Meningitis bei Kindern im Alter von 11 Jahren: Typen, Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Meningitis, auch Hirnhautentzündung genannt, ist eine Entzündung der Hirnhäute, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben. Sie wird meist durch Viren verursacht, seltener durch Bakterien, die jedoch gefährlicher sein können. Typische Symptome sind starke Kopfschmerzen, Fieber und Nackensteife. Die bakterielle Form verläuft rasant und erfordert eine sofortige Behandlung. Impfungen bieten wirksamen Schutz, besonders für Risikogruppen.

Was ist Meningitis?

Bei einer Meningitis sind die das Gehirn umgebenden Häute durch eine Infektion oder eine andere Erkrankung entzündet. Man unterscheidet nach dem verursachenden Erreger die bakterielle und die virale Meningitis. Im Gegensatz zum Gehirn sind die schützenden Hirnhäute schmerzempfindlich, was bei einer Meningitis zu starken Kopfschmerzen führen kann. Betroffen sind oft Kleinkinder und Jugendliche, aber auch Menschen über 60 Jahre. Bei frühzeitiger Diagnose und gezielter ärztlicher Behandlung ist eine vollständige Genesung wahrscheinlich. Es sind aber auch lebensbedrohliche Krankheitsverläufe oder bleibende Folgeschäden möglich. Wenn die Erreger die Blut-Hirn-Schranke überwinden, kann sich zusätzlich eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) entwickeln.

Meningitis - Ursachen

Hinter einer Hirnhautentzündung steckt in den meisten Fällen eine virale Infektion. Aber auch Bakterien, wie Meningokokken, Pneumokokken oder Haemophilus influenzae Typ B, gelten als Auslöser. Ebenso können andere Ursachen für die Meningitis verantwortlich sein, die jeweils ganz unterschiedliche Therapien erfordern. Eine sofortige und gründliche Untersuchung durch den Arzt ist unumgänglich.

Ursachen einer Hirnhautentzündung sind zum Beispiel:

  • Bei viraler Meningitis eine Infektion durch das FSME-Virus, Herpes-Simplex-Virus, Windpocken-Virus, Epstein-Barr-Virus, Mumps-Virus oder Coxsackie-Virus (der Erreger der Hand-Fuß-Mund-Krankheit) und viele weitere Viren.
  • Eine bakterielle Infektion durch Meningokokken, Pneumokokken, Staphylokokken, Enterobakterien, Haemophilus influenzae Typ B, Listeria monocytogenes, B-Streptokokken oder Tuberkulose und Neuroborreliose.
  • Seltener eine Pilzinfektion.
  • Ein Parasitenbefall mit Bandwürmern.
  • Eine Toxoplasmose.
  • Eine Krebserkrankung.
  • Eine entzündliche Erkrankung wie Sarkoidose, Lupus erythematodes oder Morbus Behçet.

Meningitis - Symptome

Eine Hirnhautentzündung zeigt sich meistens durch grippeartige Beschwerden. Die Betroffenen haben Fieber und leiden unter Kopf- und Gliederschmerzen. Auch Übelkeit und Erbrechen können sich einstellen. Auffällig und typisch ist eine schmerzhafte Nackensteifigkeit sowie ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Dazu kommt eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen. Die Symptome können aber auch bis zu Ohnmacht, epileptischen Anfällen, Bewusstseinsstörungen sowie Sprech- und Bewegungsstörungen reichen. Sie zeigen sich je nach Erkrankungsursache etwas unterschiedlich:

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Zusätzliche Symptome einer bakteriellen Meningitis:

  • Rasante Symptomverschlimmerung innerhalb von Stunden
  • Nackensteifigkeit mit starken Bewegungsschmerzen
  • Hohes Fieber
  • Neurologische Ausfälle, Störungen des zentralen Nervensystems
  • Kleine rote oder bräunliche Hautveränderungen durch Einblutungen
  • Einblutungen auch an den inneren Organen (Waterhouse-Friderichsen-Syndrom)
  • Blutdruckabfall
  • Schock und Koma

Abweichende Symptome einer viralen Meningitis:

  • Mildere Symptome
  • Langsame Krankheitsentwicklung im Verlauf von mehreren Tagen
  • Häufig eine Besserung ohne Behandlung
  • Abklingen der Symptome innerhalb einer Woche, aber danach nur langsame Erholung
  • Schwere Verläufe meist nur bei Kleinkindern und Personen mit geschwächtem Immunsystem

