Michael J. Fox, bekannt geworden durch seine Rolle in den "Zurück in die Zukunft"-Filmen, ist nicht nur ein gefeierter Schauspieler, sondern auch ein Symbol des Kampfes gegen die Parkinson-Krankheit. Seine Geschichte ist geprägt von Herausforderungen, Rückschlägen, aber auch von unerschütterlichem Optimismus und dem Willen, anderen Betroffenen zu helfen.
Die Diagnose und ihre Folgen
Im Jahr 1991, im Alter von nur 29 Jahren, erhielt Michael J. Fox die Diagnose Parkinson. Eine schockierende Nachricht für den jungen Schauspieler, der gerade am Anfang seiner Karriere stand. Zunächst hielt er die Krankheit geheim, aus Angst vor den Auswirkungen auf seine Arbeit. Er spielte weiter in Filmen wie "Stuart Little" und "Der amerikanische Präsident" mit, doch die Symptome wurden immer deutlicher.
"Mein Kurzzeitgedächtnis funktioniert nicht mehr", sagte Fox. Er konnte sich nicht mehr auf eine Zeile konzentrieren.
Im Jahr 1998 machte er seine Erkrankung öffentlich und wurde schnell zu einem Vorbild für andere Betroffene. Er sprach offen über seine Erfahrungen, seinen Umgang mit der Krankheit und seinen unerschütterlichen Optimismus.
Gesundheitliche Rückschläge und der Kampf zurück
Die Parkinson-Krankheit ist nicht die einzige gesundheitliche Herausforderung, mit der Michael J. Fox in den letzten Jahren zu kämpfen hatte. Im Jahr 2018 wurde ein Tumor an seiner Wirbelsäule entdeckt, der operativ entfernt werden musste. Nach der Operation musste er das Laufen neu lernen, was aufgrund der Parkinson-bedingten Bewegungsstörungen eine besondere Herausforderung darstellte.
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"Mir drohte die Querschnittslähmung, hätte ich mich nicht operieren lassen", so Fox.
Trotz dieser Schwierigkeiten gab Fox nicht auf. Er kämpfte sich zurück ins Leben und engagierte sich weiterhin für die Parkinson-Forschung.
Doch es kamen weitere Rückschläge. Nach einer Operation an der gebrochenen Hand zog er sich eine Infektion zu.
"Das war definitiv mein düsterster Moment", erinnert sich der inzwischen 61-Jährige im Interview zurück. "Ich flippte aus. Ich lehnte mich gegen die Wand in meiner Küche, wartete auf den Krankenwagen und hatte das Gefühl: 'Das ist es, tiefer geht es für mich nicht.' Ich hinterfragte alles […] Es gab daran keine Sonnenseite, keine positive Perspektive."
Die Michael J. Fox Foundation for Parkinson's Research
Im Jahr 2000 gründete Michael J. Fox die Michael J. Fox Foundation for Parkinson's Research. Mit dem Ziel, die Forschung voranzutreiben und ein Heilmittel für die Krankheit zu finden, hat die Stiftung bis heute fast zwei Milliarden Dollar gesammelt und für Forschungsprojekte bereitgestellt.
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Mitte April meldete die von Fox gegründete Parkinson-Stiftung einen Erfolg bei der Erforschung der bislang unheilbaren Nervenkrankheit. Eine von der Stiftung initiierte und mitfinanzierte Studie hatte gezeigt, dass der Nachweis eines Proteins im Gehirnwasser eine Parkinson-Diagnose lange vor Ausbruch der Krankheit ermöglicht. Dadurch soll die Entwicklung von Therapien deutlich verbessert werden können.
Fox selbst sieht die Stiftung als eine Möglichkeit, etwas Positives aus seiner Erkrankung zu machen. "Ich bin der Meinung, dass man alles tun kann, was man will", sagte er über die Gründung seiner Organisation.
