Hirntumore, insbesondere Meningeome, stellen eine komplexe Herausforderung dar, die ein tiefes Verständnis verschiedener medizinischer Fachbereiche erfordert. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Meningeome, von den diagnostischen Verfahren bis hin zu den modernsten Behandlungsmethoden, und beleuchtet die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten.
Einführung in Hirntumore und Meningeome
Hirntumore sind insgesamt selten, können aber in jedem Lebensalter auftreten. Im Jahr 2020 erkrankten in Deutschland rund 7.330 Menschen an einem bösartigen Hirntumor. Es gibt gutartige und bösartige Hirntumore. Gutartige Tumore, wie Meningeome, gehen von den Hirn- und Rückenmarkshäuten aus und wachsen meist langsam. Bösartige Hirntumore hingegen können aggressiv wachsen und streuen. Die Ursachen für die Entstehung von Hirntumoren sind bis heute nicht vollständig geklärt.
Diagnostik von Meningeomen
Wenn der Verdacht auf einen Hirntumor besteht, ist eine umfassende Diagnostik unerlässlich. Nach einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung kommen bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz. Diese ermöglichen es, die Lage, Größe und Ausdehnung des Tumors präzise zu beurteilen. In manchen Fällen ist eine Gewebebiopsie erforderlich, um den genauen Zelltyp des Tumors zu bestimmen und die weitere Behandlung zu planen.
Interdisziplinäre Therapieansätze
Die Behandlung von Meningeomen erfordert in der Regel einen interdisziplinären Ansatz, bei dem verschiedene Fachrichtungen eng zusammenarbeiten. Zu den beteiligten Disziplinen gehören:
- Neurochirurgie: Die operative Entfernung des Tumors ist oft die erste Maßnahme, um den Krebs größtmöglich zu entfernen und danach zu untersuchen. Moderne anatomisch einordnende Techniken, Navigationstechniken, Ultraschall und Fluoreszenzmikroskope werden genutzt, um die Tumorresektion so sauber und schonend wie möglich zu gestalten.
- Radioonkologie: Die Strahlentherapie kommt zum Einsatz, wenn der Tumor nicht vollständig operativ entfernt werden kann oder wenn es sich um einen aggressiven Tumor handelt. Die Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie bietet eine Telefon-Hotline für Fragen zur strahlentherapeutischen Behandlung ihrer Tumorpatientinnen und -patienten an.
- Neurologie: Die Neurologie ist für die neurologisch-intensivmedizinische Versorgung zuständig.
- Onkologie: Die Onkologie spielt eine wichtige Rolle bei der systemischen Therapie von Hirntumoren, insbesondere bei bösartigen Tumoren. In Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern der Klinik kann auch eine erweiterte molekulargenetische Untersuchung vorgenommen werden.
- Intensivmedizin: Die Intensivmedizin ist für die intensivmedizinische Versorgung von Patienten nach neurochirurgischen Eingriffen zuständig.
Die enge Zusammenarbeit dieser Fachrichtungen in interdisziplinären Tumorboards ermöglicht es, für jeden Patienten ein individuelles Therapiekonzept zu erstellen, das auf seine spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten ist.
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Moderne Strahlentherapietechniken
Die Strahlentherapie hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Moderne Techniken wie die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) und die volumetrische modulierte Arc-Therapie (VMAT) ermöglichen es, den Tumor hochpräzise zu bestrahlen und gleichzeitig das umliegende gesunde Gewebe zu schonen.
Ein Beispiel für eine innovative Strahlentherapietechnik ist das ZAP-X, ein medizinisches Robotersystem, das mit hochdosierten Röntgenstrahlen Hirntumore bekämpft. Das ZAP-X gibt es nur zwei Mal in Deutschland und zerstört in 30 Minuten krankes Gewebe - und schont das gesunde Umfeld. Es arbeitet ohne Messer und Skalpell. Die hochenergetische Strahlung hat die Kraft, Tumorgewebe zu zerstören, das gesunde Gewebe im Umfeld wird geschont. Die Behandlung dauert zwischen einer halben und einer Stunde. Die Patienten sind während der gesamten Zeit bei Bewusstsein, sie spüren nichts von der Bestrahlung. Die Nebenwirkungen sind gering.
Die Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie ist mit drei modernen Linearbeschleunigern ausgestattet, die mit EPID zur elektronischen Feldkontrolle und Cone Beam CT für die image guided radiotherapy (IGRT) ausgestattet sind. Dies ermöglicht eine hochkonformale 3D-gestützte Bestrahlung mit Photonen/Elektronen mit Multi-Leaf-Collimatoren.
