Metastasen-Nachweis im Rückenmark: Diagnostik und Behandlungsansätze

Knochenmetastasen, auch Skelettmetastasen genannt, sind Absiedlungen von Tumoren in die Knochen und dürfen nicht mit primärem Knochenkrebs verwechselt werden, der im Knochen selbst entsteht. Da sich Krebszellen über Blut- oder Lymphbahnen ausbreiten, sind gut durchblutete Körperregionen besonders anfällig für Metastasen. Das Zentrum für Metastasen- und Tumorrezidivchirurgie hat sich auf die interdisziplinäre Behandlung von Knochenmetastasen spezialisiert.

Symptome von Knochenmetastasen

Die beiden häufigsten Symptome von Knochenmetastasen sind starke Schmerzen und Knochenbrüche.

  • Schmerzen: Sie entstehen, wenn Skelettmetastasen die empfindliche Knochenhaut dehnen. Die Schmerzen können von den betroffenen Körperstellen in andere Regionen ausstrahlen. Beispielsweise können Knochenmetastasen in der Hals- oder oberen Brustwirbelsäule Nacken- und Schulterschmerzen verursachen, während Kreuzschmerzen im unteren Rückenbereich auf Metastasen in der Lendenwirbelsäule hindeuten können.
  • Empfindungsstörungen: Ein weiteres Symptom können Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Taubheit sein, wenn die Metastasen auf Nerven oder das Rückenmark drücken.
  • Knochenbrüche: Knochenmetastasen schwächen den Knochen und können früher oder später zu Knochenbrüchen (Frakturen) führen. Osteolytische Metastasen führen zu Knochenabbau und somit relativ schnell zu Knochenbrüchen, selbst bei normaler Belastung. Osteoplastische Metastasen regen dagegen eine überschießende Knochenproduktion an, was die Stabilität der Knochen jedoch nicht verbessert. Die neue Knochensubstanz ist minderwertig, wodurch die Gefahr von Knochenbrüchen ebenfalls steigt.

Bestimmte Medikamente, sogenannte Bisphosphonate, können helfen, den unkontrollierten Knochenumbau einzudämmen. Sie hemmen die Osteoklasten (Zellen), die am Abbau von Knochengewebe beteiligt sind, und schützen somit das Skelett vor weiterer Zerstörung und lindern indirekt die Schmerzen der Patienten.

Diagnostik von Knochenmetastasen

Wenn sich die Diagnose nicht aus den Symptomen ergibt, ist bei einer Suche („Screening“) oder Nachsorge eine Skelettszintigraphie meist die erste Wahl für die Diagnose bei vermuteten Knochenmetastasen.

  • Skelettszintigraphie: Dabei wird ein Marker aus schwach radioaktiven Substanzen in die Blutbahn gespritzt, der unkontrollierten Knochenabbau oder Knochenaufbau aufdecken soll.
  • Weitere bildgebende Verfahren: Zur Bestätigung der Diagnose und zur Einordnung von Größe, Anzahl und Lage der Knochenmetastasen sind oft weitere bildgebende Verfahren nötig, wie beispielsweise:
    • Röntgenuntersuchung: Eignet sich vor allem zur Diagnose von Knochenmetastasen in Armen und Beinen.
    • Computertomographie (CT): Kommt in der Regel erst zum Einsatz, wenn der Befund aus Szintigraphie und Röntgenuntersuchung unklar ist. Bei einer CT werden auch kleinere Knochenmetastasen sichtbar. Außerdem können die Ärzte die Ausbreitung der Metastasen sowie die Stabilität der Knochen besser beurteilen.
    • Magnetresonanztomographie (MRT): Ist ein sehr empfindliches Untersuchungsverfahren. Damit können die Ärzte gut sehen, ob das Knochen- oder Rückenmark befallen ist oder sogar eine Rückenmarkkompression vorliegt.
    • PET-CT: Mit der Kombination aus Positronenemissionstomographie (PET) und CT können die Ärzte Knochenmetastasen manchmal besser und teilweise auch früher entdecken. Ob eine PET-CT zur Diagnostik sinnvoll ist, richtet sich nach der Tumorart und der Krankheitssituation.
  • Biopsie: Das Tumorgewebe von Knochenmetastasen weist meist noch typische Eigenschaften der ursprünglichen Krebsart auf. Dieser Umstand kann bei der Suche nach dem Ursprungstumor helfen. Eine Biopsie des befallenen Knochens gibt Aufschluss über die ursprüngliche Krebsart.
  • Blutuntersuchungen: Um einen ausgedehnten Befall des Knochenmarks, eine Knochenmarkkarzinose, zu diagnostizieren, untersuchen Ärzte das Blut auf typische Veränderungen. Eine Knochenmarkkarzinose äußert sich beispielsweise durch einen Mangel an roten Blutkörperchen. Für eine zuverlässige Diagnose kombinieren sie die Untersuchung des Bluts häufig mit einer MRT-Untersuchung und einer Biopsie.
  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Bei der ersten Untersuchung nimmt der Arzt zunächst die Anamnese auf. Er fragt dabei nach aktuellen Beschwerden, Lebensgewohnheiten, früheren Erkrankungen und Erkrankungen in der Familie. Sollte sich hieraus und aus der folgenden körperlichen Untersuchung ein Verdacht auf Lungenkrebs ergeben, werden die notwendigen Untersuchungen in die Wege geleitet. Dann kann geklärt werden, ob es sich wirklich um einen Tumor handelt und wenn ja, welche Tumorart vorliegt und wie weit fortgeschritten die Erkrankung ist. Wird tatsächlich Lungenkrebs festgestellt, schließen sich weitere Untersuchungen an. Blut- und Urinuntersuchungen geben Aufschluss über den Allgemeinzustand des Patienten sowie über die Funktionen einzelner Organe wie Nieren, Leber und des Knochenmarks.

