Die Liebe ist ein komplexes und vielschichtiges Gefühl, das von tiefster Zuneigung bis hin zu alltäglichen Reibereien reichen kann. Der Satz „Liebe ist, sich jeden Tag auf die Nerven zu gehen“ mag zunächst paradox klingen, doch er birgt eine tiefe Wahrheit über die Realität langfristiger Beziehungen. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung dieses Ausdrucks, untersucht die wissenschaftlichen und psychologischen Aspekte der Liebe und gibt Ratschläge, wie man mit den Herausforderungen und Freuden einer dauerhaften Partnerschaft umgehen kann.
Die Realität der Liebe: Mehr als nur Romantik
Eine Hochzeit bedeutet noch lange nicht, dass der Partner oder die Partnerin treu bleibt. Die Scheidungsraten sind seit den 1970er-Jahren in der westlichen Welt rapide angestiegen. Mittlerweile wird jede zweite Ehe geschieden. Heute leben Menschen nicht mehr zusammen, weil sie es aus wirtschaftlichen Gründen müssen, sondern weil sie mit der anderen Person zusammenleben wollen. Viele Paare scheinen sich ihre Probleme allerdings oft nicht einzugestehen oder zu spät. Je nach Umfragen und Erhebungen vergehen so im Schnitt durchaus sechs Jahre, bis sich Paare professionelle Hilfe holen und sich zum Beispiel an eine Paartherapeutin wenden. Wie lange eine Ehe hält, scheint auch einiges mit der persönlichen Vergangenheit zu tun zu haben. Nicht nur die Kontrolle über Glücks- und Bindungshormone gibt also den Ausschlag über den Erfolg einer Beziehung, sondern auch Lernen, Erinnerung und Verhalten spielen eine Rolle.
Die Phasen der Liebe: Von der Verliebtheit zur Vertrautheit
Ihr trefft euch, die Funken fliegen - ZACK! - verliebt. Aber Herz und Kopf können ja nicht ein Leben lang im Hormonfeuerwerk explodieren. Alles im Leben verändert sich kontinuierlich. Unsere Umwelt, wir selbst - und selbstverständlich auch die Liebe. Jeder in einer längeren Beziehung kennt das: Konntet ihr in den ersten Monaten kaum die Hände voneinander lassen, findet ihr euch irgendwann später immer öfter gemütlich auf der Couch wieder. Im Schnitt dauert die Phase der Verliebtheit etwa zwischen drei Monaten und drei Jahren, sagt die Paartherapeutin Andrea Bräu. Wer durchhält, wird belohnt Wenn sich ein Paar immer besser kennenlernt, tritt an die Stelle des Verliebtseins nach und nach: Liebe. Die sei im Gegensatz zur unkontrollierbaren Verliebtheit auch immer eine bewusste Entscheidung für dendie anderen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ihr bis dahin durchhaltet. "Ich höre beinahe täglich 'wir haben uns entliebt' oder 'ich habe keine Gefühle mehr‘", berichtet die Paartherapeutin aus ihrer Praxis. Ernüchterung löscht das Feuerwerk, Gewöhnung killt den Hormonschauer, die Idealisierung schmilzt und ihr stellt fest: Passt vielleicht doch nicht sooo perfekt. Dann gehe man entweder, oder man trete in die nächste Phase ein. "Die Umerziehungsphase. Ich will den anderen verändern", erklärt Andrea Bräu. Ein eingespieltes Team Doch ist diese ruckelige Zeit überstanden, geht es bergauf. "Nach erfolgreicher Bewältigung geht das Paar in die Konsolidierungsphase und gestärkt daraus hervor." Ihr habt euch füreinander entschieden. Ihr kennt euch in- und auswendig, ihr wisst, was demder anderen wichtig ist und habt euch darauf eingestellt, ihr versteht und akzeptiert euch gegenseitig so, wie ihr seid. Dadurch fühlt ihr euch einander näher denn je und vor allem sicherer und geborgener. Das Sexleben wird etwas ruhiger, gleichzeitig wird mehr gekuschelt. Ihr werdet eine Einheit, ein eingespieltes Team. Vielleicht zieht ihr dann zusammen, denkt über Hochzeit und Familiengründung nach. Alles davon bringt euch ein Stück weiter zusammen. Damit allerdings drohe die nächste Gefahr: Sich desder anderen zu sicher zu fühlen. "Dann verlieren sich Menschen gerne aus den Augen, sie werden achtloser, sind nicht mehr neugierig, interessiert, machen keine Komplimente mehr, sagen dem anderen oft nicht mal mehr was von der eigenen Gefühlswelt". Gegen diese Art der Krise helfe nur eins: sich dessen bewusst werden und miteinander reden. Genau daran hapere es jedoch leider oft. Hauptsächlich aus Unwissenheit; wir glauben, wenn man sich liebt, würde es schon irgendwie laufen. Doch so einfach ist es nicht.
