Das eLogbuch in der Neurologie Brandenburg: Inhalte, Nutzung und Bedeutung

Mit der Verabschiedung der (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018 wurde die ärztliche Weiterbildung kompetenzbasiert ausgerichtet. Ein zentrales Element dieser Neuausrichtung ist das elektronische Logbuch (eLogbuch), das die Dokumentation der Weiterbildung digitalisiert und standardisiert. Dieser Artikel beleuchtet die Inhalte, die Nutzung und die Bedeutung des eLogbuchs in der Neurologie in Brandenburg.

Einführung des eLogbuchs

Das eLogbuch wurde am 1. Juli 2020 eingeführt. Es dient der kontinuierlichen Dokumentation der Weiterbildungsinhalte durch die sich in Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzte (WBA). Die Aufgabe der Weiterbildungsbefugten/-ermächtigten (WBB) ist es, dem WBA den Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in den Rubriken „Kognitive und Methodenkompetenz“ bzw. „Handlungskompetenz“ zu bestätigen.

Die eLogbuch-Webanwendung wird von der Bundesärztekammer betrieben, die die notwendige Infrastruktur bereitstellt. Die Anmeldung in die Webanwendung eLogbuch erfolgt ausschließlich über das Mitgliederportal der jeweiligen (Landes-)Ärztekammer.

Inhalte und Struktur des eLogbuchs

Alle Facharzt-, Schwerpunkt- und Zusatz-Weiterbildungen sind nach den neuen strukturellen Vorgaben einer kompetenzbasierten Weiterbildung ausgestaltet. Die Weiterbildungsinhalte sind in einem fachlich empfohlenen Weiterbildungsplan (FEWP) verschriftlicht. Das eLogbuch dient dazu, diese Inhalte systematisch zu erfassen und den Fortschritt der Weiterbildung zu dokumentieren.

Die wesentlichen Inhalte des eLogbuchs umfassen:

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  • Kognitive und Methodenkompetenzen (Kenntnisse): Hier werden die theoretischen Kenntnisse dokumentiert, die der Facharzt „wissen“ muss.
  • Handlungskompetenzen (Erfahrungen und Fertigkeiten): Hier werden die praktischen Erfahrungen und Fertigkeiten erfasst, die der Facharzt „können“ muss.
  • Leistungszahlen: Das Logbuch gibt Mindestweiterbildungszahlen an, die während der Weiterbildung erreicht werden müssen.

Nutzung des eLogbuchs

Die Nutzung des eLogbuchs ist sowohl für die WBA als auch für die WBB von zentraler Bedeutung.

Aufgaben der Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung (WBA)

  • Kontinuierliche Dokumentation der Weiterbildungsinhalte über den gesamten Zeitraum der Weiterbildung.
  • Erfassung der erworbenen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in den entsprechenden Rubriken.
  • Dokumentation der absolvierten Leistungszahlen.
  • Freigabe des Logbuchs für die Weiterbildungsbefugten.

Aufgaben der Weiterbildungsbefugten (WBB)

  • Bestätigung des Erwerbs von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten.
  • Bestätigung der erreichten Anzahl nachzuweisender Richtzahlen.
  • Einblick in die Logbücher der ihnen freigegebenen Ärztinnen/Ärzte in Weiterbildung.
  • Eintragungen im Logbuch vornehmen.

Tools und Hilfsmittel zur Nutzung des eLogbuchs

eLogbuch-App Deutscher Ärzteverlag

Die eLogbuch-App des Deutschen Ärzteverlages ermöglicht es Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung, ihre Weiterbildungskompetenzen und OP-Zahlen bequem zu dokumentieren.

DGAV WeiFoQ DIGITAL

Die Anwendung der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) unterstützt Ärztinnen und Ärzte bei der Planung, Dokumentation und Bewertung ihrer Weiterbildung. Sie kann mit dem eLogbuch verknüpft werden, um weiterbildungsrelevante Inhalte zu übertragen.

WDoku Marketing GmbH

WDoku ist eine Dokumentationssoftware, die Ärztinnen und Ärzten in der Weiterbildung eine tagesaktuelle Übersicht des Weiterbildungsstandes bietet.

Die Weiterbildungsordnung der Landesärztekammer Brandenburg

Die Grundlage der Weiterbildung in Brandenburg bildet die Weiterbildungsordnung der Landesärztekammer von 2020. Diese orientiert sich an der (Muster-)WBO der Bundesärztekammer und legt die Rahmenbedingungen für die Facharztweiterbildung fest.

