Einführung
Hirnblutungen bei Neugeborenen sind ein besorgniserregendes Thema, das verschiedene Ursachen haben kann. Frühgeborene sind besonders gefährdet, da ihre Blutgefäße noch nicht vollständig ausgereift sind. Auch äußere Einflüsse während der Geburt können eine Rolle spielen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Arten, Symptome, Diagnose und Behandlung von Hirnblutungen bei Babys und gibt einen Überblick über die Entwicklung des kindlichen Gehirns und mögliche Störungen.
Ursachen von Hirnblutungen bei Babys
Hirnblutungen bei Babys können verschiedene Ursachen haben, die in äußeren Umständen während der Geburt, in bestimmten Bedingungen bei der werdenden Mutter und beim Baby selbst liegen können. Zu den möglichen Ursachen gehören:
- Geburtskomplikationen: Insbesondere die Verwendung einer Saugglocke oder einer Zange während der Geburt kann das Risiko einer Hirnblutung erhöhen.
- Sauerstoffmangel während der Geburt: Ein Mangel an Sauerstoff kann die empfindlichen Blutgefäße im Gehirn des Babys schädigen.
- Missverhältnis zwischen Kopfgröße des Kindes und Beckengröße der Mutter: Wenn der Kopf des Babys zu groß für den Geburtskanal ist, kann es zu starkem Druck auf den Kopf kommen, was zu Hirnblutungen führen kann.
- Bluthochdruck bei der werdenden Mutter: Bluthochdruck kann die Blutgefäße des Babys beeinträchtigen und das Risiko von Blutungen erhöhen.
- Infektionen bei der werdenden Mutter: Bestimmte Infektionen können sich negativ auf die Entwicklung des Babys auswirken und das Risiko von Hirnblutungen erhöhen.
- Unreifes Gefäßsystem bei Frühgeborenen: Die Blutgefäße von Frühgeborenen sind oft noch nicht vollständig ausgereift und daher anfälliger für Risse.
- Geringes Geburtsgewicht: Babys mit einem geringen Geburtsgewicht haben oft schwächere Blutgefäße, was das Risiko von Hirnblutungen erhöht.
- Störungen der Blutgerinnung beim Baby: Blutgerinnungsstörungen können dazu führen, dass Blutungen schwerer zu stoppen sind.
- Atemprobleme beim Baby: Atemprobleme können zu Sauerstoffmangel führen, was wiederum das Risiko von Hirnblutungen erhöhen kann.
Wenn mehrere Risikofaktoren zusammenkommen, steigt die Gefahr einer Hirnblutung.
Arten von Hirnblutungen bei Babys
Bei einer Hirnblutung spricht man auch von einer intrakraniellen Blutung. Es gibt verschiedene Formen:
- Subdurale Blutung: Die Einblutung liegt zwischen der harten Hirnhaut (Dura mater) und der mittleren Hirnhaut (Arachnoidea mater).
- Subarachnoidalblutung: Hier tritt Blut in den Raum zwischen der mittleren und der innersten Hirnhaut (Arachnoidea mater und Pia mater) aus.
- Intrazerebrale Blutung: Hier reißt ein Gefäß im Gehirn selbst.
- Intraventrikuläre Blutung: Bei dieser Form tritt Blut in die Ventrikel ein, die Hohlräume im Gehirn, in denen sich die Hirnflüssigkeit (Liquor) befindet.
