In den letzten Jahren hat sich Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, als ein vielversprechendes Naturprodukt etabliert, das nicht nur in der Küche, sondern auch in der Gesundheitsforschung eine immer größere Rolle spielt. Seine potenziellen Auswirkungen auf das Gehirn und den Stoffwechsel sind Gegenstand zahlreicher Studien, die faszinierende Einblicke in die Wirkungsweise dieser Pflanze liefern.
Was ist Kurkuma?
Kurkuma (Curcuma longa) gehört zur Familie der Ingwergewächse und stammt ursprünglich aus Südostasien. Seit Jahrtausenden wird die Wurzel der Kurkuma-Pflanze in der traditionellen indischen und chinesischen Medizin verwendet. Das aus der Wurzel gewonnene Kurkuma-Pulver ist ein wichtiger Bestandteil von Currymischungen und verleiht den Speisen eine intensive gelbe Farbe. Der charakteristische Geschmack von Kurkuma wird als mild-würzig mit einer leicht erdig-bitteren Note beschrieben.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Kurkuma
Die gesundheitlichen Vorteile von Kurkuma werden hauptsächlich den Curcuminoiden zugeschrieben, insbesondere dem Curcumin. Curcumin macht etwa 2-5 % des Kurkuma-Pulvers aus und ist für die gelbe Farbe verantwortlich. Es besitzt antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften. Kurkuma enthält auch ätherische Öle, die zu seinem Aroma beitragen.
Kurkuma und seine Wirkung auf das Gehirn
Studien deuten darauf hin, dass Kurkuma positive Auswirkungen auf das Gehirn haben kann.
Schutz vor neurodegenerativen Erkrankungen
In Experimenten konnte gezeigt werden, dass Kurkuma die Ablagerung von bestimmten Eiweißkomplexen im Gehirn verhindern kann, die mit Alzheimer in Verbindung gebracht werden. Curcumin könnte Entzündungen im Gehirn reduzieren, die mit Alzheimer und Depressionen in Verbindung stehen.
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Verbesserung der kognitiven Funktion
Eine Studie der Monash University in Australien ergab, dass bereits ein Gramm Kurkuma ausreichen kann, um das Arbeitsgedächtnis für sechs Stunden zu optimieren. Studien zeigen erste Hinweise darauf, dass bestimmte Stoffe in Kurkuma auf Prozesse im Gehirn einwirken könnten.
Förderung der Neuroplastizität
Wissenschaftler beschreiben, dass Curcumin möglicherweise die Ausbildung neuer neuronaler Verbindungen begünstigt. Dieser Mechanismus ist unter dem Begriff „Neuroplastizität“ bekannt. Curcumin kann den Spiegel des Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF) im Gehirn erhöhen. BDNF spielt eine Schlüsselrolle bei Lernprozessen, Gedächtnisbildung und neuronaler Regeneration.
Schutz vor oxidativem Stress
Curcumin wirkt antioxidativ und kann Zellschäden durch freie Radikale begrenzen. Besonders im Gehirn, wo eine hohe Stoffwechselaktivität vorliegt, könnte dieser Schutzmechanismus eine Rolle spielen.
Verbesserung der Stimmung
Studien deuten darauf hin, dass Curcumin bei der Behandlung von Depressionen helfen kann. Es gibt Hinweise darauf, dass Curcumin die Gehirn-Neurotransmitter Serotonin und Dopamin verstärken kann.
Kurkuma und seine Wirkung auf den Stoffwechsel
Kurkuma kann auch den Stoffwechsel positiv beeinflussen.
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Förderung der Verdauung
Kurkuma verbessert nachweislich die Verdauung. Das Gewürz lindert beispielsweise Blähungen und Völlegefühl. Seine Inhaltsstoffe unterstützen die Leber und regen sie unter anderem dazu an, mehr Gallensäuren auszuschütten. Die binden an Nahrungsfette und machen das Fett verdaulich. Die Gelbwurz lindert dadurch Blähungen und Völlegefühl.
