Makuladegeneration: Augentropfen und Nerven – Ein umfassender Überblick

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine der Hauptursachen für Sehverlust im Alter. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der AMD, von den Ursachen und Risikofaktoren über die Diagnose bis hin zu den aktuellen Behandlungsmöglichkeiten, einschließlich der intravitrealen operativen Medikamenteneingabe (IVOM) und der Rolle von Augentropfen.

Einführung in die Makuladegeneration

Die Makula, auch "gelber Fleck" genannt, ist der Bereich der Netzhaut, der für das schärfste Sehen verantwortlich ist. Sie ermöglicht es uns, Details zu erkennen und alltägliche Tätigkeiten wie Lesen oder das Erkennen von Gesichtern auszuführen. Bei der Makuladegeneration wird dieser zentrale Bereich der Netzhaut geschädigt, was zu einer Beeinträchtigung des Sehvermögens führt. Die AMD betrifft vor allem Menschen über 50 und stellt in Deutschland die häufigste Ursache für Erblindung im Sinne des Gesetzes bei älteren Menschen dar.

Ursachen und Risikofaktoren der AMD

Die genauen Ursachen der AMD sind noch nicht vollständig geklärt, aber es gibt eine Reihe von Faktoren, die das Risiko erhöhen können:

  • Alter: Das Risiko für AMD steigt mit zunehmendem Alter.
  • Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung von AMD deutet auf eine genetische Komponente hin.
  • Rauchen: Rauchen ist ein bedeutender Risikofaktor für die Entwicklung und das Fortschreiten der AMD.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Hoher Blutdruck und andere Kreislauferkrankungen können das Risiko erhöhen.
  • Ernährung: Ein Mangel an bestimmten Nährstoffen, wie Lutein, Zeaxanthin, Vitamin C und E, Zink, Kupfer und Selen, kann die Netzhaut anfälliger für Schäden machen.

Formen der Makuladegeneration

Man unterscheidet hauptsächlich zwei Formen der AMD:

Trockene AMD

Die trockene AMD ist mit etwa 85 % die häufigste Form. Sie ist durch das Auftreten von Drusen gekennzeichnet, gelblichen Ablagerungen unter der Netzhaut. Diese Drusen sind Stoffwechselabfälle, die nicht mehr ausreichend abtransportiert werden können. Im Laufe der Zeit kann dies zu einer Schädigung der lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut und damit zu einem langsamen Sehverlust führen. Bisher gibt es keine wirksamen Behandlungsmöglichkeiten für die trockene AMD, aber die Einnahme von speziellen Nahrungsergänzungsmitteln kann den Verlauf abmildern.

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Feuchte AMD

Die feuchte AMD ist seltener, aber aggressiver. Bei dieser Form wachsen krankhafte Blutgefäße, sogenannte choroidale Neovaskularisationen (CNV), in die Netzhaut ein. Diese Gefäße sind undicht und führen zu Flüssigkeits- und Blutansammlungen unter der Netzhaut, was zu einer fortschreitenden Vernarbung und Zerstörung der Nervenschicht der Netzhaut führt. Unbehandelt kann die feuchte AMD innerhalb kurzer Zeit zu einem massiven Sehverlust führen.

Symptome der Makuladegeneration

Die Symptome der AMD können je nach Form und Stadium der Erkrankung variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Verschwommenes oder verzerrtes Sehen: Gerade Linien erscheinen wellig oder verbogen.
  • Schwierigkeiten beim Lesen oder Erkennen von Gesichtern: Details werden nicht mehr klar wahrgenommen.
  • Dunkler oder verschwommener Fleck im zentralen Gesichtsfeld: Dieser Fleck kann im Laufe der Zeit größer werden.
  • Erhöhte Blendempfindlichkeit: Das Sehen bei hellem Licht kann unangenehm sein.
  • Verminderte Farbintensität: Farben erscheinen blasser oder weniger lebendig.