Therapieansätze bei Knochenmetastasen

Knochenmetastasen weisen auf eine fortgeschrittene Krebserkrankung hin. Meistens ist die ursprüngliche Krebsart bereits bekannt und in Behandlung. In seltenen Fällen werden die Skelettmetastasen jedoch als Erstes entdeckt. Dann spricht man von "Krebs mit unbekanntem Primärtumor" oder „CUP-Syndrom“.

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Grundsätzlich ist eine Operation bei Knochenmetastasen indiziert, wenn Schmerzen ansonsten nicht beherrschbar sind oder Frakturen mit Funktionsausfall aufgetreten sind. Eine Operation bei Knochenmetastasen kann aber auch Schmerzen der Patienten lindern. Üben die Metastasen Druck auf Nerven aus, werden die Schmerzen durch die Entfernung des einengenden Gewebes gemildert und auch Lähmungen können sich wieder zurückbilden.

  • Operation:
    • Stabilisierung: Sind die Knochen bereits zu instabil und reicht es nicht mehr aus, die Lücken mit Knochenzement zu füllen (sog. Kyphoplastie), werden die Knochen chirurgisch stabilisiert, beispielsweise mit Schrauben, Platten oder Stäben.
    • Dekompression: Ziel der Operation ist die Dekompression des Rückenmarkes bzw. der Nervenwurzeln sowie die Stabilisierung der Wirbelsäule.
  • Bestrahlung: Bei der Bestrahlung von Knochenmetastasen ohne gleichzeitigen operativen Eingriff durchdringt ionisierende Strahlung aus einem Linearbeschleuniger die Haut. Dies dient der Abtötung der Metastase und der Schmerzbefreiung. Diese perkutane Strahlentherapie führen die Krebsspezialisten ambulant über mehrere Wochen durch. Die einzelne Bestrahlung dauert nur einige Minuten und ist schmerzlos. Die Strahlendosis ist abhängig von der Lage und Größe der Knochenmetastasen.
  • Intraoperative Radiotherapie (Kypho-IORT): Das Universitätsklinikum Mannheim verfügt über Hybrid-Operationssäle, in denen bildgebende diagnostische Verfahren wie Angiografie, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) während der Operation durchgeführt werden. Die Stabilisierung der mit Metastasen befallenen Wirbelkörper mit Knochenzement (Kyphoplastie) kann durch die Hybrid-Technik mit einer Bestrahlung verbunden werden. Bei dem minimalinvasiven Eingriff ermöglicht die Bildgebung während der Operation eine exakte Ausrichtung des Bestrahlungsgeräts. Die Strahlendosis wird genau so berechnet, dass sie die Metastasen zerstört und dabei das angrenzende Umfeld, wie zum Beispiel das Rückenmark schont. Da die Bestrahlung während der Operation stattfindet, kann ein Teil oder sogar die Gesamtdosis der Strahlentherapie schon während der Operation gegeben werden.
  • Systemische Therapie: Bei zahlreichen Knochenmetastasen an unterschiedlichen Stellen im Körper kommt eher eine systemische Therapie (den ganzen Körper betreffend) wie die Chemotherapie infrage. Reduzieren die Knochenmetastasen ihre Größe und Anzahl durch die Chemotherapie, können Operation oder Bestrahlung wieder effizienter eingesetzt werden.
  • Bisphosphonate und RANKL-Hemmer: Bisphosphonate werden in die Knochen eingelagert und greifen direkt in deren Stoffwechselprozesse ein. Sie verhindern so den weiteren Knochenabbau durch die Osteoklasten. Bisphosphonate werden in Form von Infusionen oder Tabletten verabreicht. Im Allgemeinen sind Bisphosphonate gut verträglich. Der Wirkstoff Denosumab ist ein Antikörper, der ebenfalls in den Knochenstoffwechsel eingreift. Er wirkt gegen einen als „RANKL“ bezeichneten Signalstoff, ein Eiweiß, das die Osteoklasten zum Abbau von Knochen anregt und verhindert auf diese Weise den durch Metastasen bedingten Knochenabbau.
  • Bewegung: Patienten sollten Bewegung bei Knochenmetastasen nicht komplett vermeiden. Dies könnte zu einer Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustands führen, der ausschlaggebend für den Erfolg der Krebsbehandlung bei Skelettmetastasen ist. Patienten, die sich aus Angst vor Knochenbrüchen kaum noch bewegen, fördern das Risiko von Muskelabbau, Herz- und Kreislaufkrankheiten, Atembeschwerden, Appetitlosigkeit sowie Depressionen.

