Wenn Menschen von einem geschwollenen oder dicken Hals sprechen, meinen sie oft unterschiedliche Dinge. Sind außen am Hals Knoten tastbar, handelt es sich häufig um geschwollene Lymphknoten. Nimmt der Halsumfang allmählich zu, kann zum Beispiel die Schilddrüse vergrößert sein. Fühlt sich der Hals innen geschwollen an, etwa mit Schluckbeschwerden, kommt unter anderem eine Halsentzündung oder eine Allergie als Auslöser infrage. Hinter Halsschwellungen können viele Gründe stecken. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von geschwollenen Lymphknoten am Hals.
Einführung in die Thematik
Lymphknoten sind ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems und spielen eine entscheidende Rolle bei der Abwehr von Infektionen und Krankheiten. Im menschlichen Körper finden sich durchschnittlich mehr als 500 Lymphknoten, die meistens eine Größe von fünf bis zehn Millimetern haben (in der Leiste oder im Kieferwinkel teilweise auch etwas größer). Sie sind für die Filterung der Lymphe und die Reifung und Vermehrung von Lymphozyten zuständig. Eine Schwellung der Lymphknoten am Hals ist ein häufiges Symptom, das viele verschiedene Ursachen haben kann. Es ist wichtig, die möglichen Ursachen zu kennen, um die richtige Diagnose zu stellen und die geeignete Behandlung einzuleiten.
Ursachen für geschwollene Lymphknoten am Hals
Zu einer Schwellung beziehungsweise Vergrößerung von Lymphknoten kann es aus den verschiedensten Ursachen kommen. Die folgende Liste nennt einige Beispiele, sie ist nicht vollständig:
Infektionen
Am häufigsten liegt eine Virusinfektion vor, die sich rasch bessert und zu einer Normalisierung der Lymphknotengröße führt. Atemwegsinfektionen können die Lymphknoten am Hals anschwellen lassen. Sie treten dann hervor und schmerzen. Schluckbeschwerden, eine „kloßige“ Sprache und Fieber können weitere Indizien sein. Auch eine Mandelentzündung kann als Folge entzündete und schmerzende Lymphknoten am Hals verursachen.
Manche Infektionen sind harmlos und bessern sich von selbst. Andere müssen behandelt werden. Auch vermeintlich „alte“ Erkrankungen wie die Tuberkulose oder auch die Syphilis sollten unter Umständen in Betracht gezogen werden.
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Krebserkrankungen
Verschiedene Krebserkrankungen können zu Lymphknotenschwellungen führen. Sind Lymphknoten auffallend groß und hart, ohne dass sie schmerzhaft sind, kann dies beispielsweise hinweisend auf bösartige Erkrankungen sein. Tastbare Lymphknotenschwellungen können durch solide Tumore (zum Beispiel Brustkrebs, Kopf-Hals-Tumore, Magenkrebs) verursacht werden und erfordern eine umfangreiche Diagnostik (u.a. radiologische und sonographische Bildgebung oder auch endoskopische Untersuchungen). Definitionsgemäß mit Lymphknotenschwellungen gehen verschiedene hämatologische Erkrankungen wie Lymphknotenkrebs (Hodgkin-Lymphom oder Non-Hodgkin-Lymphome) oder unterschiedliche Arten von Blutkrebs (Leukämie) einher.
Vergrößerte Schilddrüse
Der Hals kann dicker aussehen, sozusagen geschwollen wirken, weil die Schilddrüse vorne am Hals vergrößert ist. Sie liegt unterhalb des Kehlkopfes. Oft vergrößert sich die Schilddrüse langsam. Eventuell fällt als Erstes auf, dass der Hemdkragen nicht mehr zugeknöpft werden kann. So ein Kropf ist nicht unbedingt gefährlich, sollte aber untersucht werden. Hinter einer Schilddrüsenvergrößerung können verschiedene Schilddrüsenerkrankungen stecken. Die Schilddrüse kann sich auch nach innen vergrößern und Symptome wie ein Druckgefühl im Hals verursachen.
Allergie
Manche Menschen reagieren allergisch auf bestimmte Nahrungsmittel, Medikamente oder Insektenstiche. Das kann zu plötzlichen Hautschwellungen mit Juckreiz und Hautrötungen führen. Äußerlich ist der Hals in der Regel nicht sichtbar verdickt. Er kann jedoch in schweren Fällen innen anschwellen. So kommt es zu Symptomen wie einem Engegefühl, Schluckbeschwerden, Heiserkeit und Atemnot bis hin zum Kreislaufversagen. Ein solcher allergischer Schock ist ein Notfall.
