Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die weit mehr als nur starke Kopfschmerzen umfasst. Sie ist oft mit einer Vielzahl von Begleitsymptomen verbunden, die das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können. Zu diesen Symptomen gehören Müdigkeit, Erschöpfung (Fatigue) und Entzündungen, die in einem komplexen Zusammenspiel stehen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen und Zusammenhänge dieser Symptome im Kontext von Migräne.
Erschöpfung (Fatigue) bei Migräne
Migräne und Fatigue, die starke Erschöpfung, gehören zusammen. Viele Migränepatienten berichten über eine ausgeprägte Erschöpfung, die als Postdrom nach einer Migräneattacke auftreten kann. Diese Erschöpfung kann so stark sein, dass sie die Fähigkeit, alltäglichen Aktivitäten nachzugehen, erheblich einschränkt.
Mögliche Ursachen der Fatigue
Eine Untersuchung von Migränepatienten und gesunden Kontrollpersonen ergab, dass bei Migränepatienten häufiger Anzeichen für das Restless-Legs-Syndrom, depressive Symptome und Hinweise auf Fibromyalgie gefunden wurden. Diese Überschneidungen bieten einen Einblick in die diversen möglichen Ursachen der starken Erschöpfung, der Fatigue, bei Migränepatienten.
- Restless-Legs-Syndrom: Im Zusammenhang mit Fatigue wird inzwischen auch öfter das Restless-Legs-Syndrom erwähnt - das Syndrom der ruhelosen Beine. Die Ruhelosigkeit tritt besonders dann auf, wenn eigentlich Ausruhen das Ziel ist und erschwert so das Entspannen und Erholen. Nicht selten ist dadurch auch der Schlaf gestört und entsprechend wenig erholsam. Bei Betroffenen mit einer starken Erschöpfung, wie sie auch typisch als Postdrom nach einer Migräneattacke ist, kann also manchmal auch dieses Syndrom ein Faktor sein. Die Untersuchung fand häufiger Anzeichen für das Restless-Legs-Syndrom bei Patienten mit Migräne. Allgemein war das Restless-Legs-Syndrom allerdings häufiger bei Migränepatienten sowohl mit als auch ohne Aura zu finden - und zudem bei Teilnehmern der Kontrollgruppe, bei denen sogenannte ‚nicht-spezifische Läsionen‘ der Weißen Substanz im bildgebenden Verfahren Kernspintomographie zu sehen waren.
- Depressive Symptome: Die Häufigkeit depressiver Symptome war bei Migränepatienten höher als in der Kontrollgruppe. Auch andere Faktoren wie Depressionen können eine starke Erschöpfung hervorrufen.
- Fibromyalgie: Die Häufigkeit von Fibromyalgie war bei Migränepatienten höher als in der Kontrollgruppe. Auch Fibromyalgie, ein schmerzhaftes Syndrom, können eine starke Erschöpfung hervorrufen.
Es stellt sich die Frage, wie häufig diese Erkrankungen bei einer Migräne eine Rolle spielen und ob sie eventuell für einen Teil der eigentlich typischen Migränesymptome verantwortlich sein könnten.
Der Dopamin-Haushalt
Interessanterweise liegt bei den drei hier beschriebenen möglichen Begleiterkrankungen der Migräne eine mögliche Ursache im Dopamin-Haushalt der Patienten. So lindern sogenannte Dopamin-Agonisten Symptome des Restless-Legs-Syndroms, Antidepressiva greifen häufig im dopaminergen System ein, und auch gegen die Schmerzen der Fibromyalgie werden inzwischen Medikamente eingesetzt, die die Produktion von Dopamin anregen sollen. Eine frühere Studie fand, dass bei Migränepatienten während der Attacke die Freisetzung von Dopamin abzunehmen schien. Ist also auch bei der Migräne die Dopaminproduktion ein Problem?
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Entzündungen bei Migräne
Anders als beispielsweise bei Spannungskopfschmerzen tut bei einer Migräne nicht nur der Kopf weh. Während eines Migräneanfalls werden schmerzvermittelnde Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter, wie Serotonin und CGRP (Calcitonin-Gen-Related Peptide) freigesetzt. Diese Stoffe führen zu einer Entzündungsreaktion an den Blutgefäßen der Hirnhäute, was die typischen pulsierenden Kopfschmerzen verursacht.