Spezielle Aspekte bei Brustkrebs

Knochenmetastasen bei Brustkrebs sind häufig: Bei etwa drei Viertel der Brustkrebspatientinnen werden sie entdeckt, wenn die Erkrankung fortschreitet. Knochenschmerzen sind oft das erste Anzeichen dafür. Wie andere Metastasen auch, entstehen Knochenmetastasen dadurch, dass sich Brustkrebszellen aus dem Tumor lösen und sich über die Blut- oder Lymphgefäße im Körper verteilen. Da das Knochengewebe sehr gut durchblutet ist, können Tumorzellen sich recht einfach dort festsetzen und Metastasen bilden. Fast die Hälfte der Knochenmetastasen ist im unteren Bereich der Wirbelsäule zu finden.

Setzt sich eine Metastase im Knochen fest, gibt sie verschiedene Signalstoffe ab, die entweder einen erhöhten Knochenabbau oder -aufbau bewirken. Das heißt, sie regen diejenigen Zellen zu erhöhter Aktivität an, die für den Knochenabbau zuständig sind, die Osteoklasten. Manche Metastasen stimulieren auch die „Osteoblasten“. Das sind Zellen, die für den Knochenaufbau zuständig sind. Bei der Zerstörung der Knochensubstanz werden wiederum Substanzen freigesetzt, die das Wachstum der Tumorzellen und damit die Neubildung von Metastasen stimulieren. Ein Teufelskreis entsteht.

Es ist daher wichtig, dass Sie sich bei Schmerzen in den Knochen gleich mit Ihren Ärztinnen oder Ärzten in Verbindung setzen. Nicht jeder Knochenschmerz muss gleich auf Metastasen hindeuten. Es kann natürlich auch eine andere Knochenerkrankung dahinterstecken. Die Schmerzen selbst entstehen, wenn Metastasen die Knochenhaut schädigen, die von Nervengewebe überzogen ist. Die Schmerzen machen sich nicht immer genau an der Stelle bemerkbar, an der Knochensubstanz geschädigt ist. Sie können auch auf andere Regionen ausstrahlen.

