Die Parkinson-Krankheit ist eine neurologische Erkrankung, die mit Bewegungsstörungen einhergeht. Regelmäßige Bewegungstherapie kann helfen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Bewegungstrainer, wie der THERA-Trainer oder MOTOmed, können dabei eine wertvolle Unterstützung bieten. Dieser Artikel beleuchtet die Möglichkeiten der Kostenerstattung für solche Geräte durch die Krankenkasse.
Bewegungstherapie bei Parkinson: Ein wichtiger Baustein
Die Genesung von einer neurologischen Erkrankung wie Parkinson kann ein langer und schwieriger Weg sein, und der Verlauf ist nicht immer vorhersehbar. Eine Verbesserung der Lebensqualität durch tägliche Bewegung ist jedoch möglich. Um körperlich und geistig aktiv zu bleiben und Bewegungsmangel entgegenzuwirken, muss der Körper in Schwung gebracht werden. Regelmäßiges Bewegungstraining erhält bzw. Manche privaten Krankenkassen oder Versicherungen übernehmen die Kosten eines THERA-Trainers ganz oder teilweise.
Die Bedeutung von Bewegungstrainern
Bewegungstrainer sind speziell für Menschen mit eingeschränkter Mobilität konzipiert. Sie ermöglichen ein sicheres, einfaches und effektives Training zu Hause. THERA-Trainer-Produkte wie mobi, tigo und balo eignen sich hervorragend für die tägliche Bewegungstherapie zu Hause. Der THERA-Trainer tigo ist ein motorunterstützter Bewegungstrainer für Beine und Oberkörper - ein zuverlässiges therapeutisches Multitalent für aktives (mit Muskelkraft), assistives und passives (mit Motorkraft) Bewegungstraining in jedem Umfeld, von der Klinik bis zur häuslichen Pflege. Der THERA-Trainer mobi ist ein motorunterstützter kleiner, tragbarer Bewegungstrainer für Beine und Oberkörper - speziell für den Einsatz zu Hause oder den flexiblen Einsatz in Klinik und Pflege für Menschen mit einer eingeschränkten Gehfähigkeit oder leichten Bewegungseinschränkungen. Der THERA-Trainer balo ist ein dynamischer Steh- und Balancetrainer für Haltungskontrolle und Gleichgewichtstraining in einer sturzsicheren Umgebung, geeignet für alle Patienten, auch für solche, die nicht stehen können.
Kostenerstattung durch die gesetzliche Krankenkasse
Bei einer neurologischen Diagnose kann Ihnen Ihr THERA-Trainer als Hilfsmittel durch die gesetzliche Krankenkasse in Deutschland genehmigt werden. Auch der THERA-Trainer tigo bzw. balo kann bei einer neurologischen Diagnose als Hilfsmittel durch die gesetzliche Krankenkasse genehmigt werden.
Voraussetzungen für die Kostenübernahme
Die MOTOmed Bewegungstherapiegeräte sind laut dem Hilfsmittelverzeichnis von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland als Hilfsmittel anerkannt. Je nach Indikation ist der therapeutische Bewegungstrainer verordnungsfähig. Voraussetzungen für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse sind:
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- Erhebliche Schädigung: Erheblich bis voll ausgeprägte Schädigung der neuromuskuloskeletalen und bewegungsbezogenen Funktionen der oberen und unteren Extremität (Muskelkraft, -tonus, -ausdauer, -koordination, Funktionen der Willkürbewegungen, Bewegungsmuster) mit Beeinträchtigung der Aktivitäten.
- Ursache der Schädigung: Infolge einer Erkrankung des Gehirns (z. B. Multiple Sklerose, Trauma), des Rückenmarks (z. B. Querschnittsyndrome bei spinalen Tumoren, Trauma), der Nervenwurzeln (z. B. Bandscheibenvorfall) oder neuromuskulärer Erkrankungen (z. B. Muskeldystrophien).
- Verordnung: Eine Verordnung durch den Arzt/die Ärztin, also das Ausstellen eines Rezepts, geht eine Erprobungsphase in einer klinischen Einrichtung, im Fachhandel oder zu Hause voraus. Die Verordnung sollte eine medizinische Begründung des Arztes/der Ärztin beinhalten, die die medizinische Notwendigkeit und die Sicherung des Therapieerfolgs durch das MOTOmed thematisiert.