Die Rolle von Entzündungsstoffen
Fest steht, dass eine Migräneattacke in den Nervenkerngebieten des Hirnstamms ihren Ausgang nimmt. Durch die genannten Auslöser kommt es zur explosionsartigen Freisetzung sogenannter vasoaktiver Peptide. Dabei handelt es sich um spezielle Entzündungsstoffe. Sie erweitern die Gehirngefäße, die anschwellen und sich entzünden. Die Folge ist der Migräneanfall.
Therapieansätze zur Blockierung von Entzündungen
Ein Therapieansatz ist, die dem Migräneschmerz zugrundeliegende Entzündung an den Blutgefäßen der Hirnhäute durch Gabe von Prednisolon oder anderen Kortison-Zubereitungen zu blockieren und damit dem Schmerz die biologische Grundlage zu nehmen. In der Notfallsituation wird das Kortison meist intravenös verabreicht, was den Vorteil eines relativ schnellen Wirkeintritts unter Umgehung der Aufnahme im Magen-Darmbereich bietet. Bei vielen Betroffenen führt aber auch die selbständige Einnahme von Prednisolon 50 bis 100 mg als Tablette zu einer Besserung innerhalb einer akzeptablen Zeitspanne. Gegebenenfalls kann die morgendliche Einnahme für zwei oder drei Tage wiederholt werden, bis die Entzündung ganz abklingt. Notwendig ist jedoch immer eine individuelle Beratung und Untersuchung.
Ursachen von Migräne
Bisher sind noch nicht alle Ursachen von Migräne geklärt. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen. Bei den meisten Migränikern treten die Attacken in einem bestimmten Rhythmus auf. Außerdem können durch individuelle Auslöser, sogenannte Trigger, weitere Attacken entstehen. Wie eine Migräneattacke entsteht, ist noch nicht vollständig geklärt. Die führende Theorie ist, dass die Migräneattacken im Gehirn beginnen, genauer gesagt im Hypothalamus. Er wird auch als Taktgeber des Körpers bezeichnet, von hier aus werden Hunger und Schlaf-Wach-Rhythmus bestimmt - und bei Menschen mit der entsprechenden genetischen Veranlagung eben der Beginn einer Migräneattacke.
Mögliche Auslöser
Zu den unmittelbaren Auslösern eines Migräneanfalls zählen hormonelle Schwankungen. Das gilt vor allem für Frauen vor und während der Menstruation. In diesem Fall spricht man auch von menstrueller Migräne. Weitere Auslöser sind zu wenig oder zu viel Schlaf, Stress sowie manche Lebens- und Genussmittel, vor allem Alkohol und Kaffee. Auch Umweltfaktoren können eine Rolle spielen. Die Wirkung ist jedoch individuell unterschiedlich.
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Mögliche Trigger sind vor allem Stress und ein gestörter Schlafrhythmus. Aber auch Hormonschwankungen, etwa während der Regel oder in der Schwangerschaft, können Migräne begünstigen. Häufig treten Migräneanfalle auch bei bestimmten Wetterlagen auf. Genauer im Rahmen bestimmter Luftdruckverhältnisse. Obwohl wissenschaftlich nicht belegt, reagieren viele Migräniker auf sich zu schnell verändernde Wetter- und Temperaturverhältnisse, genauso wie auf starken Fön. Ein weiteres häufiges Phänomen ist außerdem die Wochenend-Migräne. Sie entsteht, wenn der Körper aus der Stress-Phase in die Entspannungs-Phase übergeht.
Genetische Veranlagung
Für Migräne besteht generell eine genetische Veranlagung. Bei Menschen mit bestehender Veranlagung können folgende Auslöser für Migräne verantwortlich sein:
- Schlafüberschuss oder Schlafmangel
- Hunger oder Unterzuckerung
- Hormonumstellungen wie während des Zyklus oder bei Einnahme der Anti-Baby-Pille
- Körperlicher oder psychischer Stress
- Bestimmte Nahrungsmittel wie Schokolade, Käse, Zitrusfrüchte, Alkohol
- Licht, Geräusche oder Gerüche
- Wetterveränderungen
- Starke Emotionen
- Bestimmte Medikamente
- Räume, in denen geraucht wird
Symptome der Migräne
Typisch für eine Migräne sind folgende Symptome:
- Plötzlich einsetzender und heftiger Kopfschmerz, der meist nur eine Seite des Kopfs betrifft
- Oftmals treten auch Übelkeit auf
- Licht-, Geruchs-, Geräusch- und Berührungsempfindlichkeit
- Bei Bewegung verschlimmern sich die Symptome
Eine Migräneattacke kündigt sich meist schon früh an. Bei den meisten Betroffenen lässt die Konzentration nach, es kommt zu Müdigkeit, Gereiztheit und depressiven Verstimmungen. Manchmal ist jedoch auch das Gegenteil der Fall: Sie fühlen sich hellwach und energiegeladen.
