Die Wirkung der Liegenden Acht: Harmonie für Körper und Geist

Die liegende Acht, auch bekannt als Lemniskate, ist ein uraltes Symbol für unendliche Energie und findet seit Langem Anwendung in verschiedenen Kulturen, einschließlich der tibetischen Medizin. Ihre Bedeutung und Wirkung sind vielfältig, und sie wird in unterschiedlichen Kontexten eingesetzt, um Harmonie und Ausgleich zu fördern.

Ursprung und Bedeutung

Die liegende Acht ist mehr als nur eine geometrische Form. Sie repräsentiert die Unendlichkeit, die kontinuierliche Bewegung und den Fluss der Energie. In alten Kulturen wurde sie oft als Symbol für die Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen dem Bewussten und dem Unbewussten betrachtet. Auch heute noch findet sie in verschiedenen spirituellen und therapeutischen Praktiken Verwendung.

Die Liegende Acht im Lerncoaching

Im Bereich des Lerncoachings wird die liegende Acht häufig eingesetzt, um die Zusammenarbeit der beiden Gehirnhälften zu verbessern. Ziel ist es, die rechte und linke Gehirnhälfte in Harmonie zu bringen, um so das Lernen und die Konzentration zu fördern. Die Verbindung der beiden Gehirnhälften wird durch das Corpus Callosum gestärkt, welches aus etwa 200 Millionen markhaltigen Nervenfasern besteht.

Kurzanleitung für die Anwendung

Eine einfache Übung mit der liegenden Acht, die regelmäßig angewendet wird, kann die Aktivierung der linken und rechten Gehirnhemisphäre unterstützen:

  1. Bringe beide Arme vor die Brust und falte die Hände. Die Daumen zeigen dabei nach oben.
  2. Halte den Kopf gerade.
  3. Folge mit den Augen den Daumen, während der Kopf ruhig bleibt.
  4. Die fließende Armbewegung und die ihr folgenden Augen fördern die Integration beider Gehirnhälften.
  5. Beginne die Bewegung rechts unten und führe sie in einer liegenden Acht nach links oben.
  6. Nimm einen Richtungswechsel vor und beginne rechts unten.

Variationen der Übung

Die „liegende Acht“-Übung kann in mehreren Abwandlungen ausgeführt werden.

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  1. Klebe ein Blatt Papier in Augenhöhe an die Wand, ein Fenster oder die Zimmertür.
  2. Zeichne ein kleines Kreuz in die Mitte des Blattes.
  3. Beginne am Kreuz und zeichne schwungvoll mit der Schreibhand die liegende Acht nach links oben.
  4. Der Kopf bleibt gerade, die Augen folgen dem Stift.
  5. Wiederhole die Übung jeweils 3 Runden mit einer Farbe und in einer Richtung.
  6. Wechsle die Farbe und nimm einen Richtungswechsel nach rechts unten vor.
  7. Anschließend kannst du mit beiden Händen und beiden Farben die liegende Acht in beide Richtungen nachfahren. Es können auch nochmals neue Farben verwendet werden.

Erfahrungen aus der Montessorischule

Als langjährige Lehrerin in der Grundschule einer Montessorischule möchte ich meine Erfahrungen mit den Brain-Gym Übungen und speziell mit der liegenden Acht weitergeben. Seit vielen Jahren beginnen wir täglich den Unterricht mit zwei kinesiologischen Übungen. Die Kinder lernen so alle Brain Gym Übungen und deren Wirkung kennen. Durch die regelmäßige Anwendung über das gesamte Schuljahr sind die Kinder sehr vertraut mit den Übungen. Sie können diese auch selbständig durchführen und je nach Stimmungslage oder Aufgabenstellung anwenden. Wenn beispielsweise ein Vortrag eines Kindes stattfindet, rubbeln alle Zuhörer davor die Ohren um aufmerksam und konzentriert folgen zu können.

An einer Montessorischule wählen die Kinder meist selbständig eine Arbeit. Diese erledigen sie mit speziellem Material, der Unterstützung eines Lehrers oder eines Arbeitspartners oder allein. Durch diese individuelle Arbeitswahl und -weise ist es uns Lehrern möglich, einzelne Kinder zu beobachten, sie zu begleiten und ihnen zu helfen.

