Angesichts der steigenden Patientenzahlen mit lymphatischen Erkrankungen hat sich die Notwendigkeit ergeben, eine fünfte Therapiesäule hinzuzufügen: die Aufklärung und Schulung zur individuellen Selbsttherapie des Patienten. Diese wurde seit 2017 in die S2k-Leitlinie „Lymphödem“ aufgenommen.
Das Lymphödem: Eine chronische Erkrankung
Das Lymphödem ist eine chronische entzündliche Erkrankung des Interstitiums. Es entsteht als Folge einer primären (anlagebedingten) oder sekundären (erworbenen) Schädigung des Lymphdrainagesystems. Betroffen sind die initialen Lymphgefäße (Lymphkapillaren, Lymphsinus), die Präkollektoren, die Lymphkollektoren, die Lymphstämme und/oder die Lymphknoten.
Therapieziele und Standardtherapie
Idealerweise soll durch die Therapie der Lymphtransport normalisiert werden. Die Standardtherapie bei Lymphödemen ist die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE).
Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE)
Die KPE beinhaltet verschiedene Therapieansätze, darunter entstauungsfördernde Sport- bzw. Bewegungsübungen. Eine unverzichtbare Komponente der KPE ist die Kompressionstherapie.
Erweiterte Kompressionstherapie: Apparative Intermittierende Kompression (AIK/IPK)
Zur erweiterten Kompressionstherapie gehört die Apparative Intermittierende Kompression, die jetzt als „Intermittierende Pneumatische Kompression“ (AIK/IPK) bezeichnet wird. Diese findet insbesondere bei Patienten Anwendung, die sich in der Bandage schlecht bewegen können.
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Kaczmarek und Kollegen schreiben in diesem Zusammenhang: „Die IPK kann eine adjuvante Therapieform zur KPE darstellen, insbesondere bei distal betonten Arm- oder Beinlymphödemen - ohne Beteiligung der ipsilateralen Rumpfquadranten und bei eingeschränkter Mobilität der Patienten. Der Wirkmechanismus der AIK/IPK ist, wie die Studien zeigen, Gewebsflüssigkeit in den Gewebsspalten nach zentral hin zu verschieben“.
Anwendung der IPK
Die IPK kann stationär oder ambulant in einer medizinischen Einrichtung eingesetzt werden. Darüber hinaus ist eine Anwendung mittels Heimgerät insbesondere bei langfristiger Indikation sinnvoll. Bei der Diskussion über IPK-Geräte liegt der Fokus in der Regel auf der Pumpe und ihrer Möglichkeit verschiedener Einstellungen zwischen unterschiedlichen Drücken und Zeiten des Druckauf- und -abbaus.
Zur Therapie des Lymphödems sollten Mehrkammergeräte mit Drücken bis zu 120 mmHg in Abhängigkeit von der Gewebebeschaffenheit (je fester, desto höher der Druck) an den Beinen und Drücke bis zu 40 mmHg an den Armen angewandt werden. Dabei sollten die Inflations- und Deflationszeiten (um 50 s) und ein sequentieller Druckaufbau mit Abfall bis zur Leiste gewährleistet werden.
Statische vs. dynamische Kompression
Unter statischer Kompression wird eine Bandagierung verstanden, also eine Kompressionsbestrumpfung bzw. -bekleidung ohne Bewegung. Bei der dynamischen Kompression, wie z. B. bei der Manuellen Lymphdrainage, der IPK sowie der statischen Kompression in Bewegung, erfolgt ein beschleunigter Flüssigkeitstransport aus den Extremitäten.
Anforderungen an die Manschetten
Neben den Mehrkammerkompressionsgeräten müssen aber auch die Manschetten als Teil des Gerätes den speziellen Anforderungen gewachsen sein. Diese setzen die Therapie am Patienten um; sie kommen direkt mit dem Körper des Patienten in Kontakt. Während die Konstruktion einer Einkammer-Manschette zur Vorbeugung gegen eine tiefe Venenthrombose ausreichend sein kann, hat sich herausgestellt, dass Mehrkammersysteme für die Behandlung von Patienten mit chronischem Lymphödem und venöser Stauung wirksamer sind.
