Lycopodium bei Migräne: Ein homöopathischer Ansatz

Die Homöopathie erfreut sich großer Beliebtheit als alternative Heilmethode. Umfragen zufolge haben etwa 38 Prozent der Deutschen bereits homöopathische Mittel angewendet. Viele Migränepatienten wünschen sich, dass die homöopathische Behandlung als Teil eines umfassenden Migräne-Therapieplans anerkannt wird. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Lycopodium, einem homöopathischen Mittel, bei Migräne.

Grundlagen der Homöopathie

Die Homöopathie basiert auf dem Leitsatz "Ähnliches soll mit Ähnlichem behandelt werden". Das bedeutet, dass ein Patient ein Mittel erhält, das in seiner Reinform bei gesunden Menschen ähnliche Symptome auslösen würde wie die, unter denen der Patient leidet. Die Heilkraft der Homöopathie ist jedoch nicht zweifelsfrei bewiesen, und die Erfahrungen sind unterschiedlich: Einige Menschen erfahren Linderung, andere nicht.

Erschwerend bei Migräne kommt hinzu, dass sich die Symptome von Mensch zu Mensch unterscheiden und die neurologischen Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind. Daher sollte eine homöopathische Behandlung von Migräne nur von einem erfahrenen Mediziner durchgeführt werden. Eine Therapie in Eigenregie ist nicht empfehlenswert.

Globuli und Potenzen

Bei Globuli handelt es sich um kleine, weiße Kügelchen aus Zucker, auf deren Oberfläche der Wirkstoff haftet. Die Wirkstoffe werden in der Homöopathie stark verdünnt. Der Verdünnungsfaktor wird als Potenz auf der Verpackung angegeben, meist zwischen D6 und D12. D6 bedeutet beispielsweise, dass der Wirkstoff sechsmal eins zu zehn verdünnt wurde.

Lycopodium clavatum: Der Keulenbärlapp

Lycopodium clavatum, der Keulen-Bärlapp, gehört zur Familie der Bärlappgewächse und steht in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter Naturschutz. Das Kraut enthält giftige Alkaloide, die bei unsachgemäßer Dosierung Schleimhautreizungen, Krämpfe und Brechdurchfälle verursachen können. Für die homöopathische Zubereitung werden die frischen Sporen der Pflanze verwendet.

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Anwendungsgebiete von Lycopodium

Lycopodium-Patienten leiden oft unter Blähungen, Verstopfung, Gallen- und Nierenkoliken sowie Harnverhalten. Auch Kopfschmerzen, Ohren- und Halsentzündungen sowie Infekte der oberen und unteren Atemwege sind typische Beschwerden. Das Mittel wirkt vor allem bei Beschwerden des Magen-Darm-Trakts, der Haut, der Psyche sowie der Leber, Galle und Nieren. Grundsätzlich kann Lycopodium in jedem Lebensalter eingesetzt werden.

Der Lycopodium-Typ

"Lycopodium-Menschen" werden oft als respektgebietende Persönlichkeiten mit kräftigem Händedruck beschrieben. Sie wirken gepflegt, tüchtig, cool und selbstsicher. Hinter dieser Fassade verbirgt sich jedoch oft ein unsicheres "Pflänzchen" mit wenig Selbstvertrauen. Sie benötigen viel Energie, um diese Fassade aufrechtzuerhalten, und haben Angst, dass jemand ihren Bluff durchschaut.

Sie haben einen starken Sinn für Gerechtigkeit und können Berufe wie Rechtsanwalt, Polizist oder Lehrer wählen. Beschwerden treten oft auf der rechten Körperseite auf oder beginnen dort. Lycopodium wirkt besonders auf die rechte Körperseite und hat eine besondere Beziehung zur Leber.

