Einführung
Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle können verschiedene Ursachen haben und sich unterschiedlich äußern. Neben den unmittelbaren Auswirkungen der Anfälle selbst können Epilepsien auch langfristige Auswirkungen auf die kognitiven Funktionen der Betroffenen haben. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieser Langzeitwirkungen, von der transienten epileptischen Amnesie (TEA) bis hin zu den Auswirkungen von Medikamenten und Operationen.
Transiente epileptische Amnesie (TEA)
Die transiente epileptische Amnesie (TEA) ist ein seltenes Phänomen, das bei Patienten mit Temporallappenepilepsie auftritt. Sie wird oft nicht als solche erkannt oder mit einer transienten globalen Amnesie (TGA) verwechselt. TEA tritt häufig nach dem Erwachen auf und dauert in der Regel 15-60 Minuten.
Merkmale der TEA
TEA ist durch eine gemischte anterograde und retrograde Gedächtnisstörung gekennzeichnet. Betroffene stellen oft repetitive Fragen. Patienten mit TEA sind meist im mittleren Lebensalter und haben oft auch permanente Gedächtnisstörungen (insbesondere beschleunigtes Vergessen, autobiografische und räumlich-topografische Gedächtnislücken), zeigen emotionale Labilität und sind depressiv verstimmt.
Unterschiede zur TGA
Im Gegensatz zur TGA tritt TEA regelmäßig wiederkehrend auf (durchschnittlich einmal pro Monat) und spricht auf Antiepileptika an. Klinisch lassen sich bei TEA-Patienten häufig auch andere Merkmale von Anfällen des Temporallappens feststellen.
Diagnostik der TEA
Weiterführende Untersuchungen können typische Befunde erheben:
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- In etwa einem Drittel interiktale epileptiforme Aktivität über den Temporallappen
- Bei wenigen auch kernspintomographische Läsionen im Temporallappen
Fallbeispiel TEA
Ein 47-jähriger kaufmännischer Angestellter berichtete über erstmals vor einem Jahr bemerkte amnestische Episoden von ca. 30 Minuten Dauer nach dem morgendlichen Erwachen. Er konnte sich nicht an den Tag und die Tagesplanung erinnern, auch waren ihm die Ereignisse des Vortags sowie seine Handy-PIN nicht erinnerlich. Fremdanamnestisch habe sich der Patient unauffällig verhalten, im Verlauf seien jedoch auch Episoden mit Areagibilität und starrem Blick beobachtet worden. Danach traten in Abständen von ca. 3 Wochen immer morgens nach dem Aufwachen ähnliche Episoden über bis zu 60 Minuten auf. Eine auswärtige stationäre Diagnostik mittels CCT-, cMRT-, Ruhe-Wach-EEG-Untersuchung (auch nach Schlafentzug) sowie einer Liquordiagnostik waren nicht wegweisend gewesen.
Während einer Video-EEG-Ableitung in der Klinik konnten am frühen Morgen nach dem Erwachen 2 amnestische Episoden mit einem Herzfrequenzanstieg aufgezeichnet werden, wobei sich bei einer Episode ein Anfallsmuster über 40 Sekunden beginnend mit einer rhythmischen Thetaaktivität frontotemporal rechts zeigte. Der erste Anfall wurde von dem Patienten selbst nicht bemerkt und auch nicht erinnert. Beim zweiten Anfall ohne Nachweis eines Anfallsmusters schrieb der Patient seiner Ehefrau eine Kurznachricht mit der Frage „Wo er hier [sei] und was er hier [mache]?“. Erst fünf Minuten später bemerkte er, dass er einen Anfall gehabt hatte. Interiktal zeigten sich im Schlaf epilepsietypische Potenziale temporal rechts. In einer cMRT-Untersuchung war keine epileptogene Läsion nachweisbar. In der neuropsychologischen Untersuchung ergaben sich Hinweise auf eine Funktionsstörung temporal rechts. Das Depressionsinventar verwies auf eine depressiv gefärbte Stimmungslage. Die antineuronalen Antikörper waren negativ.
Es wurde eine Temporallappenepilepsie rechts unklarer Ursache diagnostiziert und eine antiepileptische Therapie mit Lamotrigin eingeleitet. In einer Follow-up-Untersuchung nach 6 Monaten berichtete der Patient über durchgehende Anfallsfreiheit.
