Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark betrifft. Die Erkrankung verläuft sehr unterschiedlich und kann eine Vielzahl von Symptomen verursachen, darunter Kribbeln, Taubheitsgefühle, Schmerzen, Muskelschwäche, Koordinationsstörungen und Sehstörungen. Die Diagnose und Behandlung von MS ist oft komplex und erfordert einen ganzheitlichen Ansatz.
Einführung
Die Suche nach wirksamen Therapien für Multiple Sklerose ist für viele Betroffene ein zentrales Anliegen. Neben den etablierten schulmedizinischen Behandlungen gibt es auch alternative und komplementäre Ansätze, die von einigen Patienten als hilfreich empfunden werden. Die Liebscher & Bracht-Methode ist ein solcher Ansatz, der sich auf die Behandlung von Schmerzen und Bewegungseinschränkungen konzentriert. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen von MS-Patienten mit der Liebscher & Bracht-Methode, diskutiert die wissenschaftlichen Grundlagen und gibt einen Überblick über weitere Behandlungsoptionen.
Was ist die Liebscher & Bracht-Methode?
Die Liebscher & Bracht-Methode ist ein von Roland Liebscher-Bracht und Petra Bracht entwickeltes Behandlungskonzept, das auf der Annahme basiert, dass viele Schmerzen durch sogenannte "Alarmschmerzen" entstehen. Diese Alarmschmerzen werden durch muskulär-fasziale Überspannungen verursacht, die den Körper vor drohenden Schädigungen schützen sollen. Die Methode zielt darauf ab, diese Überspannungen zu reduzieren und die natürliche Bewegungsfreiheit wiederherzustellen.
Die Liebscher & Bracht-Methode umfasst im Wesentlichen drei Komponenten:
- Osteopressur: Eine spezielle Druckpunkttechnik, bei der bestimmte Punkte am Knochen gedrückt werden, um die muskulär-faszialen Spannungen zu lösen.
- Faszienrollmassage: Die Anwendung von Faszienrollen, um Verklebungen und Verhärtungen im Bindegewebe zu lösen und die Durchblutung zu fördern.
- Liebscher & Bracht Übungen: Spezielle Dehnübungen, die darauf abzielen, die muskulär-faszialen Strukturen zu dehnen und die Beweglichkeit zu verbessern.
Erfahrungen von MS-Patienten mit der Liebscher & Bracht-Methode
Die Erfahrungen von MS-Patienten mit der Liebscher & Bracht-Methode sind unterschiedlich. Einige Patienten berichten von einer deutlichen Schmerzlinderung und einer Verbesserung ihrer Beweglichkeit. Sie empfinden die Übungen als hilfreich, um ihre Muskeln zu entspannen und ihre Körperhaltung zu verbessern. Andere Patienten hingegen verspüren keine oder nur geringe Verbesserungen.
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Es ist wichtig zu beachten, dass die Liebscher & Bracht-Methode keine Heilung von MS verspricht. Sie kann jedoch dazu beitragen, einige der Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Ob die Methode für einen bestimmten Patienten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. dem Stadium der Erkrankung, den individuellen Symptomen und der Bereitschaft, die Übungen regelmäßig durchzuführen.
Wissenschaftliche Grundlagen und Kritik
Die wissenschaftlichen Grundlagen der Liebscher & Bracht-Methode sind umstritten. Es gibt nur wenige Studien, die die Wirksamkeit der Methode bei MS oder anderen Erkrankungen untersucht haben. Einige Studien deuten darauf hin, dass die Methode bei bestimmten Schmerzzuständen, wie z.B. Rückenschmerzen, wirksam sein kann. Allerdings sind diese Studien oft methodisch begrenzt und die Ergebnisse nicht eindeutig.
Kritiker bemängeln, dass die Liebscher & Bracht-Methode auf einem vereinfachten Verständnis der Schmerzentstehung basiert und die komplexen neurophysiologischen Prozesse, die bei chronischen Schmerzen eine Rolle spielen, nicht ausreichend berücksichtigt. Zudem wird kritisiert, dass die Methode oft als Allheilmittel angepriesen wird und unrealistische Erwartungen bei den Patienten weckt.
Schulmedizinische Behandlungen von MS
Die schulmedizinische Behandlung von MS zielt darauf ab, die Entzündung im zentralen Nervensystem zu reduzieren, die Schübe zu verhindern und die Symptome zu lindern. Es gibt verschiedene Medikamente, die zur Behandlung von MS eingesetzt werden, darunter:
- Immunmodulatoren: Diese Medikamente, wie z.B. Interferon-beta und Glatirameracetat, sollen das Immunsystem modulieren und die Entzündungsaktivität reduzieren.