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Neben der Behandlung ist es wichtig, dass die Patienten die Kompressionsteile erfolgreich selbst anlegen können und in der Lage sind, das Gerät dann auch noch einzuschalten. Die richtige Manschette deckt die zu behandelnden Bereiche ab und ist im Inneren so aufgebaut, dass der Kompressionsdruck von distal nach proximal ausgeübt wird. Es muss ein Druckabfall von distal nach proximal erzeugt werden, und es sollen überlappende Kammern vorhanden sein, um so der Kompressionsbandage am ähnlichsten zu werden. Mehrkammersysteme haben sich zur Behandlung mit der IPK von Lymphödemen als am wirksamsten erwiesen.
Diese Systeme arbeiten nach den Prinzipien der Massage und anschließenden Kompression, sehr ähnlich denen einer statischen Kompression im Sinne einer Kurzzugbandage, in der der Patient sich bewegt. Die Bandagierung führt zu einer Reduktion der Ödeme durch Bildung eines festen Widerstandes um die Extremität herum, gegen die der Druck durch Muskelkontraktion ausgeübt wird.
Mehrkammergeräte (12 Kammern) erzeugen eine sanfte gerichtete Massage. Die Kammern sollten die Breite einer Kompressionsbandage oder der Hand des Therapeuten aufweisen; breitere Kammern verschieben die Flüssigkeit in beide Richtungen. Überlappende Kammern beugen unbehandelten Abschnitten und Ödemansammlungen zwischen den Kammern vor. Mehrkammerige, überlappende Systeme sind daher vorzuziehen.
Beidseitige Behandlung
Die beidseitige Behandlung ist sowohl für die unteren als auch für die oberen Extremitäten von großer Bedeutung, da möglicherweise die unbehandelte Seite über die Anastomosen (inguo-inguinale und axillo-axilläre) durch das Verschieben der Lymphflüssigkeit von distal nach proximal gefüllt und auf die gesunde Seite verschoben wird. Bei Lymphödemen der unteren Extremitäten kann eine einseitige Behandlung mit Beinmanschetten zu Genitalödemen und auch zu einem Ödem der zuvor gesunden Seite über die Anastomose führen. Der Autor bevorzugt eine beidseitige Behandlung der Beine mittels einer Kompressionshosenmanschette, auch wenn nur ein Bein betroffen ist. Für die Arme ist die beidseitige Behandlung mit einer Jacke ebenfalls effektiver als mit einer Arm- oder Beinmanschette nur für die betroffene Seite.
Ferner werden Armlymphödeme durch vermehrte Sentinel-Operationsmethoden weniger. Allerdings treten bei dieser Behandlung vermehrt Thoraxwandödeme durch die anschließende Bestrahlung auf. Die Behandlung des Rumpfes ist bei der pneumatischen Kompression ein wichtiger Fortschritt. Die sequentielle Kompressionsbehandlung dient dazu, einen Reflux oder „wrong way flow“ zu verhindern. Auch bei wellenartiger Füllung muss die distale Kammer gefüllt bleiben, um einen Reflux zu verhindern. Einige Geräte haben auch einen Vorbehandlungszyklus, um den proximalen Abstrom anzuregen.
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Weitere Anforderungen an die Manschetten
Für den Heimgebrauch an nur einem Patienten muss der Behandelte die Manschetten von Zeit zu Zeit säubern und desinfizieren können; ferner muss der Druck regulierbar sein und je nach Patient ein ausreichend großes Display und eine leichte Verstellmöglichkeit zur Eigenbehandlung vorhanden sein. Wegen der Gefahr zu hoher Drücke sollte eine Beschränkung des Druckes an den Geräten fest eingestellt sein, wobei es keine genauen Angaben über zu hohe Drücke gibt. Die Leitlinie empfiehlt einen maximalen Druck für die unteren Extremitäten von 120 mmHg und an den oberen von 40 mmHg.
Fazit zur IPK
Die IPK ist bei richtiger Indikationsstellung und Anwendung - auch zusätzlich - eine effektive und sichere Therapiemethode, insbesondere bei der Behandlung verschiedener Gefäß- und Ödemerkrankungen, der Wundheilung, der Thromboseprophylaxe sowie auch in der Therapie der pAVK. Auch wenn nur RCTs mit meist geringer Evidenz vorliegen und die Empfehlungen teilweise empirisch sind, kann die Eigenbehandlung zu Hause im Rahmen der 5. Säule der KPE durchgeführt werden.
