Mutter zu sein ist eine der erfüllendsten, aber auch anspruchsvollsten Aufgaben im Leben. Der Alltag ist oft von Stress, Schlafmangel und dem Gefühl der Überforderung geprägt. In diesem Artikel werden wir uns damit beschäftigen, wie Mütter ihre Nerven stärken, mit Stress umgehen und ein Burnout vermeiden können.
Mama-Krise? Kein Grund zur Panik!
Jede Mutter kennt das Gefühl, wenn einfach alles zu viel wird. Eine Mama-Krise ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Beweis dafür, dass auch Mütter nur Menschen sind. Es ist wichtig, sich einzugestehen, dass man nicht immer perfekt sein kann und darf.
Erste Hilfe bei akuten Stresssituationen
- Tief durchatmen: Konzentriere dich auf deine Atmung. Atme tief in den Bauch ein und langsam wieder aus. Dies beruhigt das Nervensystem und hilft, die Situation klarer zu sehen.
- Lautes Brüllen: Lass deinen Emotionen freien Lauf. Schreie im Auto oder an einem Ort, wo du niemanden störst, einfach mal laut.
- Ablenkung: Lies Klatschmagazine, trinke einen Kaffee oder tue etwas, das dich beruhigt und ablenkt.
- Körperliche Beruhigung: Ist dein Körper ruhig, schaltet dein Gehirn wieder von Kampf in den Flug-Modus und lässt dich die Dinge wieder klarer sehen.
Überforderung der Eltern: Ein Tabuthema?
Viele Eltern machen sich selbst und anderen etwas vor, wenn es um das Thema Überforderung geht. Lieber berichtet man stolz über die Fortschritte des Kindes oder den spannenden Job, anstatt die Wahrheit über den stressigen Alltag einzugestehen.
Symptome der Überforderung
DAK-Psychologin Franziska Kath weiß: „Viele Eltern sind sich der eigenen Überforderung gar nicht bewusst.“ Der Übergang von einem anstrengenden Alltag zu tatsächlicher Überforderung ist fließend. Achte auf folgende Anzeichen:
- Schlaffheit, chronische Erschöpfung, Müdigkeit, Schlafstörungen
- Innere Unruhe, Nervosität, Gedankenkarussell
- Starke Gereiztheit und Wutanfälle
- Schmerzen, die nicht mit Verletzungen oder Infektionen zusammenhängen
- Wiederkehrende oder anhaltende Muskelverspannungen
- Antriebslosigkeit, Ohnmachtsgefühle, Panikattacken
- Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation
- Das Gefühl, krank zu sein und nicht zur Arbeit gehen zu können
Sich die Belastung eingestehen
Es ist wichtig, die genannten Symptome ernst zu nehmen und sich die eigene Überforderung einzugestehen. Lass dich nicht von Kommentaren anderer verunsichern, die behaupten, früher sei alles schwieriger gewesen oder sie bekämen es selbst besser hin. Jeder Mensch hat seine individuelle Belastungsgrenze.
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Tipps gegen elterliche Überforderung
Um der elterlichen Überforderung nachhaltig beizukommen, ist es wichtig zu verstehen, dass es völlig normal ist, darunter zu leiden. Die folgenden Tipps können helfen, das Wohlbefinden und das der Familie positiv zu beeinflussen:
- Binde Großeltern und Freunde ein: Bitte um Unterstützung bei der Kinderbetreuung, um eine wohlverdiente Pause einlegen zu können.
- Lass dich nicht aus der Ruhe bringen: Du musst nicht bei jedem Geräusch sofort reagieren. Trinke deinen Kaffee, solange er warm ist.
- Setze auf Aufgabenverteilung: Beziehe Partner und ältere Kinder in die Hausarbeit mit ein.
- Sei nicht zu penibel: Du musst nicht jeden Tag staubsaugen.
- Es muss nicht immer selbstgemacht sein: Hin und wieder tut es auch ein Fertiggericht.
- Du musst nicht überall dabei sein: Reduziere private Termine und Aktivitäten, die dir nicht so wichtig sind.
- Nimm dir gezielt Auszeiten: Ob Wellnesswochenende, Spieleabend oder Restaurantbesuch - gönn dir Dinge, die dir guttun.
- DAK-Zuschuss zum Yoga-Kurs: Jetzt Körper und Geist in Einklang bringen.
Hilfe bei Überforderung der Eltern
Bei stärker werdenden Symptomen ist es ratsam, Hilfe bei ausgebildeten Experten zu suchen. Beratungsstellen für Erziehung oder das Jugendamt können wertvolle Unterstützung bieten. Überforderung ist kein Grund, an der Rolle als Elternteil zu zweifeln.
Für starke Mama-Nerven: 5 Dinge, die du tun kannst, statt zu schreien
Kinder können auch die stärksten Mama-Nerven strapazieren. Statt zu schreien, können folgende Ablenkungsmanöver helfen:
- Bewusstes Atmen: Gezieltes und bewusstes Atmen beruhigt.
- Auszeit nehmen: Verlasse kurz den Raum, um dich zu beruhigen.