Symptome einer Hirnblutung bei Babys
Die Anzeichen für eine Hirnblutung bei einem Baby können sehr unterschiedlich sein und hängen vom Ausmaß und der Art der Blutung ab. Häufige Symptome sind:
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- Probleme mit der Atmung bis hin zu Atemaussetzern
- Lethargie
- Veränderter und ungewöhnlicher Muskeltonus (Muskelspannung)
- Niedrige Herzfrequenz (Pulsschlag)
- Störungen des Bewusstseins
- Krampfanfälle (epileptische Anfälle)
- Probleme mit der Nahrungsaufnahme bzw. dem Saugen
- Vorwölbung im Bereich der Fontanelle (der typischen Lücke zwischen den Knochen des Schädeldaches bei Babys)
- Ungewöhnliche Augenbewegungen
- Ungewöhnlich hohes Schreien
- Bläuliche oder blasse Färbung um den Mund oder zwischen Mund und Nase (Zyanose)
Diagnose von Hirnblutungen bei Babys
Zur Diagnose von Hirnblutungen bei Babys wird häufig eine Ultraschalluntersuchung des Kopfes durchgeführt. Da die Fontanellen noch offen sind, ist diese strahlenfreie Methode gut geeignet, um die Größe und Lage der Blutung zu beurteilen. In manchen Fällen können auch eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) erforderlich sein.
Behandlung von Hirnblutungen bei Babys
Da der Schädel eines Babys noch sehr flexibel ist, ist eine Operation oft nicht notwendig. Stattdessen wird das Baby beobachtet und erhält Sauerstoff oder Medikamente, um das Gehirn zu unterstützen und Begleitsymptome zu lindern. In manchen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, insbesondere bei intraventrikulären Blutungen, bei denen ein Shunt gelegt wird, um überschüssige Flüssigkeit aus den Ventrikeln abzuleiten.
Prognose nach einer Hirnblutung
Die Prognose für Neugeborene nach einer Hirnblutung ist von verschiedenen Faktoren abhängig, insbesondere vom Ausmaß und der Lage der Blutung. Kleine Blutungen können vernachlässigbar sein, während ausgeprägte Blutungen lebensgefährlich sein können. Babys mit größeren Hirnblutungen können Entwicklungsverzögerungen, Lernschwächen, Probleme mit der Bewegung oder Spastiken entwickeln. Verhaltensauffälligkeiten, ein geringerer Intelligenzquotient und Probleme mit Rechtschreibung und Mathematik scheinen bei Kindern, die als Baby eine Hirnblutung hatten, häufiger aufzutreten.
Schädelverknöcherung und Gehirnentwicklung
Die Schädelnähte beim Neugeborenen sind noch nicht verknöchert, was dem Schädel eine gewisse Flexibilität verleiht. Diese Flexibilität ermöglicht es dem Schädel, sich an das wachsende Gehirn anzupassen und den Geburtsvorgang zu erleichtern. Wenn die Schädelnähte jedoch zu früh verknöchern (Kraniosynostose), kann dies zu einer Verformung des Schädels und zu Problemen mit der Gehirnentwicklung führen. In solchen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Schädel zu erweitern und dem Gehirn ausreichend Platz zum Wachsen zu geben.
Die intrauterine Entwicklung des menschlichen Gehirns ist ein komplexer Prozess, der in verschiedene Stadien unterteilt ist, die unterschiedlich empfindlich auf äußere Einflüsse reagieren. Während der Organogenese (Tag 15-56 p.c.) ist das Risiko für schwere angeborene Anomalien am höchsten. Auch in der Fetalperiode bleibt das ZNS hochempfindlich.
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Medikamenteneinnahme während der Schwangerschaft
Die Einnahme von Medikamenten während der Schwangerschaft kann sich negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken. Insbesondere im ersten Schwangerschaftsdrittel sollten Medikamente nur nach sorgfältiger Abwägung des Risikos eingenommen werden. Einige Medikamente, wie z.B. Thalidomid (Contergan®), Retinoide, Zytostatika und Antikonvulsiva, haben sich als stark fruchtschädigend erwiesen.
Grundsätzlich sollten bei Frauen in der fruchtbaren Lebensphase primär Präparate mit ausreichender Erfahrung zum Einsatz in der Schwangerschaft und diesbezüglicher Unbedenklichkeit verwendet werden.