Forced-Use-Therapie bei Hemiparese des Arms
Die Forced-Use-Therapie ist ein intensives Trainingsprogramm für Patienten mit einer Hemiparese.
Forced-Use-Therapie - Arm- und Handfunktion (klassisch)
Dieses Therapieangebot richtet sich ausschließlich an Patienten, bei denen Restfunktion im Arm und in der Hand erhalten sind. Während der Therapie wird der nicht betroffene Arm mit einer Schiene ruhiggestellt und dadurch „erzwungen“, dass bis zu 90% des Tages ausschließlich der betroffene Arm eingesetzt wird. Zusätzlich erfolgt während der Therapiezeit von zwei Wochen täglich ein mehrstündiges motorisches Training mit vielen Wiederholungen. So kann der „erlernte Nichtgebrauch“ der betroffenen Seite wieder rückgängig gemacht werden. Außerhalb der Therapie sollen alle möglichen und scheinbar unmöglichen Aktivitäten mit der betroffenen Hand ausgeführt werden. Für einige wenige Aktivitäten darf die Schiene abgelegt werden.
Kriterien für die Teilnahme
Folgende Bewegungen von Arm und Hand müssen möglich sein, um an der Therapie teilnehmen zu können:
- Setzen Sie sich auf einen Stuhl mit Armlehnen. Der betroffene Unterarm soll so auf der Armlehne aufliegen, dass die Hand am Ende frei herunter hängt.
- Anheben der Hand, ohne Mitbewegung des Unterarmes, ca. 20°
- Streckung der Finger (Hand öffnen), ca.
Forced-Use-Therapie - Arm- und Handfunktion (modifiziert)
Auch Patienten, die nicht die oben genannten Funktionen in der Hand und im Arm haben, können an der Forced-Use Therapie teilnehmen. Diese modifizierte Therapie richtet sich an Patient:innen, die bisher noch wenig Funktion in der Hand haben. Deshalb wird der nicht betroffene Arm auch nicht mit einer Schiene ruhiggestellt. Es erfolgt ebenfalls wie bei der klassischen Forced-Use Therapie an 10 Tagen ein mehrstündiges motorisches Training mit dem betroffenen Arm mit vielen Wiederholungen. Es wird ein intensives Training von Funktionen des Armes, der Hand und des Rumpfes durchgeführt.Sehr wichtig ist dabei, dass man zum Anfang realistische Ziele auswählt.
Forced-Use-Therapie der unteren Extremität
Bei der Forced-Use-Therapie der unteren Extremität, handelt es sich um ein intensives Trainingsprogramm für Bein- und Rumpffunktionen bei Patienten mit einer Halbseitenlähmung und/oder Gleichgewichtsstörungen. Es erfolgt, wie bei der klassischen Forced-Use Therapie, an 10 Tagen ein mehrstündiges motorisches Training in 1-1 Betreuung, mit vielen Bewegungswiederholungen.Die Forced-Use Therapie der unteren Extremität richtet sich an Patient:innen, die im Alltag mehr Sicherheit, Selbstständigkeit und einen größeren Bewegungsradius erlangen wollen. Wir trainieren im Therapieraum, auf dem Flur, im Gelände, an der Treppe und im Fitnessraum.
Die Effektivität der Therapie konnte durch klinisch signifikante Daten belegt werden. Sie hält mindestens 3 Monate an. Durch eine Arbeit der Wissenschaftlerinnen Krüger und Peters konnten diese Ergebnisse nachgewiesen werden.
Weitere Kriterien
- wenige Schritte mit maximal einer Hilfsperson
- kardiale Belastbarkeit
- keine Depressionen, da die Therapie viel Motivation erfordert; bei medikamentös gut eingestellten Symptomen, ist eine Therapie möglich.
- Sprachverständnis
- keine ausgeprägten neuropsychologischen Störungen (z. B. Funktionen abrufen zu können.
Die Wirksamkeit der Forced-Use-Therapie wurde bereits in vielen Studien gezeigt. Die Kostenübernahme durch die Krankenkassen erfolgt in Einzelfallentscheidung.Sie haben Interesse an dieser Therapie? W20, Eingang B, 1.