Da die AMD oft zunächst nur ein Auge betrifft, werden die Symptome möglicherweise erst spät bemerkt, da das gesunde Auge den Sehverlust des erkrankten Auges ausgleicht.

Diagnose der Makuladegeneration

Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um den Verlauf der AMD zu beeinflussen. Folgende Untersuchungen werden zur Diagnose eingesetzt:

  • Augenuntersuchung: Der Augenarzt untersucht den Augenhintergrund mit einer Spaltlampe, um Drusen oder andere Veränderungen der Netzhaut zu erkennen.
  • Amsler-Gitter-Test: Dieser einfache Test kann zu Hause durchgeführt werden, um Verzerrungen oder Ausfälle im zentralen Gesichtsfeld festzustellen.
  • Optische Kohärenztomographie (OCT): Die OCT ist eine bildgebende Methode, die hochauflösende Querschnittsbilder der Netzhaut liefert und es dem Augenarzt ermöglicht, die verschiedenen Schichten der Netzhaut detailliert zu beurteilen.
  • Fluoreszenzangiographie: Bei dieser Untersuchung wird ein Farbstoff in eine Armvene injiziert, der sich in den Blutgefäßen der Netzhaut verteilt. Anschließend werden Fotos der Netzhaut gemacht, um krankhafte Gefäßneubildungen oder Undichtigkeiten zu erkennen.

Behandlung der feuchten AMD mit IVOM

Die Behandlung der feuchten AMD zielt darauf ab, das Wachstum der krankhaften Blutgefäße zu stoppen und die Flüssigkeitsansammlungen unter der Netzhaut zu reduzieren. Die Standardtherapie ist die intravitreale operative Medikamenteneingabe (IVOM).

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Was ist IVOM?

Bei der IVOM werden Medikamente, sogenannte VEGF-Inhibitoren, direkt in den Glaskörperraum des Auges injiziert. VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) ist ein Botenstoff, der das Wachstum von Blutgefäßen anregt. Die VEGF-Inhibitoren blockieren diesen Botenstoff und hemmen somit das Gefäßwachstum.

Ablauf der IVOM-Behandlung

  1. Vorbereitung: Vor der Behandlung wird das Auge mit Augentropfen betäubt und desinfiziert.
  2. Injektion: Der Augenarzt injiziert das Medikament mit einer feinen Nadel in den Glaskörperraum des Auges. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und ist in der Regel schmerzfrei.
  3. Nachsorge: Nach der Injektion wird das Auge mit einem Verband geschützt. Der Patient kann in der Regel direkt wieder nach Hause. Die Nachsorge erfolgt in der Regel am 2. bis 5. Tag nach der Operation beim Augenarzt.

Medikamente für die IVOM-Behandlung

Für die IVOM-Behandlung stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, darunter:

  • Bevacizumab (Avastin®)
  • Ranibizumab (Lucentis®)
  • Aflibercept (Eylea®)
  • Brolucizumab (Beovu®)

Die Wahl des Medikaments hängt von der individuellen Situation des Patienten und dem Ansprechen auf die bisherige Therapie ab.

Behandlungszyklus und Verlaufskontrolle

Zu Beginn der Therapie werden in der Regel drei Injektionen im Abstand von einem Monat durchgeführt. Anschließend erfolgt eine Verlaufskontrolle, um den Erfolg der Behandlung zu beurteilen. Je nach Bedarf werden weitere Injektionen in regelmäßigen Abständen verabreicht. Das Ziel ist, die Makula dauerhaft trocken zu halten und das Sehvermögen zu stabilisieren.

Mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen der IVOM-Behandlung

Die IVOM-Behandlung ist in der Regel risikoarm, aber wie bei jedem medizinischen Eingriff können Komplikationen und Nebenwirkungen auftreten. Zu den möglichen Komplikationen gehören:

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  • Erhöhung des Augeninnendrucks: Dies ist meist vorübergehend und gut behandelbar.
  • Glaskörpertrübungen: Kleine Luftblasen oder Blutungen im Glaskörper können das Sehen beeinträchtigen.
  • Netzhautablösung: Eine seltene, aber schwerwiegende Komplikation.
  • Infektionen: Bakterielle Infektionen im Augeninneren sind sehr selten, aber können zu schwerwiegenden Schäden führen.
  • Allergische Reaktionen: Überempfindlichkeitsreaktionen auf das Medikament sind möglich.

