Krähen und Tauben können im Garten und auf dem Balkon zur Last werden. Lärm, Vogelkot und Schäden an Pflanzen sind oft die Folge. Glücklicherweise gibt es zahlreiche tierfreundliche Methoden, um diese Vögel zu vertreiben, ohne ihnen zu schaden. Dieser Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Überblick über bewährte Strategien und gibt Ihnen wertvolle Tipps an die Hand, um Ihr Eigentum zu schützen.
Krähen vertreiben: Clevere Strategien für den Garten
Krähen sind intelligente und hartnäckige Vögel, die sich schnell an eine Umgebung anpassen, wenn sie dort Vorteile finden. Um Krähen effektiv zu vertreiben, ist es wichtig, ihnen die Anreize zu nehmen und ihnen den Aufenthalt in Ihrem Garten unattraktiv zu machen.
Futterquellen eliminieren
Der wichtigste Schritt bei der Krähenabwehr ist die Beseitigung von Futterquellen.
- Kompost abdecken: Ein offener Komposthaufen ist ein gefundenes Fressen für Krähen. Decken Sie ihn daher immer gut ab.
- Mülltonnen verschließen: Krähen sind schlau und können Mülltonnen öffnen oder umwerfen, um an den Inhalt zu gelangen. Beschweren Sie den Deckel mit einem Stein oder verwenden Sie Mülltonnen mit einem sicheren Verschluss.
- Fallobst entfernen: Lassen Sie kein Fallobst im Garten liegen, da es Krähen anlockt.
- Vogelfutter schützen: Wenn Sie im Winter Vögel füttern, stellen Sie sicher, dass das Futter nur für kleine Vögel zugänglich ist und dass heruntergefallenes Futter regelmäßig entfernt wird.
Den Lebensraum unattraktiv gestalten
Krähen bevorzugen helle und ruhige Plätze. Durch die Reduzierung der Beleuchtung im Außenbereich und die Schaffung einer unruhigen Umgebung können Sie Ihren Garten für Krähen weniger attraktiv machen.
- Beleuchtung reduzieren: Schalten Sie nachts das Licht im Garten aus oder verwenden Sie Bewegungsmelder, die das Licht nur bei Bedarf einschalten.
- Reflektoren einsetzen: Windspiele, Windräder oder aufgehängte CDs erzeugen Lichtreflexe und Bewegungen, die Krähen abschrecken.
- Haustiere: Hunde und Katzen im Garten können Krähen ebenfalls vertreiben, da diese Orte meiden, an denen sie nicht zur Ruhe kommen können.
Hindernisse schaffen
Vogelspikes und Netze können effektiv verhindern, dass Krähen auf bestimmten Flächen landen oder an Pflanzen gelangen.
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- Vogelspikes: Bringen Sie Vogelspikes auf Zäunen, Fensterbänken oder anderen bevorzugten Landeplätzen an.
- Vogelnetze: Schützen Sie Beete, Sträucher oder Obstbäume mit Vogelnetzen. Achten Sie darauf, dass die Maschenweite groß genug ist (ca. 10 cm), damit Singvögel weiterhin an Insekten gelangen können.
Zusätzliche Hilfsmittel
- Laserpointer: Ein Laserpointer kann verwendet werden, um Krähen schnell und einfach zu verscheuchen. Richten Sie den Laserstrahl in die Nähe der Krähen, um sie aufzuscheuchen.
- Abends vertreiben: Wenn Sie Krähen abends vertreiben, bleiben diese möglicherweise nicht die ganze Nacht.
Was nicht immer hilft
- Vogelattrappen: Krähen sind intelligent und gewöhnen sich schnell an starre Attrappen von Greifvögeln. Bewegliche Attrappen oder falsch herum aufgehängte Krähenattrappen können jedoch effektiver sein.
- Ultraschall-Vogelschrecks: Die Wirksamkeit von Ultraschallgeräten ist umstritten, da sich Krähen oft auch an diese Geräte gewöhnen.
Tauben vertreiben: Sanfte Methoden für Balkon und Terrasse
Tauben können auf Balkonen und Terrassen zu einer echten Plage werden. Ihr Kot ist nicht nur unansehnlich, sondern kann auch gesundheitsschädlich sein und Materialien angreifen. Glücklicherweise gibt es viele tierfreundliche Methoden, um Tauben zu vertreiben.
Grundlegende Maßnahmen
- Essensreste entfernen: Lassen Sie keine Krümel oder Essensreste auf dem Balkon oder der Terrasse liegen, da diese Tauben anlocken.
- Nester entfernen: Entfernen Sie regelmäßig Taubennester, um die Population einzudämmen. Beachten Sie jedoch die Tierschutzbestimmungen und informieren Sie sich über die Art der Taube, bevor Sie ein Nest entfernen.