Symptome einer Hirnhautentzündung bei Babys und Kleinkindern:

  • Starke Müdigkeit, Fieber und Teilnahmslosigkeit
  • Gereiztheit und schrilles Schreien
  • Trinkschwäche
  • Bauchschmerzen
  • Krampfanfälle
  • Manchmal leicht aufgewölbte Fontanelle (Knochenspalte auf dem Schädeldach der Babys)
  • Aber häufig keine Anzeichen der sonst typischen Nackensteifheit

Symptome bei tuberkulöser Meningitis und Meningitis bei Neuroborreliose (seltene Formen der Hirnhautentzündung):

  • Zunächst Fieber als einziges Krankheitssymptom
  • Vergleichsweise langsames Fortschreiten der Krankheit
  • Erst spätes Auftreten von Kopfschmerzen und Nackensteife

Meningitis - Verlauf

Die Ansteckung erfolgt auf unterschiedlichen Wegen. Bei der Virusinfektion wird der Erreger klassischerweise von Mensch zu Mensch über den Nasen-Rachen-Raum durch feine Tröpfchen in der Atemluft weitergegeben. FSME-Viren dagegen werden beim Zeckenbiss übertragen. Gleiches gilt für die Borreliose-Erreger. Andere krankheitsauslösende Bakterien, wie Meningokokken, können sowohl in Form einer Tröpfchen- als auch Schmierinfektion über die Hände übertragen werden und so eine Meningokokken-Meningitis auslösen. Speziell die bakterielle Meningitis entwickelt sich mit hoher Geschwindigkeit und nimmt sehr schnell bedrohliche Formen an. Auch wenn sich später bei der ärztlichen Untersuchung herausstellt, dass eine andere Art der Hirnhautentzündung vorliegt, sollten schnellstens der Arzt oder die Notaufnahme des Krankenhauses aufgesucht werden. Nur so lässt sich sicherstellen, dass genug Zeit für die erfolgreiche Behandlung bleibt. Eine virale Hirnhautentzündung heilt häufig innerhalb mehrerer Wochen von alleine. Kritisch können allerdings die ersten Tage sein. Die Prognose hängt immer vom jeweiligen Virus und vom Allgemeinzustand des Betroffenen ab.

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Eine bakterielle Hirnhautentzündung, wie die Meningokokken-Meningitis, wird meist auf der neurologischen Station eines Krankenhauses behandelt. Ein frühzeitiger Therapiebeginn wirkt sich positiv auf die Prognose für eine vollständige Genesung aus. Bleibende Schäden wie zum Beispiel Hörstörungen oder Lähmungen treten dadurch seltener auf. Viele Patienten brauchen auch nach Behandlung eine längere Erholungsphase, bis die ursprüngliche Leistungsfähigkeit wiederhergestellt ist.

Meningitis - Diagnose

Zuständiger Facharzt für die Diagnose und Behandlung einer Hirnhautentzündung ist neben dem praktischen Arzt der Neurologe. Der Mediziner fragt die Beschwerden ab und untersucht den Patienten auf typische Krankheitszeichen. So ist beispielsweise die schmerzhafte Nackensteifigkeit bei Erwachsenen (Meningismus), ein eindeutiger Hinweis auf eine Meningitis. Im Liegen hebt der Arzt den Kopf des Patienten leicht zur Brust hin. Als Reaktion auf den einsetzenden Schmerzreiz zieht der auffällig die Beine an. Die unwillkürliche Bewegung nennt sich Brudzinski-Zeichen. Vom sogenannten Lasègue-Zeichen spricht man, wenn der Patient beim Anheben des gestreckten Beines über einen einschießenden Schmerz klagt (auch bei Bandscheibenvorfall). Ein weiterer Hinweis ist das sogenannte Kernig-Zeichen. Hier gelingt es dem Patienten im Sitzen nicht mehr, das Bein auszustrecken, ohne dass es zu starken Schmerzen kommt. Zeigen sich auf der Haut des Patienten Einblutungen (Waterhouse-Friderichsen-Syndrom), so kann das für den Arzt ein Warnzeichen für eine akute bakterielle Meningitis sein.

Hat sich der Verdacht auf das Vorliegen einer Hirnhautentzündung bestätigt, nimmt der Arzt Blut ab, um es auf vorhandene Erreger, wie Meningokokken, zu untersuchen. Zusätzlich entnimmt er, wenn es möglich ist, etwas Nervenwasser (Liquor) aus dem Rückenmarkskanal. Auch in dieser Körperflüssigkeit sind die Erreger der Meningitis nachweisbar. Über bildgebende Verfahren wie Kernspintomografie oder Computertomografie können Krankheitszeichen am Gehirn oder Krankheitsursachen innerhalb des Schädels erkannt werden.