Schritt für Schritt zur Kostenübernahme
- Information und Beratung: Lassen Sie sich von einem kompetenten Team beraten, welches MOTOmed und welche Ausstattung für Ihre Bewegungstherapie optimal und sinnvoll ist. Unterstützung bei der Beratung mit Ihrem Arzt, Therapeuten oder Ihrer Krankenkasse ist möglich.
- Kostenlose Erprobung: Vor einer Kostenübernahme durch die Kasse sollte eine Erprobung stattfinden. Ein geschultes, lizenziertes Sanitätshaus in Ihrer Nähe stellt Ihnen das MOTOmed für die Erprobung zur Verfügung.
- Verordnung durch den Arzt: Berichten Sie Ihrem Fach- oder Hausarzt von der MOTOmed Bewegungstherapie und den Fortschritten, die durch regelmäßiges Training möglich werden bzw. die Sie bereits in der Erprobungsphase erzielt haben.
- Erprobungsbericht erstellen: Ein Erprobungsbericht über die notwendige Erprobungsphase wird erstellt, darin werden die Erfolge der MOTOmed Bewegungstherapie dokumentiert und der Therapienutzen aufgezeigt. Das Erstellen des Erprobungsberichts erfolgt gemeinsam mit den Therapeuten.
- Antragstellung bei der Krankenkasse: Die Antragstellung bei Ihrer Krankenkasse und die Lieferung des MOTOmed Bewegungstherapiegeräts erfolgen über den Sanitätsfachhandel. Übergeben Sie die Verordnung zur Beantragung deshalb an das Sanitätshaus Ihres Vertrauens. Das Sanitätshaus reicht die Verordnung mit einem Kostenvoranschlag bei der Krankenkasse ein.
- Lieferung und fachkundige Einweisung: Nach der Bewilligung durch die Krankenkasse erfolgt die Lieferung des MOTOmed und die fachkundige Einweisung daran über das Sanitätshaus. Dadurch wird sicher gestellt, dass Sie Kenntnis haben über die Handhabung des MOTOmed und sofort mit der Bewegungstherapie starten können.
Hilfsmittelnummern
Die mehrstellige Hilfsmittel-Nummer auf dem Rezept sollte eindeutig zugeordnet sein, denn durch die Identifikation des Gerätetyps wird klar gekennzeichnet, welches Modell verordnet wird. Entsprechende Modelle und die zugehörigen Hilfsmittel-Nummern sind im Hilfsmittelverzeichnis gelistet.
Beispiele für Hilfsmittel-Positionsnummern für MOTOmed Geräte sind:
- 32.29.01.0015 | MOTOmed loop.la | Bein- oder Arm-/Oberkörpertrainer
- 32.29.01.0016 | MOTOmed loop light.la | Bein- oder Arm-/Oberkörpertrainer
- 32.06.01.0017 | MOTOmed loop.l | Beintrainer
- 32.06.01.0018 | MOTOmed loop light.l | Beintrainer
- 32.10.01.0004 | MOTOmed loop.a | Arm-/Oberkörpertrainer
- 32.29.01.0017 | MOTOmed loop kidz.la | Bein- oder Arm-/Oberkörpertrainer
- 32.06.01.0019 | MOTOmed loop kidz.l | Beintrainer
- 32.10.01.0006 | MOTOmed loop kidz.a | Arm-/Oberkörpertrainer
- 32.06.01.0001 | MOTOmed gracile12 | für Kinder
- 32.06.01.0011 | MOTOmed viva2 light | Beintrainer
- 32.29.01.0008 | MOTOmed viva2 light | Bein- und Arm- / Oberkörpertrainer
- 32.06.01.0007 | MOTOmed viva2 | Beintrainer
- 32.29.01.0006 | MOTOmed viva2 | Bein- und Arm- / Oberkörpertrainer
- 32.10.01.0001 | MOTOmed viva2 stativ | Arm- / Oberkörpertrainer
Alternative Finanzierungsmöglichkeiten
Sollte die gesetzliche Krankenkasse die Kosten nicht übernehmen, gibt es alternative Finanzierungsmöglichkeiten:
- Private Krankenversicherung: Manche privaten Krankenkassen oder Versicherungen übernehmen die Kosten eines THERA-Trainers ganz oder teilweise.
- Mietangebote: Viele Anbieter bieten günstige Mietangebote für THERA-Trainer an.
- Gebrauchte Geräte: Der Kauf eines gebrauchten THERA-Trainers kann eine kostengünstige Alternative sein.