- Reinigung: Entfernen Sie Taubenkot möglichst rasch mit heißem Wasser, Spachtel und Haushaltsessig. Tragen Sie dabei Gummihandschuhe und eine Feinstaubmaske.
Abschreckungsmittel
- Optische Abschreckung:
- Rabenattrappe: Ein schwarzer Rabe aus Kunststoff kann Tauben abschrecken. Platzieren Sie die Attrappe gut sichtbar und wechseln Sie regelmäßig ihren Standort, damit sich die Tauben nicht daran gewöhnen.
- Reflektierende Gegenstände: Hängen Sie CDs, DVDs oder Streifen aus Alufolie auf, um Reflexionen zu erzeugen, die Tauben stören.
- Windspiele und Flatterbänder: Diese bringen Bewegung in den Garten oder auf den Balkon. Tauben mögen keine unvorhersehbaren Bewegungen oder störende Geräusche und meiden dann die Orte.
- Mechanische Abschreckung:
- Vogelnetze: Spannen Sie Vogelnetze auf, um zu verhindern, dass Tauben landen können.
- Abwehrspikes: Befestigen Sie Abwehrspikes auf Fenstersimsen, Geländern oder Dächern, um Tauben am Niederlassen zu hindern. Achten Sie darauf, dass die Spikes aus Kunststoff sind, um Verletzungen zu vermeiden.
- Abgeschrägte Oberflächen: Bauen Sie abgeschrägte Oberflächen ein, da Tauben auf glatten oder schrägen Oberflächen kaum Halt finden.
- Akustische Abschreckung:
- Glöckchen aufhängen: Durch den Wind schlagen die Glöckchen an und sollen die Tauben vergrämen.
- Akustische Abwehrsysteme: Diese Systeme imitieren Schreie von Raubvögeln oder Hundegebell. Beachten Sie jedoch, dass sich Tauben daran gewöhnen können und solche Geräte in Wohngebieten zu Problemen mit den Nachbarn führen können.
Zusätzliche Tipps
- Eigene Haustiere einsetzen: Wer einen Hund oder eine Katze hat, kann den Tieren etwas mehr Auslauf im Garten oder auf dem Balkon gewähren.
- Professionelle Hilfe: Bei einer starken Taubenplage kann es sinnvoll sein, sich an die Stadtverwaltung oder eine Tierschutzorganisation zu wenden.
Unerwünschte Methoden
Der Deutsche Tierschutzbund lehnt Mittel wie Netze oder Spikes ab, da diese oft ineffektiv sind und zu Verletzungen oder sogar zum Tod der Tiere führen können. Auch der Einsatz von Gewalt, etwa das Töten durch vergiftetes Futter, ist inakzeptabel.
Vogelabwehr im Garten: Allgemeine Tipps
Neben Krähen und Tauben können auch andere Vögel im Garten lästig werden. Hier sind einige allgemeine Tipps zur Vogelabwehr:
- Akustische Maßnahmen: Ultraschallgeräte oder Vogelschreckpatronen können eingesetzt werden, um Vögel zu vertreiben. Beachten Sie jedoch, dass sich Nachbarn davon gestört fühlen können und Vogelschreckpatronen in Deutschland nur von Besitzern eines Munitionserwerbsscheins verwendet werden dürfen.
- Mechanische Maßnahmen: Vogelschutznetze können über Beete, Rasenflächen oder Obstbäume gespannt werden, um Vögel fernzuhalten.
- Optische Maßnahmen: Vogelscheuchen, Attrappen von Raubvögeln oder reflektierende Gegenstände können Vögel abschrecken.
- Nahrungsangebot verknappen: Achten Sie darauf, keine Essensreste im Garten liegen zu lassen, den Komposthaufen abzudecken und Vögel nicht zu füttern.
Biologische Schädlingsbekämpfung
- Ibisio von Bayer: Das biologische Repellent enthält als Wirkstoff Oleoresin, ein Extrakt aus schwarzen Pfefferbeeren. Das Produkt soll frisch gesäte Samenkörner vor Krähen, Tauben und anderen Vogelarten schützen.
- Ecovelex von Corteva: Das neue Repellent besteht aus natürlichen Terpenen. Das sind organische Substanzen in vielen Pflanzen. Sie beeinflussen den Geruchssinn der Vögel und schmecken unangenehm, was abschreckt. So ziehen Tauben und Krähen weiter. Das Repellent lässt sich auch im Ökolandbau nutzen.
Rechtliche Aspekte
Alle europäischen Vogelarten unterliegen der EU-Vogelschutzrichtlinie. In Deutschland ist es jedoch erlaubt, tierschutzgerechte Fortpflanzungsregulationen bei verwilderten Stadttauben durchzuführen. Die Jagd auf Rabenkrähen ist in einigen Bundesländern unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt.
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