Die deutsche Boxsportwelt trauert um Manfred Wolke, der am 29. Mai im Alter von 81 Jahren in Frankfurt/Oder nach langer, schwerer Krankheit verstarb. Wolke, der unter anderem Henry Maske und Axel Schulz trainierte, litt seit Jahren an Demenz. Sein Tod markiert das Ende einer Ära, in der er das deutsche Boxen maßgeblich prägte. Dieser Artikel würdigt Wolkes Lebenswerk und beleuchtet gleichzeitig die Demenzforschung, vor dem Hintergrund seiner eigenen Erkrankung.
Ein Leben im Zeichen des Boxens
Manfred Wolke wurde am 14. Januar 1943 in Potsdam-Babelsberg geboren. Seine Leidenschaft für den Boxsport begann in seiner Jugend. Er war selbst ein erfolgreicher Boxer und gewann 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko-Stadt die Goldmedaille im Weltergewicht. Nach seiner aktiven Karriere wechselte er als Trainer zum ASK Vorwärts Frankfurt/Oder, wo er zahlreiche Talente förderte.
Erfolge als Trainer
Wolkes Erfolge als Trainer sind bemerkenswert. Er formte aus dem jungen Amateur Henry Maske einen Olympiasieger (1988) und Weltmeister (1989). Mit Maske und Axel Schulz wechselte er nach der Wende ins Profilager und feierte dort weitere Erfolge. Zehnmal verteidigte Maske seinen WM-Titel im Halbschwergewicht, und die Kämpfe des Duos lockten bis zu 18 Millionen Zuschauer vor die Fernseher.
Ulli Wegner, eine Trainerikone, betonte, dass Manfred Wolke das deutsche Profiboxen wieder nach oben gebracht habe. Maske selbst sagte über Wolke: "Er konnte seinen Boxern mit viel Sachverstand glaubhaft machen, was sie zu tun haben und was nicht."
Ecken und Kanten
Wolke war jedoch nicht nur für seine Erfolge, sondern auch für seine Ecken und Kanten bekannt. Zu DDR-Zeiten wurde er zeitweise in den Jugendbereich zwangsversetzt. Als Wilfried Sauerland 2009 die Zusammenarbeit mit Wolkes Außenstelle in Frankfurt/Oder beendete, kündigte Wolke einen Alleingang an. Trotz dieser Schwierigkeiten blieb er dem Boxsport treu.
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Manfred Wolke und die Demenz
In seinen letzten Jahren litt Manfred Wolke an Demenz. Diese Krankheit schirmte ihn zunehmend von der Öffentlichkeit ab. Henry Maske besuchte seinen ehemaligen Trainer noch am 24. Januar und beschrieb ihn zu diesem Zeitpunkt als körperlich in guter Verfassung, jedoch beeinträchtigt durch die Demenz. Maske sagte gegenüber der Bild-Zeitung: "Nur diese Demenz… Jetzt ist er gegangen und auch erlöst."
Bedeutung der Demenzforschung
Die Demenzerkrankung von Manfred Wolke rückt die Bedeutung der Demenzforschung in den Fokus. Demenz ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Krankheiten, die mit einem Verlust der geistigen Fähigkeiten einhergehen. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen für Demenz sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch verschiedene Risikofaktoren, die das Auftreten der Krankheit begünstigen können, darunter:
- Alter: Das Risiko, an Demenz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter.
- Genetische Veranlagung: In einigen Fällen kann Demenz familiär gehäuft auftreten.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bluthochdruck, Diabetes und hohe Cholesterinwerte können das Risiko erhöhen.
- Ungesunder Lebensstil: Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und Bewegungsmangel können ebenfalls eine Rolle spielen.
Symptome
Die Symptome von Demenz können vielfältig sein und variieren je nach Art und Stadium der Erkrankung. Häufige Symptome sind:
- Gedächtnisprobleme: Schwierigkeiten, sich an neue Informationen zu erinnern oder sich an Ereignisse aus der Vergangenheit zu erinnern.
- Sprachstörungen: Probleme, die richtigen Worte zu finden oder Gespräche zu verstehen.
- Orientierungsschwierigkeiten: Schwierigkeiten, sich in vertrauter Umgebung zurechtzufinden.
- Veränderungen im Verhalten und der Persönlichkeit: Reizbarkeit, Aggressivität, Depressionen oder Angstzustände.
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose von Demenz erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus neurologischen Untersuchungen, neuropsychologischen Tests und bildgebenden Verfahren. Es gibt derzeit keine Heilung für Demenz, aber es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die dazu beitragen können, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Dazu gehören:
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- Medikamente: Es gibt Medikamente, die die Symptome der Alzheimer-Krankheit lindern können.
- Nicht-medikamentöse Therapien: Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie und Verhaltenstherapie können helfen, die kognitiven und körperlichen Fähigkeiten zu erhalten.
- Unterstützung für Angehörige: Die Betreuung von Menschen mit Demenz ist oft sehr belastend für die Angehörigen. Es gibt verschiedene Unterstützungsangebote, die ihnen helfen können, mit der Situation umzugehen.
Renate Stemmer: Forschung im Bereich Pflege und Demenz
Renate Stemmer ist eine Expertin im Bereich der Pflegewissenschaft und des Pflegemanagements. Sie hat zahlreiche Forschungsprojekte im Bereich der Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz durchgeführt. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Verbesserung der Versorgungsqualität und die Unterstützung von Angehörigen.
Projekte und Forschungsschwerpunkte
Renate Stemmer hat eine Vielzahl von Projekten im Bereich der Pflege und Demenz geleitet und begleitet. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören:
- Alltagspraktische und kognitive Kompetenzen: Aufrechterhaltung dieser Kompetenzen bei Personen mit Demenz durch kombinierte Aktivierung durch Angehörige und externe Personen.
- Organisationales Lernen: Verbesserung der Versorgungsqualität in stationären Altenhilfeeinrichtungen durch organisationales Lernen.
- Aufgabenverteilung: Optimierung der Arbeitsabläufe und Aufgabenverteilung zwischen den Berufsgruppen im Krankenhaus.
- Niedrigschwellige Betreuungsangebote: Evaluation von Beratungsangeboten für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz.
- Rationierte und unterlassene Pflege: Forschung im Kontext von Patienten-/Bewohnersicherheit.
Ausgewählte Publikationen
Renate Stemmer hat zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht. Einige ihrer Publikationen befassen sich mit folgenden Themen:
- Strategien zur Vermeidung von unterlassener Pflege: Internationale qualitative Studie.
- Interventionen zur Vermeidung oder Reduzierung von Rationierung oder unterlassener Pflege: Scoping Review.
- Organisationskultur, die Pflegekräfte und Bewohner in Pflegeheimen stärkt.
- COVID-19 und die Rolle der Pflegewissenschaft.
- Einzelaktivierung von Menschen mit Demenz im häuslichen Setting.
- Entwicklung eines wissenschaftlich basierten Qualitätsverständnisses für die Pflegequalität.
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