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Wesentliche Aspekte der Weiterbildungsordnung

  • Kompetenzbasierte Weiterbildung: Die Weiterbildung orientiert sich primär an der Vermittlung und dem Nachweis von Kompetenzen.
  • Verpflichtendes eLogbuch: Mit der neuen WBO wurde das elektronische Logbuch verpflichtend eingeführt.
  • Mehr Weiterbildungsmöglichkeiten im ambulanten Bereich: Die WBO fördert die Weiterbildung im ambulanten Bereich.
  • Flexibilität: Die Weiterbildung im ambulanten oder stationären Bereich ist weitestgehend frei wählbar, und Weiterbildungsabschnitte sind in 3-Monatsabschnitten möglich.
  • Teilzeitweiterbildung: Die Weiterbildung ist auch in Teilzeit möglich, sofern die Tätigkeit mindestens die Hälfte der wöchentlichen Arbeitszeit beträgt. Die Weiterbildungszeit wird anteilig angerechnet.

Übergangsfristen und Gültigkeit von Befugnissen

Es gilt eine Übergangsfrist von sieben Jahren (bis zum 29.07.2027) für alle Ärzt*innen in Weiterbildung (ÄiW), welche die Weiterbildung bereits vor dem 29.07.2020 begonnen haben. Alle Befugnisse, die bis zum Inkrafttreten der WBO 2020 erteilt und beschieden worden sind, behalten ihre Gültigkeit längstens bis 30.06.2023.

Anforderungen an Weiterbildungsstätten und -befugte

Die Weiterbildungsordnung von 2020 fordert die fachliche und persönliche Eignung sowie eine mehrjährige Tätigkeit:

  • Für Facharztweiterbildungen nach drei Jahren.
  • Für Schwerpunktweiterbildungen nach zwei Jahren.
  • Für Zusatzweiterbildungen mit festgelegter Weiterbildungszeit nach einem Jahr.

Der Umfang der Befugnis richtet sich danach, inwieweit an der Weiterbildungsstätte alle an die Weiterbildung gestellten Anforderungen unter Berücksichtigung des Versorgungsauftrages, der Leistungsstatistik sowie der personellen und materiellen Ausstattung erfüllt werden können.

Finanzielle Förderung der Weiterbildung

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fördern die Weiterbildung im ambulanten Bereich. Die Förderhöhe beträgt ab dem 1.1.2023 bei einer Beschäftigung mit 40 Stunden/Woche 5.800 Euro. Zusätzlich erhöht sich der Förderbetrag bei der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin bei einer Beschäftigung in einer drohend unterversorgten Region um monatlich 250 Euro, in einer bestehend unterversorgten Region um monatlich 500 Euro.

Die Rolle der Allgemeinmedizin

Die Allgemeinmedizin ist auf den „ganzen“ Menschen spezialisiert und berücksichtigt die Mehrdimensionalität des allgemeinmedizinischen Handelns, einschließlich Krankengeschichte, Krankheits- bzw. Gesundheitskonzept sowie das häusliche und berufliche Umfeld der Patient*innen. Das Fachgebiet hat die besondere Funktion, als erste ärztliche Anlaufstelle bei allen Gesundheitsproblemen für alle Altersgruppen eines unausgelesenen Patientenkollektivs zuständig zu sein.

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Prüfung und Abschluss der Weiterbildung

Die Weiterbildung wird mit einer mündlichen Prüfung bei der zuständigen Ärztekammer abgeschlossen, wenn alle Weiterbildungsinhalte und -zeiten erfüllt wurden. Die Prüfung kann sich auf alle vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte erstrecken. Die erworbenen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten werden vom Prüfungsausschuss überprüft.

Bedeutung des eLogbuchs für die Neurologie

Das eLogbuch ist ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung und Transparenz in der neurologischen Weiterbildung. Es ermöglicht eine strukturierte und nachvollziehbare Dokumentation des Weiterbildungsfortschritts und unterstützt sowohl die WBA als auch die WBB bei der Planung und Durchführung der Weiterbildung. Durch die kompetenzbasierte Ausrichtung der Weiterbildungsordnung und die verpflichtende Nutzung des eLogbuchs wird sichergestellt, dass die angehenden Neurologen optimal auf ihre zukünftige Tätigkeit vorbereitet werden.

Flexibilität in der Weiterbildung

Die Weiterbildung in der Neurologie bietet eine hohe Flexibilität. So ist die Weiterbildung im ambulanten oder stationären Bereich weitestgehend frei wählbar, und Weiterbildungsabschnitte sind in 3-Monatsabschnitten möglich. Auch die Möglichkeit der Teilzeitweiterbildung trägt zur Flexibilität bei.

Gesprächsführung und Dokumentation

Am Ende jedes Weiterbildungsabschnitts bzw. mindestens alle 6 Monate sollte ein Gespräch zwischen der/dem ÄiW und der/dem WBB stattfinden. So kann der weitere Verlauf der Ausbildung geplant und Defizite benannt werden. Die Gesprächsinhalte müssen dokumentiert werden.

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