Die Wissenschaft der Liebe: Hormone und Neurobiologie
Immerhin: Die Psycholog:innen sind sich sicher, dass Spielraum besteht. Forschende stoßen immer wieder auf Paare, die auch nach Jahrzehnten noch von einer frischen Liebe sprechen. Sie scheinen gegen den Coolidge-Effekt immun zu sein. Dieser beschreibt, wie der anfängliche Rauschzustand verfliegt und die Partner nach etwa vier Jahren plötzlich mit einer hormonellen und neurobiologischen Leere klarkommen müssen. Das Dopamin ist verflogen, die Euphorie längst nicht mehr da. Statt Dopamin spielt schon nach wenigen Monaten vor allem das Hormon Oxytocin eine größere Rolle. Es vermittelt Geborgenheit und Vertrauen, reduziert Stress, Anstrengung und Aggression. Das sind die Vorzüge einer langfristigen Beziehung. Doch: Mit dem Wechsel von leidenschaftlichen Begegnungen zu vertrauter Zweisamkeit kommen viele Menschen oft nicht klar.
Hormone im Spiel
Liebe beschäftigt Forschende schon seit Langem, dennoch ist bis heute nicht vollständig geklärt, welche Mechanismen im Gehirn dafür verantwortlich sind, dass wir uns zu jemandem mehr als nur freundschaftlich hingezogen fühlen. Laut aktuellem Stand der Wissenschaft ist zu vermuten, dass das Gefühl der Anziehung bestimmte Gehirnareale aktiviert, in denen auch das Belohnungszentrum sitzt. Diese Areale produzieren Dopamin. Das ist ein Hormon und Nervenbotenstoff, der einen antriebs- und motivationssteigernden Effekt hat. Wie Serotonin gilt es umgangssprachlich als Glückshormon. Im Vergleich zu Serotonin hält die positive Wirkung von Dopamin aber länger an. Dopamin sorgt dafür, dass wir uns freudig erregt fühlen, wenn wir verliebt sind. Es hat außerdem einen Einfluss darauf, dass wir uns von einem anderen Menschen angezogen fühlen. Dieser Anziehungseffekt, so glauben Forschende, hat sich entwickelt, damit verliebte Menschen ihre Paarungsenergie exklusiv auf das Objekt ihrer Begierde konzentrieren - ein Mechanismus, um die Partnerwahl zu erleichtern und die Fortpflanzung sicherzustellen. Ein großes Gefühlschaos im Körper entsteht in der frühen Phase des Verliebtseins wohl deshalb, weil zu Dopamin auch ein Anstieg von Cortisol kommt. Das ist ein Stresshormon, das unter anderem den Spiegel von Serotonin absinken lässt. Warum das so ist? Ein möglicher Grund ist, dass der Körper darauf vorbereitet werden soll, einen Ausnahmezustand zu bewältigen, den unser System als krisenähnlich einstuft. Ein weiteres Hormon, das beim sich Verlieben eine Rolle spielt, ist Oxytocin, auch als Kuschelhormon bekannt. Der Körper setzt es zum Beispiel bei Hautberührung frei. Es erzeugt ein Gefühl von Ruhe und Sicherheit.
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Die rosarote Brille
Auch die sprichwörtliche rosarote Brille, mit der Verliebte durch die Welt gehen, ist nicht nur ein Hirngespinst. Liebe deaktiviert wohl Nervenbahnen, die für soziales Urteilsvermögen und die kritische Bewertung anderer Menschen zuständig sind. Die Folge: Die andere Person erscheint perfekt und die Welt generell viel freundlicher.