Erkenntnisse aus Fallserien
In einer Fallserie mit 10 Patienten mit TEA variierte die Frequenz der berichteten Anfälle zwischen 4 und 36 Anfällen pro Jahr. Die Dauer eines Anfalls lag meist zwischen 15 und 60 Minuten. Bei 5 Patienten traten Anfälle am Morgen auf. Insgesamt berichteten 6 Patienten über ein Auftreten der TEA direkt nach dem Erwachen. Von einem nächtlichen Auftreten aus dem Schlaf heraus oder nach nächtlichem Erwachen wurde von keiner Patient berichtet. Bei 9 Patienten ergab die Anamnese Hinweise auf weitere Anfallstypen bzw. auf weitere semiologische Elemente während des Anfalls. Der Nachweis epilepsietypischer Aktivität im Routine-EEG gelang nur selten. Bei 4 Patienten wurde eine unspezifische Thetaaktivität über der Temporalregion nachgewiesen. In kernspintomografischen Untersuchungen des Neurokraniums stellten sich bei 3 Patienten epileptogene Läsionen im Bereich der temporomesialen Strukturen dar, bei 2 Patienten links, bei 1 Patienten rechts. In Video-EEG-Langzeitableitungen wurde bei 6 Patienten eine im Schlaf aktivierte epilepsietypische Aktivität über der Temporalregion nachgewiesen. Die ergänzende neuropsychologische Untersuchung erbrachte bei 8 Patienten Hinweise auf temporale Funktionsstörungen. Hinweise auf eine depressive Störung fanden sich bei 6 Patienten.
Therapie der TEA
Bei 9 Patienten wurde Lamotrigin zur antiepileptischen Therapie eingesetzt. Dies verbesserte die Anfallskontrolle bei 5 Patienten. Eine Patientin profitierte nicht von der Lamotrigingabe und erfüllte die Kriterien einer therapieresistenten Epilepsie. Ein weiterer Patient erreichte mit dem Einsatz von Levetiracetam eine gute Anfallskontrolle. Die Anfallskontrolle eines Patienten stabilisierte sich schon zuvor unter Durchführung einer immunsuppressiven Therapie mit Kortison, Immunadsorption und Therapie mit Azathioprin.
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Mechanismen und Inzidenz
Die Mechanismen, die zur TEA führen, sind nicht abschließend geklärt, aber es gibt Hinweise sowohl auf eine unmittelbare iktale Störung der Gedächtnisleistung als auch Hinweise auf ein postiktales Symptom als Ausdruck einer den Anfall überdauernden passageren Funktionsstörung gedächtnisrelevanter Netzwerke. Zumindest weist das Ansprechen auf Antiepileptika darauf hin, dass epileptische Anfälle ursächlich beteiligt sind. Die Datenlage zur Inzidenz der TEA ist spärlich, mutmaßlich auch wegen der geringen Bekanntheit des Phänomens. Eine prospektive Studie aus einem Zentrum für Demenzerkrankung erbrachte eine Prävalenzrate von 4 % unter den Erkrankten.
Bedeutung für die Diagnosestellung
Die klinische Differenzierung zur TGA oder zu „Verwirrtheitsepisoden“ bei älteren Menschen ist unter anderem deswegen erschwert, weil bei bis zu einem Viertel der TEA-Patienten die transiente Amnesie das einzige Symptom der zugrunde liegenden Temporallappenepilepsie sein kann. Eine klinische Abgrenzung zu der in der Bevölkerung häufiger, jedoch selten rezidivierend auftretenden TGA ist anhand semiologischer Aspekte bei Erstmanifestation schwierig, was die hohe zeitliche Latenz zwischen Erstmanifestation und Diagnosestellung erklärt.
Kognitive Auswirkungen von Epilepsie allgemein
Epilepsie kann verschiedene kognitive Funktionen beeinträchtigen, darunter Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und exekutive Funktionen. Die Art und Schwere der kognitiven Beeinträchtigungen hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. der Art der Epilepsie, der Anfallshäufigkeit, dem Alter bei Krankheitsbeginn und der Einnahme von Medikamenten.
Ursachen kognitiver Beeinträchtigungen
Die Ursachen für kognitive Beeinträchtigungen bei Epilepsie sind vielfältig:
- Direkte Auswirkungen der Anfälle: Anfälle können die Funktion von Nervenzellen stören und zu vorübergehenden oder dauerhaften Schäden führen.