Andere Ursachen
Weitere mögliche Ursachen für Halsschwellungen sind:
- Globusgefühl: Manche Menschen spüren ständig einen Kloß im Hals. Dafür kommen wiederum verschiedene Ursachen infrage, unter anderem ein Rückfluss von Magensaft oder psychische Auslöser.
- Atherom, Zyste oder Abszess: Ein Atherom zeigt sich als kleiner Knoten außen am Hals. Es entsteht durch eine verstopfte Talgdrüse. Zysten sind Hohlräume im Gewebe. Am Hals fallen sie manchmal als Schwellung auf. Ein Abszess ist ein mit Eiter gefüllter Hohlraum. Er kann innen im Hals entstehen, etwa bei einer Mandelentzündung. Betroffene haben oft starke Schluckbeschwerden, einen verstärkten Speichelfluss oder können den Mund kaum noch öffnen. Bildet sich ein Abszess in der Haut, wird er eventuell als schmerzhafte Schwellung sichtbar. Die Haut kann an dieser Stelle gerötet und erwärmt sein. Besteht der Verdacht auf einen Abszess innen im Hals oder außen, ist umgehend ärztlicher Rat gefragt.
- Schwellungen der Speicheldrüsen: Außen im Bereich von Ohr, Backe, Unterkiefer oder Hals entstehen oft durch eine Entzündung der Speicheldrüsen, etwa durch Bakterien oder Viren.
- Lipom: Ein Lipom fühlt sich an wie ein weicher, glatter, gut verschieblicher, schmerzloser Knubbel unter der Haut. Es handelt sich um Fettgewebsgeschwulst. Sie ist üblicherweise harmlos. Ein Lipom ist allerdings nicht immer eindeutig von einem vergrößerten Lymphknoten zu unterscheiden.
- Halszysten: Halszysten sind schleimgefüllte Überbleibsel der vorgeburtlichen Entwicklung. Mittlere (mediane) Halszysten hängen meist unter dem Zungenbein und bewegen sich beim Schlucken. Seitliche (laterale) Halszysten befinden sich am seitlichen Hals und fallen oft erst im Erwachsenenalter auf.
Einseitige Halsschmerzen und ihre Ursachen
Ob Mandelentzündung, Seitenstrangangina oder klassische Erkältung - manche Halsbeschwerden treten nur punktuell links bzw. rechts auf. Einseitig auftretende Halsbeschwerden können verschiedene Ursachen haben:
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- Virale oder bakterielle Infektionen: Hinter den meisten einseitigen Halsschmerzen stecken virale oder bakterielle Infektionen, die in der empfindlichen Hals- und Rachenschleimhaut lokale Entzündungsprozesse auslösen.
- Erkältung oder Rachenentzündung: Im Rahmen einer klassischen Erkältung sind einseitige Halsschmerzen nicht ungewöhnlich. Auch bei einer virusbedingten Rachenentzündung (Pharyngitis) können die Schmerzen nur einseitig auftreten.
- Stimmband- oder Kehlkopfentzündung (Laryngitis): Hinter einseitigen Halsschmerzen kann auch eine Stimmband- oder Kehlkopfentzündung stecken. Neben Erkältungsviren sind hier auch Verhaltens- und Umweltfaktoren wie Fehlbelastung der Stimme, trockene Luft, Rauchen oder eine Allergie als Auslöser denkbar.
- Seitenstrangangina: Wenn tief im hinteren Rachenbereich gelegene Lymphbahnen von Erregern befallen werden, entzündet sich die dortige Rachenwand und zeigt das charakteristische Bild einer Seitenstrangangina: rote, geschwollene Bereiche, häufig besetzt mit kleinen, weißen Pünktchen.
- Mandelentzündung: Stark schmerzhafte Halsbeschwerden können auch Anzeichen einer Mandelentzündung sein, die sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten kann. Klares, sichtbares Warnsignal dieser behandlungsbedürftigen Infektion: gerötete, geschwollene Mandeln und ein gelb-weißlicher Belag.
- Pfeiffersches Drüsenfieber: Ähnlich wie eine Mandelentzündung äußert sich das Pfeiffersche Drüsenfieber durch kräftige (teils einseitige) Halsschmerzen, Fieber, Schluckprobleme und vergrößerte Lymphknoten im Halsbereich.
- Abszess: Ein solcher Abszess ruft neben punktuellen, einseitigen Schmerzen eventuell auch Schluckbeschwerden, Druck im Ohrbereich oder Probleme, den Mund voll zu öffnen, hervor.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Eine Schwellung im Halsbereich kann völlig ungefährlich sein. Zum Beispiel schwellen die Lymphknoten am Hals manchmal bei einem leichten Infekt an, werden vorübergehend als kleine, schmerzhafte Knoten tastbar. Normalerweise schwellen sie nach etwa ein bis zwei Wochen wieder ab.