Liebe ist Arbeit: Konflikte und Kompromisse
Liebe ist nach Aussagen von Wissenschaftler:innen und Therapeut:innen oft vor allem eins: Arbeit. Eine glückliche Beziehung steht nicht von Anfang an fest und ist danach unzerstörbar. Der Mathematiker John Gottman versuchte, das Funktionsprinzip einer Liebe in Zahlen zu fassen - nüchterne Wissenschaft für das emotionalste Thema. Am Ende seiner Studien kam er auf das Verhältnis 5:1, das Paaren Erfolg versprechen soll. Auf die Art und Weise des Miteinanders scheint es anzukommen, zu diesem Schluss kommen auch andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Offenheit und Vertrauen, selbst in schwierigen Phasen, scheinen Beziehungen zu stärken. Die Liebesforscherin Helen Fisher hat auch einen sehr praktischen Tipp für Paare: Sie sollen aus ihrem Alltag ausbrechen, ihre Routinen immer mal wieder über Bord werfen und gemeinsam Neues und Aufregendes erleben. Auch nach Jahrzehnten kann dies Paare weiter zusammenschweißen. Ein gemeinsames Erleben kann ihnen dabei helfen, sich nicht zu verlieren oder auseinanderzuleben. Dabei sollten Paare trotzdem auf Freiräume achten. Schmetterlinge im Bauch sind irgendwann verschwunden - meist nach einem Jahr, aber maximal nach dreien, schätzen Forscher. Wer der Anfangszeit aber nur hinterhertrauert, wird Opfer seiner Erwartungen.
Warum verlieben wir uns in bestimmte Personen?
Sich in eine bestimmte Person zu verlieben, wird wahrscheinlicher, wenn bei ihr bestimmte Eigenschaften und Faktoren besonders stark ausgeprägt sind, die eine allgemeine Anziehung erzeugen. Dazu gehören unter anderem:
- Ähnlichkeit in Überzeugungen, Denkweisen und Persönlichkeitsmerkmalen. Auch spezifische Anhaltspunkte wie markante Gesichtszüge wirken stark anziehend.
- Wenn die andere Person ein als wünschenswert empfundenes Erscheinungsbild hat, ist das ebenfalls ein entscheidender Faktor. Auch Persönlichkeitseigenschaften sind wichtig - aber in geringerem Ausmaß.
- Auch soziale Einflüsse spielen eine Rolle. Hat jemand beispielsweise einen ähnlichen Freundeskreis? Oder lebt jemand nach sozialen Normen, die den eigenen nahe sind? Beispiel dafür sind das Trinken von Alkohol oder das Rauchen von Zigaretten.
- Wirkt eine Person geheimnisvoll und wissen wir nicht, was sie denkt oder fühlt, kann das ebenfalls Leidenschaft entfachen.
Anzeichen von Verliebtsein
Wie bemerken Sie, dass Sie verliebt sind? In diesem Zustand fluten jede Menge Hormone und Neurotransmitter das Gehirn. Verliebt sein macht sich deshalb in körperlichen und emotionalen Symptomen bemerkbar. Anzeichen, die auf Verliebtsein hindeuten, sind Reaktionen wie:
- Herzrasen
- roter Kopf
- schwitzige Hände
- wechselnde Gefühle zwischen Freude und Angst
- Gefühl von Ruhe und Sicherheit
- plötzliche Schüchternheit und Versprecher
- die andere Person wird durchwegs positiv betrachtet (rosarote Brille)
Wie fühlt sich verliebt sein an?
Wie es sich anfühlt, verliebt zu sein, ist individuell verschieden und hängt unter anderem davon ab, ob der oder die Begehrte die Gefühle erwidert. Typischerweise löst Verliebtsein unter anderem folgende Reaktionen aus:
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- Vorgänge im Kopf: Abgelenkt und irrational: Verliebtsein erzeugt ähnliche Symptome wie eine Abhängigkeit, beispielsweise von Drogen oder Glücksspiel. Verliebte Menschen sind abgelenkt, irrational und wenig verlässlich. Sie haben ein starkes Verlangen nach „Mehr“. Das liegt wohl daran, dass die gleichen Hormone wie bei einer Sucht am Werk sind - Dopamin, Oxytocin, Vasopressin und Serotonin.