- Auswirkungen der Grunderkrankung: Epilepsie kann durch verschiedene Grunderkrankungen verursacht werden, die selbst kognitive Beeinträchtigungen verursachen können (z. B. Hirntumore, genetische Syndrome).
- Auswirkungen von Medikamenten: Viele Antiepileptika können kognitive Nebenwirkungen haben, wie z. B. Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Gedächtnisprobleme.
- Psychosoziale Faktoren: Epilepsie kann zu sozialer Isolation, Angst und Depressionen führen, was sich negativ auf die kognitiven Funktionen auswirken kann.
Epilepsie und Intelligenzminderung
Menschen mit geistiger Behinderung erkranken im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung häufiger an Epilepsie. Die Prävalenz der Epilepsien ist bei intelligenzgeminderten Menschen bis zu 20-fach höher. Mit zunehmender Ausprägung der geistigen Behinderung und zusätzlicher motorischer Störung steigt die Prävalenz weiter an, sodass bei etwa der Hälfte aller Menschen mit geistiger Behinderung und „Cerebralparese“ eine Epilepsie zu finden ist.
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Besonderheiten bei der Behandlung von Menschen mit Intelligenzminderung
Bei der Therapie von Menschen mit geistiger Behinderung gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Menschen mit Intelligenzminderung vertragen Antiepileptika anders, manchmal auch schlechter. Ein gutes Beispiel dafür ist Levetiracetam, das in dieser Gruppe von Betroffenen deutlich häufiger zu Verhaltensauffälligkeiten führt. Auch die Diagnose der Anfälle und des Epilepsiesyndroms kann erschwert sein, da man in besonderem Maße auf Informationen von anderen Personen (z.B. Angehörige, Betreuer) sowie gegebenenfalls weitere Quellen (z.B. Videoaufnahmen, Anfallskalender) angewiesen ist.
Bildgebende Untersuchungen
Bei jeder Epilepsie-Erstdiagnose, bei der eine symptomatische Genese zu vermuten ist, ist eine bildgebende Untersuchung erforderlich, heutzutage ein kraniales Kernspintomogramm (cMRT), das oft nur in Narkose möglich ist, um sowohl Ätiologie der Epilepsie, aber auch der Behinderung zu klären.
Nichtmedikamentöse Maßnahmen
Zur Behandlung der Epilepsie gehören auch und gerade bei geistig behinderten Patienten nichtmedikamentöse Maßnahmen, (z.B. Tagesstrukturierung, Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus) sowie Maßnahmen, die anfallsbedingten Schaden verhüten sollen.
Pharmakologische Therapie
Die pharmakologische Therapie der Anfälle unterscheidet sich prinzipiell nicht von der Behandlung von Patienten ohne Intelligenzminderung. Es ist also eine Monotherapie mit dem Ziel der Anfallsfreiheit anzustreben. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass dies erfolgreich möglich und eine Kombinationstherapie bei geistig behinderten Patienten nicht häufiger notwendig ist.
Bei der Substanzauswahl ist zu bedenken, dass einige Antiepileptika bei Patienten mit geistiger Behinderung erfahrungsgemäß ein erhöhtes Risiko insbesondere psychiatrischer Nebenwirkungen bergen, wobei diese häufiger in Kombinationstherapie zu beobachten sind und selbstverständlich keine Kontraindikation darstellen, sondern zu vermehrter Aufmerksamkeit beim Einsatz der jeweiligen Substanz Anlass geben sollten. Keine antiepileptische Substanz sollte prinzipiell ausgeschlossen werden.
Applikationsformen
Einigen Patienten, insbesondere mit schweren Mehrfachbehinderungen, ist es nicht möglich, Tabletten oder Kapseln zu schlucken. Hier muss frühzeitig an andere Applikationsformen gedacht werden, vor allem Tropfen oder Säfte, auch wenn diese zum Teil deutlich teurer sind. Retard-Tabletten lassen sich in der Regel in Wasser auflösen.
Überdosierung
Beim Aufdosieren eines Antiepileptikums ist daran zu erinnern, dass zum einen die Überdosierungsgrenze bei geistig oder körperlich behinderten Menschen aufgrund ihrer Hirnschädigung schon bei Serumkonzentrationen erreicht sein kann, die man bei der Behandlung nichtbehinderter Patienten als in der Regel noch gut verträglich erlebt hat. Zum anderen kann sich eine beginnende Überdosierung durch eine unspezifisch erscheinende Zunahme einer vorbestehenden motorischen Störung, eine zunehmende Verlangsamung oder auch eine Änderung des Verhaltens bemerkbar machen, ohne dass die sonst üblichen ZNS-Symptome nachzuweisen wären.