Meningitis - Therapie

Zu Beginn der Therapie wird meist ein Breitbandantibiotikum verabreicht. Erst wenn in der Laboruntersuchung bestimmte Bakterien, wie zum Beispiel Meningokokken oder Haemophilus influenzae Typ B, als Erreger identifiziert wurden, gibt der Arzt ein Antibiotikum, das sich speziell zur Bekämpfung der Erreger eignet. Zusätzlich werden entzündungshemmende Medikamente wie Glukokortikoide verordnet. Zeigt sich jedoch, dass die Hirnhautentzündung durch einen Virus verursacht wurde, kann die Antibiotikabehandlung abgebrochen werden. Stattdessen kommen Virostatika zum Einsatz. Ansonsten beschränkt sich die Therapie einer viralen Hirnhautentzündung weitgehend auf die Linderung der Meningitis-Symptome.

Aufgrund der Ansteckungsgefahr dieser beiden Formen der Meningitis, sollten Betroffene, wenn möglich, auf den Kontakt mit anderen verzichten. Im Krankenhaus werden Meningitis-Patienten meist in einem Einbettzimmer untergebracht.

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Medikamente zur Behandlung von Meningitis:

  • Antibiotika und Glukokortikoide bei einer bakteriellen Hirnhautentzündung, vorbeugende Impfungen besonders für Kleinkinder
  • Virostatika, fiebersenkende Medikamente und schmerzlindernde Mittel bei viraler Meningitis
  • Antimykotika bei einer Hirnhautentzündung, die durch Pilzbefall verursacht wurde
  • Anthelminthika bei einer Hirnhautentzündung, die durch Bandwürmer ausgelöst wurde
  • Gegen FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) wird allen Menschen, die häufig in der Natur unterwegs sind, eine vorbeugende Impfung gegen die von Zecken übertragene Krankheit empfohlen

Steckt eine andere Krankheit hinter der Hirnhautentzündung, wie zum Beispiel Sarkoidose oder Krebs, so wird gezielt diese Grunderkrankung behandelt.

Meningitis bei Kleinkindern und Säuglingen

Häufig zeigen sich bei Säuglingen und kleinen Kindern nur sehr unspezifische Symptome. Gerade in frühen Stadien der Erkrankung lässt sich eine Meningitis oft nicht sofort diagnostizieren. Zu den ersten Anzeichen zählen Fieber, Trinkschwäche und eine auffällige Müdigkeit. Die Kinder sind zudem sehr reizbar und teilnahmslos. Ebenso können Bauchschmerzen, Krampfanfälle und extremes Schreien auftreten. Manchmal ist auch die Fontanelle vorgewölbt. Anders als bei Erwachsenen tritt die sonst charakteristische Nackensteifheit bei Babys und Kleinkindern nur in seltenen Fällen auf. Eltern sollten bereits bei einem vagen Krankheitsverdacht umgehend mit dem Kind zum Arzt, denn eine Meningitis kann gefährlich werden.

Da das Immunsystem von Säuglingen und Kleinkindern noch nicht vollständig entwickelt ist, werden Impfungen zur Vorbeugung gegen die Erreger einer Hirnhautentzündung vorgenommen:

  • Impfung gegen Meningokokken-Meningitis im 2. Lebensjahr
  • Drei Impfungen gegen Pneumokokken ab dem 2., dem 4. und 11. Lebensmonat
  • Vier Impfungen gegen Haemophilus influenzae vom Typ B ab dem 2., 3., 4. und 11. Lebensmonat
  • Mumps-Impfung
  • Masern-Impfung
  • Röteln-Impfung

Homöopathie bei Meningitis

Wie viele andere Behandlungsmethoden stößt auch die Homöopathie unter bestimmten Umständen an ihre Grenzen. Dies trifft zum Beispiel bei einer potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung wie der Hirnhautentzündung zu. Die Homöopathie findet hier ihre Aufgabe eher in der begleitenden Unterstützung des Heilungsprozesses. Am besten lässt man sich dazu in einer homöopathischen Praxis beraten. Diese Mittel werden bei einer Hirnhautentzündung zur Linderung der Beschwerden häufig empfohlen (Auswahl):

  • Apis mellifica
  • Cicuta virosa

Akupunktur bei Meningitis

Schmerzen entstehen aus Sicht der chinesischen Medizin häufig unter anderem durch Blockaden der sogenannten Energieleitbahnen. Daher ist eines der Behandlungsziele in der Akupunktur deren Auflösung. So können beispielsweise Patienten, die bei einer Meningitis an sekundären Kopfschmerzen leiden, von einer Akupunkturbehandlung profitieren. Sie ist oft hilfreich als begleitende Therapie während der konventionellen schulmedizinischen Meningitis-Behandlung.