- Immunsuppressiva: Diese Medikamente, wie z.B. Natalizumab und Fingolimod, unterdrücken das Immunsystem und verhindern, dass es die Nervenzellen angreift.
- Kortikosteroide: Diese Medikamente, wie z.B. Prednison, werden zur Behandlung von akuten Schüben eingesetzt, um die Entzündung zu reduzieren und die Symptome zu lindern.
- Symptomatische Therapien: Diese Therapien zielen darauf ab, die einzelnen Symptome der MS zu lindern, wie z.B. Schmerzen, Spastik, Müdigkeit und Depressionen. Dazu gehören z.B. Schmerzmittel, Muskelrelaxantien, Antidepressiva und Physiotherapie.
Alternative und komplementäre Behandlungen von MS
Neben den schulmedizinischen Behandlungen gibt es auch eine Reihe von alternativen und komplementären Behandlungen, die von einigen MS-Patienten als hilfreich empfunden werden. Dazu gehören z.B.:
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- Ernährungsumstellung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken und Entzündungen zu reduzieren. Einige Patienten berichten von einer Verbesserung ihrer Symptome durch eine spezielle MS-Diät, wie z.B. die Swank-Diät oder die Wahls-Diät.
- Nahrungsergänzungsmittel: Einige Nahrungsergänzungsmittel, wie z.B. Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Magnesium, können dazu beitragen, die Nervenfunktion zu unterstützen und Entzündungen zu reduzieren.
- Bewegung und Sport: Regelmäßige Bewegung und Sport können dazu beitragen, die Muskelkraft und Ausdauer zu verbessern, die Koordination zu fördern und die Müdigkeit zu reduzieren. Geeignete Sportarten sind z.B. Schwimmen, Yoga, Pilates und Nordic Walking.
- Entspannungstechniken: Entspannungstechniken, wie z.B. progressive Muskelentspannung, autogenes Training und Meditation, können dazu beitragen, Stress abzubauen und die Entspannung zu fördern.
- Akupunktur: Akupunktur ist eine traditionelle chinesische Behandlungsmethode, bei der feine Nadeln in bestimmte Punkte am Körper gestochen werden, um den Energiefluss zu regulieren und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Einige Patienten berichten von einer Schmerzlinderung und einer Verbesserung ihrer Symptome durch Akupunktur.
- Traditionelle Chinesische Medizin (TCM): Die TCM ist ein ganzheitliches Behandlungssystem, das verschiedene Methoden umfasst, wie z.B. Akupunktur, Kräutertherapie, Ernährungstherapie und Bewegungstherapie. Die TCM zielt darauf ab, das Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
- Matrix-Rhythmus-Therapie: Diese Therapie zielt darauf ab, die rhythmischen Schwingungen der Zellen im Körper zu harmonisieren und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
Der Einfluss von Stress und psychischen Faktoren
Chronischer Stress kann sich negativ auf den Verlauf von MS auswirken. Studien haben gezeigt, dass Stress die Entzündungsaktivität im Körper erhöhen und die Symptome der MS verschlimmern kann. Es ist daher wichtig, Stress abzubauen und Entspannungstechniken zu erlernen. Auch psychische Faktoren, wie z.B. Angst und Depressionen, können den Verlauf der MS beeinflussen. Es ist wichtig, diese Probleme anzusprechen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn nötig.
Eine ganzheitliche Betrachtung
Eine ganzheitliche Betrachtung der MS umfasst die Berücksichtigung aller Aspekte des Lebens, die die Erkrankung beeinflussen können, einschließlich der körperlichen, emotionalen, mentalen und spirituellen Aspekte. Eine solche Betrachtung kann dazu beitragen, die bestmögliche Behandlung für jeden einzelnen Patienten zu finden.
Kribbeln in Händen und Fingern: Ursachen und Behandlung
Kribbeln in den Händen oder Fingern ist eine Missempfindung oder eine Sensibilitätsstörung, die viele Ursachen haben kann. Oft sind Nerven durch einseitige Bewegungen im Alltag und Überlastung eingeklemmt oder abgedrückt. Dies passiert häufig an Engstellen im Körper, wie im Handgelenk oder im Nacken, und ist erstmal harmlos.
Mögliche Ursachen für Kribbeln in Händen und Fingern:
- Karpaltunnelsyndrom: Durch Überlastung des Handgelenks kann es zu Verdickungen oder Schwellungen an den Sehnen kommen, die Druck auf den Nerv ausüben.