Modalitäten: Was bessert oder verschlimmert die Beschwerden?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann Lycopodium bei Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen, in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände, unter denen sich die Beschwerden verschlechtern:

Verbesserung:

  • Warme Getränke und Speisen
  • Kalte Anwendungen
  • Bewegung
  • Aufstoßen
  • Wasserlassen
  • Nach Mitternacht
  • Frische Luft
  • Aufdecken oder Entblößen
  • Wärme bei brennenden Schmerzen

Verschlechterung:

  • Zwischen 16 und 20 Uhr
  • Wärme
  • Beim Erwachen
  • Wind, nasses Wetter oder stürmisches Wetter
  • Blähende Speisen (Kohl, Bohnen, Erbsen, Zwiebeln)
  • Fasten oder unregelmäßige Mahlzeiten
  • Zu wenig, zu schnelles Essen oder nach dem Sattessen
  • Kleiderdruck
  • Vor der Menstruation oder beim Ausbleiben der Menstruation

Lycopodium-Patienten empfinden Gefühl und Verstand oft als getrennt und neigen zu Prahlerei, Unsicherheit und schlechtem Selbstvertrauen. Sie haben Angst vor Menschenansammlungen und der Einsamkeit, drücken sich vor Verantwortung und haben ein großes Freiheitsbedürfnis.

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Lycopodium bei Migräne und Kopfschmerzen

Bei Migräne und Kopfschmerzen können folgende Symptome auf Lycopodium hinweisen:

  • Pressende Kopfschmerzen am Scheitel
  • Kopfschmerzen über den Augen bei starken Erkältungen
  • Pulsierende Kopfschmerzen nach jedem Hustenanfall
  • Schwindel am Morgen
  • Kopfschmerzen wie vom Zusammenschrauben
  • Reißende Hinterkopfschmerzen

Anwendung von Lycopodium

Lycopodium clavatum ist als homöopathisches Einzelmittel in Form von Streukügelchen (Globuli) oder Tropfen erhältlich. Bei akuten Krankheiten wird Lycopodium D6 mehrmals täglich eingenommen. Die Globuli lässt man unter der Zunge zergehen. Im akuten Fall kann man mit halbstündlicher bis stündlicher Einnahme beginnen. Bei Besserung werden die Abstände vergrößert, und bei anhaltender Besserung wird die Einnahme beendet. Lycopodium D12 eignet sich ebenfalls zur Behandlung von akuten Krankheiten, sollte aber nur ein- bis zweimal täglich eingenommen werden. Höhere Potenzen sollten nur nach Verordnung durch einen Homöopathen eingesetzt werden.

Typische Anwendungsgebiete von Lycopodium bei spezifischen Symptomen

  • Kopfschmerzen: Drückende Kopfschmerzen, schlimmste Zeit zwischen 16 und 20 Uhr, unerträgliche Kopfbedeckung, Besserung durch Bewegung an der frischen Luft (3 Globuli Lycopodium D6 bis zu sechsmal täglich oder 3 Globuli Lycopodium D12 zweimal täglich).

Alternativen und ergänzende Mittel

Neben Lycopodium gibt es weitere homöopathische Mittel, die bei Migräne in Betracht gezogen werden können, abhängig von den individuellen Symptomen:

  • Belladonna: Bei pochenden und bohrenden Kopfschmerzen, die plötzlich auftreten und über den Augen lokalisiert sind.
  • Cimicifuga racemosa: Bei Migräne in den Wechseljahren, begleitet von Schwindel und stechenden Augenschmerzen.
  • Cyclamen europaeum: Bei Migräneattacken mit Sehstörungen wie Doppeltsehen.
  • Iris versicolor: Bei "Wochenendmigräne", die sich in Entspannungsphasen verschlimmert.
  • Sanguinaria canadensis: Bei rechtsseitigen Migräneschmerzen.

Auch Schüssler Salze, insbesondere Magnesium phosphoricum (Nr. 7), können bei Migräne und Kopfschmerzen entspannend und schmerzlindernd wirken.

Wichtige Hinweise

Grundsätzlich gilt die Homöopathie als sanftes Mittel zur begleitenden Therapie von Migräne und Kopfschmerzen. Auch Kinder und Jugendliche können in der Regel davon profitieren. Bei manchen Personen tritt nach der Einnahme eine Erstverschlimmerung auf, die jedoch nach der homöopathischen Lehre ein positives Zeichen ist.

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Es ist wichtig zu beachten, dass die Homöopathie in der Wissenschaft umstritten ist und ihre spezifische Wirksamkeit nicht eindeutig belegt ist. Bei länger anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden sollte immer ein Arzt konsultiert werden, um die Ursache abzuklären.

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