Limbische Epilepsie bei Katzen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Epilepsie zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen der Katze. Auch wenn Katzen nicht schwerer als Hunde krampfen, wie Prof. Volk betont, kann es manchmal dramatischer aussehen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung der limbischen Epilepsie bei Katzen.

Was ist limbische Epilepsie?

Epilepsie ist eine neurologische Störung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Bei der limbischen Enzephalitis, einer speziellen Form der Epilepsie, führt eine Entzündung im Gehirn, insbesondere im limbischen System, zu epileptischen Krämpfen. Akos Pakozdy und seine Kollegen von der Veterinärmedizinischen Universität Wien haben herausgefunden, dass die Erkrankung einer bestimmten beim Menschen vorkommenden Epilepsie stark ähnelt. Dort führt eine als Limbische Enzephalitis bekannte Hirnentzündung zu epileptischen Krämpfen, die meist die Gesichtsmuskeln und Arme nur einer Körperhälfte betreffen.

Ursachen der limbischen Epilepsie

Die Ursachen der limbischen Epilepsie bei Katzen sind vielfältig.

Immunologische Ursachen

Ein internationales Forscherteam hat die Ursache für eine bestimmte Art der Epilepsie bei Katzen entdeckt: Das Immunsystem greift die eigenen Nervenzellen an. Durch sie greift die körpereigene Immunabwehr bestimmte Proteine in der Zellmembran von Nervenzellen an. Indikator für diesen Prozess waren Antikörper im Blut der untersuchten Katzen, die gegen bestimmte Proteine in der Zellmembran von Nervenzellen gerichtet waren. Auch bei der menschlichen Form dieser Epilepsie sind diese Ionenkanäle betroffen. Greift das körpereigene Immunsystem nun die Bausteine dieser Ionenkanäle an, ist die Entstehung der Nervensignale gestört. Es kommt zu einer verstärkten Ausschüttung von Neurotransmittern und damit zur Entstehung der Epilepsiesymptome.

Entzündungen

Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) können eine Ursache für Epilepsie sein. Enzephalitis bei Katzen ist eine Entzündung des Gehirns, die durch verschiedene Ursachen wie Infektionen, Autoimmunreaktionen oder Traumata ausgelöst werden kann.

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Weitere Ursachen

Auch Hirnschädigungen, die z. B. durch Tumore oder Traumata ausgelöst wurden, sowie (un)spezifische provozierende Faktoren können Epilepsien auslösen.

Symptome der limbischen Epilepsie

Die Symptome der limbischen Epilepsie bei Katzen können variieren, aber einige häufige Anzeichen sind:

  • Zuckende Gesichtsmuskeln
  • Starrer Blick
  • Kaubewegungen
  • Triefender Speichel
  • Verhaltensänderungen
  • Serienanfälle
  • Die Nicht-Ansprache auf eine antiepileptische Therapie

Bei Katzen äußert sich ein Anfall etwa in zuckende Gesichtsmuskeln, einem starren Blick, Kaubewegungen sowie triefendem Speichel. Typisch seien Serienanfälle, Verhaltensänderungen und die Nicht-Ansprache auf eine antiepileptische Therapie.

Diagnose der limbischen Epilepsie

Die Diagnose von limbischer Epilepsie bei Katzen erfordert eine gründliche klinische Untersuchung und oft eine Reihe von Tests. Der Tierarzt wird zunächst eine detaillierte Anamnese erheben und nach den spezifischen Symptomen fragen, die die Katze zeigt. Blutuntersuchungen können Hinweise auf Infektionen oder Entzündungen liefern, während bildgebende Verfahren wie MRT oder CT-Scans verwendet werden, um Veränderungen im Gehirngewebe sichtbar zu machen. Eine Lumbalpunktion kann durchgeführt werden, um die Zerebrospinalflüssigkeit zu untersuchen. In einigen Fällen kann auch eine Biopsie des Gehirngewebes notwendig sein, um die genaue Ursache der Enzephalitis zu bestimmen.

Prof. Volk beschreibt hierfür symmetrische, fokale Anfälle, die mit Veränderungen im MRT im Bereich des Hypocampus und Befunden im Liquor einhergehen.

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Behandlung der limbischen Epilepsie

Die Behandlung von limbischer Epilepsie bei Katzen hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Bei immunologischen Ursachen kann eine Steroidtherapie wirksam sein. Bei infektiösen Ursachen kann der Einsatz von antiviralen, antibakteriellen oder antimykotischen Medikamenten erforderlich sein, um die Infektion zu bekämpfen. Begleitend dazu ist oft eine unterstützende Therapie notwendig, um die Symptome zu lindern und die Genesung der Katze zu fördern. Dazu gehören Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente und in einigen Fällen Antikonvulsiva.