Wichtige Hinweise für Patienten nach der IVOM-Behandlung

  • Bei unerwarteten Schmerzen, einer Verschlechterung der Sehkraft oder einer Rötung des Auges sollte sofort ein Augenarzt aufgesucht werden.
  • Der Nachsorgetermin beim Augenarzt sollte frühzeitig vereinbart werden.

Augentropfen bei Makuladegeneration

Augentropfen spielen bei der Behandlung der AMD eine eher unterstützende Rolle. Sie können jedoch bei bestimmten Begleiterscheinungen der Erkrankung oder als Ergänzung zur IVOM-Therapie eingesetzt werden.

Augentropfen zur Befeuchtung der Augenoberfläche

Viele Menschen mit AMD leiden auch unter trockenen Augen. Augentropfen zur Befeuchtung der Augenoberfläche können helfen, die Symptome des trockenen Auges zu lindern und das Sehvermögen zu verbessern.

Augentropfen zur Senkung des Augeninnendrucks

Bei manchen Patienten kann die IVOM-Behandlung zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks führen. In diesem Fall können Augentropfen zur Senkung des Augeninnendrucks eingesetzt werden.

Augentropfen mit antioxidativen Wirkstoffen

Einige Augentropfen enthalten antioxidative Wirkstoffe, die die Netzhaut vor Schäden durch freie Radikale schützen sollen. Es gibt jedoch keine eindeutigen Beweise dafür, dass diese Augentropfen den Verlauf der AMD positiv beeinflussen können.

Weitere Aspekte der Makuladegeneration

Arzneimittelbedingte Nebenwirkungen am Auge

Es ist wichtig zu beachten, dass auch andere Medikamente Nebenwirkungen am Auge verursachen können, die das Sehvermögen beeinträchtigen können. Dazu gehören unter anderem:

  • Glucocorticoide: Können den Augeninnendruck erhöhen und Katarakt verursachen.
  • Amiodaron: Kann Ablagerungen auf der Hornhaut verursachen.
  • Tamoxifen: Kann Lipidose der Netzhaut verursachen.
  • Chloroquin: Kann Schäden an der Netzhaut verursachen.
  • Sildenafil (Viagra®): Kann zu Sehstörungen führen.

Patienten sollten ihren Arzt oder Apotheker informieren, wenn sie während der Einnahme von Medikamenten Sehstörungen bemerken.

Hilfsmittel und Anpassung an den Sehverlust

Auch wenn die AMD zu einem Sehverlust geführt hat, gibt es Möglichkeiten, die Lebensqualität zu verbessern. Dazu gehören:

  • Vergrößernde Sehhilfen: Lupen, Lesegeräte und spezielle Bildschirmlesegeräte können helfen, das verbleibende Sehvermögen optimal zu nutzen.
  • Anpassung des Wohnraums: Gute Beleuchtung, kontrastreiche Farben und die Beseitigung von Stolperfallen können die Orientierung erleichtern.
  • Unterstützung durch Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann helfen, mit der Erkrankung umzugehen.

Prävention der Makuladegeneration

Obwohl die AMD nicht vollständig verhindert werden kann, gibt es einige Maßnahmen, die das Risiko senken können:

  • Nicht rauchen: Rauchen ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für AMD.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Fisch kann die Netzhaut schützen.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Die Einnahme von speziellen Nahrungsergänzungsmitteln mit Lutein, Zeaxanthin, Vitamin C und E, Zink, Kupfer und Selen kann sinnvoll sein, insbesondere bei Menschen mit einem erhöhten AMD-Risiko.
  • Regelmäßige Augenuntersuchungen: Eine frühzeitige Diagnose kann helfen, den Verlauf der AMD zu beeinflussen.

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