- Vorgänge im Körper: Kurz vor sowie bei der Begegnung mit der geliebten Person geht der Puls hoch, die Hände schwitzen und das Blut schießt in die Wangen. Grund für diese Reaktion sind mutmaßlich die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin, die der Körper ausschüttet.
Erkennen, ob Gefühle erwidert werden
Lässt sich erkennen, ob jemand in mich verliebt ist? Ja, zu einem großen Ausmaß. Zumindest lässt sich erahnen, ob jemand Interesse hat oder wir ihm oder ihr sympathisch sind. Und zwar unter anderem an folgenden Anzeichen:
- Nähe suchen: Ist jemand verliebt, sucht er oder sie die körperliche Nähe zur anderen Person.
- Berühren: Wenn Ihr Gegenüber Sie oft wie zufällig berührt, ist das vielleicht ein Hinweis darauf, dass Sie ihm oder ihr sehr sympathisch sind - zum Beispiel indem die Person im Gespräch Ihre Hand fasst oder über Ihren Unterarm streicht.
- Augenkontakt: Sucht jemand intensiven Augenkontakt, ist er oder sie möglicherweise ebenfalls verliebt. Ein Anzeichen für Sympathie ist das aber nur, wenn er oder sie dabei entspannt wirkt und nicht kühl oder aggressiv starrt. Noch besser ist es, wenn er oder sie dazu auch noch sanft und offen lächelt.
- Fokus: Ist ein Mensch verliebt, befindet er sich in einer Art Aufmerksamkeitstunnel und konzentriert sich auf denjenigen, in den er oder sie verliebt ist. Lässt sich jemand im Gespräch mit Ihnen also nicht leicht ablenken, ist das ein gutes Zeichen.
- Großes Interesse: Die andere Person möchte viel über Sie erfahren und nimmt sich im Alltag Zeit für Sie und auch Rücksicht auf Sie.
Wie bleibt man verliebt?
Verliebtsein ist eine intensive Reaktion, die mit der Zeit weniger wird. Es gibt jedoch einige Tipps, wie Sie Ihre Beziehung stärken:
- Küsse und Zärtlichkeiten austauschen: Bei den liebevollen Berührungen sendet der Körper Botenstoffe aus, die für eine stärkere Bindung zwischen den Partnern sorgen und Stresshormone abbauen.
- Miteinander lachen: Ausgelassenes Lachen löst Spannungen, Glücksgefühle entstehen. Zudem lockert ein humorvoller Umgang den Alltag auf und zeigt, dass Sie mit Ihrem Partner Spaß haben können.
- Lob und Anerkennung: Zeigen Sie Ihrem Partner ruhig, wenn er etwas gut gemacht oder Ihnen einen Gefallen getan hat. Dabei aktivieren Sie das Belohnungszentrum und Glücksgefühle werden ausgelöst.
- Gegenseitige Unterstützung: Können sich beide Partner aufeinander verlassen und arbeiten auf dasselbe Ziel hin, entsteht ein Hochgefühl, das immer weiter trägt - keine Mauer ist dann zu hoch und kein Weg zu weit.
- Rituale: Wiederkehrende Handlungen vermitteln Sicherheit und Halt, besonders in stressigen Zeiten. Finden Sie heraus, was zu Ihnen passt: gemeinsam frühstücken, sich morgens wachküssen oder am Abend erzählen wie der Tag war.
- Wagen Sie regelmäßig etwas Neues: Ein Wochenendausflug an einen Ort, wo beide noch nicht waren oder ein gemeinsames Hobby - es braucht Mut, Neues zu wagen. Gleichzeitig bauen Sie dabei auch ein Fundament aus Vertrauen und gemeinsamen Erinnerungen.