Gehirnerschütterung bei Kindern und Jugendlichen
Jährlich werden in Deutschland über 90.000 Kinder und Jugendliche wegen eines Schädel-Hirntraumas (SHT) stationär im Krankenhaus behandelt. Die Gehirnerschütterung ist die mildeste Form eines SHT. Symptome können Erbrechen, übermäßige Müdigkeit und Verhaltensänderungen sein. Bei Säuglingen sind die Anzeichen oft schwerer zu erkennen.
Eltern sollten besonders wachsam sein, wenn ihr Kind eine Kopfverletzung erlitten hat. Bestimmte Symptome erfordern eine sofortige ärztliche Abklärung, darunter Bewusstlosigkeit, anhaltende starke Kopfschmerzen, wiederholtes Erbrechen oder ungewöhnliche Schläfrigkeit und Verwirrtheit. Auch Krampfanfälle, Flüssigkeitsaustritt aus Nase oder Ohren sowie eine gespannte Fontanelle bei Säuglingen sind ernstzunehmende Warnsignale.
Prävention von Kopfverletzungen bei Kindern
Es gibt verschiedene Maßnahmen, um Stürze und Verletzungen bei Kindern zu vermeiden. Im häuslichen Umfeld sollten Schutzgitter an Treppen und Fenstern angebracht, Möbelkanten gepolstert und Stolperfallen beseitigt werden. Babys und Kleinkinder sollten nie unbeaufsichtigt auf erhöhten Flächen wie Wickeltischen oder Betten gelassen werden. Im Freien ist das Tragen eines Helms bei Aktivitäten wie Radfahren oder Skateboarden unerlässlich. Auch auf Spielplätzen sollten Eltern auf sichere Spielgeräte und die Einhaltung von Spielregeln achten. Außerdem ist die Verwendung altersgerechter Kindersitze im Auto ein wichtiger Schutzmechanismus.
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Hirnhautentzündung (Meningitis) bei Säuglingen
Eine Hirnhautentzündung ist eine infektiöse Erkrankung, die die Hirnhäute des zentralen Nervensystems befällt. Bei Kleinkindern und Säuglingen zeigt sich häufig ein schwerwiegender Verlauf. Die Diagnose ist häufig schwierig, da die klassischen Symptome nicht immer sofort auftreten. Symptome können Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, gesteigerte Müdigkeit, Vorwölbung der Fontanelle und Hautveränderungen sein.
Zur Sicherung der Diagnose wird dem Baby durch einen Arzt Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit im Bereich der Lendenwirbelsäule entnommen (Lumbalpunktion). Die Behandlung hängt von den Erregern ab (Bakterien oder Viren). Eine durch Bakterien verursachte Hirnhautentzündung wird mit Antibiotika behandelt, eine durch Viren verursachte Hirnhautentzündung mit Virostatika.
Gegen mehrere Erreger, die eine Hirnhautentzündung auslösen, kann ein Baby geimpft werden.
Die Rolle der Kinderchirurgie
Die Kinderchirurgie ist eine wesentliche Säule der konservativen und operativen Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland. Zu ihr gehören neben der allgemeinen Kinderchirurgie die Neugeborenenchirurgie, Kinderurologie, Kindertraumatologie (Kinderunfallchirurgie) und die chirurgische Kinderonkologie. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie e.V. (DGKJCH) setzt sich für eine optimale Versorgung von Kindern und Jugendlichen ein und engagiert sich in verschiedenen Bereichen, wie z.B. der Prävention von Verletzungen und der Verbesserung der Patientensicherheit.
Patientensicherheit von Kind an
Die Patientensicherheit ist besonders bei Kindern von großer Bedeutung, da sie eine besonders verletzliche Patientengruppe sind. Kliniken und Praxen setzen das Paediatric Early Warning System (PEWS) ein, um den Zustand der Kinder richtig einzuschätzen. Desweitern ist beim chirurgisch kranken Kind eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Fachdisziplinen essenziell.