APARENT® Aktiv Arm-Lagerungsschiene
Nachgewiesene Wirksamkeit
Im wurde die Wirksamkeit der APARENT® Aktiv Arm-Lagerungsschiene in einer umfassenden klinischen Studie der Median Klinik Berlin (Rehabilitationsklinik für Neurologie und Orthopädie) wissenschaftlich untersucht und nachgewiesen. Diese Studie, durchgeführt unter der Leitung von Prof. Dr. Mauritz, Chefarzt der Neurologischen Abteilung und Ärztlicher Direktor der Klinik, hat signifikante Verbesserungen bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen dokumentiert.Die Untersuchung konzentrierte sich auf Patienten mit Schlaganfall-bedingten Lähmungen und analysierte die Auswirkungen der regelmäßigen Anwendung der APARENT® Aktiv Arm-Lagerungsschiene auf Spastik, Muskeltonus, Schwellungen und die allgemeine Armfunktion.
Studiendesign
Die klinische Studie zur APARENT® Aktiv Arm-Lagerungsschiene folgte einem strukturierten, wissenschaftlichen Ansatz, um objektive und valide Ergebnisse zu erzielen. Die Untersuchung wurde unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt, um die Wirksamkeit des Hilfsmittels zuverlässig nachzuweisen.
Nachhaltige Therapieerfolge
Die langfristigen Effekte der APARENT® Aktiv Arm-Lagerungsschiene wurden in Nachuntersuchungen und Langzeitbeobachtungen dokumentiert. Diese zeigen, dass die kontinuierliche Anwendung zu stabilen, nachhaltigen Verbesserungen führen kann, die über die unmittelbaren Effekte hinausgehen.Besonders bemerkenswert ist, dass Patienten, die die APARENT® Schiene regelmäßig über mehrere Monate anwenden, häufig eine progressive Verbesserung der Armfunktion und Körperwahrnehmung erleben.
Vielseitige Anwendungsmöglichkeiten
Die Wirksamkeit der APARENT® Aktiv Arm-Lagerungsschiene wurde für verschiedene neurologische Indikationen und Diagnosen dokumentiert. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass das Hilfsmittel bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Symptomen unterstützend eingesetzt werden kann.Klinisch getestet - von Ärzten empfohlen.Führende Reha-Klinken setzten auf die APARENT® Aktiv. Profitieren auch Sie von der bewährten Arm-Lagerungsschiene, die bereits tausend Schlaganfall-Patienten geholfen hat.
Patientengeschichten & Therapieerfolge mit der APARENT® Aktiv Arm-Lagerungsschiene
Neben der klinischen Studie der Median Klinik Berlin haben wir zahlreiche Fallbeispiele aus der therapeutischen Praxis dokumentiert. Weitere Stimmen unserer KundenErfahren Sie aus erster Hand, wie die APARENT® Aktiv Armlagerungsschiene den Alltag von Patienten mit neurologischen Erkrankungen verbessert.
Studiendetails
Die Studie verwendete validierte Messmethoden wie die Modified Ashworth Scale zur Bewertung der Spastizität, Umfangmessungen zur Dokumentation von Schwellungen, elektromyographische Untersuchungen zur Messung der Muskelaktivität und funktionelle Assessments zur Beurteilung der Alltagsaktivitäten. Die Teilnehmer wurden über mehrere Wochen beobachtet, wobei regelmäßige Messungen durchgeführt wurden, um die Veränderungen zu dokumentieren. Die APARENT® Aktiv Arm-Lagerungsschiene wurde primär für Patienten mit Schlaganfall-bedingten Lähmungen (Hemiparesen) entwickelt und in diesem Kontext am umfassendsten wissenschaftlich untersucht. Die klinische Hauptstudie der Median Klinik Berlin konzentrierte sich auf diese Patientengruppe und schloss sowohl Patienten mit spastischen als auch mit schlaffen Lähmungen ein.
Langzeitbeobachtungen
Nach der initialen klinischen Studie der Median Klinik Berlin wurden ausgewählte Patienten über einen längeren Zeitraum von bis zu zwei Jahren beobachtet, um die nachhaltigen Effekte zu dokumentieren. Diese Langzeitbeobachtungen zeigten, dass die kontinuierliche Anwendung zu stabilen, nachhaltigen Verbesserungen führen kann. Bei frühzeitiger Intervention konnte in 78% der Fälle die Entwicklung einer schweren Spastik verhindert werden. 65% der Langzeitanwender zeigten nach 6 Monaten eine weiter fortschreitende Verbesserung der motorischen Kontrolle. Darüber hinaus wurden in verschiedenen Rehabilitationszentren und neurologischen Praxen systematische Fallstudien über längere Zeiträume dokumentiert, die die langfristigen positiven Effekte bei regelmäßiger Anwendung bestätigen.