Im Rahmen des Monitorings wird die Bestimmung von Plasmaspiegeln für Phenobarbital und Kaliumbromid genutzt. Prof. Bröer erklärt, dass dies für Phenobarbital ab zwei Wochen nach Therapiestart sinnvoll ist, während für Kaliumbromid eine Untersuchung frühestens drei Monate nach Beginn der Gabe aussagekräftige Werte liefert.

Medikamentöse Therapie

Insgesamt ist die Studienlage bei der Katze sehr viel schlechter als beim Hund, generell lässt sich aber sagen, dass die Ansprache auf die zweimal tägliche Gabe von Phenobarbital bei Katzen im Allgemeinen sehr gut ist und Katzen zudem mit deutlich weniger Nebenwirkungen reagieren. Auch Imepitoin wird von Katzen gut vertragen und hat seine Wirkung. Eine absolute Kontraindikation besteht bei dieser Tierart für Kaliumbromid.

Was tun während eines Anfalls?

Während eines akuten Anfalls gibt es leider nichts, was Du für Deine Samtpfote tun kannst - versuche nicht, sie anzufassen oder anders zu beruhigen, sondern sorge dafür, ihr ein möglichst verletzungsfreies Umfeld zu schaffen. Besteht z. B. die Gefahr eines Sturzes, hülle Deine Katze vorsichtig in eine Decke und bringe sie an einen sicheren Ort. Fasst Du Deine Samtpfote während eines Anfalls an, besteht die Möglichkeit, dass Du Dich selbst in Gefahr bringst, da Deine Katze in dieser Situation keine Kontrolle über ihre Krallen hat. Aber auch Dein Kätzchen kann sich verletzten, wenn Du versuchst, sie festzuhalten. Dauert der Anfall länger als fünf Minuten oder setzt die Atmung aus, besteht natürlich ein akuter Notfall und Dein Tier muss sofort medizinisch behandelt werden! Aber auch, wenn es Deinem Kätzchen nach dem Anfall wieder gut geht und es wirkt, als sei nichts geschehen, ist es wichtig, dass Du in jedem Falle einen Tierarzt aufsuchst, um die Ursache des Anfalls zu klären und eine sichere Diagnose mit Anschlusstherapie zu erhalten bzw. schwerwiegende Grunderkrankungen wie z. B. Krebs oder eine Enzephalitis auszuschließen.

Was tun nach einem Anfall?

Nach einem epileptischen Anfall ist ein Besuch beim Tierarzt unumgänglich!

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Nach einem epileptischen Anfall sind Katzen häufig sehr müde und schlafen viel.

Weitere unterstützende Maßnahmen

Ein geregelter Tagesablauf und Maßnahmen zur Stressreduktion können helfen, Anfälle zu vermeiden. Zudem konnten Studien einen Einfluss der Fütterung auf die Epilepsie und deren Therapierbarkeit nachweisen.

Prognose und Nachsorge

Die Prognose für Katzen mit limbischer Epilepsie variiert stark und hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Ursache der Entzündung, der Schnelligkeit der Diagnose und der Einleitung der Behandlung. Bei frühzeitiger Erkennung und angemessener Therapie können viele Katzen ein normales Leben führen. In Fällen, in denen die Enzephalitis durch schwerwiegende Infektionen oder irreversible Schäden am Gehirn verursacht wird, kann die Prognose jedoch ungünstiger sein.

Prävention

Die Prävention von Enzephalitis bei Katzen konzentriert sich hauptsächlich darauf, die Ursachen der Entzündung zu vermeiden, insbesondere Infektionen. Um Infektionen durch Viren oder Bakterien zu verhindern, ist es wichtig, Katzen regelmäßig impfen zu lassen. Impfungen können das Risiko bestimmter viraler Infektionen, die zu Enzephalitis führen könnten, erheblich reduzieren. Zusätzlich ist es ratsam, das Immunsystem zu stärken und Stress zu vermeiden.

Forschung

Die Forschung konzentriert sich auf die Ursachen, Diagnose und neue Behandlungsansätze, einschließlich der Entwicklung von Impfstoffen und der Untersuchung genetischer Prädispositionen.

Fazit

Die limbische Epilepsie ist eine komplexe Erkrankung, die das zentrale Nervensystem einer Katze betrifft. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um die Lebensqualität der betroffenen Tiere zu verbessern. Durch ein besseres Verständnis der Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten können Tierhalter und Tierärzte gemeinsam dazu beitragen, das Wohlbefinden von Katzen mit limbischer Epilepsie zu gewährleisten.

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