Fremdbeobachtung
Fremdbeobachtung und -einschätzung sind umso wertvoller, je weniger der Patient selbst in der Lage ist, seine Befindlichkeit einzuschätzen und sie insbesondere auch in ausreichendem Maße mitzuteilen.
Osteoporose
Patienten mit geistiger und insbesondere zusätzlicher körperlicher Behinderung sind wegen des häufigeren Bewegungsmangels oder einer Immobilisierung und oft verminderter Sonnenexposition besonders gefährdet, eine Antiepileptika-induzierte Osteoporose zu entwickeln.
Kosmetische Nebenwirkungen
Kosmetisch störende Nebenwirkungen können einen Patienten, der nicht selten durch seine Behinderung bereits stigmatisiert ist, zusätzlich sehr belasten, auch wenn er es nicht immer angemessen zu äußern vermag.
Non-konvulsiver Status epilepticus
Bei einer zunehmenden Verhaltensauffälligkeit oder kognitiven Einschränkung unter der Aufdosierung eines Antiepileptikums ist differenzialdiagnostisch auch ein non-konvulsiver Status epilepticus zu erwägen, der nicht notwendigerweise mit der bei dem Patienten bekannten Anfallssymptomatik einhergehen muss.
Psychiatrische Komorbidität
Psychiatrische Komorbidität ist bei Menschen mit Epilepsien häufig, besonders depressive Störungen.
Behandlungsmöglichkeiten und ihre Auswirkungen
Die Behandlung von Epilepsie zielt darauf ab, Anfälle zu verhindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten sind Medikamente, Operationen und spezielle Diäten.
Medikamentöse Therapie
Antiepileptika sind die häufigste Form der Behandlung von Epilepsie. Sie erhöhen die Krampfschwelle im Gehirn und können so Anfälle verhindern. Es gibt viele verschiedene Antiepileptika, und die Wahl des geeigneten Medikaments hängt von der Art der Epilepsie, dem Alter des Patienten und anderen Faktoren ab.
Nebenwirkungen von Antiepileptika
Antiepileptika können verschiedene Nebenwirkungen haben, darunter Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Schwindel und Übelkeit. Einige Antiepileptika können auch das Risiko für Depressionen und andere psychische Erkrankungen erhöhen.
Langzeit-Retention von Antiepileptika
Aus einer Untersuchung zur Langzeit-Retention von Antiepileptika bei Menschen mit Epilepsie und Behinderung weiß man, dass Oxcarbazepin das Antiepileptikum mit der höchsten Retention, also der Kombinationsquote aus Wirksamkeit und Verträglichkeit, sein soll.
Epilepsiechirurgie
Wenn Medikamente nicht ausreichend wirken, kann eine Operation eine Option sein. Bei der Epilepsiechirurgie wird der Anfallsherd im Gehirn entfernt oder von anderen Hirnregionen isoliert. Die Epilepsiechirurgie kann bei einigen Patienten zu einer deutlichen Reduktion der Anfallshäufigkeit oder sogar zu Anfallsfreiheit führen.
Langzeitwirkung der Operation
Eine Langzeitstudie des Universitätsklinikums Freiburg zeigt, dass selbst zwölf Jahre nach der Operation etwa zwei Drittel der Patienten anfallsfrei blieben, die an einer sogenannten fokalen kortikalen Dysplasie (FCD) litten. Besonders bei jungen Patienten fand die Studie eine sehr positive Entwicklung nach der OP.
Risiken der Epilepsiechirurgie
Die Epilepsiechirurgie ist ein komplexer Eingriff, der mit Risiken verbunden ist, wie z. B. Lähmungen, Sprachstörungen und kognitive Einbußen.
Vagusnervstimulation und Tiefe Hirnstimulation
Die Vagusnervstimulation und die Tiefe Hirnstimulation sind weitere Behandlungsmöglichkeiten für Epilepsie. Bei der Vagusnervstimulation wird der Vagusnerv im Halsbereich elektrisch stimuliert. Bei der Tiefen Hirnstimulation werden Elektroden in bestimmte Hirnregionen implantiert, um die Hirnaktivität zu beeinflussen. Diese Methoden können Linderung bringen, führen aber nur selten zu einer dauerhaften Anfallsfreiheit.
