Krebserkrankungen können vielfältige neurologische Symptome verursachen, die das gesamte Nervensystem betreffen können. Die Häufigkeit und Art dieser Symptome hängen stark von der Art des Tumors ab. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die neurologischen Auswirkungen von Krebs, einschließlich Ursachen, Diagnoseverfahren und Behandlungsoptionen.
Häufigkeit und Betroffene Bereiche des Nervensystems
Die neurologischen Symptome, die durch eine Krebserkrankung hervorgerufen werden, können sämtliche Bereiche des Nervensystems betreffen. Die Häufigkeit dieser Symptome hängt von der Art des Tumors ab.
Ursachen neurologischer Symptome bei Krebs
Neurologische Symptome bei Krebs können verschiedene Ursachen haben:
- Direkte Tumorausbreitung: Tumoren können direkt in das Gehirn, das Rückenmark oder die Nerven eindringen und diese schädigen.
- Metastasierung: Krebszellen können sich von einem Primärtumor lösen und über den Blutkreislauf oder das Lymphsystem in das Gehirn streuen, wo sie Hirnmetastasen bilden. Hirnmetastasen sind im Erwachsenenalter häufiger als primäre Tumoren des Gehirns.
- Paraneoplastische Syndrome: In manchen Fällen produziert der Tumor Eiweiße, die normalerweise nur im Nervensystem vorkommen. Durch die normale Immunreaktion gegen Tumorgewebe kommt es zur Bildung von zytotoxischen Immunzellen sowie Autoantikörpern. Diese greifen nicht nur den Tumor an, sondern reagieren auch gegen das natürlich im Nervensystem vorkommende Eiweiß und können dadurch Nervenzellen zerstören.
- Nebenwirkungen der Krebsbehandlung: Chemotherapie, Strahlentherapie und andere Krebsbehandlungen können das Nervensystem schädigen und neurologische Symptome verursachen.
- Krebserkrankung selbst: Eine Krebserkrankung selbst Ursache für eine Polyneuropathie sein, wenn es zu einer Vermehrung bestimmter Eiweißstoffe im Blut kommt (Paraproteinämie) und diese sich in und um die Nerven ablagern und so zu einer Nervenschädigung führen.
Risikofaktoren für paraneoplastische Syndrome
Da die paraneoplastischen neurologischen Symptome auf dem Boden einer Krebserkrankung entstehen, gelten die dafür typischen Risikofaktoren. Dazu zählt vor allem Nikotinkonsum, nachrangig auch bestimmte Virusinfektionen.
Arten von neurologischen Symptomen
Die neurologischen Symptome bei Krebs können vielfältig sein und hängen von der Lokalisation und Art der Schädigung des Nervensystems ab. Einige häufige Symptome sind:
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- Kopfschmerzen: Anhaltende, starke Kopfschmerzen, die sich im Laufe der Zeit verschlimmern und oft von Übelkeit und Erbrechen begleitet sind, können ein Anzeichen für einen Hirntumor oder Hirnmetastasen sein. Typischerweise treten diese Kopfschmerzen während der Nacht oder in den frühen Morgenstunden auf und bessern sich zunächst im Lauf des Tages. Sie lassen sich durch normale Schmerzmittel nur kurz oder gar nicht beeinflussen und nehmen zu, wenn der Betroffene liegt.
- Neurologische Funktionsstörungen: Lähmungen, Schwäche, Koordinationsstörungen, Gangstörungen und Gleichgewichtsstörungen können auftreten, wenn Tumoren oder Metastasen Nervenbahnen im Gehirn, Rückenmark oder in den peripheren Nerven schädigen.
- Kognitive Störungen: Gedächtnisprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, Verwirrtheit, Persönlichkeitsveränderungen und Wesensänderungen können auf eine Schädigung des Gehirns durch Tumoren, Metastasen oder paraneoplastische Syndrome hindeuten. Bei der limbischen Enzephalitis kommt es zu Störungen des Gedächtnisses, Konzentration und Wesensänderungen, häufig auch zu psychiatrischen Auffälligkeiten und epileptischen Anfällen.
- Sprachstörungen: Schwierigkeiten beim Sprechen, Verstehen von Sprache oder Finden der richtigen Worte können auftreten, wenn Sprachzentren im Gehirn betroffen sind.