Es gibt allerdings auch zahlreiche ernste Ursachen für Schwellungen oder Knoten am Hals, die teilweise rasch behandelt werden müssen. Wer den Eindruck hat, dass sein Hals innen oder außen geschwollen sein könnte oder Knoten tastet, sollte sich deshalb im Zweifel immer ärztlich untersuchen lassen. So lässt sich klären, ob es sich um einen harmlosen Auslöser handelt oder eine Therapie ratsam ist.
Ärztlich untersucht werden sollten Lymphknoten am Hals vor allem dann, wenn die Schwellung schlecht verschiebbar oder schmerzlos ist, sich nicht zurückbildet oder zunimmt, wenn sie sich hart anfühlt oder eine auffällige Farbe hat.
Ein weiterer Grund für einen Besuch in der ärztlichen Praxis sind Beschwerden, die zusätzlich zur Halsschwellung auftreten und über erwartbare und gewohnte Erkältungsbeschwerden hinausgehen oder ungewöhnlich lange anhalten. Auch Halsschwellungen nach einem Unfall sollten untersucht werden.
Treten zusätzlich zu einer Halsschwellung Atembeschwerden auf, sollte die Notärztin oder der Notarzt gerufen werden (Telefon 112).
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Im Falle von starken Beschwerden wie Schmerzen oder dem Austreten von Eiter aus einem Lymphknoten ist es ratsam, sofort einen Arzt aufzusuchen.
Hält die Schwellung allerdings länger als drei Wochen an, sollte sie untersucht werden.
Diagnose von geschwollenen Lymphknoten am Hals
Um die Ursache von vergrößerten Lymphknoten am Hals abzuklären, können mehrere Untersuchungen nötig sein. Hier sind die Schritte, die Ärzte möglicherweise unternehmen:
- Anamnese: Am Anfang steht ein Gespräch. Die Krankengeschichte, Lebensalter, Begleitumstände und Beschwerden des Patienten sind wichtige Informationen für die Diagnose. Ein Gespräch hilft der Ärztin oder dem Arzt, die Entwicklung der Beschwerden zu verstehen. Und begleitende Symptome wie Hautausschlag, Gelenkschmerzen, ungewollter Gewichtsverlust, Fieber oder Atembeschwerden können weitere Hinweise liefern.
- Körperliche Untersuchung: Ist es wirklich ein Lymphknoten? Arzt oder Ärztin untersuchen sorgfältig den gesamten Halsbereich sowie die Region hinter den Ohren, den Nacken, das Kinn und die Schlüsselbeine. Auch Achselhöhlen und Leisten werden auf sicht- oder fühlbare Lymphknoten überprüft. Dabei achten sie auf verschiedene Merkmale wie die Beschaffenheit der Oberfläche, Beweglichkeit, Schmerzhaftigkeit und den zeitlichen Verlauf der Schwellung.
- Labor und bildgebende Medizintechnik: Ultraschall und mehr. Ultraschalluntersuchungen ermöglichen eine genaue Messung der Lymphknotengröße. Bei Bedarf können Rachenabstriche ins Labor geschickt werden. Blutanalysen können auf eine Entzündung hinweisen. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT können ebenfalls eingesetzt werden. Je nach Befund sollte frühzeitig ergänzend das Blutbild und die Entzündungsparameter im Blut kontrolliert werden und ein Ultraschall des Lymphknotens erfolgen. Zu differenzieren beziehungsweise zu untersuchen gilt es auch, ob sich vergrößerte Lymphknoten nur an einer Stelle finden oder an verschiedenen Stellen im Körper. Weiterhin spielt der zeitliche Verlauf der Lymphknotenschwellung eine große Rolle und vor allem auch die Frage, ob es noch weitere Symptome (Hautausschlag, Halsschmerzen, Husten, Fieber, Gelenkbeschwerden, Gewichtsverlust u.a.) gibt. Die berufliche Anamnese (zum Beispiel beruflicher Tierkontakt oder Forstarbeit), die Reiseanamnese und die Frage nach anderen Risikofaktoren (Drogenkonsum u.a.) sind von großer Relevanz.
- Gewebeproben: Mikroskopische Untersuchung für mehr Klarheit. In unklaren Fällen entnehmen Arzt oder Ärztin Gewebeproben aus einem vergrößerten Lymphknoten. Diese können auch durch Feinnadelbiopsien entnommen werden. Die mikroskopische Untersuchung der Gewebeprobe liefert oft entscheidende Informationen über mögliche Erkrankungen. Hier ist je nach Gesamtkonstellation frühzeitig die operative Entnahme (Exstirpation) eines Lymphknotens erforderlich.