Eine routinemäßige Untersuchung auf Knochenmetastasen mit bildgebenden Verfahren findet nicht statt, zumindest nicht bei Frauen, die ein geringes Rückfallrisiko haben. Sobald allerdings eine Vermutung oder ein konkreter Verdacht, z. B. aufgrund von Knochenschmerzen, besteht, beginnen Ihre Ärztinnen und Ärzte mit gezielten Untersuchungen. Die bildgebenden Verfahren helfen ihnen dabei, Ihr gesamtes Skelett auf Knochenmetastasen zu untersuchen. Eine Szintigrafie des Skeletts ist häufig die erste Untersuchung. Mit ihr lassen sich besonders gut Metastasen zeigen, die am Aufbau von neuer Knochensubstanz beteiligt sind. Hierfür bekommen Sie eine schwach radioaktive Substanz gespritzt, die dem Kalzium sehr ähnlich ist. Diese Substanz lagert sich besonders gut an den Stellen im Knochen an, an denen ein verstärkter Umbauprozess stattfindet.

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Die Behandlung von Knochenmetastasen bei Brustkrebs zielt vor allem darauf ab, Schmerzen vorzubeugen oder zu lindern, Knochenbrüche zu vermeiden und ein weiteres Wachstum der Metastasen zu verhindern.

Jede Antihormontherapie zur Brustkrebsbehandlung geht mit der Unterdrückung der körpereigenen Östrogenproduktion einher. Eine Osteoporose mit dem Risiko von Knochenschwund, Brüchen oder Schmerzen kann die Folge sein. Wenn Sie diese Form der Behandlung bekommen, empfehlen Experten eine Knochendichtemessung machen zu lassen. Bei schlechter Knochendichte oder Bruchgefahr sollte dann eine vorbeugende Behandlung mit Bisphosphonaten oder einem RANKL-Hemmer erfolgen.

Grundsätzlich ist es, unter bestimmten Voraussetzungen, sogar möglich, einzelne Metastasen operativ aus dem Knochen zu entfernen und die Stelle dann zu bestrahlen. In der Regel werden operative Eingriffe bei Knochenmetastasen jedoch eher vorgenommen, wenn z. B. ein Wirbelbruch droht oder bereits stattgefunden hat. Eine Bestrahlung gilt als wichtigste lokale Therapiemaßnahme gegen Metastasen. Dabei werden zwei Methoden unterschieden: die Bestrahlung von außen und die von innen. Von außen wird vor allem dann bestrahlt, wenn einzelne, räumlich begrenzte Metastasen im Knochen gefunden wurden.

Spinale Tumoren und Rückenmarkmetastasen

Spinale Tumoren sind Geschwülste der Wirbelsäule. Sie können von den Wirbeln ausgehen (extradurale Tumoren) oder innerhalb der Rückenmarkshaut liegen (intradurale Tumoren). Bei den intraduralen Tumoren unterscheidet man Tumoren des Rückenmarkes (intramedulläre Tumoren) und extramedulläre Tumoren, die nicht vom Rückenmark entspringen.

Die häufigsten Symptome eines spinalen Tumors sind Schmerzen und neurologische Störungen, wie z. B. Taubheitsgefühl, Kraftminderung, Blasen-Mastdarm-Störungen und Störungen der Sexualfunktionen. Das Ausmaß der Beschwerden hängt von der Lokalisation des Tumors ab: ein Tumor in der mittleren Brustwirbelsäule kann zu einer Lähmung der Beine führen; ein Tumor im Bereich der Halswirbelsäule kann zu Lähmungen der Arme und Beine führen. Da die Tumoren häufig langsam wachsen, entwickeln sich die Symptome schleichend und werden initial vom Patienten kaum bemerkt. Manchmal fällt zuerst den Angehörigen eine progrediente Gangunsicherheit auf.

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Die Diagnostik besteht aus einer klinischen Untersuchung und nachfolgend aus einer bildgebenden Untersuchung. Aufgrund ihrer sehr guten Weichteilauflösung ist die Magnetresonanztomographie (MRT) die Methode der Wahl, um eine Kompression des Rückenmarkes oder der Nervenfasern zu beurteilen.

Bei den meisten spinalen Tumoren ist die Operation die Therapie der Wahl. Die Operation dient der Entlastung des Rückenmarkes bzw. der Nervenwurzeln und / oder der Stabilisierung der Wirbelsäule. Handelt es sich um gutartige Tumoren, kann bei vollständiger Tumorentfernung eine Heilung erzielt werden. Bei malignen Tumoren, wie z. B. Metastasen erfolgt nach der Operation immer eine Bestrahlung und/oder Chemotherapie.