- Sensibilitätsstörungen: Taubheitsgefühle, Kribbeln, Brennen, Schmerzen oder ein Verlust der Berührungsempfindung in Händen, Füßen oder anderen Körperteilen können durch Schädigungen der peripheren Nerven verursacht werden (Polyneuropathie).
- Sehstörungen: Verschwommenes Sehen, Doppelbilder, Gesichtsfeldausfälle oder andere Sehstörungen können auftreten, wenn der Sehnerv oder andere Teile des visuellen Systems betroffen sind. Sehstörungen werden nicht selten durch eine neuropathische Affektion der Sehmuskeln verursacht.
- Hörstörungen: Hörverlust, Tinnitus oder andere Hörstörungen können auf eine Schädigung des Hörnervs oder anderer Teile des auditorischen Systems hindeuten.
- Krampfanfälle: Epileptische Anfälle können als Folge von Hirntumoren oder Metastasen auftreten, die die elektrische Aktivität des Gehirns stören. Etwa 20 Prozent der von einem Gehirntumor Betroffenen erleiden ohne Vorwarnung, das heißt aus völligem Wohlbefinden heraus, epileptische Anfälle.
- Müdigkeit und Bewusstseinsstörungen: Müdigkeit, Schläfrigkeit, Verwirrtheit oder Bewusstseinsverlust können auf eine schwere Schädigung des Gehirns oder des Nervensystems hindeuten.
Spezifische Symptome bei paraneoplastischen Syndromen
Die Beschwerden hängen von der Art des zugrunde liegenden paraneoplastischen Syndroms ab. Bei der paraneoplastischen Kleinhirndegeneration stehen Ataxie, Gangstörungen und Veränderungen der Augenbeweglichkeit im Vordergrund. Bei der subakuten sensorischen Neuronopathie dominiert ein Ausfall des Lagesinns mit schwerer Beeinträchtigung von Gehfähigkeit und Motorik.
Polyneuropathie (PNP)
Viele von Krebs betroffene Menschen kennen das unangenehme Gefühl: Hände und Füße kribbeln oder sind taub und oft durchzucken Schmerzen wie kleine Stromstöße die Gliedmaßen. Dies ist ein Anzeichen für eine Polyneuropathie, die als Folge einer Chemo- oder Strahlentherapie auftreten kann. Eine Polyneuropathie (PNP) ist eine Erkrankung, die das periphere Nervensystem schädigt. Sie betrifft also die Nerven außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks. Dadurch können Reize nicht oder nur eingeschränkt an das zentrale Nervensystem weitergeleitet werden.
Die Symptome der Polyneuropathie (PNP) zeigen sich hauptsächlich in Händen und Füßen. Sie äußern sich auf unterschiedliche Weise und können in der Ausprägung von Person zu Person schwanken. Viele Betroffene beklagen zunächst Schmerzen und Gefühlsstörungen in den Fußsohlen oder Fingerspitzen, die sich strumpf- und handschuhartig ausdehnen können. Auch kann es zu Taubheitsgefühlen -oder genau gegenteilig- zu Kribbeln in den Gliedmaßen kommen.
Mögliche Symptome einer Polyneuropathie:
- Schmerzen: Die betroffenen Körperregionen können ein brennendes Schmerzgefühl auslösen.
- Sensibilitätsverlust: Es kann zu einem Verlust der Berührungsempfindung kommen.
- Schwäche und Muskelschwund: Die Polyneuropathie kann zu Schwäche, Kraftlosigkeit und Muskelschwund, sowie Bewegungseinschränkungen führen.
- Gang- und Gleichgewichtsstörungen: Aufgrund der beeinträchtigten Sensorik und Motorik kann es zu Problemen mit Gleichgewicht, Koordination und unsicherem Gang kommen.
Durch eine Polyneuropathie bedingte Beschwerden können jederzeit auftreten. Häufig entwickelt sich eine Polyneuropathie (CIPN) schleichend, jedoch berichten einzelne Betroffene schon nach der ersten Gabe des Wirkstoffes von Missempfindungen. Die Ausprägung der Polyneuropathie ist von Mensch zu Mensch individuell. Sie wird unterschiedlich wahrgenommen und hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Aus diesem Grund ist nicht vorhersehbar, ob die Polyneuropathie im Laufe der Zeit wieder abklingt. Im günstigsten Fall handelt es sich um akute Beschwerden, die nach erfolgreicher Beendigung der Therapie innerhalb einiger Monate vollständig abklingen.