Liebe erdrückt nicht, sondern die Art, wie sie ausgedrückt wird
liebe erdrückt nicht. was uns erdrückt, ist die art, wie sich liebe ausdrücken kann, und wie wir mit unserem charakter darauf reagieren. ein früherer freund von mir hat es gehasst, wenn seine mutter ihn an sich riss, um ihn abzuknutschen. für seinen bruder war die art seiner mutter aber wieder genau richtig. er brauchte den körperlichen kontakt. wenn du das gefühl hast, liebe erdrücke dich, dann liegt das daran, dass zwei menschen eben mit ihrer art nie hundertprozentig zusammenpassen. ab und zu ein wenig mehr zulassen, als man eigentlich möchte, aber auch immer wieder die eigenen grenzen zu verstehen geben, das sind kompromisse, mit denen sich normalerweise leben lässt, wenn es der andere zulässt. ja, warum ist das so….. Jeder Mensch braucht genau wie die Luft zum atmen auch eine Möglichkeit über Nähe und Distanz zu bestimmen. Egal, ob es ein geliebter Mensch oder jemand anders ist, manchmal brauchen wir Distanz, um die Dinge genau betrachten zu können… um auch frei in der Enscheidung zu sein, wieder Nähe zu suchen. Wenn das nicht gegeben ist, fühlen wir uns beengt, …. bleibt uns die Luft weg, in unserem Handeln und unserer eigenen Wahrnehmung eingeschränkt. Liebe nervt dann nicht nur, sie erdrückt auch und wir reagieren dann, eher aggressiv, abweisend, obwohl wir jemanden sehr gern haben. Nur wenn wir frei sind, unsere Gefühle wahrzunehmen, damit entscheiden zu können, wann gehen wir wieder auf den anderen zu…. nur wenn wir auch diese Distanz selbst wieder abbauen können, hat die Liebe dann eine Chance. Das Geliebtwerden ist ja etwas, was man auch annehmen können muss. Mich können gaaanz viele Menschen lieben wollen, aber bei wem ich diese Gefühle zulasse… entscheide ich …. und auch erst, wenn der Andere auf mich achtet, darauf, wieviel Nähe ich haben will. Dann kann Liebe wachsen und zwei sich liebende Menschen können dann immer mehr von sich zeigen und auch an Gefühlen zulassen. Hält eine der beiden Liebenden diesen Schutzraum, diese Distanz nicht ein und überschreitet damit ständig die perönlichen Grenzen des anderen, dann ist es keine Liebe, sondern Respektlosigkeit und zeugt von mangelnder Werrschätzung….. Liebe setzt Wertschätzung und Respekt voraus und auch, dass man aufmerksam für die Gefühle und die Stimmungen des anderen ist. Das Grenzen beachtet und akzeptiert werden, sonst ist das eher eine Begierde, die nicht angenehm ist und gegen die wir uns wehren. Eigentlich ist Liebe nicht nervig.Nur wenns im Übermass ist und einer den andern zu sehr einengt. Jeder braucht doch schließlich irgendwie ein bisschen Privatsphäre!!!! Und jeden Tag stundenlang zusammenkleben ist "tödlich".Wenn man nebenbei den andern noch genügend Luft zum Atmen gibt,dann ist und bleibt Liebe wunderschön. Vertrauen,gegenseitiges Verständnis,Humor,Ehrlichkeit,auch zusammen schweigen können - ach,es gibt 100 000 Sachen die ein verliebtes Paar zusammenschweißen!!!! Den oder die "Richtige" muss man einfach durch Schicksal finden :-). Krampfhaft danach suchen bringt nix. Deshalb muss Liebe auf Gegenseitigkeit beruhen; d. h. dass jeder Liebende mit den Charakterzügen des anderen zufrieden und glücklich ist. Wenn jedoch keine Übereinstimmung erfolgt, ist ein Gegenpart unzufrieden, und dann kann die Liebe erdrücken. Ich meine, dass echte und wahre Liebe das Pendant zu keiner Zeit erdrücken kann, sondern sich in Wonne erfüllt.
Tipps für den Umgang mit "nervigen" Angewohnheiten
- Kommunikation ist der Schlüssel: Sprechen Sie offen und ehrlich über Ihre Gefühle und Bedürfnisse. Vermeiden Sie Vorwürfe und konzentrieren Sie sich darauf, wie bestimmte Verhaltensweisen Sie beeinflussen.