Zeitliche Verläufe der Verbesserungen
Die Studiendaten zeigen jedoch charakteristische Zeitverläufe:
- Unmittelbare Effekte: Bereits während der ersten Anwendung berichteten viele Patienten von einer subjektiv verbesserten Armposition und einem angenehmeren Gefühl durch die Entlastung.
- Kurzfristige Effekte (1-2 Wochen): Bei regelmäßiger Anwendung zeigten sich erste messbare Verbesserungen bei Schwellungen (Reduktion um durchschnittlich 5-8%) und subjektive Verbesserungen der Wahrnehmung des betroffenen Arms.
- Mittelfristige Effekte (3-4 Wochen): Nach etwa einem Monat regelmäßiger Anwendung wurde bei Patienten mit Spastik eine signifikante Reduktion des Muskeltonus dokumentiert (durchschnittliche Verbesserung um 0,5-1 Punkt auf der Modified Ashworth Scale).
- Langfristige Effekte (ab 6 Wochen): Nach sechs bis acht Wochen regelmäßiger Anwendung zeigten sich die deutlichsten Verbesserungen, insbesondere bei der Spastikreduktion und der verbesserten Funktionalität. Bei frühzeitiger Intervention konnten in diesem Zeitraum auch erste aktive Bewegungsansätze beobachtet werden.
Die Studiendaten unterstreichen die Bedeutung der regelmäßigen und konsequenten Anwendung, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Schmerzhafte Schulter nach Schlaganfall
Die Behandlungsmöglichkeiten und deren Empfehlung durch die S2e-Leitlinien der DGNR sind vielfältig.
Novio Hand - Smartphone-App zur Unterstützung der Handtherapie
Handverletzungen kommen in der Notfallambulanz sehr häufig vor. Diese führen oft zu Funktionseinschränkungen und zu Arbeitsunfähigkeit. Wichtig für eine schnelle Wiederherstellung der Handfunktion ist es, dass der Patient zuhause Übungen durchführt. Die Smartphone-App Novio Hand bietet Informationen zum Krankheitsbild und dessen Behandlung, sowie die Möglichkeiten handtherapeutische Eigenübungen durchzuführen. Dabei kann die Übung an die Voraussetzungen des Patienten angepasst werden und der Patient erhält ein direktes Feedback zur Übungsausführung.
Bedeutung des Heimtrainings
Dadurch, dass bereits geringe Funktionseinschränkungen mit Handverletzungen einhergehen, die zu erheblichen Defiziten bei alltäglichen Aufgaben und einer Arbeitsunfähigkeit führen können, wird der therapeutischen Nachsorge eine große Bedeutung zugeschrieben. Neben der Standardbehandlung spielt das Heimtraining eine entscheidende Rolle, um die notwendige intensive Nachbehandlung auch im häuslichen Umfeld sicherzustellen. So erfordern z. B. nahezu sämtliche Beugesehnennachbehandlungsschemata die zehnmalige selbstständige Durchführung der Eigenübungen pro Stunde.
Funktionalität der Novio Hand App
Die Smartphone-App Novio Hand bietet einerseits Informationen und Videos zu relevanten Themen bzgl. des Krankheitsbildes und dessen Behandlung, sowie die Möglichkeit handtherapeutische Eigenübungen angeleitet durchzuführen. Das Übungsniveau kann dabei dynamisch und individuell an den Patienten angepasst werden, wobei der Patient ein Feedback zur Ausführung der Übung erhält. Zudem sollen Patienten durch Novio Hand regelmäßig an das Training erinnert und motiviert werden. Patienten erhalten für 12 Wochen das Prüfprodukt Novio Hand zusätzlich zur Standardbehandlung. Funktionalität der Hand mittels DASH-Fragebogen (Disabilities of the arm, shoulder and hand).
Ausschlusskriterien für die Studienteilnahme
- • Anwendung von zusätzlichen/anderen Begleitbehandlung, die nicht der SoC-Definition des Prüfplans entsprechen (z.B.