- Schulter-Arm-Syndrom: Beschwerden an der Schulter können auch ein Kribbeln in den Händen und Fingern auslösen, wenn z.B. verhärtete oder ungleich trainierte Muskulatur Nerven komprimiert oder einklemmt.
- Zentrales Nervensystem: Durchblutungsstörungen, Verletzungen, Infektionen und chronische neurologische Entzündungen wie Multiple Sklerose können Kribbeln und Taubheitsgefühle verursachen.
- Kubitaltunnelsyndrom: Führt dazu, dass der kleine Finger und der Ringfinger kribbeln oder taub werden.
- Stoffwechselstörungen: Diabetes, Vitamin-B12- und Calcium-Mangel können die Nerven- und Gefäßfunktionen beeinträchtigen.
- Medikamente: Kribbeln und Taubheitsgefühle können als Nebenwirkungen von Medikamenten auftreten.
- Schwangerschaft: Vermehrte Flüssigkeitsansammlungen können die Nerven belasten.
Was kann man gegen Kribbeln in Händen und Fingern tun?
- Abklärung durch den Hausarzt: Im Zweifelsfall sollte Kribbeln in den Händen immer in der Hausarztpraxis abgeklärt werden.
- Bewegungsabläufe überprüfen: Stundenlanges Tippen auf einer Tastatur oder Maus, handwerkliche Tätigkeiten mit Drehbewegungen oder Vibration können die Ursache sein.
- Dehnübungen: In Absprache mit einem Arzt oder Physiotherapeuten können Dehnübungen ausprobiert werden, auch bei einem Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule.
- Entlastung: Nerven von zu hohem Druck befreien.
- Verzicht auf Schmerzmittel: Schmerzmittel sollten so weit wie möglich vermieden werden.
- Liebscher & Bracht Übungen: Diese Übungen nutzen den Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert.
- Professionelle Hilfsmittel: Hilfsmittel wie Rücken-, Kiefer-, Schulter-, Knie-, Nacken- oder ISG-Ischias-Retter können die Durchführung der Übungen erleichtern.
Wichtige Hinweise zu den Übungen:
- Übe immer in der richtigen Intensität und im Zweifelsfall lieber mit etwas geringerer Intensität.
- Du spürst dabei einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen.
- Bewege dich bei den Übungen so, dass du deinen Körper zu jedem Zeitpunkt beobachten und einschätzen kannst.
- Sei beispielsweise sehr achtsam, wenn du abrutschen oder das Gleichgewicht verlieren könntest.
- Führe an 6 Tagen pro Woche die Übung mindestens einmal täglich aus.
- Für jeden Übungsschritt solltest du 2 bis 2,5 Minuten investieren.
- Bist du schon geübter, baue nach und nach auch das Gegenspannen und das aktive Dehnen ein.
- Sollten die Schmerzen aufgrund der Übungen zunehmen, besteht kein Grund zur Panik. Eine Erstverschlimmerung kann eine normale Reaktion deines Körpers sein. Wenn es dir nach den Übungen aber dauerhaft schlechter statt besser geht, pausiere aber bitte für einen oder zwei Tage und steigere dich erneut langsam.
Persönliche Erfahrungen mit MS und alternativen Behandlungsmethoden
Die Schilderung einer MS-Patientin verdeutlicht, wie vielfältig die Symptome und Verläufe der Erkrankung sein können. Bereits in der Kindheit traten erste Symptome auf, die jedoch zunächst nicht mit MS in Verbindung gebracht wurden. Nach der Diagnose im jungen Erwachsenenalter folgte eine lange Zeit der Ungewissheit, Angst und des Ausprobierens verschiedener Therapien.
Die Patientin berichtet von der Erfahrung, dass chronischer Stress ihre MS-Schübe verstärkte. Erst die Erkenntnisse der Psychoneuroimmunologie (PNI) und ein Aufenthalt in einer Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) führten zu einer Wendung. Sie entschied sich, keine Medikamente mehr zu nehmen und beschäftigte sich intensiv mit alternativen Heilmethoden.
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Besonders die Matrix-Rhythmus-Therapie half ihr, aus dem Rollstuhl zu kommen. Sie erkannte, dass es bei der Behandlung von MS nicht nur um die Symptome geht, sondern um die Gesundheit der einzelnen Zelle. Eine gute Versorgung der Zelle mit Nährstoffen, ausreichend Schlaf und Erholung, regelmäßige Bewegung, Stressbewältigung und gesunde Beziehungen sind entscheidend für die Gesundheit.