Die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachärzten, einschließlich Internisten, Infektiologen, HNO-Ärzten und anderen Spezialistinnen und Spezialisten ist hier eventuell erforderlich, um eine umfassende Diagnose zu gewährleisten.
Sollten sich nach Abarbeiten dieser Punkte Hinweise ergeben, dass es sich nicht um eine kurzfristige Viruserkrankung handelt, sind weitere Schritte angezeigt. So kann im Blut nach verschiedenen Infektionserkrankungen gefahndet werden, die eventuell behandlungsbedürftig sind. Auch Autoimmunerkrankungen, chronische granulomatöse Entzündungen (Sarkoidose) oder auch selten Speichererkrankungen können in Betracht gezogen werden. Hier kann ebenfalls spezielle Diagnostik veranlasst werden. In vielen Fällen wird dann eine stationäre Abklärung in der Klinik erforderlich sein.
Besondere Sorgfalt ist geboten, wenn der Verdacht auf eine Krebserkrankung besteht, da eine frühzeitige Diagnose und Behandlung die Prognose von Betroffenen erheblich verbessern kann. Oftmals kann hier schon ein auffälliges Blutbild als Teil der „Basisdiagnostik“ Hinweise auf eine hämatologische Erkrankung liefern.
Behandlung von Halsschwellungen
Es gibt viele Gründe für einen geschwollenen Hals. Die Behandlung richtet sich danach, welche Auslöser die Halsschwellung hat. Im Zweifelsfall sollte immer ärztlich abgeklärt werden, welche Ursache die Schwellung hervorruft.
Einige unterstützende Maßnahmen können bei der Linderung von Beschwerden helfen:
- Reichlich trinken: Warmer Heilkräutertee (z. B. Salbei- oder Kamillentee) kann die Schleimhäute befeuchten und beruhigen.
- Mehrmals täglich gurgeln: Gurgeln mit Salzwasser oder desinfizierenden Lösungen kann helfen, Erreger abzutöten und die Entzündung zu reduzieren.
- Lutschen: Zur Befeuchtung der Schleimhäute eignen sich z. B. zuckerfreie Hustenbonbons oder, zur Linderung der Schmerzen, z. B. Lutschtabletten mit Lokalanästhetika.
- Kühlende Halswickel: Bei Schwellungen und Schmerzen durch eine akute Lymphknotenentzündung im Halsbereich helfen kühlende Halswickel. Dazu ein in Längsrichtung zusammengefaltetes Leinentuch in kaltes Wasser tauchen, auswringen und glattgestrichen um die betroffene Stelle legen. Anschließend das Leinentuch mit einem Handtuch umwickeln.
- Selbstmedikation: Geeignet sind z. B. Medikamente mit den Wirkstoffen Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS), die fiebersenkend und schmerzstillend wirken. Sie sind u. a. als Tabletten, Granulat, Saft oder Zäpfchen verfügbar. Die Einnahme sollte ohne Rücksprache mit dem Arzt maximal 3 Tage erfolgen. Wichtig ist auch die genaue Einhaltung der Dosierungsempfehlungen.
- Zugsalben: Sogenannte "Zugsalben" (z. B. mit Schieferöl oder Terpentin) fördern die Reifung von Furunkeln und Abszessen. Sie wirken außerdem antibakteriell, entzündungshemmend sowie schmerzlindernd und werden nach Rücksprache mit dem Arzt zur unterstützenden Behandlung eingesetzt. Die Salbe einmal pro Tag dick auf die betroffene Hautstelle auftragen und darüber einen Verband anlegen.
- Physikalische Verfahren: Bei Muskelverhärtungen wirken Massagen und Wärmeanwendungen entspannend und lindern den Schmerz. Für die Wärmeanwendung gibt es zahlreiche Möglichkeiten von der Wärmflasche oder dem Wärmekissen bis hin zum warmen Vollbad. Für den Nackenbereich eignen sich besonders gut warme Wickel (z. B. Fango) oder durchblutungsfördernde Salben und Pflaster (z. B. ABC-Pflaster).
