Magnesiumöl bei Nervenschmerzen: Wirkung, Anwendung und wissenschaftliche Erkenntnisse

Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, der eine entscheidende Rolle für zahlreiche Körperfunktionen spielt. Ein Mangel kann sich auf vielfältige Weise äußern, von Muskelkrämpfen bis hin zu Müdigkeit. In den letzten Jahren hat Magnesiumöl, eine Magnesiumchloridlösung zur äußerlichen Anwendung, an Popularität gewonnen. Es wird als Mittel zur Linderung von Muskelverspannungen, Nervenschmerzen und zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkung von Magnesiumöl bei Nervenschmerzen, seine Anwendung und die wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Was ist Magnesiumöl?

Entgegen der Bezeichnung handelt es sich bei Magnesiumöl nicht um ein Öl im eigentlichen Sinne. Es ist eine hochkonzentrierte Lösung von Magnesiumchlorid in Wasser, die sich aufgrund ihrer Konsistenz ölig anfühlt. Diese Lösung wird topisch angewendet, indem sie auf die Haut aufgetragen und einmassiert wird.

Die angebliche Wirkung von Magnesiumöl

Magnesiumöl wird eine Vielzahl von positiven Wirkungen zugeschrieben, darunter:

  • Linderung von Muskelverspannungen und Krämpfen: Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Muskelkontraktion und -entspannung. Es wirkt als Gegenspieler von Kalzium, das für die Muskelanspannung zuständig ist. Eine ausreichende Magnesiumversorgung kann daher Muskelverspannungen lösen und Krämpfe reduzieren.
  • Reduktion von Nervenschmerzen: Magnesium ist auch für die Funktion des Nervensystems von Bedeutung. Es kann helfen, Nervenreizungen zu reduzieren und Schmerzen zu lindern.
  • Verbesserung der Schlafqualität: Magnesium wirkt beruhigend auf das Nervensystem und kann so zu einem besseren Schlaf beitragen.
  • Stressabbau: Magnesium hilft, das Nervensystem zu beruhigen, was einem guten Schlaf förderlich ist. Magnesium beruhigt das Nervensystem und beugt übermäßigem Cortisol vor. Das Stresshormonsystem - auch Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA) genannt - ist das zentrale Hormonsystem.
  • Unterstützung des Energiestoffwechsels: Magnesium ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und trägt zur Energiegewinnung bei. Magnesium ist an all deinen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt, bei denen phosphorylierte Substrate (ATP, ADP) wichtig sind. Es bildet mit ATP (Speicherform für Energie in den Zellen) einen stabilen Komplex. Eine niedrige Magnesiumkonzentration innerhalb deiner Zellen bedeutet daher eine Verlangsamung der Energiebereitstellung und aller ATP-abhängigen Enzymreaktionen.
  • Stärkung des Immunsystems: Magnesium stärkt das Immunsystem und die Nervenfunktion.
  • Normalisierung des Blutzuckerspiegels: Magnesium reduziert den Blutzucker und normalisiert Insulin. Es unterstützt zum Beispiel die Freisetzung von Insulin, das den Blutzuckerspiegel reguliert, und sorgt dafür, dass Insulin seine Signale an die Zellen weitergeben kann.
  • Unterstützung der Schilddrüsenhormonproduktion: Magnesium ist wichtig für die Produktion von Schilddrüsenhormonen.
  • Aktivierung von Vitamin D: Magnesium aktiviert Vitamin D: Ohne genügend Magnesium kann Vitamin D seine Aufgabe nicht erfüllen. Umgekehrt führt zu viel Vitamin D-Supplementierung zu Magnesiummangel. Da Vitamin D wiederum eine zentrale Rolle bei der Regulierung von Hormonen wie Östrogen und Progesteron spielt, wirken Magnesium und Vitamin D regulierend auf den gesamten Hormonhaushalt.