Beispiele aus dem Schulalltag

Um dies zu veranschaulichen, möchte ich ein paar Beispiele geben, wie die liegende Acht im Schulalltag eingesetzt werden kann:

  • Verbesserung der Handschrift: Ein Mädchen sollte einen Text abschreiben. Ihre Handschrift war sehr eckig und ungelenk. Dadurch hatte sie wenig Freude am Schreiben und ist auch schlecht voran gekommen. Auf meine Bitte hin hat sie auf ein A 4 Blatt nacheinander mit mehreren verschiedenen Farbstiften die liegende Acht geschwungen. Danach sollte sie weiter schreiben.
  • Förderung der Lesefähigkeit: Ein Junge war ein schlechter Leser. Es ist ihm schwer gefallen, die einzelnen Buchstaben zu einem Wort zusammen zu ziehen und dann auch noch den Sinn des Wortes zu erkennen. Wir haben gemeinsam mit den Fingern die liegende Acht in die Luft gemalt. Und siehe da, das Lesen lief flüssiger.
  • Unterstützung beim Rechnen: Unsere Kinder können sehr individuell und spielerisch das kleine 1×1 lernen und üben. Trotz vielfältigem Übungsmaterial fällt es einigen Mädchen und Jungs schwer, sich die einzelnen Aufgaben des 1×1 so zu merken, dass sie diese sicher abrufen können. Manchmal üben wir dann gemeinsam in Kleingruppen und schreiben vorab die liegende Acht in die Luft.
  • Überwindung von Lernkrisen: Ein Junge der zweiten Klasse ist einmal in eine richtige „Lernkrise“ geraten. Er hatte Schwierigkeiten mit verschiedenen Mathematikaufgaben. Er hat die Rechnungen nicht richtig verstanden und deshalb falsche Ergebnisse aufgeschrieben. Da er zu diesem Zeitpunkt nicht zu uns Lehrern gekommen ist, konnten wir ihm nicht helfen. Frustriert über diesen Misserfolg ist er den „schwierigen“ Mathematikaufgaben aus dem Weg gegangen. Dadurch ist er im Lernstoff nicht mehr voran gekommen und hat in der Folge zunächst die Freude an der Mathematik und später insgesamt am Lernen verloren. Damit war auch die Freude an der Schule schnell vorbei. Als sich das Problem deutlich gezeigt hat, setzte ich mich täglich mit ihm für ca 20 Minuten zusammen. Er hat jeden Tag vor Beginn seiner Arbeit die liegende Acht mit verschiedenen Farbstiften auf ein Blatt geschwungen. Nach einer Woche war die Krise überwunden. Vielleicht war es die Mischung aus der liegenden Acht und meiner besonderen Aufmerksamkeit für ihn.

Bei tiefer liegenden Schwierigkeiten braucht es natürlich unterschiedliche Maßnahmen, wobei die liegende Acht für mich eine herausragende Stellung einnimmt. Manchmal kann man es nicht so genau feststellen, was denn geholfen hat.

Weitere Anwendungsbereiche und Vorteile

Die liegende Acht kann nicht nur im schulischen Kontext, sondern auch in vielen anderen Bereichen eingesetzt werden. Sie kann helfen, Stress abzubauen, die Konzentration zu verbessern, die Kreativität anzuregen und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.

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  • Stressabbau: Die rhythmische Bewegung beim Zeichnen der liegenden Acht kann beruhigend wirken und helfen, Stress abzubauen.
  • Konzentrationsförderung: Die Übung kann die Aufmerksamkeit schärfen und die Konzentration verbessern.
  • Kreativitätssteigerung: Die liegende Acht kann die Verbindung zwischen den Gehirnhälften fördern und so die Kreativität anregen.
  • Verbesserung der Augenmuskulatur: Das Folgen der Bewegung mit den Augen kann die Augenmuskulatur stärken und die Sehfähigkeit verbessern.
  • Entspannung: Die Übung kann helfen, Verspannungen im Körper zu lösen und zu entspannen.
  • Emotionale Ausgeglichenheit: Durch die Harmonisierung der Gehirnhälften kann die liegende Acht zu emotionaler Ausgeglichenheit beitragen.
  • Raumorientierung: Die Übung kann helfen, die Raumorientierung zu verbessern.
  • Koordination: Die Bewegungskoordination wird durch die liegende Acht gefördert.
  • Selbstwahrnehmung: Die Übung kann die Selbstwahrnehmung verbessern.
  • Abbau von Ängsten: Die liegende Acht kann helfen, Ängste abzubauen.
  • Persönlichkeitsentwicklung: Die Übung kann die Persönlichkeitsentwicklung unterstützen.

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