Neurochirurgische Intensivstation
Die neurochirurgische Intensivstation ist eine wichtige Komponente bei der Versorgung von Patienten mit Hirntumoren. Hier werden Patient:innen rund um die Uhr nach größeren neurochirurgischen Eingriffen, sowie Verletzungen des Kopfes versorgt. Die intensivmedizinische Behandlung erfolgt entsprechend den aktuellen klinisch-wissenschaftlichen Behandlungsstandards unter Berücksichtigung der individuellen Besonderheiten der Patient:innen und in enger Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen der mitbehandelnden Fachgebiete.
Bedeutung der Forschung
Um die Behandlung von Hirntumoren weiter zu verbessern, ist intensive Forschung unerlässlich. Klinische Studien spielen eine wichtige Rolle, um neue Therapieansätze zu entwickeln und die Wirksamkeit bestehender Behandlungen zu optimieren. Das Zentrum für Neuroonkologie verpflichtet sich zur State of the Art Versorgung neuroonkologischer Patienten. Wir tun dies im Bereich der Diagnosenstellung, der Operation und der nicht-operativen Therapie.
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Spezialisierte Intensivstationen
Die Versorgung von Patient:innen nach herz- und gefäßchirurgischen Eingriffen erfolgt auf der herz- und gefäßchirurgischen Intensivstation. Auf der kardiologischen Intensivstation wird die Maximalversorgung sämtlicher Patient:innen mit dem Schwerpunkt kardiovaskulärer Notfälle durchgeführt. Schwerpunkte dieser Intensivstation liegen in der Versorgung von komplexen Patient:innen mit operativer wie auch interventioneller Behandlung von Einengungen der Halsschlagader, der Aussackungen der Bauchschlagader (Aneurysmen), der arteriellen Verschlusskrankheit der Becken- und Beinarterien (pAVK), mit koronarer Herzerkrankung (KHK-Versorgung mit PCI, ACVB-/ACB-Operation, Hybrid-Verfahren), mit Herzklappenfehlern (TAVI, Mitraclip, minimal-invasive Operation u.a.), mit Herzmuskelerkrankungen, mit Herzrhythmusstörungen, mit schwerer Herzinsuffizienz (inklusive mechanischen Ersatzsystemen; VAD), mit Herz- oder Lungentransplantation sowie in der Behandlung der jeweiligen Begleiterkrankungen.
Gutartige Hirntumore und ihre Behandlung
Gutartige Hirntumore wie Akustikusneurinome, Meningeome und Hypophysenadenome können ebenfalls erhebliche Beschwerden verursachen. Die Behandlung hängt von der Größe, Lage und dem Wachstum des Tumors ab. In vielen Fällen ist eine Operation möglich, um den Tumor vollständig zu entfernen. Alternativ können Strahlentherapie oder Radiochirurgie eingesetzt werden, um das Wachstum des Tumors zu kontrollieren.
Anwendungsbereiche der Strahlentherapie
Die Strahlentherapie wird nicht nur bei Hirntumoren eingesetzt, sondern auch bei anderen Erkrankungen wie:
- Degenerativ-entzündliche Skeletterkrankungen (wenn andere Therapieoptionen ausgeschöpft sind bzw. erfolglos waren)
- Pericondylopathia humeroscapularis und Schultergelenksarthrose
- Epicondylopathia humeri
- Gonarthrose
- Sonstige arthrotische Gelenkveränderungen, v.a.
- Wirbelkörperhämangiome
- Prophylaxe heterotoper Ossifikationen vor oder nach Totalendoprothese
- Induratio penis plastica
- Dupuytren´sche Kontraktur
Tumorboards
Regelmäßige Tumorboards sind ein wesentlicher Bestandteil der interdisziplinären Zusammenarbeit bei der Behandlung von Krebserkrankungen. In diesen Konferenzen diskutieren Expert:innen verschiedener Fachrichtungen gemeinsam die individuellen Fälle von Patient:innen und legen die optimale Behandlungsstrategie fest. Die Klinik bietet verschiedene Tumorboards an:
- allgemeines Tumorboard
- Leber oder SIRT board
- Kopf-Hals-Tumorboard
- Muskuloskeletales Tumorboard
- Brustzentrum, gynäkolog. Tumoren
- Gastrointest. Tumorboard
- Neuroonkolog. Tumorboard
- Pädiatrisches Tumorboard
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