Die Klinik für Neurologie im St. Katharinen-Hospital Frechen bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen fürPatienten mit Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur. Mit einer langen Tradition und moderner Ausstattung ist die Klinik ein wichtiger Anlaufpunkt für neurologische Patienten in der Region Köln.
Geschichte und Expertise
Die Klinik für Neurologie im St. Katharinen-Hospital Frechen besteht seit dem Jahr 1989 und hat sich seitdem einen Namen in der neurologischen Versorgung gemacht. Bereits 1995 wurde hier eine der ersten Spezialeinheiten zur Behandlung von Schlaganfällen (Stroke Unit) in Nordrhein-Westfalen eingerichtet. Dadurch verfügt die Klinik über eine besondere Expertise in der Behandlung von Schlaganfallpatienten.
Struktur und Ausstattung
Die Klinik verfügt über 86 Betten, einschließlich 15 Betten auf der zertifizierten Stroke Unit sowie Betten auf der interdisziplinären Intensivstation. Die Stroke Unit ist mit einer Monitor-Überwachungsanlage ausgestattet, die eine kontinuierliche Messung von Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Atemfrequenz ermöglicht. Eine individuelle Videoüberwachung gewährleistet die lückenlose Registrierung von Veränderungen des klinischen Zustandsbildes. Die Intensivstation des Krankenhauses bietet für schwerstkranke Patienten alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten moderner Behandlung.
Leistungsspektrum
In der Klinik für Neurologie werden fast alle Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie der Muskulatur diagnostiziert und konservativ behandelt. Zum Behandlungsspektrum gehören unter anderem:
- Gefäßerkrankungen des Gehirns (Schlaganfall, TIA, Gehirnblutung)
- Parkinson-Erkrankungen
- Multiple Sklerose
- Gleichgewichtsstörungen und Schwindel
- Epileptische Anfälle
- Akute Rückenschmerzen und andere Erkrankungen der äußeren Nerven
- Muskelerkrankungen (Myasthenia gravis, Myositis, Myopathien)
- Bewegungsstörungen (Dystonien, Chorea, Parkinson-Syndrome)
- Schwindelerkrankungen
Die Klinik bietet sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Behandlungsformen an. Seit 2022 besteht die Möglichkeit interventioneller Eingriffe.
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Schlaganfallversorgung
Die Klinik für Neurologie ist Teil des zertifizierten Neurovaskulären Netzwerks Region Köln und arbeitet eng mit den umliegenden neurologischen Kliniken zusammen. Bei frischen Schlaganfällen besteht die Möglichkeit, mittels Kathetertechnik eine Wiedereröffnung verschlossener Blutgefäße herbeizuführen („Mechanische Thrombektomie“). Die Stroke Unit der Klinik verfügt über 15 Behandlungsplätze und ist nach den strengen Qualitätsstandards der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG) als regionale Stroke Unit zertifiziert. Durch frühzeitigen Einsatz aller modernen diagnostischen und therapeutischen Verfahren werden Schlaganfälle rasch erkannt und optimal therapiert. Dazu stehen kontinuierlich alle bildgebenden Verfahren wie die Computertomographie, CT-Angiographie, CT-Perfusion und Kernspintomographie zur Verfügung. Durch die Doppler- und Duplexsonographie werden u. a. Verengungen von hirnzuführenden Blutgefäßen erkannt. Die Beurteilung von Schluckstörungen erfolgt mittels spezieller videoskopischer Verfahren (FEES). Die unmittelbare Akutbehandlung umfasst u. a. die sogenannte Lysetherapie und/oder die interventionelle Rekanalisierung (Thrombektomie). Als Mitglied des Neurovaskulären Netzwerks Region Köln besteht eine enge Kooperation mit der Klinik für Neurochirurgie und Neurologie der Universitätsklinik Köln.