Die häufigsten extraduralen Tumoren sind Töchtergeschwülste (Metastasen) anderer Tumoren (80 %). Der Lungen-, Brust-, Nieren-, Prostata- und Krebs macht besonders häufig Wirbelsäulenmetastasen. Aber auch Plasmozytome, Lymphome, Sarkome, Osteome, Chordome und Chondrome können in der Wirbelsäule gefunden werden. Tumoren der Wirbelkörper können zu einer Instabilität der Wirbelsäule führen. Spontanfrakturen ohne adäquates Trauma sind häufig. Durch die Fraktur oder Raumforderung kann es zu einer Querschnittssymptomatik kommen.

Diagnostik bei Kindern

Bei Patienten mit einem Medulloblastom, embryonalen ZNS-Tumor oder Pineoblastom ist die mikroskopische Untersuchung von Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit‎ (Liquor) ein wichtiger Bestandteil der Erstdiagnostik. Sie dient der Feststellung, ob Metastase‎n im Rückenmarkskanal vorliegen.

Bei einer Lumbalpunktion sticht der Arzt, meist unter örtlicher Betäubung, mit einer sehr feinen und langen Hohlnadel zwischen zwei Wirbeln der Lendenwirbelsäule in den Nervenwasserkanal ein. Bei einer Ventrikelpunktion wird über ein so genanntes Rickham-Reservoir‎, das im Rahmen eines gesonderten Eingriffs implantiert wurde, Liquor aus einer Hirnkammer (Hirnventrikel‎) für Liquoruntersuchungen entnommen.

Die Flüssigkeit wird auf das Vorhandensein von Tumorzellen untersucht (Liquor-Zytologie‎). Gegebenenfalls wird auch der Liquordruck gemessen (als Hinweis auf den bestehenden Druck in der Schädelhöhle).

Bildgebende Verfahren sind Untersuchungstechniken, mit denen das Körperinnere bildlich dargestellt werden kann. Die Magnetresonanztomographie‎ (Kernspintomographie, MRT) des Gehirns und/oder Rückenmark‎s ist das bildgebende Verfahren‎ der ersten Wahl bei der Diagnose von ZNS-Tumor‎en. Mit ihrer Hilfe können die genaue Lage, Größe und Abgrenzbarkeit eines Tumors bestimmt werden. Bei Patienten mit einem Ependymom erfolgen in der Regel eine MRT des Gehirns (craniale MRT) sowie eine MRT des Rückenmarks (spinale MRT) zum Ausschluss oder Nachweis von Metastase‎n im Rückenmark. Die MRT wird gewöhnlich mit und ohne Kontrastmittel‎ (Gadolinium) durchgeführt. Das Kontrastmittel dient der besseren Unterscheidung zwischen krankem und gesundem Gewebe.

Eine Computertomographie (CT) des Gehirns (craniale Computertomographie; CTT) und/oder des Rückenmark‎s ermöglicht, wie die Magnetresonanztomographie (MRT), den Nachweis und die Lokalisation eines Hirn- beziehungsweise Rückenmarktumors. Heutzutage erfolgt eine CT nur in bestimmten Fällen, zum Beispiel wenn eine MRT nicht verfügbar ist oder wenn eine sehr schnelle Diagnose erforderlich ist, etwa in einer akuten Notsituation.

Im Säuglingsalter, das heißt, so lange manche Knochenlücken am kindlichen Schädel, besonders die große Fontanelle‎, noch offen sind, kann ein Hirntumor, abhängig von seiner Lage und Größe, auch mit Hilfe einer Ultraschall‎untersuchung durch die offene Fontanelle festgestellt werden. Der sichere Ausschluss eines Tumors ist durch die Ultraschalluntersuchung in der Regel nicht möglich.

Die Magnetresonanzangiographie‎ (MRA) ermöglicht durch den Einsatz eines Kernspingerätes, Bilder vom Gefäßsystem des Gehirns zu erstellen. Das Verfahren kann in manchen Fällen ergänzend zur Magnetresonanztomographie‎ (MRT) nützlich sein, um vor einem operativen Eingriff den Verlauf von Blutgefäßen in der Nachbarschaft des Tumors sowie die Versorgung des Tumors mit Blutgefäßen (Vaskularisation) zu überprüfen.