Wird die Krebstherapie mit dem auslösenden Wirkstoff trotz auftretender Beschwerden unverändert fortgesetzt, ist es eher wahrscheinlich, dass die Polyneuropathie sich von Behandlung zu Behandlung verstärkt.
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Diagnose neurologischer Symptome bei Krebs
Die Diagnose neurologischer Symptome bei Krebs umfasst in der Regel eine Kombination aus:
- Anamnese und neurologische Untersuchung: Der Arzt wird die Krankengeschichte des Patienten erheben, einschließlich der Krebserkrankung und der aktuellen Symptome. Eine neurologische Untersuchung wird durchgeführt, um die Funktion des Nervensystems zu beurteilen.
- Bildgebende Verfahren: MRT (Magnetresonanztomographie) und CT (Computertomographie) des Gehirns, des Rückenmarks oder anderer betroffener Bereiche können Tumoren, Metastasen oder andere strukturelle Veränderungen des Nervensystems sichtbar machen. Die Computertomographie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung, die den Körper im Querschnitt zeigt und darüber informiert, wo der Tumor sich befindet und wie groß er ist.
- Liquoruntersuchung: Bei Verdacht auf eine Beteiligung der Hirnhäute oder des Rückenmarks kann eine Liquorpunktion durchgeführt werden, um das Nervenwasser auf Tumorzellen oder Entzündungszeichen zu untersuchen. Bei einigen Hirntumoren (etwa dem Medulloblastom) können sich Tumorzellen ablösen und über den Liquorraum im Rückenmarkkanal verteilen.
- Elektrophysiologische Untersuchungen: Elektromyographie (EMG) und Elektroneurographie (ENG) können durchgeführt werden, um die Funktion der Nerven und Muskeln zu beurteilen und eine Polyneuropathie zu diagnostizieren. Zudem können Messungen der Nervenleitgeschwindigkeit anhand einer Elektroneurografie (ENG) und die Elektromyografie (EMG) zur Messung der elektrischen Aktivität im Muskel erfolgen.
- Blutuntersuchungen: Bei Verdacht auf ein paraneoplastisches Syndrom muss nach bestimmten Antikörpern in Blut und Nervenwasser gesucht werden. Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über Mängel, die zu einer Schädigung der Nerven führen können, denn insbesondere die Vitamine B1, B6 und B12 spielen eine wichtige Rolle bei der Versorgung Ihrer Nervenzellen. Auch Vitamin C, E und Vitamin D sollten überprüft werden, sowie ein möglicher Mangel an Spurenelementen und Mineralstoffen.
- Biopsie: In einigen Fällen kann eine Biopsie des Tumors oder des betroffenen Nervengewebes erforderlich sein, um die Diagnose zu bestätigen und die Art des Tumors zu bestimmen.
Diagnose von paraneoplastischen Syndromen
Beim kleinsten Hinweis auf ein paraneoplastisches neurologisches Syndrom sollte die Suche nach Antikörpern gegen Hu, Yo, Ri, Ma2, CV2, Amphiphysin und ggf. weitere erfolgen. Die Kombination aus Antikörpern und klinischen Beschwerden zeigt oft bereits den Tumor an. So ist die Kombination aus Yo-Antikörpern und einer Kleinhirndegeneration bei Frauen nahezu immer mit einem Ovarial-Karzinom vergesellschaftet, während bei Rauchern mit Hu-Antikörpern und einer limbischen Enzephalitis nahezu immer ein kleinzelliges Bronchialkarzinom vorliegen dürfte.
Behandlung neurologischer Symptome bei Krebs
Die Behandlung neurologischer Symptome bei Krebs zielt darauf ab, die Ursache der Symptome zu behandeln, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Die Behandlung kann folgende Maßnahmen umfassen:
- Tumorentfernung: Wenn möglich, sollte der Tumor operativ entfernt werden. Am wichtigsten sind die frühe Erkennung des zugrunde liegenden Tumors und dessen komplette Entfernung. Eine (neuro-)chirurgische Entfernung der Metastasen kommt nicht für alle Betroffenen infrage: Würde zu viel Gehirn geschädigt, wäre die Lebensqualität so beeinträchtigt, dass der Nutzen in keinem Verhältnis zum Schaden stünde. Auch Patientinnen und Patientinnen, deren Krebserkrankung insgesamt sehr fortgeschritten ist, profitieren eher selten von einer Operation. Eine Ausnahme davon: wenn die Operation der Gehirnmetastasen zwar die Krankheit nicht aufhält, aber belastende Symptome und Beschwerden deutlich gelindert werden können.