- Akzeptanz und Kompromiss: Niemand ist perfekt. Akzeptieren Sie, dass Ihr Partner Macken hat, und suchen Sie nach Kompromissen, mit denen beide leben können.
- Positive Rituale: Ersetzen Sie negative Verhaltensweisen durch positive Rituale, die die Beziehung stärken und Freude bringen.
- Fokus auf das Positive: Konzentrieren Sie sich auf die positiven Aspekte Ihrer Beziehung und die Qualitäten, die Sie an Ihrem Partner schätzen.
- Selbstreflexion: Fragen Sie sich, warum Sie bestimmte Verhaltensweisen so sehr stören, und was das mit Ihnen selbst zu tun hat.
Liebe und Streit: Ein notwendiges Übel?
Entscheidend für die Dauerhaftigkeit einer Beziehung ist auch der Umgang mit Streit. Stress, den man sich gegenseitig macht, hindert sogar die Wundheilung, hat ein Forscherteam um die Psychologin Janice Kiecolt-Glaser von der Ohio State University herausgefunden. Um dies zu erforschen, wurden Ehepaaren kleine Wunden am Arm zugefügt. Zunächst bekamen sie eine unterstützende Beratung von Psychologen, wie sie etwaige Paarprobleme besser lösen konnten. In einer zweiten Versuchsreihe wurden sie aufgefordert, sich über ein heikles Thema ihrer Beziehung zu unterhalten, was fast immer in eine aggressive Diskussion mündete. Egal, wie sich die Paare während der Beratung oder im Streit verhielten, bei allen heilten die Wunden nach den hilfreichen Gesprächen besser. Die Blutgerinnung und das Abwehrsystem waren aktiviert, Stressmoleküle ließen sich kaum im Körper feststellen. Nach dem Streit lief das Alarm- und Kampfsystem des Körpers hingegen auf Hochtouren: Die Wunden heilten langsamer und feindliche Erreger konnten nicht so gut bekämpft werden. Besonders interessant: Bei Paaren, die sich auch in der Auseinandersetzung freundlich und zugewandt verhielten, war die Wundheilung kaum beeinträchtigt. Wer dagegen feindselig und verletzend, ärgerlich und aggressiv gegenüber dem anderen auftrat, bei dem blieben die Wunden länger bestehen. Der Fortschritt der Wundheilung bei den Streithähnen unter den Paaren betrug nur 60 Prozent im Vergleich zu jenen, die sich auch ihre Wertschätzung zeigten, wenn sie anderer Meinung waren.
Die Dysbalance der Liebe: Liebt immer eine/r mehr?
Liebt in einer Beziehung ein Part immer ein bisschen mehr? Du bist die, die die Lieblingsschokolade mitbringt. Die, die die letzte Nachricht am Abend und die erste am Morgen schreibt. Die, die nach dem Tag fragt und Komplimente macht. In Serien, Filmen und Romanen haben wir es schon gesehen, von Freund:innen gehört und vielleicht sogar selbst erlebt: das Phänomen der Dysbalance in Beziehungen. Bei "How I met your mother" haben wir gelernt, es gäbe immer einen Strecker, der sich der Liebe des anderen beugen würde, in Liebeskomöden wurde uns weisgemacht, es sei ganz normal, dass Partner unterschiedlich starke Gefühle füreinander hegen würden - und haben damit einen Keim der Unsicherheit in unseren Bauch gepflanzt, der ab und an, in nährender Umgebung, zu wachsen beginnt. Bin ich das etwa? Liebe ich gerade mehr? Oder doch mein:e Partner:in? Hat ein Part das Gefühl, mehr in die Liebe zu investieren, vielleicht sogar mehr involviert zu sein, gar mehr zu lieben, gerät die Partnerschaft schnell ins Ungleichgewicht. Zumindest im Kopf. Denn tatsächlich ist diese Wahrnehmung gar nicht so selten rein subjektiv, ein Hirngespinst, das vielleicht eine Begründung hat - die aber nichts mit mangelnder Liebe zu tun hat.