Meningitis - ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So wird beispielsweise eine „Bakterielle Meningitis“ unter dem ICD-Code G00 erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieses Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Meningokokken-Infektion

Eine Meningokokken-Infektion kann zu einem schweren Krankheitsverlauf führen, der in vielen Fällen mit einer Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung (Sepsis) einhergeht.

  • Meningokokken: Mensch-zu-Mensch-Übertragung möglich
  • Jugendliche am häufigsten betroffen
  • Neue STIKO-Empfehlung: Impfung für 12- bis 14-Jährige

Eine Meningokokken-Infektion ist tückisch, da sie rasch zum Ausbruch kommen kann und wenig Zeit für Diagnose und Behandlung bleibt. Die Erkrankung kann tödlich verlaufen oder zu schweren Komplikationen wie dem Verlust von Gliedmaßen führen. Meningokokken-Erkrankungen treten weltweit auf - auch in Deutschland. Aus diesem Grund ist vor allem für Kinder und Jugendliche eine Impfung gegen die hierzulande vorhandenen Meningokokken-Typen sinnvoll.

Was sind Meningokokken?

Meningokokken sind bakterielle Erreger (Neisseria meningitidis), die über Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raums in die Blutbahn und die Hirn- und Rückenmarkshäute (Meningen) des Menschen gelangen. In diesem Fall können Meningokokken eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen - beides sind schwere, lebensbedrohliche Erkrankungen. Fachleute unterscheiden zwischen zwölf unterschiedlichen Erregerstämmen der Meningokokken, sogenannten Serogruppen. Zu der Gruppe der Bakterien, die zu einer Erkrankung führen, zählen vor allem die Serogruppen A, B, C, W, X und Y.

Wie verläuft die Ansteckung?

Meningokokken werden von Mensch zu Mensch übertragen, und zwar durch Kontakt mit dem Sekret des Nasen-Rachen-Raums von Erkrankten. Außerhalb des Körpers sterben die Meningokokken-Erreger schnell ab. Fachleute gehen davon aus, dass sich das Bakterium bei etwa 10 Prozent der infizierten Personen in Nasen-Rachen-Schleimhäuten ansiedelt, ohne dass es zu Symptomen kommt. Bricht eine Epidemie aus, kann die Rate an Keimtragenden mit und ohne Symptome auf 90 Prozent ansteigen.

Menschen mit einer Meningokokken-Infektion sind bis zu sieben Tage vor Beginn der Symptome ansteckend und bis zu 24 Stunden nach einer erfolgreichen Behandlung. Erfolgt die Therapie mit bestimmten Antibiotika (Drittgenerations-Cephalosporine), werden die Erreger im Nasen-Rachen-Raum in der Regel vollständig abgetötet.

Symptome von Meningokokken

Nach der Infektion dauert es in der Regel drei bis vier Tage, bis sich Symptome zeigen. Diese sogenannte Inkubationszeit kann auch kürzer oder länger sein (zwischen zwei und zehn Tagen). Symptome können plötzlich (innerhalb von Stunden) auftreten und sich rasch verschlechtern; dann ist eine schnelle Einweisung ins Krankenhaus notwendig. In vielen Fällen führt die Erkrankung zu einem schweren Verlauf, bei dem die Meningokokken-Bakterien in die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit oder das Blut übergehen. Dort können sie unter anderem zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) und einer Blutvergiftung (Sepsis) führen. Beide Erkrankungen können einzeln auftreten, aber auch gemeinsam. Sowohl die Meningitis als auch die Sepsis sind schwere, teils lebensbedrohliche Erkrankungen.