- Strahlentherapie: Die Bestrahlung des Tumors oder der Metastasen kann dazu beitragen, das Wachstum zu kontrollieren und die Symptome zu lindern. Das Gewebe des Gehirns - auch das gesunde - reagiert sehr empfindlich auf eine Bestrahlung. Eine Strahlentherapie kommt daher nur infrage, wenn der Nutzen die Nebenwirkungen überwiegt.
- Chemotherapie: Chemotherapie kann eingesetzt werden, um Krebszellen im ganzen Körper zu bekämpfen, einschließlich derjenigen, die sich in das Gehirn oder das Nervensystem ausgebreitet haben. Allerdings sprechen nicht alle Krebsarten gleich gut auf eine Chemotherapie an. Ein besonderes Problem: Da das Gehirn sehr gut vor äußeren Einflüssen geschützt ist, gelangen nur einige Chemotherapie-Medikamente in ausreichender Dosierung bis zu den Metastasen.
- Immuntherapie: Immuntherapie kann eingesetzt werden, um das Immunsystem des Körpers zu aktivieren, Krebszellen zu bekämpfen.
- Zielgerichtete Therapie: Zielgerichtete Medikamente greifen Tumorzellen sozusagen an ihren Schwachpunkten an, in denen sie sich von gesunden Zellen unterscheiden. Einige dieser Substanzen blockieren Stoffwechselwege, die für das Krebswachstum wichtig sind.
- Immunsuppressiva: Bei paraneoplastischen Syndromen können Immunsuppressiva wie Cortison, therapeutische Apherese oder humane Immunglobuline eingesetzt werden, um die Autoimmunreaktion zu unterdrücken. Oft reicht das aber für die neurologischen Beschwerden nicht aus, da sich ein immunologischer Angriff auf das Nervensystem verselbstständigen kann. Entscheidend ist der frühe Beginn dieser Behandlung, da bereits irreversibel zerstörtes Nervengewebe nicht zurückgewonnen werden kann.
- Symptomatische Behandlung: Medikamente können eingesetzt werden, um Schmerzen, Krampfanfälle, Übelkeit, Erbrechen und andere Symptome zu lindern. Wichtige Medikamente gegen diese Hirnödeme sind Kortikosteroide ("Kortison", meist Dexamethason). Normalerweise kann man sie als Tablette einnehmen, unter Umständen auch als Injektion oder Infusion. Je nach Beschwerden kommen noch hinzu: Schmerzmedikamente Antiepileptika, also Medikamente gegen Krampfanfälle Mittel zur Beruhigung, gegen Depressionen oder andere Folgen der Hirnmetasten auf die Psyche und das Verhalten eventuell Arzneimittel zur Verhinderung von Thrombosen, also Blutgerinnseln, im Gehirn
- Rehabilitation: Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie können eingesetzt werden, um die Funktion des Nervensystems zu verbessern und die Lebensqualität des Patienten zu erhalten oder zu verbessern. Krebspatient*innen mit Taubheitsgefühlen an Füßen und Händen können mithilfe von Physiotherapie, Ergotherapie und Elektrotherapie oder Bädern behandelt werden. Besonders wichtig ist ausreichende Bewegung, wobei das Gewebe wird unterschiedlichen Reizen ausgesetzt wird, sodass sich die Nervenfunktion in den Gliedern erholen kann. Das so genannte Funktionstraining, welches Balanceübungen, sensomotorisches Training, Koordinationstraining, Vibrationstraining und auch Feinmotorikertraining umfasst, hat sich Studien zwecks Symptomlinderung positiv hervorgetan.
- Psychologische Unterstützung: Psychologische Beratung und Unterstützung können Patienten und ihren Familien helfen, mit den emotionalen und psychologischen Auswirkungen der Krebserkrankung und der neurologischen Symptome umzugehen.