  • Hilfe bei der Herstellung von Hormonen: Magnesium hilft bei der Herstellung von Hormonen wie Progesteron, Östrogen und Testosteron. Es normalisiert auch die Wirkung von Progesteron auf das zentrale Nervensystem, weshalb es möglicherweise Symptome von PMDD und Wechseljahren lindert. Magnesium kann zudem auch bei Dysmenorrhö, also schmerzhaften Menstruationsbeschwerden, helfen. Es entspannt die Muskulatur - einschließlich der Gebärmuttermuskulatur - und kann so Menstruationskrämpfe reduzieren.
  • Unterstützung des Herzens: Magnesium unterstützt auch dein Herz. Es hilft, die Herzfunktion zu regulieren, indem es den Fluss von Kalium in die Herzmuskelzellen steuert und die Blutgefäße entspannt. Das sorgt dafür, dass dein Blut besser fließen kann. Außerdem verhindert Magnesium, dass sich Blutplättchen zusammenlagern, was das Risiko für Blutgerinnsel senkt.
  • Freisetzung und Funktion von Neurotransmittern: Magnesium ist neben seinem Einfluss auf Hormone auch für die Freisetzung und Funktion von Neurotransmittern wichtig. Beispielsweise hilft es bei der Steuerung von Botenstoffen wie Glutamat und Dopamin, die für Stimmung, Schlaf und Nervenfunktionen wichtig sind.
  • Steuerung der Muskeln: Magnesium reguliert, wie viel Kalzium in deine Zellen gelangt, was wichtig für die Steuerung deiner Muskeln ist. Da Magnesium als “Gegenspieler” von Kalzium wirkt, hilft es dabei, die Anspannung und Entspannung deiner Muskeln zu kontrollieren - das betrifft z. B. das Herz, die Skelettmuskulatur und die Blutgefäße.
  • Stabilität von Knochen und Zähnen: Deine Knochen sind der Hauptspeicher für Magnesium. Zusammen mit Kalzium und Phosphor spielt Magnesium eine entscheidende Rolle beim Aufbau und Erhalt der Stabilität von Knochen und Zähnen. Es trägt dazu bei, dass Mineralien in die Knochen eingelagert werden und unterstützt so die Festigkeit des Skeletts.
  • Stresshemmer: Magnesium ist ein Stresshemmer! Es reguliert das elektrische Potenzial deiner Nervenzellen und verhindert übermäßige Erregung. Dadurch wird die Signalübertragung in deinem Nervensystem gedämpft, was bei Stress für Entspannung sorgt. Es stabilisiert außerdem die neuromuskulären Membranen, was bedeutet, dass es hilft, Muskelverspannungen zu lösen und die Erregbarkeit von Muskeln zu reduzieren. Zusätzlich entspannt Magnesium die Blutgefäße und unterstützt so eine stabile Durchblutung und einen gesunden Blutdruck.
  • Regulierung des Säure-Basen-Haushalts: Magnesium kann als Puffer im Körper fungieren und trägt zur Regulierung des Säure-Basen-Haushalts bei.
  • Verwertung von Glukose: Damit dein Körper in seinen Zellen Glukose verwerten kann, benötigt er Magnesium. Magnesium spielt eine zentrale Rolle bei der Aktivierung von Enzymen, die den Abbau von Glukose ermöglichen und so Energie für den Zellstoffwechsel bereitstellen.

Anwendung von Magnesiumöl

Magnesiumöl kann auf verschiedene Arten angewendet werden:

  • Direktes Auftragen auf die Haut: Das Öl wird auf die betroffenen Stellen aufgesprüht oder aufgetragen und sanft einmassiert. Es sollte mindestens 10-20 Minuten einwirken, bevor es abgewaschen wird. Bei Bedarf kann es auch über Nacht einwirken.
  • Fußbäder: Magnesiumöl kann dem Fußbadewasser zugesetzt werden. Die Füße sollten für 20-30 Minuten in dem warmen Wasser gebadet werden.
  • Vollbäder: Auch für Vollbäder kann Magnesiumöl verwendet werden. Die Badedauer beträgt ebenfalls 20-30 Minuten.
  • Massageöl: Bei Sportlern und aktiven Menschen ist es als Massageöl gern gesehen.
  • Mundspülung: Eine andere Form der Anwendung ist die Möglichkeit der Mundspülung. 1 bis 2 ml in 20 ml Wasser sollten etwa eine Minute gespült werden. Die Anwendung sorgt für frischen Atem und beugt Zahnfleischentzündungen vor.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur transdermalen Magnesiumaufnahme