Migräne mit Aura
Bei jeder zehnten Person, die an Migräne leidet, kommt es zur Aura: Dieses neurologische Symptom einer Migräne äußert sich meist in Sehstörungen wie farbige Blitze, flimmernde Zickzacklinien, Kreise oder milchige Schleier. Manche Migränepatientinnen und -patienten spüren ein Kribbeln oder Schwäche in einem Arm oder Bein.
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Obwohl es Migränekranken nicht immer klar ist, läuft eine Migräne mit Aura meist in fünf Phasen ab:
- Stunden oder sogar Tage vor der Attacke tritt Müdigkeit und manchmal Blässe ein. Gepaart sind diese Symptome teils mit Heißhunger, Übelkeit und Konzentrationsstörungen.
- Kurz vor Beginn der Kopfschmerzen kommen die bewusst wahrgenommenen Aura-Symptome hinzu: Sehstörungen (meist in Form eines Flimmerns, verschwommenen Sehens, Lichtblitzen, Zickzacklinien oder Gesichtsfeldeinschränkungen), Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheit in Armen und Beinen, seltener Sprachstörungen.
- Die Kopfschmerzphase ist der Teil der Migräneattacke, die auch Betroffene ohne Aura durchleiden.
- Nach den Kopfschmerzen folgt die Auflösungsphase, in der sich oft Symptome zeigen, die der Anfangsphase konträr gegenüberstehen. Während die Kopfschmerzen abnehmen, setzt beispielsweise völlige Appetitlosigkeit ein.
- Zuletzt kommt die Erholungsphase, in der keine Symptome mehr vorhanden sind, die Betroffenen aber brauchen, um sich von der Erschöpfung der Attacke zu regenerieren.
Phasen einer Migräneattacke
Migräneschübe treten üblicherweise in vier Phasen auf, im Falle einer Migräne ohne Aura sind es hingegen nur drei Phasen. Ein Migräneanfall läuft daher wie folgt ab:
- Vorbotenphase: In dieser Phase, die von vielen Migränikern nicht wahrgenommen wird, kündigt sich die Migräne an. Typische Vorboten für einen nahenden Migräneanfall sind beispielsweise gesteigerte Müdigkeit und häufiges Gähnen, aber auch Heißhungerattacken, Darmbeschwerden, Verstopfungen und eine bereits erhöhte Licht- und Lärmempfindlichkeit. Die Vorbotenphase kann sich in Einzelfällen über bis zu zwei Tagen erstrecken, dauert in der Regel aber nur wenige Stunden.
- Auraphase: Bei einer Migräne mit Aura folgt die Auraphase der Vorbotenphase. Die Aura entsteht unmittelbar vor Beginn der starken Kopfschmerzen. Sie ist geprägt von fehlerhaften Sinneswahrnehmungen im Bereich des Sehens. Betroffene verlieren zum Beispiel die Fähigkeit zum räumlichen Sehen, es entstehen Zick-Zack-Linien im Bild, die Konturen werden unscharf und verschleiert. Außerdem können zusätzliche Strukturen im Bild entstehen, oder aber fehlen. Rund 20 Prozent aller Patienten sehen zudem nur noch halbe Bilder, weil das Gesichtsfeld während der Auraphase stark eingeschränkt sein kann. Die Aura ist typischerweise ein dynamischer Prozess, die Sinnesausfälle wandeln sich also innerhalb einer Auraphase mehrmals. Die Aura dauert in der Regel nicht länger als eine Stunde an, sämtliche Symptome verschwinden anschließend wieder gänzlich.
