Stereotaktische Bestrahlung von Meningeomen: Erfolg, Verfahren und Ergebnisse

Meningeome, meist gutartige und langsam wachsende Tumore der Hirnhäute, stellen etwa 15 % der Tumore des Schädelinneren dar und treten bevorzugt zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr auf, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Die Behandlung von Meningeomen hängt von ihrer Größe, Lage und den verursachten Symptomen ab. Während kleine, asymptomatische Meningeome oft nur kontrolliert werden, müssen große, symptomatische Tumoren, die Lähmungen oder Epilepsie auslösen, meist operiert werden. Wenn eine vollständige Entfernung von Knochen und Hirnhaut nicht möglich ist, wachsen Meningeome in fast 50 % der Fälle nach. Die stereotaktische Bestrahlung hat sich als vielversprechende Behandlungsoption etabliert, insbesondere bei Meningeomen der Schädelbasis und Rezidivtumoren.

Stereotaktische Bestrahlung: Eine präzise Behandlungsoption

Die stereotaktische Bestrahlungstechnik hat in den letzten Jahren beeindruckende Fortschritte erzielt. Durch verbesserte Bildgebung und -verarbeitung können spezialisierte Zentren Behandlungsergebnisse erzielen, die hinsichtlich Langzeitkontrolle und Komplikationsrisiko vielversprechend sind. Diese Technik ermöglicht eine hochpräzise Bestrahlung des Tumors, wodurch das umliegende gesunde Gewebe geschont wird. Die Entscheidung, ob eine Einzeitbestrahlung oder eine fraktionierte Therapie durchgeführt wird und ob eine vorherige Tumorresektion angestrebt wird, hängt von der Art, Größe und Lage des Tumors ab.

Kleine, asymptomatische Meningeome der Schädelbasis, deren Wachstum durch MRT-Aufnahmen dokumentiert ist, können ohne vorherige Operation mit dem Gamma Knife erfolgreich behandelt werden. Auch Rezidivtumore oder Tumorreste nach einer Operation können mit dieser radiochirurgischen Methode ohne erneute Schädeleröffnung therapiert werden.

Der Ablauf einer stereotaktischen Bestrahlung

Die stereotaktische Bestrahlung erfordert eine präzise Planung und Durchführung. Zunächst wird ein dreidimensionaler, computergestützter Bestrahlungsplan erstellt. Dieser Plan ermöglicht es, den Tumor aus verschiedenen Richtungen zu bestrahlen. Die Behandlung erfolgt in der Regel ambulant, wobei die Patienten ihren normalen Alltagstätigkeiten nachgehen können. Die einzelnen Sitzungen dauern zwischen 30 Minuten und 1,5 Stunden. In der Regel sind nur ein bis fünf Bestrahlungen notwendig, da mit präzisen und hohen Dosen gearbeitet wird.

Anwendungsbereiche der stereotaktischen Bestrahlung

Die stereotaktische Bestrahlung ist nicht nur auf Meningeome beschränkt. Sie wird auch bei anderen Tumoren und Metastasen eingesetzt, insbesondere im Gehirn. Bei Metastasen im Bereich des Gehirns erzielt man mit Hilfe der Stereotaxie sehr gute Resultate bei ebenfalls sehr guter Verträglichkeit. Auch Metastasen in Lunge und Leber oder den Knochen lassen sich gut mit Hilfe der Radiochirurgie behandeln. Bei einer Oligo-Metastisierung, bei der ein Tumor nur einzelne Metastasen im Körper abgesetzt hat, bietet die Präzisionsbestrahlung eine Chance auf Heilung.

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Mögliche Nebenwirkungen und Begleitmaßnahmen

Wie bei jeder medizinischen Behandlung können auch bei der stereotaktischen Bestrahlung Nebenwirkungen auftreten. Einige Patienten berichten von Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Andere bemerken kaum etwas. Es kommt auch darauf an, wer wieviel und über welchen Zeitraum Kortison bekommt. Ebenso spielen u. a. Vorerkrankungen eine Rolle.

Einige Patienten, die eine stereotaktische Bestrahlung erhalten, nehmen Kortison ein, um den Druck im Kopf zu reduzieren. Kortison kann jedoch auch Nebenwirkungen verursachen. Es ist wichtig, die möglichen Nebenwirkungen des Medikaments mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.

Um die Verträglichkeit der Strahlentherapie zu verbessern, können begleitende Maßnahmen wie Fasten vor der Behandlung in Betracht gezogen werden. Studien deuten darauf hin, dass Fasten die Nebenwirkungen der Chemotherapie reduzieren und die Wirkung der Behandlung verstärken kann. Auch die Einnahme von Cannabisöl während der Bestrahlung könnte positive Effekte haben, wie eine Studie an Mäusen gezeigt hat.

Ergebnisse und Erfolgsraten

Die stereotaktische Bestrahlung hat sich als wirksame Methode zur Behandlung von Meningeomen und anderen Tumoren erwiesen. Im Rahmen der lokalen Tumorkontrolle werden Erfolgsraten von 80 bis 90 Prozent erreicht. Die Ergebnisse der Stereotaxie ähneln damit den Erfolgen der chirurgischen Entfernung von Metastasen. Ob der Krebs zurückkommt, ist abhängig von der jeweiligen Risikogruppe. Aber die Zahl der Patienten steigt, die lange und sogar für immer Ruhe haben. Beim Wiederauftreten (Rezidiv) einzelner Metastasen kann manchmal erneut eine stereotaktische Bestrahlung durchgeführt werden.

Stereotaktische Bestrahlung vs. Ganzhirnbestrahlung

Eine stereotaktische Bestrahlung kann verhindern, dass es nach der Entfernung von Hirnmetastasen frühzeitig zum erneuten Krebswachstum kommt. Die Behandlung vermeidet weitgehend Komplikationen wie beispielsweise kognitive Einschränkungen, die mit einer kompletten Hirnbestrahlung einhergehen können. In einer Studie wurde festgestellt, dass Patienten, die stereotaktisch bestrahlt wurden, weniger häufig unter kognitiven Einschränkungen litten als Patienten, die eine Ganzhirnbestrahlung erhielten. Die Lebensqualität bleibt damit erhalten und viele Patienten können wieder am Alltagsleben teilnehmen.

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