- Speichelsteine ausmassieren: Betroffene können versuchen, Speichelsteine durch sanfte, regelmäßige Massagen zu lösen, sodass sie mit dem Speichel ausgespült werden. Die Methode bietet sich besonders für Speichelsteine an, die nahe am Drüsenausgang liegen. Sie werden vorsichtig in Richtung Drüsenausgang massiert. Die Drüsenausgänge sind als dunkle oder glänzende Punkt in der Mundschleimhaut sichtbar: bei der Unterkieferspeicheldrüse unterhalb der Zunge, seitlich des Zungenbändchens und bei der Ohrspeicheldrüse in der Wange etwa auf Höhe des ersten oberen Backenzahns. Eine Anregung des Speichelflusses (z. B. durch Kaugummikauen oder saure Bonbons) kann die Ausleitung zusätzlich unterstützen.
Symptome von Lymphdrüsenkrebs
Die Symptome bei Lymphdrüsenkrebs sind abhängig vom Stadium und Typ des Lymphoms. Typisch sind eine schmerzlose Schwellung der Lymphknoten, beispielsweise am Hals. Hinzu kommt oft die sogenannte B-Symptomatik. Darunter versteht man die Kombination aus Fieber, ungewolltem Gewichtsverlust und nächtlichem Schwitzen.
Grundsätzlich machen sich die beiden Hauptformen von Lymphdrüsenkrebs - das Hodgkin-Lymphom (Morbus Hodgkin) und die Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) - durch sehr ähnliche Symptome bemerkbar. Art und Ausmaß der Beschwerden variieren aber je nach Krankheitsstadium.
Frühe Symptome
Im frühen Stadium sind die Anzeichen für Lymphdrüsenkrebs meist nur diskret ausgeprägt und eher unspezifisch.
- Schwellung der Lymphknoten: Ein sehr häufiges erstes Anzeichen für Lymphdrüsenkrebs sind anhaltend vergrößerte Lymphknoten, die meistens nicht schmerzen. Typischerweise hält die Schwellung längere Zeit an (mehrere Wochen) und ist im Frühstadium oft das einzige Symptom. Betroffen sind zum Beispiel die Lymphknoten am Hals, im Nacken, in der Achselhöhle und/oder Leiste.
- Allgemeine Symptome: Oft verursacht Lymphdrüsenkrebs im Frühstadium auch allgemeinere Symptome. Dazu zählen etwa Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Schwäche und verminderte Leistungsfähigkeit.
- B-Symptomatik: Viele Betroffene mit Lymphdrüsenkrebs weisen die sogenannte B-Symptomatik auf: Fieber (> 38,5° C ohne Anzeichen für einen Infekt), starker Nachtschweiß, ungewollter und unerklärlicher Gewichtsverlust von mehr als zehn Prozent des Körpergewichts.
- Alkoholschmerz: Bei einigen Betroffenen mit Morbus Hodgkin treten wenige Minuten nach dem Genuss von Alkohol Schmerzen in den Lymphknoten-Regionen auf, die vom Krebs befallen sind. Die Beschwerden halten manchmal stundenlang an und treten bereits bei kleinsten Alkoholmengen auf.
Spätere Symptome
Im weiteren Verlauf kommen bei Lymphdrüsenkrebs weitere Symptome je nach Organ- beziehungsweise Gewebe-Befall hinzu.
- Befall des Knochenmarks: Mit resultierender Blutarmut (erkennbar etwa an Hautblässe), Infekt- und Blutungsneigung.
- Befall von Leber und/oder Milz: Wenn Krebszellen die Leber oder Milz befallen, vergrößert sich oft das betreffende Organ. Das stört zumeist die Verdauung und löst beispielsweise Völlegefühl und Übelkeit aus.
- Befall der Lunge: Lungen-Metastasen von Lymphdrüsenkrebs bleiben in der Regel lange symptomarm. Im fortgeschrittenen Stadium treten Beschwerden abhängig von der betroffenen Region auf. Die Betroffenen klagen häufig über einen anhaltenden Husten, der trotz Behandlung nicht weggeht. Einige Erkrankte leiden auch an Schmerzen und Luftnot (Dyspnoe).
- Befall des Nervensystems: Symptome des Nervensystems (neurologische Symptome) sind im fortgeschrittenen Stadium ebenfalls möglich. Je nachdem, welcher Teil des Gehirns vom Krebsbefall betroffen ist, unterscheiden sich die Symptome. Häufig sind Sprach- und Sehstörungen wie "Doppelbilder", aber auch die Persönlichkeit des Betroffenen verändert sich manchmal.
- Befall der Knochen: Knochenschädigungen sind ebenfalls Symptome bei Lymphdrüsenkrebs, die vor allem im fortgeschrittenen Stadium auftreten. Der Knochen löst sich an den Stellen auf, die von Krebszellen befallen sind (Osteolyse) und verliert dadurch an Stabilität. Das Risiko für Knochenbrüche erhöht sich und treten dann auch spontan auf.
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