Lakritze, eine Süßigkeit, die von manchen geliebt und von anderen gemieden wird, birgt ein komplexes Zusammenspiel von Geschmack, Inhaltsstoffen und potenziellen Auswirkungen auf die Gesundheit. Insbesondere die Verbindung zwischen Lakritze und dem Dopaminspiegel im Gehirn ist ein faszinierendes Forschungsgebiet. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Lakritze, ihre Inhaltsstoffe, die potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen und die Rolle von Dopamin bei der Entstehung von Glücksgefühlen.
Lakritze: Eine Einführung
Lakritze ist nicht gleich Lakritze. Es gibt verschiedene Arten, die sich hauptsächlich in ihrem Gehalt an Glycyrrhizin unterscheiden, einem Stoff, der aus Süßholzwurzelsaft gewonnen wird und für den charakteristischen Geschmack verantwortlich ist. Man unterscheidet zwischen Kinderlakritze und Starklakritze. Kinderlakritze enthält in der Regel weniger Glycyrrhizin als Starklakritze. Starklakritze enthält mehr Glycyrrhizin als Kinderlakritze.
Inhaltsstoffe von Lakritze
Der Hauptbestandteil von Lakritze ist Glycyrrhizin, das eine deutlich höhere Süßkraft als Haushaltszucker besitzt. Glycyrrhizin wird im Körper zu Glycyrrhetinsäure abgebaut. Diese kann in den Nieren ein Ansteigen des Cortisolspiegels bewirken. Dadurch kommt es zu Veränderungen im Mineralstoffwechsel, Natrium reichert sich an, Kalium geht verloren. Die Folgen: „Der Blutdruck kann steigen, es können Wassereinlagerungen in den Gelenken und im Gesicht entstehen, außerdem kann es zu Muskelschwäche und einer Störung der Kaliumkonzentration im Blut kommen.
Weitere Inhaltsstoffe können Zucker, Zuckersirup und Salmiak (Ammoniumchlorid) sein, insbesondere in salzigen Varianten.
Glycyrrhizin: Süße mit potenziellen Folgen
Glycyrrhizin hat viele positive Eigenschaften. Es wirkt entzündungshemmend, schleimlösend, hustendämpfend und magenschonend. Glycyrrhizin wird im Körper in Glycyrrhetinsäure umgewandelt. Diese verhindert, dass im Körper das Hormon Cortisol zu Cortison abgebaut wird. Dieses überschüssige Cortisol hat die gleiche Wirkung wie das Hormon Aldosteron.
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Allerdings kann ein übermäßiger Konsum von Glycyrrhizin gesundheitliche Probleme verursachen. Glycyrrhizin kann den Mineralstoffwechsel beeinflussen und zu einem Anstieg des Cortisolspiegels führen. Dies kann zu Natriumanreicherung, Kaliumverlust, Bluthochdruck, Wassereinlagerungen und Muskelschwäche führen.
Salmiak: Der salzige Kick mit Risiken
Salmiak verleiht Lakritz einen typischen, stechend salzigen Geschmack. Ein übermäßiger Konsum von Salmiak kann den Mineralhaushalt stören und Symptome wie Übelkeit oder Erbrechen verursachen.
Wer sollte vorsichtig sein?
Bestimmte Personengruppen sollten den Konsum von Stark- und Salmiaklakritze einschränken:
- Personen mit Herzinsuffizienz
- Personen, die Cortisolpräparate einnehmen
- Personen mit Bluthochdruck
- Personen, die auf ihren Wasser- und Mineralsalzhaushalt achten müssen, z. B. aufgrund der Einnahme von entwässernden Tabletten
Auch Kinder sollten aufgrund des hohen Zuckergehalts und des potenziellen Einflusses von Salmiak auf den Mineralhaushalt Kinderlakritze nur in Maßen genießen.
Empfohlene Mengen
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, höchstens 100 Milligramm Glycyrrhizin pro Tag zu sich zu nehmen. Gesundheitliche Auswirkungen sind erst ab einer ständigen Aufnahme von über 200 mg Glycyrrhizin pro Tag zu erwarten. Um diesen Wert zu erreichen, müsste man täglich 200 g handelsübliches Lakritz oder 25-100 g Starklakritz essen.
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Lakritze und Dopamin: Eine Verbindung?
Dopamin ist ein Neurotransmitter, der im Gehirn eine wichtige Rolle spielt. Er wird ausgeschüttet, wenn wir etwas Angenehmes erleben oder positive Erfahrungen machen. Dopamin wirkt sich auch auf unsere Motivation aus und kurbelt unsere Leistungsbereitschaft an.
Ob Lakritze direkt den Dopaminspiegel beeinflusst, ist noch nicht abschließend geklärt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass bestimmte Inhaltsstoffe von Lakritze, wie z. B. Glycyrrhizin, indirekt auf den Dopaminhaushalt wirken könnten.
Isoliquiritigenin: Ein Hoffnungsschimmer?
Eine Studie mit Ratten deutet darauf hin, dass Isoliquiritigenin, ein Bestandteil von Lakritze, das Suchtpotenzial von Kokain verringern könnte. Die Forscher fanden heraus, dass Isoliquiritigenin die Freisetzung des Botenstoffes Dopamin aus Nervenzellen verhindert.
Lakritze in der skandinavischen Kultur
Die skandinavischen Länder sind bekannt für ihren hohen Konsum von Lakritze. In Finnland gibt es sogar Schokolade mit Lakritzfüllung. Die Schweden naschen gerne Unmengen von Lakritz und Weingummi.
Lakritze und andere Lebensmittel: Wechselwirkungen
Lakritze kann Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten und Lebensmitteln eingehen:
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- Lakritze erhöht die Kaliumausscheidung des Körpers. Wer also entwässernd wirkende Diuretika über einen längeren Zeitraum einnimmt, sollte auf Lakritz verzichten. Sonst kann der Kaliumspiegel im Blut zu stark sinken.
- Koffein wird durch Antibiotika, die Gryase-Hemmer enthalten, schlechter abgebaut. Es wirkt also länger im Körper und kann zu Schlafstörungen und Erregungszuständen führen. Eisenpräparate hingegen werden nicht vom Körper aufgenommen, wenn man sie mit Koffein einnimmt. Die Gerbsäure von Kaffee oder Tee bindet die Eisen-Ionen im Magen.