  • Biorhythmus: Schlafmangel oder ein verschobener Tagesrhythmus
  • Krankheiten & Hormonlage: Schilddrüse, Herz, Nieren, Hormone
  • Hormone, Emotionen & Stress: Hormonelle Umstellungen und psychische Belastungen

Blutdruckmessung zu Hause

Wer seinen Blutdruck regelmäßig überprüft, kann Blutdruckschwankungen erkennen und richtig einordnen. Der ideale Zeitpunkt zum Messen ist morgens (vor dem Frühstück) und abends (vor dem Schlafengehen), am besten immer zur gleichen Uhrzeit. Digitale Geräte mit Speicherfunktion und Datenübertragung an eine App können dabei helfen, ein übersichtliches Blutdruckprofil zu erstellen.

Was tun bei Blutdruckschwankungen im Alltag?

  • Ernährung & Trinken: Regelmäßige, ausgewogene Mahlzeiten und ausreichend trinken
  • Ruhig bleiben bei Spitzen: Durchatmen, Reize reduzieren, Gedanken sortieren
  • Was tun bei Abfall? Beine hochlegen, frische Luft schnappen und langsam ein Glas Wasser trinken
  • Langfristig: Konstanter Tagesrhythmus, regelmäßige Bewegung, achtsame Ernährung und kleine Pausen für sich selbst

Wann zum Arzt?

Bei häufigem Schwindel, anhaltenden Kopfschmerzen, Herzstolpern oder Taubheitsgefühlen ist ärztlicher Rat angesagt. Auch Ausstrahlungen in Brust, Nacken oder Arm sollten nicht ignoriert werden. Gleiches gilt, wenn der Blutdruck dauerhaft zu hoch oder zu niedrig bleibt - trotz gesunder Lebensweise.

Aldosteron und Bluthochdruck

Aldosteron ist ein Hormon, das den Wasser- und Salzhaushalt reguliert und dadurch den Blutdruck beeinflusst. Ein Überschuss an Aldosteron im Blut kann zu Bluthochdruck führen.

Hyperaldosteronismus

Hyperaldosteronismus bezeichnet einen Zustand, in dem die Nebennierenrinden zu viel Aldosteron ausschütten. Dies kann durch eine Überfunktion beider Nebennierenrinden (bilaterale Hyperplasie), einen gutartigen Tumor in einer der Nebennieren (Aldosteron produzierendes Adenom) oder sehr selten durch eine genetische Veränderung verursacht werden.

Diagnose und Behandlung

Der Verdacht auf einen primären Hyperaldosteronismus ergibt sich vor allem dann, wenn ein stark ausgeprägter Bluthochdruck mit den gängigen blutdrucksenkenden Medikamenten nicht kontrolliert werden kann. Zusätzliche mögliche Symptome sind gesteigerter Harndrang, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Muskelschwäche oder -krämpfe und Herzklopfen.

Zur Diagnose werden Blut- und Urinuntersuchungen, ein Kochsalzbelastungstest und bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT) der Nebennieren eingesetzt.

Die Behandlung hängt davon ab, ob eine Hyperplasie oder ein Tumor vorliegt. Ein Tumor lässt sich in der Regel operativ entfernen. In den anderen Fällen ist eine medikamentöse Behandlung mit Aldosteron-Antagonisten erforderlich.

Stressbedingter Bluthochdruck vermeiden

Neben den genannten Behandlungsansätzen ist es wichtig, stressbedingtem Bluthochdruck vorzubeugen. Dazu gehört, die Stressquellen im Alltag zu identifizieren und zu reduzieren, regelmäßige Auszeiten zu nehmen, Entspannung mit körperlicher Aktivität zu verbinden und sich gesund und ausgewogen zu ernähren.

Der Zusammenhang zwischen Nackenmuskulatur und Blutdruck

Ein internationales Forscherteam hat entdeckt, dass Probleme mit den Nackenmuskeln den Blutdruck in die Höhe treiben können. Die Muskeln sind mit einem Gehirnareal verbunden, das eine der zentralen Kontrollstellen für autonome Funktionen wie Blutdruck, Atmung und Herzschlag beeinflusst. Ungewöhnliche Signale von der Muskulatur, etwa aufgrund einer Verspannung oder einer Verletzung, können sich daher auch auf den Blutdruck auswirken.

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