Der Name Matthias Prinz ist in Deutschland untrennbar mit dem Medienrecht verbunden. Als Anwalt hat er zahlreiche prominente Mandanten in aufsehenerregenden Prozessen gegen die Yellowpress vertreten, oft ging es um den Schutz der Persönlichkeitsrechte. Doch wer ist dieser Mann, der die deutsche Medienlandschaft so nachhaltig geprägt hat? Und welche Rolle spielt das Immunsystem bei neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, einer Erkrankung, die Prinz selbst erlitten hat?
Matthias Prinz: Vom Juristen zum Medienanwalt
Matthias Prinz' Werdegang ist beeindruckend. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg erwarb er einen Master-Titel an der Harvard Law School. Seit 1984 ist er als Anwalt in New York zugelassen, ein Jahr später folgte die Promotion und die Zulassung als Rechtsanwalt in Hamburg, wo er gemeinsam mit Sabine Neidhardt seine Kanzlei gründete.
Prägende Einflüsse
Besonders wichtig für seine Entwicklung war die Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Hein Kötz, einem Experten für Rechtsvergleichung und internationales Zivilrecht. In dieser Zeit beschäftigte sich Prinz bereits mit der ökonomischen Analyse des Rechts. In Harvard lernte er die amerikanische Herangehensweise an juristische Probleme durch Case Law kennen, die sich von der deutschen Fixierung auf den Wortlaut des Gesetzes unterscheidet.
Spezialisierung auf Medienrecht
Obwohl er ursprünglich nicht geplant hatte, sich auf Medienrecht zu spezialisieren, führte ihn der Zufall zu diesem Gebiet. Ein Schlüsselerlebnis war die Beratung des ehemaligen Krebsarztes Julius Hackethal, der wegen Tötung auf Verlangen vor Gericht stand. Durch diese Arbeit kam Prinz mit dem Medienrecht in Berührung.
Anwalt der Betroffenen
Heute vertritt Matthias Prinz ausschließlich die Betroffenen im Presserecht. Er hat für seine Mandanten Schadensersatzbeträge wegen Persönlichkeitsrechtsverletzungen erstritten, die ohne Beispiel waren. Prinz und seine Kanzlei sehen sich als "Repeat Player" im Dienst der eigentlich schwächeren Seite, um die Machtungleichheit zwischen "One Shooter"-Medienopfern und den hochqualifizierten Rechtsabteilungen der Medienkonzerne auszugleichen.
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Die Gratwanderung zwischen Pressefreiheit und Persönlichkeitsschutz
Prinz betont, dass er kein Feind der Pressefreiheit sei, sondern lediglich gegen schlechten Journalismus vorgehe. Er hat Gegendarstellungen und Widerrufe auf der Titelseite durchgesetzt, um gegen erfundene Geschichten vorzugehen. Gleichzeitig räumt er ein, dass es bei der wahren Berichterstattung, die möglicherweise die Privatsphäre verletzt, eine Abwägung geben muss, die auch für prominente Leute gilt.
Das Caroline-Urteil
Besondere Bedeutung erlangte Prinz durch den Fall der Prinzessin Caroline von Monaco. Er erstritt vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein Urteil, das die Privatsphäre von Prominenten und insbesondere deren Kindern stärkte. Seitdem müssen Medien bei Prominenten stärker zwischen "öffentlichem Interesse" und "Privatsphäre" abwägen.
Der Herzstillstand und seine Folgen
Im Oktober 2014 erlitt Matthias Prinz beim Joggen an der Alster einen Herzstillstand und war für zehn Minuten klinisch tot. Nur dem schnellen Handeln einer zufällig vorbeikommenden Stewardess ist es zu verdanken, dass er überlebte. Seitdem sitzt er im Rollstuhl, hofft aber, bald wieder gehen zu können.
Ein veränderter Blickwinkel
Der Herzstillstand hat Prinz' Blick auf das Leben verändert. Er verbringt nun mehr Zeit mit seiner Familie und hat gelernt, dass es wichtigere Dinge gibt als das "Rattenrennen von Gerichtssaal zu Gerichtssaal".
Der Kampf zurück ins Leben
Mit großer Hartnäckigkeit arbeitet Prinz an seiner Rehabilitation. Er absolviert täglich drei Stunden Physiotherapie und geht schwimmen. Er ist fest entschlossen, wieder laufen zu können.
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Immunprozesse bei ZNS-Erkrankungen: Der Schlaganfall im Fokus
In den letzten Jahren hat sich das Verständnis von pathologischen Prozessen im Zentralnervensystem (ZNS) grundlegend verändert. Immunprozesse spielen nicht nur bei klassischen entzündlichen Erkrankungen wie Multipler Sklerose eine wichtige Rolle, sondern auch bei ZNS-Erkrankungen, die primär nicht als entzündlich gelten, wie beispielsweise dem Schlaganfall.
Die Rolle des Immunsystems beim Schlaganfall
Nach neueren Erkenntnissen werden ZNS-Erkrankungen mit einer prädominant adaptiven Immunkomponente von solchen unterschieden, die eine primäre Beteiligung des angeborenen Immunsystems aufweisen. Ziel der Forschung ist es, die Bedeutung der Beteiligung des Immunsystems sowohl für Schädigung als auch für Reparationsvorgänge bei neurovaskulären Prozessen wie dem Schlaganfall aufzuklären.
Mikroglia-Zellen: Die "Fresszellen" des Gehirns
Matthias Prinz hat entdeckt, dass Mikroglia-Zellen, die "Fresszellen" des Gehirns, nicht ausschließlich perinatal dorthin einwandern. Er belegte, dass bei Hirnerkrankungen wie Schlaganfall und Demenz vermehrt Mikroglia-Zellen aus dem Blut in geschädigte Regionen einwandern und sich dort an Gewebeveränderungen beteiligen.
Therapieansätze für die Zukunft
Die Erforschung der zugrundeliegenden molekularen Vorgänge ist entscheidend, um gezielt neue Therapieansätze für ZNS-Erkrankungen wie den Schlaganfall entwickeln zu können.
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