LMU und TUM Neurologie im Vergleich: Exzellenz in Forschung und Patientenversorgung

Das Gebiet der Neurologie ist komplex und dynamisch. Umso wichtiger ist es, dass neurologische Universitätskliniken in Deutschland und Europa auf höchstem Niveau arbeiten und in allen Bereichen des Faches hervorragende Leistungen erbringen. Das LMU Klinikum und das Universitätsklinikum der TUM (Klinikum rechts der Isar) sind zwei solche Einrichtungen in München, die in der neurologischen Forschung und Patientenversorgung eine führende Rolle einnehmen. Beide Kliniken sind Teil großer, traditionsreicher Universitäten und bieten ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten. Dieser Artikel beleuchtet die Stärken und Besonderheiten beider Einrichtungen und vergleicht sie miteinander.

Das LMU Klinikum: Ein Überblick

Das LMU Klinikum, mit seinen beiden Standorten Campus Großhadern und Campus Innenstadt, ist eines der größten Universitätsklinika in Deutschland und Europa. Jährlich vertrauen rund 500.000 Patienten auf die Kompetenz, Fürsorge und das Engagement der Mitarbeiter in 28 Fachkliniken, sechzehn Instituten und fünf Abteilungen sowie den 63 interdisziplinären Zentren.

Herausragende Einrichtungen des LMU Klinikums sind das Onkologische Spitzenzentrum CCC München, Bayerns größtes Transplantationszentrum TxM, das Deutsche Schwindel- und Gleichgewichtszentrum, das Tropeninstitut und das Center for International Health (CIH).

Die Neurologische Klinik und Poliklinik des LMU Klinikums deckt das Spektrum des Faches Neurologie in der Patientenbetreuung, Forschung und Lehre hervorragend ab. Das klinische Spektrum der Neurologie reicht von akuter Notfallmedizin (wie z.B. Schlaganfall, Hirnblutung) über Infektionen (wie z.B. Hirnhautentzündung, Borreliose), Hirntumore, Krankheiten des peripheren Nervensystems (z.B. Nervenengpässe, Polyneuropathien), Muskelerkrankungen (z.B. Myasthenie, Muskelentzündungen), Kopfschmerzen (z.B. Migräne), Epilepsien, Schwindel- und Gleichgewichtserkrankungen, immunologische Krankheiten (z.B. Multiple Sklerose), bis hin zu neurodegenerativen Krankheiten (z.B. Parkinson, Alzheimer, ALS).

Expertise in neurodegenerativen Erkrankungen

Ein besonderer Schwerpunkt des LMU Klinikums liegt in der Diagnose und Therapie von neurodegenerativen Krankheiten, die zu Bewegungsstörungen führen, wie z.B. der Parkinson-Krankheit. Ziel ist es, die Ursachen der Krankheiten besser zu verstehen, um früher diagnostizieren und präziser behandeln zu können. Die Entwicklung von neuartigen Therapien, die das Fortschreiten der neurologischen Krankheiten verzögern oder deren Auftreten gar verhindern können, steht dabei im Vordergrund.

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Spezialsprechstunden und interdisziplinäre Zusammenarbeit

Für bestimmte neurologische Erkrankungen, Fragestellungen und Therapien bietet das LMU Klinikum Spezialsprechstunden an. Hier werden Patienten mit neurologischen Autoimmunerkrankungen beraten und behandelt. Sämtliche diagnostische Methoden zur Abklärung und Verlaufskontrolle neuroimmunologischer Erkrankungen stehen in der Klinik zur Verfügung, wobei eng mit der Abteilung für Neuroradiologie zusammengearbeitet wird. Ziel ist es, eine individuell maßgeschneiderte Therapie zu ermöglichen - das betrifft sowohl die Auswahl und Einleitung einer geeigneten immunmodulatorischen Therapie als auch die Begleitung während der Therapie. In der Ambulanz stehen alle Infusionstherapien zur Verfügung.

Forschungsschwerpunkte

Die Neurologische Klinik des LMU Klinikums forscht intensiv an neuen Diagnose- und Therapieverfahren. Die Forschungsaktivitäten umfassen sowohl Projekte im neurobiologischen Grundlagenlabor, auf dem Gebiet der Biomarkerforschung, im Bereich der Bildgebung als auch im Bereich klinischer Studien, in denen neue Therapieansätze geprüft werden. Im Rahmen des Kompetenznetz Parkinson und des DZNE ist die Klinik mit anderen universitären Zentren verbunden, um gemeinsam die Erforschung von Bewegungsstörungen voranzutreiben.

Das Universitätsklinikum der TUM (Klinikum rechts der Isar): Ein Überblick

Das Universitätsklinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (TUM) ist ebenfalls eine der führenden Universitätskliniken in Deutschland. Es profitiert von der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Forschenden aus Medizin, Natur-, Ingenieur- und Lebenswissenschaften.