Erste Symptome einer Meningokokken-Infektion:

  • Starkes grippeartiges Krankheitsgefühl
  • Schüttelfrost und Fieber
  • Kopf-, Muskel- und/oder Gelenkschmerzen
  • Schwindel

Schwerer Verlauf bei Meningokokken:

  • Roter/violetter, punktförmiger oder flächiger Ausschlag auf Haut und/oder Schleimhaut (vor allem bei einer Blutvergiftung)
  • Nackensteifigkeit mit Übelkeit und Erbrechen (typisches Zeichen für eine Hirnhautentzündung)
  • Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Benommenheit oder Verwirrtheit (Bewusstseinsstörungen)
  • Krampfanfälle, Koma oder Lähmungen (vor allem bei einer Hirnhautentzündung)
  • Kreislaufprobleme, Gerinnungsstörungen bis hin zum Organversagen und/oder Kreislaufschock (vor allem bei einer Blutvergiftung)

Bei Säuglingen und Kleinkindern kommen typische Symptome wie die Nackensteifigkeit nicht vor, andere Krankheitszeichen sind oft schwächer ausgeprägt.

Wann mit Meningokokken zum Arzt?

Liegt nur ein Verdacht vor, dass es sich um eine Meningokokken-Infektion handelt, ist eine sofortige Behandlung im Krankenhaus notwendig. Aufgrund der Übertragung von Mensch zu Mensch ist ebenso eine kurzzeitige Isolation erforderlich, bis die antibiotische Behandlung greift. Treten Symptome wie plötzliches Fieber, Schüttelfrost oder Kopfschmerzen auf, ist umgehender ärztlicher Rat gefragt.

Risikogebiete für Meningokokken

Meningokokken sind auf der ganzen Welt verbreitet, immer wieder kommt es zu Epidemien. Vor allem in tropischen Ländern in Asien und Afrika treten diese häufiger auf, meist verursacht durch die Serogruppen A, C, W und X. In Afrika ist vor allem der sogenannte Meningitis-Gürtel betroffen. Dieser befindet sich in Zentralafrika und erstreckt sich von Guinea bis nach Äthiopien südlich der Sahara. Durch die Impfung gegen den Meningokokken-A-Typ nehmen die Infektionen in Afrika seit 2010 ab, weshalb hier vor allem die Serogruppen C, W und X zu Epidemien führen. Hier waren lange Meningokokken-Erkrankungen mit der Serogruppe B zu beobachten. In den letzten Jahren kommen in den USA und Europa zunehmend Infektionen mit der Serogruppe Y vor und in Europa, Lateinamerika, Australien und Neuseeland mit der Serogruppe W.

In Deutschland sind mit etwa 60 Prozent vor allem Meningokokken B zu finden, seltener C, W und Y. Kinder unter zwei Jahren erkranken hierzulande am häufigsten. Am zweithäufigsten kommen Infektionen bei Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren vor, die meisten davon in den Wintermonaten.

Impfung gegen Meningokokken

Gegen die jeweiligen Erreger-Typen (Serogruppen A, C, B, W und Y) sind entsprechende Impfstoffe verfügbar (nur gegen C oder gegen A, C, W und Y sowie B). Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Meningokokken-Impfung für folgende Personengruppen und Situationen:

  • Impfung gegen Meningokokken B:
    • Seit Januar 2024 rät die STIKO zu einer Impfung gegen Meningokokken B für alle Kinder ab zwei Monaten. Die Impfung sollte spätestens bis zum fünften Geburtstag nachgeholt werden.
  • Impfung gegen Meningokokken A, C, W, Y und B bei erhöhtem Risiko
  • Neue STIKO-Empfehlung: Kombi-Dosis für Kinder zwischen 12 und 14 Jahren
  • Personen mit einer Immunschwäche
  • Bei regional gehäuften Ausbrüchen der Erkrankung
  • Bei Kontakt zu Erkrankten
  • Menschen, die in einem Labor arbeiten, in dem sie mit dem Erreger in Kontakt kommen können
  • Für Reisende in Risikogebieten, insbesondere bei Rucksack- und Individualreisen, längeren Aufenthalten und/oder engem Kontakt zu Einheimischen wie Katastrophenhelferinnen und -helfern oder medizinischem Personal. Hier sind Hinweise zu aktuellen Impfnachweisen des jeweiligen Landes zu prüfen, zum Beispiel beim Auswärtigen Amt
  • Pilgerreisen nach Mekka (Hadj, Omrah)
  • Für Langzeit-Auslandsaufenthalte: Insbesondere bei jungen Personen ist oft eine Impfung notwendig, da manche Universitäten und Schulen beispielsweise in den USA, Kanada, Australien, teilweise auch in Europa dies im Rahmen von Austauschprogrammen voraussetzen.

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