- Kopfschmerzphase: Sehr selten tritt eine Migräneaura ohne anschließende Kopfschmerzen auf. In über 90 Prozent der Fälle folgt der Auraphase jedoch die Kopfschmerzphase, die mit einseitigen, starken Kopfschmerzen im Bereich der Stirn und Schläfe einhergeht. Oftmals ist zudem ein Auge betroffen, sodass die Schmerzen in das Augenlid ausstrahlen. Die Migränekopfschmerzen werden von Betroffenen als pochend oder pulsierend, aber auch als stechend und vor allem quälend wahrgenommen. Bei körperlicher Aktivität nehmen die Schmerzen zu, wohingegen sie bei Ruhe und Schonung eher nachlassen. Die Kopfschmerzen werden in der Regel von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Brechreiz, Licht- und Geruchsempfindlichkeit sowie Appetitlosigkeit begleitet.
- Rückbildungsphase: In der Rückbildungsphase, wenn der Schmerzanfall bereits überstanden ist, befindet sich der Körper noch in der Erholung. Betroffene fühlen sich müde und abgespannt, die Appetitlosigkeit und die Übelkeit können in dieser Phase noch bis zu 24 Stunden bestehen bleiben, bevor die vollständige Erholung von der Migräneattacke einsetzt.
Dauer einer Migräne
Die Einteilung in verschiedene Phasen gibt auch Aufschluss darüber, wie lange Migräne anhält. Während die ersten Vorbotensymptome bereits Tage vor der Attacke auftreten können, dauert die bewusste Aura der Migräne mit Symptomen an den Augen etwa fünf bis 30 Minuten, in Ausnahmefällen bis zu einer Stunde. Die Migräne-Dauer, also die alles entscheidende Schmerzphase, kann deutlich länger sein und variiert stark. Ohne Behandlung halten die heftigen Kopfschmerzen für mindestens vier Stunden an und können sogar für bis zu drei Tage andauern. Da Migränikerinnen und Migräniker in dieser Zeit meist nicht am Alltag teilnehmen können, stellt die Erkrankung eine große Einschränkung für das Leben Betroffener dar. Auch die folgenden zwei Tage können noch an die Migräne „verloren gehen“ - denn so lange dauert mitunter die Erholungsphase der Erkrankten. Die Dauer eines Migräneanfalls liegt also insgesamt bei maximal einer Woche - wobei nur drei Tage davon mit Schmerzen einhergehen.
Behandlung von Migräne
Auch wenn Migränekopfschmerzen nur sporadisch auftreten, sind die heftigen Schmerzen, die Begleitsymptome und die lange Ausfalldauer für Betroffene extrem belastend. Leider ist eine Migräne - auch aufgrund der unklaren Entstehungsmechanismen - aktuell nicht heilbar. Zum Glück lassen sich aber immerhin die Symptome gut behandeln. Bei Verdacht auf eine Migräne, beziehungsweise auch nach Sicherung der Diagnose, sollten Sie sich zunächst in einer ärztlichen Praxis beraten lassen. Die Therapiemethoden sind vielfältig und für verschiedene Menschen eignen sich oft unterschiedliche Ansätze - von Medikation über Prävention bis hin zu Hausmitteln hilft bei Migräne vieles.
Medikamentöse Behandlung
Grundsätzlich unterscheidet sich die Behandlung der Kopfschmerzen als Hauptsymptom der Migräne nicht unbedingt von anderen Kopfschmerzarten wie Cluster-Kopfschmerzen. Auch hier eignen sich daher Schmerzmittel wie die Aspirin®-Produkte mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS). Als passende Dosis gelten 900 bis 1000 mg, also zwei Tabletten à 500 mg. Ebenso ratsam sind Präparate, in denen neben schmerzstillenden Wirkstoffen auch Koffein enthalten ist. Die Substanz hat selbst eine schmerzlindernde Wirkung und sorgt dafür, dass der Wirkstoff ASS schneller wirken kann. Aspirin® Coffein kombiniert beide Wirkstoffe und sorgt bei Migräne für akute Hilfe. Da Migränikerinnen und Migräniker oft nicht nur unter den Kopfschmerzen selbst leiden, sondern vor allem auch die Übelkeit schwer erträglich ist, können auch Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen zum Einsatz kommen. Bei besonders heftigen Migräneattacken sind einfache Schmerzmittel nicht immer ausreichend wirksam. Dann können sogenannte Triptane Abhilfe schaffen. Auch diese Medikamente wirken als Akutbehandlung der Kopfschmerzen bei Migräneanfällen schmerzlindernd und können, wenn nötig, mit anderen Arzneimitteln zusammen eingenommen werden. Notwendig ist eine Behandlung mit Triptanen vor allem dann, wenn andere Schmerzmittel keine Wirkung zeigen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass sie an höchstens zehn Tagen im Monat eingenommen werden dürfen, da sie sonst Kopfschmerzen durch Schmerzmittel-Übergebrauch verursachen können.