Patienten des Klinikums rechts der Isar profitieren von Spitzenforschung auf Gebieten wie Krebsforschung, Neurologie, Immunforschung und Kardiologie. Darüber hinaus kooperieren Krankenhaus und Medizin-Fakultät eng mit den anderen Forschungsbereichen der TUM. Durch die Möglichkeiten einer Technischen Universität mit eigenem Klinikum ergeben sich zahlreiche Vorteile für Forschung, Lehre und Krankenversorgung.

Interdisziplinäre Forschung

Am TranslaTUM, dem Zentrum für Translationale Krebsforschung, arbeiten Forschende aus Medizin, Ingenieur- und Naturwissenschaften gemeinsam daran, neue Ansätze in der Krebsbehandlung zu finden und möglichst schnell in die Anwendung zu bringen. Das Munich Insitute for Biomedical Engineering (MIBE) bringt als interdisziplinäres Forschungsinstitut Forschende aus fast allen Schools der TUM zusammen, um Verfahren zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten zu entwickeln.

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Zukünftige Entwicklungen

Aus dem Universitätsklinikum rechts der Isar und dem Deutschen Herzzentrum München (DHM) soll das neue „Universitätsklinikum der Technischen Universität München“ (TUM Klinikum) entstehen.

Spitzenposition im Krankenhaus-Ranking

Das Universitätsklinikum der TUM konnte sich im Krankenhaus-Ranking des Nachrichtenmagazins „Newsweek“ weiter verbessern. Damit zählt das Klinikum rechts der Isar zu den 20 besten Krankenhäusern der Welt. Für die Liste „Worlds Best Hospitals 2023“ wurden weltweit 80.000 Fachkräfte aus dem Gesundheitssektor befragt. Das Klinikum rechts der Isar liegt im deutschlandweiten Vergleich auf Rang 3 hinter der Berliner Charité und dem Universitätsklinikum Heidelberg. Das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München wird auf Platz 4 eingestuft.

Vergleich der Neurologischen Abteilungen

Beide Kliniken bieten eine umfassende neurologische Versorgung auf höchstem Niveau. Die Schwerpunkte und Spezialisierungen unterscheiden sich jedoch leicht:

  • LMU Klinikum: Starke Expertise in neurodegenerativen Erkrankungen, insbesondere Parkinson, und ein breites Spektrum an Spezialsprechstunden.
  • Klinikum rechts der Isar: Profitiert von der interdisziplinären Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen der TUM, insbesondere in den Bereichen Krebsforschung, Immunforschung und Biomedizinische Technik.

Praktisches Jahr (PJ) in der Neurologie

Beide Kliniken bieten Medizinstudenten die Möglichkeit, ihr Praktisches Jahr (PJ) in der Neurologie zu absolvieren. Hierbei gibt es einige wichtige Punkte zu beachten:

PJ am LMU Klinikum

  • Zuständigkeit: Für die Zuteilung von PJ-Ausbildungsplätzen ist das Dekanat der Medizinischen Fakultät zuständig.
  • Anmeldung: LMU-Studierende und Externe-Studierende bewerben sich über das PJ-Portal.
  • Verteilung: Im PJ-Portal können die Studierenden selbst die freien PJ-Plätze buchen.
  • Rotation: Nach der Buchung im PJ-Portal können Sie in einigen Fächern (aktuell Neurologie) Details zu Ihrer Rotation hinzufügen. Es gibt keine Garantie, dass Sie wunschgemäß eingeteilt werden.
  • Spezialchirurgische Fächer: Spezialchirurgische Fächer (derzeit: Herzchirurgie) können ausschließlich in den dafür vorgesehenen PJ-Plätzen des Klinikums der LMU im Rahmen des Chirurgie-Tertials abgeleistet werden. An externen Universitäten, unabhängig davon ob In- oder Ausland, ist dies nicht möglich.
  • Teilzeit-PJ: Das PJ kann auch in Teilzeit absolviert werden. In diesem Fall muss ein Härtefallantrag mit dem Grund Teilzeit gestellt werden. Ein Wechsel im laufenden PJ von Teil- auf Vollzeit oder umgekehrt ist nicht möglich.
  • Fehlzeiten: Auf die Ausbildung werden Fehlzeiten bis zu insgesamt 30 Ausbildungstagen angerechnet, davon maximal 20 Tage in einem Tertial.
  • PJ-Mobilität: Studierende haben die Wahl, die 16-wöchigen PJ-Tertiale entweder im Klinikum der LMU bzw. in den Lehrkrankenhäusern der LMU oder in anderen Universitätskliniken oder Lehrkrankenhäusern externer deutscher Universitäten abzuleisten, sofern dort genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen.
  • Splitting: Es darf maximal ein Tertial z.B. für einen Auslandsaufenthalt gesplittet werden.

PJ am Klinikum rechts der Isar

Informationen zum PJ am Klinikum rechts der Isar sind über die Webseite der TUM verfügbar.

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