Ketogene Diät
Die ketogene Diät ist eine spezielle Diät, die reich an Fett und arm an Kohlenhydraten ist. Sie kann bei einigen Kindern und Erwachsenen mit Epilepsie die Anfallshäufigkeit reduzieren.
Epilepsie und Depressionen
Patienten mit Epilepsie leiden häufiger unter depressiven Symptomen als Gesunde. In vielen Fällen liegt die Ursache hierfür in der Erkrankung des Gehirns (neurobiologische Ursache) selbst. Die Funktionsstörung bedingt also nicht nur die epileptischen Anfälle, sondern kann auch erheblich zu psychischen Symptomen beitragen. Nicht alle Epilepsieformen tragen das gleiche Risiko für die Entwicklung depressiver Symptome.
Behandlung von Depressionen bei Epilepsie
Die Behandlung von Depressionen bei Epilepsie kann verschiedene Ansätze umfassen:
- Körperliche Aktivität
- Wechsel von Antiepileptika, die ein höheres Risiko für das Aufkommen depressiver Symptome haben, hin zu solchen, die sich stabilisierend oder positiv auf die Stimmung auswirken.
Umgang mit Epilepsie im Alltag
Der Umgang mit Epilepsie im Alltag kann für Betroffene und ihre Angehörigen eine Herausforderung sein. Es ist wichtig, sich über die Erkrankung zu informieren und Strategien zu entwickeln, um mit den Auswirkungen der Epilepsie umzugehen.
Verhalten bei einem epileptischen Anfall
Wenn man Zeuge eines epileptischen Anfalls bei einer anderen Person wird, ist es sehr wichtig, ruhig und besonnen zu bleiben. Vor allem sollte man überlegen, wie man die Person vor Verletzungen schützt. Alles andere hängt von der Stärke und der Art der Anfälle ab.
Leichte epileptische Anfälle
Bei kurzen Absencen oder Muskelzuckungen besteht keine unmittelbare Gefahr. Danach können sich die Betroffenen unsicher fühlen und Unterstützung benötigen.
Anfälle mit eingeschränktem Bewusstsein oder Verhaltensänderungen
Wenn Menschen mit einem epileptischen Anfall verwirrt wirken, ist es wichtig, sie vor Gefahren zu schützen (z. B. im Straßenverkehr). Gehen Sie dabei mit der Person ruhig um und fassen Sie sie nicht hart an. Hektik, Zwang oder Gewalt können zu starken Gegenreaktionen führen. Versuchen Sie dem oder der Betroffenen Halt und Nähe zu vermitteln.
Große generalisierte epileptische Anfälle
Bei einem großen generalisierten Anfall verkrampft der ganze Körper und die Person verliert das Bewusstsein. In diesen Fällen sollten Sie Folgendes tun:
- Wählen Sie immer den Notruf 112 und rufen Sie professionelle Hilfe.
- Sorgen Sie für Sicherheit, indem Sie z. B. gefährliche Gegenstände beiseite räumen.
- Polstern Sie den Kopf des*r Betroffenen ab.
- Nehmen Sie seine/ihre Brille ab.
- Lockern Sie enge Kleidung am Hals, um die Atmung zu erleichtern.
- Bitten Sie Menschen, die in der Situation nicht helfen können, weiterzugehen.
- Bleiben Sie nach dem Anfall bei der Person und bieten Sie Ihre Unterstützung an.
- Wenn die Person nach dem Anfall erschöpft ist und einschläft, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage.
Was Sie in keinem Fall tun sollten:
- Dieden Betroffenen festhalten oder zu Boden drücken
- der betroffenen Person etwas in den Mund schieben - auch wenn sie sich in die Zunge beißt
Auslöser vermeiden
Es ist wichtig, die individuellen Auslöser für Anfälle zu kennen und zu vermeiden. Zu den häufigsten Triggern gehören Schlafmangel, Stress, Alkohol und flackerndes Licht.
Unterstützung suchen
Es gibt viele Organisationen und Selbsthilfegruppen, die Menschen mit Epilepsie und ihre Angehörigen unterstützen. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann sehr hilfreich sein.
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