In manchen Fällen reicht die Magnetresonanzangiographie (MRA) nicht aus, um die Blutversorgung im Gehirn vor einer Operation gut genug beurteilen zu können. In diesen Fällen kann zusätzlich oder ergänzend eine digitale Subtraktionsangiographie (DSA) erforderlich sein. Es handelt sich dabei um ein spezielles Röntgenverfahren, mit dessen Hilfe besonders Hirntumoren mit einer sehr starken eigenen Gefäßversorgung sehr gut dargestellt werden können. Das ist sehr wichtig, denn um Gefäßverletzungen und damit Blutungen vorzubeugen, muss der Operateur Lage und Verlauf der Blutgefäße vor Beginn einer Operation sehr genau kennen.

Eine Magnetresonanzspektroskopie‎ (MRS) kann in besonderen Fällen hilfreich sein, um lebendes Tumorgewebe von entzündlichen oder abgestorbenen (nekrotischen) Gewebeanteilen zu unterscheiden (zum Beispiel nach einer Chemotherapie‎ oder Strahlentherapie‎). Das Verfahren kann vor allem auch im Rahmen der Verlaufsdiagnostik eine Rolle spielen.

Die 99Tc-Skelett-Szintigraphie‎ gehört in der Krebsheilkunde zu den am häufigsten durchgeführten nuklearmedizinischen bildgebenden Verfahren. Da beim Ependymom Absiedlungen von Tumorzellen in anderen, nicht zum Zentralnervensystem‎ gehörenden Körperregionen vorkommen (zum Beispiel Knochenmetastasen), wird, wenn die betroffenen Patienten von Knochen- und/oder Gelenkschmerzen berichten, eine Skelett-Szintigraphie empfohlen.

Im Rahmen der Operations- und Narkose‎vorbereitung des Patienten erfolgt in der Regel eine Röntgenuntersuchung‎ der Lunge / des Brustkorbes angefertigt. Sie dient hier vor allem der Feststellung, ob der Zustand der Atmungsorgane und des Herzens für eine Vollnarkose (bei der künstlich beatmet wird) in Ordnung ist.

Personalisierte Therapieansätze bei Lungenkrebs

Lungenkrebs wird überwiegend im fortgeschrittenen Tumorstadium festgestellt, Heilung ist dann unwahrscheinlich. Dennoch hat sich dank wissenschaftlicher Fortschritte gerade für Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs in den letzten Jahren einiges verbessert. Diese neuen Therapien werden oft als „personalisiert“ oder „individualisiert“ bezeichnet.

Neu ist die Möglichkeit, den Tumor auch genetisch zu untersuchen. Im Labor wird analysiert, ob bestimmte Gene Defekte, sogenannte Mutationen, aufweisen, die zur Entstehung von Lungenkrebs führen können. Für einige dieser Mutationen gibt es passende Wirkstoffe, die dem Gendefekt entgegenwirken. Sie blockieren die mutierten Anteile der Tumorzelle und verhindern damit eine weitere Ausbreitung des Tumors. Da hier - anders als bei einer Chemotherapie - der Tumor direkt adressiert wird, werden diese Wirkstoffe auch als zielgerichtete Therapien bezeichnet. Mit „personalisiert“ oder „individualisiert“ ist in diesem Falle also gemeint, dass sich die Wahl der Behandlung nach der spezifischen Mutation des Tumors richtet. Demzufolge kann die Krankheit „Lungenkrebs“ bei verschiedenen Patienten unterschiedliche Therapien erfordern.

Um herauszufinden, ob Krebszellen bestimmte genetische Veränderungen aufweisen, braucht der Pathologe, der diese Untersuchungen vornimmt, Tumorgewebe oder mindestens einige Tumorzellen. Diese können bei der Operation oder Biopsie während der Bronchoskopie gewonnen werden.

Krebszellen geben wie gesunde Zellen auch Fragmente ihres Erbguts, sogenannte DNA-Fragmente, in das Blut ab. Diese frei zirkulierende Tumor-DNA enthält nahezu dieselben genetischen Defekte wie die Krebszellen im Tumorgewebe. Mithilfe spezieller Methoden kann die frei zirkulierende Tumor-DNA aus dem Blut herausgefiltert und anschließend auf DNA-Veränderungen untersucht werden. Diese Untersuchung wird als Flüssigbiopsie (engl. Liquid Biopsy) bezeichnet. Der Patient muss dafür lediglich eine Blutprobe abgeben. Weil die Methode im Nachweis nicht besonders empfindlich ist, spielt sie bei der Erstdiagnose von Lungenkrebs noch keine größere Rolle.

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