Bewegung ist Leben: Die Vorteile von THERA-Training
THERA-Training hilft allen Menschen, die sich aufgrund verschiedenster Ursachen nicht mehr ausreichend bewegen können. Regelmäßiges Bewegungstraining erhält bzw. verbessert die motorischen Funktionen. THERA-Training kann sich auf die Verbesserung von Mobilitätsfähigkeiten konzentrieren, wie z. B. Aktivitäten zur Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit können ebenfalls Teil des THERA-Trainings sein.
Positive Auswirkungen auf die Gesundheit
Zufriedenheit und körperliches Wohlbefinden sind eng miteinander verbunden und von vielen Faktoren abhängig. Durch regelmäßiges Bewegungstraining kann beides positiv beeinflusst werden. Ein Patient berichtete: "Das Beintraining hat sich positiv auf die Spastik ausgewirkt und ist für mich die beste Möglichkeit, sich durch ein technisches Hilfsmittel die Beine täglich durchbewegen zu lassen. Den THERA-Trainer kann ich jedem empfehlen, der aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr die Bewegung hat, um seinen Körper gesund zu erhalten. Eine nützliche, sinnvolle Unterstützung und Hilfe beim Weg zurück ins Leben." Ein anderer Patient schilderte: "Durch die Motorunterstützung, sowie auch durch die Funktion des Servotretens ist ein Symmetrietraining zur gezielten Förderung des gleichmäßigen Krafteinsatzes bei meiner seitendifferenzierten inkompletten Lähmung gewährleistet. So kann ich Fehlbelastung gezielt entgegenwirken. Ich wünsche mir, dass die Geräte auch vielen anderen Menschen helfen werden, ihr körperliches Wohl zu steigern, sei es durch aktives oder passives Training."
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Expertenrat und weiterführende Informationen
Ausführliche Informationen und eine kompetente Beratung erhalten Sie von den Anbietern der Bewegungstrainer. Viele Fragen kommen erst bei der täglichen Benutzung des THERA-Trainers auf. Die meisten Anbieter liefern die THERA-Trainer über den geschulten Fachhandel. Damit haben Sie bei einem Defekt immer einen kompetenten Ansprechpartner vor Ort, der Ihnen weiterhelfen kann. Auf alle THERA-Trainer gibt es in der Regel eine Garantie von 2 Jahren.
Ganganalyse zur Optimierung der Bewegung
Das Sanitätshaus Seeger widmet sich Schmerzen und Einschränkungen im Bewegungsapparat ganzheitlich. Eine Laufanalyse kann durchgeführt werden, um Fehlbelastungen und Ursachen wie Fehlstellungen der Füße zu erkennen. Die Laufanalyse erfolgt meist auf einem speziellen Laufband. Dabei wird mit Hilfe einer Kamera das Gehen bzw. Laufen aufgezeichnet. Die Haut der Läufer*innen wird an anatomisch wichtigen Stellen markiert, z.B. im Bereich der Achillessehne. Es gibt verschiedene Formen von Ganganalysen:
- Dynamische Fußdruckmessung: Erfasst präzise, wie der Fuß bei jedem Schritt Druck und Intensität auf den Boden ausübt.
- Dynamische Beinachsenvermessung: Konzentriert sich auf die Analyse der Beinausrichtung und -bewegung während der Fortbewegung.
- Dynamische Wirbelsäulenvermessung: Erfasst die Bewegungen und Ausrichtung der Wirbelsäule während der Bewegung.
Die Auswertung der Ergebnisse aus der Laufanalyse ist nur dann ganzheitlich und hilfreich, wenn auch eine körperliche Untersuchung und ein klärendes Gespräch mit den Patient*innen über deren Beschwerden und die individuelle Krankheitsgeschichte durchgeführt wird.
Generika und Biosimilars: Kosteneffizienz im Gesundheitswesen
Kosteneffizienz im Gesundheitswesen ist ein wichtiges Thema, sowohl für Patienten als auch für Krankenversicherungen. Neben Generika leisten auch Biosimilars einen wichtigen Beitrag zur Senkung der Medikamentenkosten.
- Generika: Nachahmer Präparate von Originalmedikamenten, deren Patentschutz abgelaufen ist. Sie enthalten den gleichen Wirkstoff in der gleichen Dosierung und Darreichungsform wie das Original, sind aber in der Regel deutlich günstiger.
- Biosimilars: Moderne Arzneimittel, die die Wirkung von patentfreien biologischen Originalpräparaten nachbilden. Sie sind zwar ähnlich, aber nicht identisch mit dem Original, durchlaufen aber ein strenges Zulassungsverfahren und müssen ihre gleichwertige Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit in umfangreichen Studien nachweisen.
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