- • Einnahme von Dauermedikation, die nach Ansicht des Prüfarztes einen Einfluss auf die Studie nehmen könnte und von der im Prüfplan definierten Medikation abweicht (z.B.
- • Komplikationen (z.B.
- • Patient gibt schon bei der Aufklärung der Studie an, dass er aus konkreten Gründen, die außerhalb des Einflusses der Studie liegen, nicht an den Follow-Up Assessments T2 und T3 teilnehmen kann/möchte (z.B.
- • Autoimmunerkrankungen, die die Funktion oder Integrität der Hand, Haut oder Weichteile betreffen (z.B. (z.B.
- • Akute Infektionen an der Hand oder solche die sich auf das Ergebnis der Studie auswirken können (z.B.
- • Pseudarthrose bzw.
- • funktionell relevante Begleitverletzungen (z.B.
- • Zusätzliche relevante Begleitverletzungen (z.B.
- • Unzureichende Compliance (z.B.
- • stark visuell deformierte Hände, fehlende Finger oder Teile von Fingern, starke Verfärbung der Hände (z.B.
Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Univeritätsklinikum UlmDr. med.
Schlaganfall und seine Folgen
Ein Schlaganfall entsteht, wenn das Gehirn plötzlich nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird. Ursachen sind entweder eine Mangeldurchblutung des Gehirns (Hirninfarkt, Hirnembolie) oder eine Hirnblutung durch ein geplatztes Gefäß. Diese auftretende Durchblutungsstörung schädigt Nervenzellen und beeinträchtigt neurologische Funktionen.
Die Folgen des Schlaganfalls sind individuell verschieden. Häufig kommt es zu:
- Lähmung einer Körperseite (Hemiparese oder Hemiplegie)
- Sprachstörungen (Aphasie)
- Gangstörungen und Gleichgewichtsschwierigkeiten
- Sehstörungen oder Einschränkungen des Denkvermögens
- Verlust motorischer Fähigkeiten in der betroffenen Hand oder Gliedmaßen
Etwa ein Drittel der Schlaganfallpatienten bleibt dauerhaft beeinträchtigt.
Frühzeitige Physiotherapie
Die ersten Tage und Wochen nach einem Schlaganfall sind prägend. Studien zeigen, dass eine frühzeitige Physiotherapie die Chancen auf eine erfolgreiche Rehabilitation deutlich erhöht.Durch gezielte Übungen wird die Neuroplastizität - die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zu schaffen - genutzt. Betroffene können Bewegungsmuster neu erlernen und beeinträchtigte Funktionen teilweise zurückgewinnen. Die Schlaganfallrehabilitation ist interdisziplinär aufgebaut. Neben der Physiotherapie werden Ergotherapie und Logopädie einbezogen. Diese Kombination verbessert die Ergebnisse spürbar.
- Physiotherapie: Förderung von Bewegungsfähigkeit, Training motorischer Funktionen, Stimulation geschwächter Muskelgruppen
- Ergotherapie: Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben wie Anziehen, Kochen oder Schreiben
- Logopädie: Behandlung von Sprachstörungen, Schluckstörungen oder Problemen bei der Artikulation
Physiotherapeutische Konzepte
Im physiotherapeutischen Bereich stehen verschiedene Konzepte zur Verfügung, die gezielt auf die neurologischen Folgen des Schlaganfalls eingehen:
- Bobath-Therapie: Ein weltweit anerkanntes Konzept, das Bewegungsmuster durch gezielte Stimulation verbessert. Ziel ist es, die betroffene Körperseite in alltägliche Bewegungsabläufe einzubeziehen und die Selbstständigkeit zu fördern.
- PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation): Fördert über spezifische Bewegungsmuster und Widerstände die Reorganisation im Nervensystem und unterstützt so neue motorische Fähigkeiten.
- Vojta-Therapie: Aktiviert durch bestimmte Druckpunkte reflektorische Bewegungsmuster. Besonders in der Frühphase kann sie Haltungskontrolle und Motorik positiv beeinflussen.
- Klassische Krankengymnastik & funktionelles Training: Übungen zur Kräftigung der Muskulatur, Verbesserung von Gleichgewicht, Koordination und Gangbild.