- Ablenkung: Lenke deine Gedanken auf eine andere Aktion, z.B. Kaffee kochen.
- Musik: Summe oder singe ein Lied, um negative Emotionen abzubauen.
- Dankbarkeit: Erinnere dich daran, dass du nichts von deinen Kindern als Gegenleistung für deine Mama-Aufgaben erwarten darfst.
Umgang mit klammernden Müttern
Im Laufe des Lebens verändert sich das Verhältnis zu unseren Müttern. Es kann anstrengend sein, wenn Eltern ständig in die Quere kommen. Folgende Strategien können helfen, mit Helikoptermüttern umzugehen:
- Rituale: Vereinbare regelmäßige Treffen, die euch beiden Spaß machen.
- Offene Kommunikation: Sprich offen und ehrlich über deine Gefühle.
- Grenzen setzen: Definiere, was für dich in Ordnung ist und was nicht.
- Verständnis zeigen: Versuche, dich in deine Mutter hineinzuversetzen.
- Teilhaben lassen: Schicke Fotos oder mache Video-Anrufe, um deine Mutter an deinem Leben teilhaben zu lassen.
- Austausch mit Freunden: Sprich mit Freunden über ähnliche Situationen.
Auswirkungen von Schlafdefiziten
Schlafdefizite können umfassende Auswirkungen auf Kinder und Eltern haben. Bei Kindern können sie zu Übergewicht, Verhaltensauffälligkeiten und kognitiven Einschränkungen führen. Bei Erwachsenen können sie zu emotionalen Belastungen, Erschöpfung und einem geringeren Selbstwertgefühl führen.
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Tipps für einen besseren Schlaf
- Tagesablauf gestalten: Sorge für ausreichend Bewegung, Licht und soziale Kontakte.
- Abendroutine etablieren: Füttere dein Kind zu Beginn der Abendroutine und achte auf eine ruhige Atmosphäre.
- Rhythmus anpassen: Richte dich nach dem Rhythmus deines Kindes, wenn es dein Tagesablauf erlaubt.
- Melatonin: Vollgestillte Säuglinge sind dabei durchaus nach 1 bis 3 h wieder wach und wollen angelegt werden. Gestillte Säuglinge haben den Vorteil, dass sie abends und nachts mit der Muttermilch eine natürlich angepasste „Chrononutrition“ mit optimaler Melatoninzufuhr erhalten, denn die Muttermilch enthält nachts mehr Melatonin als tagsüber.
- Hilfe holen: Suche frühzeitig Hilfe, wenn du den Verdacht auf eine Schlafstörung hast.
Emotionen regulieren: Der Schlüssel zu starken Nerven
Kinder können ihre Emotionen noch nicht so gut steuern wie Erwachsene. Daher ist es wichtig, dass Eltern ihre eigenen Emotionen regulieren können, um ihren Kindern Halt zu geben.
Der Wutkörper: Neunzig entscheidende Sekunden
Wut und Stress dauern nur neunzig Sekunden! In diesen neunzig Sekunden ist es wichtig, die emotionale Welle zu surfen, bewusst mit der Wut umzugehen und sie zu managen.
Wie Sie sich beruhigen, wenn Sie allein sind
- Fokus auf die Gegenwart: Zähle zehn Dinge mit einer bestimmten Farbe in deiner Umgebung auf.
- Gummiring: Zupfe an einem Gummiring am Handgelenk, um in die Gegenwart zurückzukehren.
- Schütteln, Klopfen, Hüpfen: Konzentriere dich auf den körperlichen Aspekt des negativen Gefühls.
- Körperliche Anstrengung: Finde eine körperlich sehr anstrengende Tätigkeit.
- "Stopp!" sagen: Sage laut zu dir selbst: "Stopp, alles ist gut!"
- Lächeln: Halte ein Lächeln für etwa zwei Minuten.
- Wasser: Wasche deine Hände mit warmem Wasser oder trinke ein Glas Wasser.
- Let’s dance: Tanze alle aufgestauten Energien aus dem Körper.
- Jemand anderen spüren: Suche Körperkontakt, um Sicherheit und Geborgenheit zu finden.
Burnout bei Müttern: Ein ernstes Problem
Viele Frauen müssen gefühlt unheimlich viele Rollen gleichzeitig erfüllen. Der Druck, die perfekte Mama zu sein, kann zu einem Mutter-Burnout führen.
Symptome eines Burnouts
- Energielosigkeit und Erschöpfung
- Eine zunehmend negative Haltung zu den eigenen Aufgaben
- Ein Gefühl von mangelnder Leistungsfähigkeit
- Körperliche Beschwerden
Was tun bei Burnout?
- Aktiviere deine persönlichen Ressourcen: Suche dir Aktivitäten, die dir guttun und die du gern machen willst.
- Selbstfürsorge: Richte den Fokus auf das, was du gerade brauchst.
- Loslassen: Lerne, deine Aufgaben zu priorisieren und abzugeben.
- Atemübungen: Beruhige dein Nervensystem mit gezielten Atemübungen.
- Unterstützung suchen: Suche dir professionelle Hilfe, wenn du unter einem Burnout leidest.
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