Parkinson-Komplexbehandlung
Für Patienten mit Parkinson-Erkrankungen bietet die Klinik die sogenannte Parkinson-Komplexbehandlung an. Dies ist ein stationäres Behandlungskonzept, das die Möglichkeiten eines Akutkrankenhauses mit täglichen ärztlichen Kontakten, apparativer Diagnostik und engmaschiger Optimierung der medikamentösen Therapie mit intensiven therapeutischen Maßnahmen verbindet. Diese umfassen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Sporttherapie. Im therapeutischen Team wird ein individueller Therapieplan angepasst an das Erkrankungsbild des Patienten erarbeitet und im Rahmen einer in der Regel mindestens 14-tägigen Behandlung umgesetzt. Die Parkinson-Komplexbehandlung ist indiziert, wenn die Lebensqualität trotz Ausschöpfung ambulanter Maßnahmen stark eingeschränkt bleibt, die Optimierung der medikamentösen Behandlung ambulant nicht möglich ist oder Komplikationen bestehen, die einer umfassenden diagnostischen Abklärung bedürfen.
Botulinumtoxin-Sprechstunde
In der Botulinumtoxin-Sprechstunde bietet die Klinik nach entsprechender Indikationsstellung eine ambulante Behandlung mit Botulinumtoxin (Injektionstherapie) in sämtlichen zugelassenen neurologischen Indikationen an. Hierzu gehören insbesondere Bewegungsstörungen wie die zervikale Dystonie („Schiefhals“), der Blepharospasmus (unwillkürlicher Augenlidkrampf), der Spasmus hemifacialis (unwillkürliche Verkrampfungen einer Gesichtshälfte) und die Spastik. Auch die chronische Migräne kann behandelt werden, sofern medikamentöse prophylaktische Vortherapien erfolglos blieben oder nicht vertragen wurden.
Diagnostische Verfahren
Neben bildgebenden Verfahren wie Computertomographie oder Kernspintomographie setzt die Klinik für Neurologie auch auf elektrophysiologische und ultraschallgestützte Diagnostik.
Elektrophysiologie
Mittels der Elektrodiagnostik lassen sich Aussagen über die Funktion von Nervenbahnen oder von Muskeln gewinnen.
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Ultraschalldiagnostik
Die Ultraschalldiagnostik der extra- und intracraniellen Blutgefäße wird mit Doppler- und Duplexsonographie-Geräten durchgeführt. Die Klinik bietet auch Ultraschallkurse gemeinsam mit der Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Nordrhein an. Die Kurse vermitteln fundiertes Wissen und praktische Fertigkeiten über die sonographische Beschallung hirnversorgender und peripherer Gefäße.
Qualität und Engagement
Die Klinik für Neurologie nimmt kontinuierlich an einer externen Qualitätssicherung der Ärztekammer Nordrhein teil und erzielt hierbei überdurchschnittliche Ergebnisse. Die Mitarbeiter der Klinik verstehen sich als engagierte Begleiter der Patienten bei der Bewältigung ihrer Erkrankung. Menschliche Zuwendung und kompetente medizinische Beratung bilden die Grundlage der Arbeit.
Team und Weiterbildung
Die assistenzärztliche Arbeit erfolgt unter enger chef- und oberärztlicher Supervision in einem Team mit flachen hierarchischen Strukturen. Chefarzt Dr. Zahalka verfügt über die volle Weiterbildungsberechtigung für das Gebiet der Neurologie (Weiterbildungszeit 4 Jahre). Es erfolgt eine individuell geplante Weiterbildung mit Rotationen über alle neurologischen Stationen einschließlich der Stroke Unit bzw. der neurologischen Überwachungsstation und die Zentrale Notaufnahme. Im Sinne der individuellen Schwerpunktbildung können in der Klinik die Zertifikate der DGKN für die Bereiche EEG, evozierte Potentiale und EMG/ENG sowie das Zertifikat der DGKN/DEGUM für die neurologische vaskuläre Ultraschalldiagnostik erworben werden.
Ambulante und stationäre Behandlung
Im Jahr 2023 wurden durch die Klinik für Neurologie über 3100 Patientinnen und Patienten stationär und ca. 3000 Patientinnen und Patienten ambulant behandelt. Die Mehrzahl der Aufnahmen erfolgt über die Notaufnahme.
Kontakt
Terminvereinbarungen für die Botulinumtoxin-Sprechstunde sind telefonisch über das Sekretariat unter 02234-502-30110 möglich. Gesetzlich versicherte Patienten benötigen hierfür eine Überweisung eines niedergelassenen Facharztes für Neurologie bzw. Nervenarztes.
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