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Die Sprachen der Liebe
Viele Paare kommen zu mir und haben diesen Eindruck. Das stimmt auch sicher manchmal, aber nach meiner Erfahrung ist es nicht richtig, dass IMMER einer mehr liebt. Häufig verbirgt sich dahinter eher, dass die Partner ihre Liebe und Zuneigung unterschiedlich zeigen. Und weil jeder seine Art als die richtige empfindet, wirkt die vermeintlich "falsche" Art des Partners wie weniger Liebe. Dabei sprechen die beiden vielleicht in ihren Liebesbezeugungen einfach aneinander vorbei. Der US-amerikanische Paartherapeut Gary Chapman hat dieses häufige Phänomen in seinem Modell "5 Sprachen der Liebe" aufgezeigt. Danach favorisieren Menschen eine dieser fünf Liebessprachen: Zeit zu zweit, Geschenke, Hilfsbereitschaft, Intimität, sowie Lob und Anerkennung. Wer beispielsweise selbst Hilfsbereitschaft als Liebesbeweis sieht, erlebt Geschenke als weniger wertvoll. Und wer sich durch Geschenke besonders geliebt fühlt, hat vielleicht kaum Interesse an Lob und Anerkennung. Erst wenn sich die Partner hier in ihren Liebessprachen einmal synchronisieren und die Verhaltensweisen sozusagen übersetzen können, erleben sie die Gleichberechtigung dieser Art, Liebe zu zeigen.
Liebe ist eine Entscheidung
Liebe ist nicht nur ein Gefühl, Liebe ist auch eine Entscheidung. Nämlich dranzubleiben, wenn es knirscht. Wenn es aber dauerhaft mehr schmerzt und häufiger traurig macht als glücklich, dann passt es wahrscheinlich wirklich nicht. In einer Beziehung muss ein Paar Gelegenheiten schaffen, damit die Zuneigung wieder wachsen kann. Dazu gehört, aufeinander neugierig zu bleiben, einander immer wieder in neuen Situationen zu erleben und sich durch Rituale Sicherheit und Geborgenheit zu geben.
Wie werden wir alt? Liebe in schweren Zeiten
Wie werden wir alt? Das könne dann wie ein Neubeginn sein, sagt Beziehungs-Expertin Bräu. Traurigerweise ist es jedoch in den seltensten Fällen so, dass alte Ehepaare glücklich bis an ihr Ende gemeinsam auf einer Parkbank sitzen und Händchen halten. Oft wird einer von beiden oder beide im hohen Alter schwer krank und pflegebedürftig. "Liebe gilt auch für schwere Zeiten. Die meisten haben sich sogar das Versprechen dafür gegeben (…) Hier ist es unabdingbar, dass der Pflegende sich auch Unterstützung holt, weil das allein kaum zu bewältigen ist", warnt die Paartherapeutin. Sonst kann es passieren, dass sich einer für den*die anderen aufopfert und selbst daran zugrunde geht; damit ist letztlich keinem geholfen. So eine lebenslange Beziehung und ein Lebensweg sind also alles andere als einfach, das gilt bis ganz zum Schluss. Aber ihr entscheidet euch jeden Tag, diesen Weg weiter gemeinsam zu gehen.
Tipps für eine dauerhafte und erfüllte Beziehung
- Neugierde bewahren: Bleiben Sie neugierig aufeinander und entdecken Sie immer wieder neue Seiten an Ihrem Partner.
- Gemeinsame Erlebnisse: Schaffen Sie gemeinsame Erlebnisse, die Sie verbinden und Ihnen Freude bereiten.
- Freiräume respektieren: Achten Sie darauf, dass jeder Partner genügend Freiraum für eigene Interessen und Bedürfnisse hat.
- Offene Kommunikation: Sprechen Sie offen und ehrlich über Ihre Gefühle, Wünsche und Erwartungen.
- Konfliktfähigkeit: Lernen Sie, konstruktiv mit Konflikten umzugehen und Kompromisse zu finden.
- Wertschätzung zeigen: Zeigen Sie Ihrem Partner regelmäßig Ihre Wertschätzung und Dankbarkeit.
- Selbstfürsorge: Achten Sie auf Ihre eigenen Bedürfnisse und sorgen Sie für Ihr eigenes Wohlbefinden.
- Professionelle Hilfe: Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie Schwierigkeiten haben.