Unterstützung bei der Gewichtsabnahme
Das im Kurkuma enthaltene Curcumin wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel aus. Zudem erschwert Kurkuma die Bildung von Fettpolstern. Die Bitterstoffe in der Gelbwurz können das Sättigungsgefühl beschleunigen und verlängern.
Regulierung des Blutzuckerspiegels
Für Diabetiker kann Kurkuma den Blutzuckerspiegel stabilisieren und die Insulinempfindlichkeit verbessern.
Senkung des Cholesterinspiegels
Studien haben gezeigt, dass Kurkuma aktiv zur Senkung des Cholesterinspiegels beitragen kann.
Weitere gesundheitliche Vorteile von Kurkuma
Neben den positiven Auswirkungen auf Gehirn und Stoffwechsel wird Kurkuma auch eine Reihe weiterer gesundheitlicher Vorteile zugeschrieben:
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- Entzündungshemmende Wirkung: Curcumin hemmt die Aktivität von Enzymen und Zytokinen, die für die Entstehung von Entzündungen verantwortlich sind.
- Antioxidative Wirkung: Curcumin neutralisiert freie Radikale, die für Alterungsprozesse und die Schädigung der Zellmembranen verantwortlich sind.
- Herzschutz: Kurkuma kann dazu beitragen, das Risiko für Herzerkrankungen zu reduzieren.
- Stärkung des Immunsystems: Curcumin unterstützt den Körper bei der Bildung spezifischer T-Zellen, die eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern spielen.
- Hautpflege: Kurkuma hat eine entzündungshemmende Wirkung auf die Haut und kann bei unreiner Haut helfen.
Wie kann man Kurkuma in die Ernährung integrieren?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Kurkuma in die Ernährung zu integrieren:
- Als Gewürz: Kurkuma kann als Gewürz für Reisgerichte, Gemüse, Suppen, Eintöpfe und Saucen verwendet werden.
- In Getränken: Kurkuma kann zu Smoothies, Lassi oder der Goldenen Milch hinzugefügt werden.
- Als Tee: Kurkuma-Tee ist eine aromatische Möglichkeit, Kurkuma zu sich zu nehmen.
- Als Nahrungsergänzungsmittel: Kurkuma ist in Form von Kapseln oder Pulver erhältlich.
Bioverfügbarkeit von Curcumin
Curcumin wird vom Körper nur schwer aufgenommen. Um die Bioverfügbarkeit zu erhöhen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Kombination mit Piperin: Piperin, der Wirkstoff des schwarzen Pfeffers, kann die Aufnahme von Curcumin um ein Vielfaches steigern.
- Kombination mit Fetten oder Ölen: Curcumin ist fettlöslich, daher kann die Kombination mit Fetten oder Ölen die Aufnahme verbessern.
- Mizellierung: Curcumin wird in eine naturanaloge Mizellarstruktur verpackt, was die Bioverfügbarkeit erhöht.
- Komplexbildung mit Cyclodextrin: Das ringförmige Zuckermolekül Cyclodextrin kann das Curcumin aufnehmen und die Löslichkeit erhöhen.
- Liposomale Formulierungen: Der Wirkstoff wird in eine Membranhülle aus einer Phospholipid-Doppelschicht eingebettet, was das Curcumin vor dem Abbau schützt.
- Nanotechnologische Verfahren: Nanotechnologische Verfahren können die Bioverfügbarkeit von Curcumin ebenfalls erhöhen.
Dosierung von Kurkuma
Die empfohlene Dosierung von Kurkuma variiert je nach Anwendung. In Studien werden typischerweise Dosen von 500-2000 mg Kurkuma pro Tag verwendet, oft in Form eines Extraktes mit einer hohen Curcuminkonzentration. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 0-3 mg Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht als akzeptable Tagesdosis festgelegt.
Mögliche Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
Unter normalen Umständen ist Kurkuma in gewöhnlichen Mengen als Gewürz in der Küche nicht weiter bedenklich. Bei Kurkuma und entsprechenden Präparaten können jedoch Allergien und Überempfindlichkeiten auftreten. In der Schwangerschaft und Stillzeit ist Vorsicht geboten. Kurkuma kann die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Vor der Einnahme von Kurkuma oder Produkten mit Curcumin sollte Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden.
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