Die Frage, ob Magnesium tatsächlich über die Haut aufgenommen werden kann, ist Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen. Einige Studien deuten darauf hin, dass eine transdermale Magnesiumaufnahme möglich ist, während andere keine signifikanten Effekte feststellen konnten.

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Argumente für die transdermale Magnesiumaufnahme:

  • Anwenderberichte: Viele Anwender berichten von positiven Erfahrungen mit Magnesiumöl, wie z.B. einer Linderung von Muskelverspannungen und Schmerzen.
  • Theoretische Überlegungen: Die Haut ist durchlässig für bestimmte Stoffe, und Magnesiumchlorid ist eine relativ kleine und gut lösliche Verbindung.
  • Studien: Es gibt weitergehende Forschung dazu, wie nanoskalige Magnesium-Öl-Emulsionen zum Transport von Arzneimittelwirkstoffen durch die Haut genutzt werden können. Dabei geht es aber nicht darum, Magnesium in den Körper zu liefern.

Argumente gegen die transdermale Magnesiumaufnahme:

  • Mangel an validen Studien: Bisher gibt es nur wenige hochwertige Studien, die die transdermale Magnesiumaufnahme eindeutig belegen.
  • Hautbarriere: Die Haut stellt eine natürliche Barriere dar, die das Eindringen von Stoffen erschwert.
  • Geringe Magnesiumkonzentration: Die in Magnesiumöl enthaltene Magnesiumkonzentration ist relativ gering, so dass nur eine geringe Menge Magnesium tatsächlich in den Körper gelangen kann.

Fazit: Die wissenschaftliche Evidenz für die transdermale Magnesiumaufnahme ist derzeit noch begrenzt. Weitere Forschung ist erforderlich, um die Wirksamkeit von Magnesiumöl bei Nervenschmerzen und anderen Beschwerden eindeutig zu belegen.

Mögliche Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Bei der Anwendung von Magnesiumöl können folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Hautreizungen: Bei manchen Menschen kann Magnesiumöl Hautreizungen, Rötungen, Juckreiz oder ein brennendes Gefühl verursachen. Dies ist oft auf die hohe Salzkonzentration zurückzuführen.
  • Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen kommen.

Um Nebenwirkungen zu vermeiden, sollten folgende Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:

  • Hauttest: Vor der großflächigen Anwendung sollte ein Hauttest an einer unauffälligen Stelle durchgeführt werden, um die Verträglichkeit zu prüfen.
  • Verdünnung: Bei empfindlicher Haut kann das Magnesiumöl mit Wasser verdünnt werden.
  • Anwendungsgebiete vermeiden: Das Öl sollte nicht in die Augen, auf offene Wunden oder auf Schleimhäute gelangen.
  • Nicht auf verletzter Haut anwenden: Niemals auf die verletzte, gereizte und/oder frisch rasierte Haut auftragen.
  • Nierenprobleme: Menschen mit Nierenproblemen sollten vor der Anwendung von Magnesiumöl ihren Arzt konsultieren. Durch die Nierenprobleme können zum Beispiel Krämpfe ausgelöst werden und gerade deshalb ist es wichtig, zusätzlich Magnesium einzunehmen. Wenn Sie unter Nierenproblemen leiden, besprechen Sie bitte die genaue und beste Dosis für Sie mit ihrem Arzt.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: Achten Sie jedoch darauf, Magnesium nicht gleichzeitig mit ihren Medikamenten einzunehmen. Lassen Sie zwischen der Einnahme des Medikamentes und beispielsweise dem Auftragen von Magnesiumöl mindestens eine halbe Stunde Zeit. und es gibt noch viel mehr Medikamente, die einen Magnesiummangel verursachen. Wir haben eine Liste von Hunderten Medikamenten, von denen bekannt ist, dass sie einen Magnesiummangel verursachen. Aus diesem Grund kann man sagen, dass es ratsam ist, zusätzlich Magnesium einzunehmen, wenn Sie Medikamente einnehmen.

