Einführung
Ataxie, gekennzeichnet durch Koordinationsstörungen, kann verschiedene Ursachen haben. Dieser Artikel beleuchtet die Rolle von Magnesium bei Ataxie, wobei sowohl konventionelle als auch naturheilkundliche Aspekte berücksichtigt werden. Dabei werden Fallbeispiele und Studienergebnisse analysiert, um ein umfassendes Bild zu vermitteln.
Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) und naturheilkundliche Therapieansätze
Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist eine seltene Autoimmunerkrankung, die sich in der Akutphase durch eine rasch fortschreitende Muskelschwäche äußert. Während die Akutbehandlung in der Regel konventionellmedizinisch erfolgt, bietet die Remissionsphase Raum für naturheilkundliche Therapieansätze. Diese zielen darauf ab, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und die Rückbildung der Symptome zu unterstützen.
Viele Patienten profitieren von einer Kombination aus Physiotherapie, Ergotherapie und einer individuellen naturheilkundlichen Begleitbehandlung. Im Vergleich zu anderen Autoimmunerkrankungen tritt das GBS mit rund 1500 jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland sehr selten auf. Als häufigste Ursache gilt eine Infektion mit dem meldepflichtigen Keim Campylobacter jejuni (60 000-70 000 Fälle pro Jahr). Ob es nachfolgend zu dem Syndrom kommt, liegt einerseits an der Genetik der Betroffenen, andererseits aber auch an unterschiedlichen genetischen Polymorphismen der jeweiligen Erreger.
Fallbericht: Ataxie der Extremitäten nach Magen-Darm-Infekt
Ein Fallbericht schildert einen Patienten mittleren Alters, der nach einem heftigen Magen-Darm-Infekt eine Muskelschwäche in den Beinen entwickelte, die sich rasch auf die Arme ausbreitete. Die Diagnose GBS wurde gestellt und eine Akutbehandlung mit Immunglobulinen und Immunabsorptionstherapie eingeleitet. Nach einer stationären Reha-Maßnahme persistierten jedoch eine Fatigue, eine leichte Gangataxie und Rückenschmerzen.
In der Anamnese des Patienten fielen langjährige Stressbelastung, eine fleischbetonte Ernährung und Blähungen auf. Die osteopathische Untersuchung ergab einen Blähbauch, einen Zwerchfellhochstand und eine Blockade des rechten Iliosakralgelenks (ISG).
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Labordiagnostik: Auf der Suche nach Ursachen
Um die Ursachen der persistierenden Beschwerden zu ergründen, wurde eine umfassende Labordiagnostik durchgeführt. Diese umfasste ein Kortisol-Tagesprofil, die Bestimmung von Vitamin D, Coenzym Q10 und verschiedenen Mineralstoffen (Magnesium, Kalium, Selen, Zink, Kupfer, Mangan) sowie eine Untersuchung auf Lebensmittelallergien und ein Leaky-Gut-Syndrom.
Die Ergebnisse zeigten einen schweren Vitamin-D-Mangel, Defizite an Magnesium, Selen und Zink, eine erhöhte Zonulin-Konzentration (Hinweis auf ein Leaky-Gut-Syndrom) und eine Weizenallergie.
Behandlung: Ein multimodaler Ansatz
Die Behandlung des Patienten umfasste einen multimodalen Ansatz mit folgenden Komponenten:
- Vitamin D: Hochdosierte Substitution mit 10.000 IE (250 µg) pro Tag unter regelmäßiger Laborkontrolle.
- Magnesium: Substitution mit 400 mg Magnesiumcitrat täglich.
- Selen und Zink: Gabe von Selenmethionin (200 µg elementares Selen) und Zinkbisglycinat (25 mg elementares Zink) täglich.
- Coenzym Q10: Einnahme von 2 × täglich 200 mg Ubichinon.
- Glutenfreie Ernährung: Umstellung auf eine konsequent glutenfreie Ernährung.
- Probiotika: Einnahme von Colibiogen oral zur Sanierung des Leaky-Gut-Syndroms.
- Glandula suprarenales comp. Globuli: Zur Unterstützung der Nebennierenfunktion.
- Pregnenolon 1 % Salbe: Zur Substitution von Steroidhormonen.
- Osteopathie: Behandlung von Dysfunktionen des Dünndarms und peripheren Nerven.
Zusammenhang zwischen Gluten, Transglutaminasen und neurologischen Störungen
Bei einer Glutenunverträglichkeit kann es zu einer Kreuzreaktion mit der Transglutaminase TG6 kommen, die im ZNS nachweisbar ist. Diese Kreuzreaktion kann verschiedene neurologische Störungen verursachen, darunter auch Ataxie.
Magnesium und Gefäßsteifigkeit: Neue Studienergebnisse
Eine Studie untersuchte den Einfluss von Magnesium auf die arterielle Gefäßsteifigkeit bei übergewichtigen Probanden. Entgegen den Erwartungen konnte keine der getesteten Magnesium-Formulierungen (Magnesiumcitrat, Magnesiumoxid, Magnesiumsulfat) einen Effekt auf die Gefäßsteifigkeit nachweisen. Eine sekundäre Analyse deutete jedoch darauf hin, dass eine Magnesiumsulfat-Supplementierung bei Probanden mit initial stärker ausgeprägter Gefäßsteifigkeit eine Verbesserung bewirken könnte.
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Magnesiummangel und neurologische Symptome
Ein Fallbericht beschreibt eine Patientin, bei der ein Magnesiummangel zu zerebellärer Ataxie und epileptischen Anfällen führte. Die Gabe von hochdosiertem Magnesium führte zu einer deutlichen Besserung der zerebellären Symptomatik.
Die Bedeutung von Magnesium für die Gesundheit
Eine ausreichende Magnesiumversorgung ist für die Gesundheit unerlässlich. Magnesiummangel kann verschiedene gesundheitliche Probleme verursachen, darunter Bluthochdruck und neurologische Störungen. Magnesium wirkt als "natürlicher Kalziumantagonist" und kann die Gefäßfunktion verbessern und den Blutdruck senken.
Fazit
Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei verschiedenen neurologischen Prozessen und kann bei Ataxie und anderen neurologischen Störungen von Bedeutung sein. Eine umfassende Diagnostik und ein multimodaler Therapieansatz, der sowohl konventionelle als auch naturheilkundliche Aspekte berücksichtigt, sind entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung. Die Substitution von Magnesium sollte jedoch immer unter Berücksichtigung des individuellen Bedarfs und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
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