Vorbeugende Maßnahmen
Ähnlich wie bei vielen anderen Schmerzerkrankungen ist auch bei der Migräne Prävention möglich. Mit den richtigen Gewohnheiten oder der Einnahme von Medikamenten können Sie also aktiv dazu beitragen, seltener Migräneattacken zu bekommen. Welche Maßnahmen helfen können, hängt vor allem von den Migräne-Ursachen ab, die - wie beschrieben - sehr individuell sein können. So können Sie schwere Attacken reduzieren:
- Auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus achten
- Stress, Alkohol und Flüssigkeitsmangel möglichst vermeiden
- Regelmäßig essen
- Auf schnelle Wechsel von An- zu Entspannung verzichten
- Bewusste Pausen einplanen
Insbesondere bei chronischen Beschwerden mit mehr als drei Migräneanfällen pro Monat ist es auch möglich, präventive Medikamente einzunehmen. Häufig angewendete Mittel sind hierbei Betablocker oder bestimmte Antidepressiva. Eine solche medikamentöse Vorbeugung müssen Sie unbedingt bei einem Besuch in einer ärztlichen Praxis besprechen und begleiten lassen. Ebenfalls gut zu wissen: Die Prophylaxe wirkt nur bei regelmäßiger Einnahme und braucht etwa zwei Monate, bis sie anschlägt.
Akute Maßnahmen
Manchmal ist es trotz gesundem Lebensstil und vorbeugenden Maßnahmen zu spät und der Anfall ist da. Was hilft bei akuter Migräne? Diese Tipps sind häufig eine Hilfe bei Migräne:
- Ruhe und Dunkelheit: Migränebetroffene leiden während eines Anfalls oft unter Überempfindlichkeit. Vielen hilft es, sich dann in einen abgedunkelten, stillen Raum zurückzuziehen.
- Kühlung: Wie auch bei anderen Kopfschmerzarten ist ein feuchtes Tuch oder eine kühle Auflage häufig eine akute Hilfe bei Migräne.
- Stimulation des Nervus trigeminus: Mithilfe eines speziellen Geräts, das auf die Stirn geklebt wird, kann der für Schmerz verantwortliche Nerv des Gesichts stimuliert werden, was die Schmerzen lindert.
Die schnellste Linderung von Migränekopfschmerzen ist allerdings durch die gezielte Einnahme von Schmerzmedikamenten zu erreichen. Die oben genannten Tipps können zusätzlich für Besserung sorgen.
Natürliche Vorbeugung
Um auf natürliche Weise einer Migräne vorzubeugen, sollten Betroffene die Ursachen für die anfallsartigen, migränösen Kopfschmerzen kennen und diese möglichst vermeiden. Hilfreich ist daher ein regelmäßiger Schlafrhythmus, die Einhaltung fester Mahlzeiten sowie das Meiden von lauten Geräuschen oder hellem Licht. Verhaltenstherapeutische Verfahren und Entspannungsübungen können einzeln oder auch ergänzend zur medikamentösen Prophylaxe eingesetzt werden.
Diagnose von Migräne
Da es viele unterschiedliche Formen von Kopfschmerzen gibt, wissen viele Betroffene gar nicht, dass sie unter Migräne leiden. Bei der Diagnose spielt deshalb die Anamnese, also die Krankengeschichte, eine wichtige Rolle. In einem ausführlichen Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin gilt es, die Beschwerden möglichst genau zu beschreiben. Hilfreich kann ein Kopfschmerztagebuch sein. Dort wird eingetragen, wann und unter welchen Umständen die Kopfschmerzen jeweils auftreten und wie lange sie anhalten. Hinweise auf die Art der Schmerzen sind ebenfalls wichtig. Um andere Kopfschmerzarten auszuschließen, ist es manchmal notwendig, bildgebende Verfahren zu nutzen und zum Beispiel eine Computertomografie des Kopfes durchzuführen.
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