Behandlung der Chemotherapie-induzierten Polyneuropathie (CIPN)
Die eigentliche Ursache, also die nervenschädigende Wirkung der Therapie lässt sich nicht behandeln. Aktuell ist kein Medikament verfügbar, um die Nerven während der Therapie zu schützen. Um die Symptome der Polyneuropathie zu mildern oder eine dauerhafte Chemotherapie-induzierte Neuropathie (CIPN) zu vermeiden, ist es wichtig, bereits frühzeitig zu reagieren und Maßnahmen einzuleiten. Dies kann beispielsweise eine Dosisreduktion Ihres Medikamentes nötig machen. Hier ist Ihr onkologisches Behandlungsteam Ansprechpartner erster Wahl.
Entscheidend für den Verlauf der Polyneuropathie ist die frühzeitige Behandlung Ihrer Beschwerden. aus der Gruppe der Antikonvulsvia (Epilepsie-Medikamente, wie z.B. aus der Gruppe der Antidepressiva (z.B. Bei gelegentlich auftretenden Schmerzen können in Absprache mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Arzt Analgetika (z.B. Bitte beachten Sie: Die medikamentöse Behandlung kann Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen auslösen. Ein Wundermittel gegen Polyneuropathie gibt es leider nicht.
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Einige Studien belegen die Wirksamkeit von sogenannter Kryotherapie während der Chemotherapie. Das bedeutet, während der Therapie tragen die Betroffenen Kältehandschuhe und -strümpfe. Eine weitere Möglichkeit ist die mechanische Kompression mit Operationshandschuhen, die den gleichen Zweck verfolgt.
Üben Sie genau das, was möglicherweise durch die Neuropathie schlechter wird: Gleichgewicht und Koordination, aber auch Sensorik und Motorik. Haben Sie schon einmal von SENSI Bädern gehört? SENSI-Bäder dienen der Stimulierung Ihrer Nerven durch das Setzen verschiedener Reize. Sie können beispielweise in Schüsseln mit Linsen, Tannenzapfen, Watte, etc.
Bewegung hilft vielen Betroffenen besser mit den Nervenschmerzen zurechtzukommen. Besonders nützlich sind Übungen und Bewegungsformen, die Gleichgewicht und Koordination schulen, also beispielsweise Qi Gong, Tai Chi oder Yoga. Aber auch Laufen oder Nordic Walking wirkt sich positiv auf Ihr Gangbild aus.
Hilfreiche Maßnahmen im Alltag bei Polyneuropathie
- Langes und häufiges Stehen vermeiden.
- Kälte vermeiden: Patient*innen, die mit Probleme mit Kältereizen haben, sollten sich nicht zu lange in kalten Räumen oder bei kaltem Wetter draußen aufhalten, ohne sich entsprechend zu schützen. Dazu gehört vor allem das Oxaliplatin. Diese Beschwerden sind durchaus durch Temperaturschwankungen modifizierbar, wobei eine wärmere Umgebung üblicherweise als durchaus angenehm empfunden wird.
- Für einen guten Stand sorgen: Um sich sicher fortzubewegen, sollten Vorkehrungen wie festes Schuhwerk oder eine Gehhilfe getroffen werden.
- Verletzungen und Infektionen vorbeugen: Verletzungen, wie Schnittwunden oder Verbrennungen an Händen und Füßen werden später oder gar nicht wahrgenommen, wenn das Empfinden an diesen Stellen stark eingeschränkt ist.
- Ohrgeräusche minimieren: Wer bei lauten Geräuschen an Tinnitus leidet, sollte laute Umgebungen meiden.
Prognose
Die Prognose neurologischer Symptome bei Krebs hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Art und des Stadiums der Krebserkrankung, der Art und Schwere der neurologischen Symptome und der Wirksamkeit der Behandlung. Entscheidend sind der frühe Beginn der Behandlung und die Tumorentfernung. Lässt sich dadurch der paraneoplastische Autoimmunprozess stoppen, besteht eine gute Prognose. Allerdings behalten nahezu alle Patienten unterschiedlich starke Beschwerden zurück, da oft schon in einem frühen Stadium der Erkrankung ein irreversibler Schaden im Nervensystem eingetreten ist. Der überwiegende Teil des im Nervensystem entstandenen Schadens durch Untergang von Nervenzellen ist irreversibel, dadurch sind etliche Patienten auf Unterstützung wie einen Rollstuhl angewiesen.
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