- Spiegeltherapie und CIMT (Constraint-Induced Movement Therapy): Spezialisierte Methoden zur Rehabilitation der betroffenen Hand und Körperseite.
Diese physiotherapeutischen Behandlungsansätze greifen ineinander und werden an die individuelle Situation angepasst.
Rehabilitation: ambulant, stationär oder häuslich?
Nach der Akutbehandlung im Krankenhaus folgt die Rehabilitation. Hier stellt sich die Frage: ambulant, stationär oder häuslich?
- Stationär: In spezialisierten Reha-Kliniken arbeiten Patientinnen und Patienten mehrere Wochen intensiv an ihrer Genesung.
- Ambulant: Die Behandlung erfolgt wohnortnah in Praxen, sinnvoll bei leichteren Einschränkungen oder nach einer stationären Reha.
- Häuslich: Für stark beeinträchtigte Betroffene sind Hausbesuche oft die beste Lösung. Eine mobile Physiotherapie bringt dabei die notwendige Behandlung direkt ins vertraute Umfeld - Übungen können sofort in den Alltag integriert werden, was den Erfolg häufig verbessert.
Eine ärztlich verordnete Therapie legt fest, in welchem Umfang die Behandlung erfolgt. Der Heilmittelbedarf wird individuell eingeschätzt. In vielen Fällen ist ein langfristiger Behandlungsbedarf vorhanden, da Fortschritte auch noch Jahre nach dem Schlaganfall möglich sind. Die Arbeit von Physiotherapeutinnen und -therapeuten geht weit über die reine Übungstherapie hinaus. Die Schlaganfallrehabilitation endet nicht nach einigen Wochen. Viele Patienten benötigen eine langfristige Behandlung, um weiterhin Fortschritte zu erzielen.
- Langfristig: Training über Monate und Jahre, um Rückfälle zu vermeiden
- Individuelle Situation angepasst: je nach Krankheitsbild und verbleibender Beeinträchtigung
- Geduld und Ausdauer: entscheidend für Betroffene und Angehörige
- Alltägliche Aufgaben: werden Stück für Stück wieder erlernt
Selbst viele Jahre nach dem Schlaganfall können Verbesserungen eintreten - die Neuroplastizität ermöglicht Anpassungen auch langfristig.
Fazit zur Schlaganfallrehabilitation
Ein Schlaganfall stellt das Leben auf den Kopf. Doch die moderne Schlaganfallrehabilitation bietet viele Chancen. Durch eine frühzeitige Physiotherapie nach Schlaganfall, ergänzt durch Ergotherapie und Logopädie, können Betroffene Schritt für Schritt zu mehr Selbstständigkeit zurückfinden.Ob ambulant, stationär oder häuslich - die notwendige Behandlung wird individuell gewählt. Ein Schlaganfall verändert vieles - doch Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen. Unsere erfahrenen Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten kommen direkt zu Ihnen nach Hause und unterstützen Sie dabei, Bewegungsfähigkeit, Kraft und Selbstständigkeit Schritt für Schritt zurückzugewinnen.
Constraint-Induced Movement Therapy (CIMT)
Der Psychologe und Neurowissenschaftler Edward Taub ist der Ansicht, dass Patient:innen mit einer Hirnverletzung die betroffenen Glieder häufig nicht mehr benutzen, weil sie durch die damit verbunden Schwierigkeiten entmutigt sind, sie zu gebrauchen. Dieser „erlernte Nichtgebrauch“ führt seiner Ansicht nach zu einer weiteren Verschlechterung der Lähmung. Auf dieser Grundlage entwickelte er die Constraint-Induced Movement Therapy (= CIMT).
Um den Prozess des erlernten Nichtgebrauchs zu stoppen und damit einer weiteren Verschlechterung der neuronalen Repräsentation des gelähmten Armes im Gehirn entgegenzuwirken, zwingt die Taubsche Therapie den Patienten, das betroffene Körperglied intensiv zu bewegen. Dies geschieht, indem der nicht-betroffene Körperteil über einen längeren Zeitraum eingeschränkt wird. Das Gelähmte wird in der Zeit intensiv benutzt und trainiert. Durch ständig wiederholte Übungen wird die Entwicklung neuer neuronaler Pfade im Gehirn angeregt. Die Patient:innen lernen dadurch, die gelähmten Glieder wieder vermehrt einzusetzen.
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