Für wen ist Magnesiumöl geeignet?

Magnesiumöl kann für folgende Personengruppen eine sinnvolle Lösung sein:

  • Sportler und körperlich aktive Menschen: Magnesiumöl kann Sportlern und Menschen, die regelmäßig körperlich aktiv sind, dabei helfen, Muskelverspannungen und Krämpfe zu reduzieren sowie die Erholung nach dem Training zu unterstützen.
  • Menschen mit Muskelbeschwerden und Verspannungen: Personen, die unter Muskelverspannungen, Schmerzen oder Muskelkrämpfen leiden, können Magnesiumöl als entspannende und lindernde Anwendung in Erwägung ziehen.
  • Personen mit Schlafproblemen: Einige Menschen verwenden Magnesiumöl vor dem Schlafengehen, um möglicherweise ihre Schlafqualität zu verbessern und Schlafstörungen zu mildern.
  • Menschen mit Stress und Unruhe: Magnesiumöl kann dazu beitragen, Stress zu reduzieren und das Nervensystem zu beruhigen, wodurch es für Menschen mit Stress oder Nervosität hilfreich sein könnte.
  • Personen, die Magnesiumpräparate schlecht vertragen: Für manche Menschen können Magnesiumpräparate in Form von Tabletten oder Kapseln Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Magnesiumöl bietet in solchen Fällen eine alternative Möglichkeit, Magnesium zu verwenden.

Wer sollte Magnesiumöl nicht verwenden?

  • Personen mit bekannter Allergie oder empfindlicher Haut
  • Menschen mit Nierenproblemen
  • Kinder und Schwangere
  • Personen mit offenen Wunden oder geschädigter Haut

Alternativen zur Magnesiumöl-Anwendung

Wenn Magnesiumöl nicht vertragen wird oder keine zufriedenstellende Wirkung erzielt, gibt es alternative Möglichkeiten, den Magnesiumspiegel zu erhöhen:

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  • Orale Magnesiumpräparate: Magnesium kann in Form von Tabletten, Kapseln oder Pulver eingenommen werden. Es ist wichtig, auf die richtige Dosierung und die Wahl des Magnesiumsalzes zu achten, da einige Salze besser verträglich sind als andere. Im Vergleich zur oralen Supplementation bietet die transdermale Aufnahme einen entscheidenden Vorteil: Der Darm kann immer nur circa 30 Prozent des Mineralstoffs aufnehmen. Überschüssiges Magnesium wird ausgeschieden, daher kommt es bei einer oralen Magnesiumtherapie oft zu negativen Begleiterscheinungen wie Durchfall.
  • Magnesiumreiche Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit magnesiumreichen Lebensmitteln wie Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und grünem Gemüse kann dazu beitragen, den Magnesiumbedarf zu decken. Besonders magnesiumhaltig sind Bananen. Ansonsten ist dieses wertvolle Mineral in Brokkoli, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Vollkornbrot, Nüssen und Sonnenblumenkernen enthalten. Eine ausgewogene Ernährung, die diese Magnesiumquellen täglich enthält, kann den Tagesbedarf in der Regel abdecken.
  • Magnesiumbäder: Magnesiumbadekristalle können dem Badewasser zugesetzt werden. Dies ist eine mildere Form der Magnesiumaufnahme über die Haut. Die mildeste Form der Magnesiumaufnahme über die Haut ist ein Vollbad oder ein Fußbad mit unseren Magnesiumbadekristallen.

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