Optimismus als Lebenselixier
Trotz aller Herausforderungen hat Michael J. Fox seinen Optimismus nie verloren. Er sieht die Dankbarkeit als Schlüssel zu einem positiven Lebensgefühl. "Wenn man etwas finden kann, wofür man dankbar ist, etwas, worauf man sich freuen kann, dann macht man weiter", sagte er in einem Interview.
Seinen Optimismus nennt er seinen „60-Jahre-alter-Mann-Optimismus“. „Optimismus ist von Dauer, wenn er auf Dankbarkeit beruht, und was daraus folgt, ist Akzeptanz. Und weiter: „Es heißt nicht, dass du dich nicht bemühen sollst, es zu ändern. Es heißt nicht, dass du es als Strafe oder Buße akzeptieren sollst. Es heißt, dass du die richtige Perspektive einnehmen sollst, um dann zu schauen, was in dem Rest deines Lebens gut ist, und um dann weiterzumachen.“
Er hat gelernt, auf seinen Körper zu hören und sich den täglichen Herausforderungen zu stellen. "Ich wache auf und bekomme die Botschaft, wie der Tag werden wird, und ich versuche, mich darauf einzustellen", erklärt er.
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Die Rückkehr vor die Kamera und neue Projekte
Nachdem er 2020 seinen Rückzug aus dem Filmgeschäft verkündet hatte, kehrte Michael J. Fox überraschend vor die Kamera zurück. Er übernahm eine Rolle in der Apple TV+-Serie "Shrinking", in der er eine Figur spielt, die ebenfalls an Parkinson leidet.
"Es war das erste Mal überhaupt, dass ich am Set auftauchen konnte und mir keine Sorgen machen musste, ob ich zu müde bin oder huste oder sonst etwas", sagte Fox über die Dreharbeiten.
Neben seiner schauspielerischen Tätigkeit hat Fox auch ein neues Buch mit dem Titel "Future Boy" geschrieben, in dem er die intensive Zeit von 1985 schildert, als er gleichzeitig die Sitcom "Family Ties" und den Kultfilm "Zurück in die Zukunft" drehte.
"Still": Eine Dokumentation über das Leben von Michael J. Fox
Für Mitte Mai hat Apple TV einen Dokumentarfilm mit dem Titel "Still" über das Leben von Michael J. Fox angekündigt. Der Film soll seinen kometenhaften Aufstieg als Schauspieler in den 1980er-Jahren, seine Parkinson-Diagnose und seinen Umgang mit der Krankheit beleuchten.
Regisseur Davis Guggenheim traf den erkrankten Schauspieler für ein Interview für den neuen biographischen Dokumentarfilm „Still“ und war fasziniert vom Lebenswillen von Michael.
Michael J. Fox selbst verriet Davis Guggenheim, dass er nun die beste Version seiner selbst sei. „Ich habe gesagt, dass die Parkinson-Krankheit ein Geschenk ist. Es hat mein Leben auf so viele positive Arten verändert.“ Das Positivste: Michael habe zu sich selbst gefunden. Eine Art innere Mitte entdeckt.
Persönliches Leben und Unterstützung durch die Familie
Seit 37 Jahren ist Michael J. Fox mit Schauspielerin Tracy Pollan verheiratet. Gemeinsam haben sie vier erwachsene Kinder: Sam, die Zwillinge Aquinnah und Schuyler sowie Esmé. Die Unterstützung seiner Familie ist für Fox unverzichtbar.
„Jeder spricht darüber, was Mike (Michael) durchmachen muss, aber man stelle sich mal vor, was Tracy mitmacht“, so ein Freund des Paares, Hockey-Star Cam Neely. „Man kann sehen, wie sehr sie ihn liebt. Sie ist stark.“
Alkoholismus und der Weg aus der Sucht
In der Vergangenheit hatte Michael J. Fox mit Alkoholismus zu kämpfen. Er versuchte, den Kummer und die Angst vor der Krankheit mit Alkohol zu betäuben. "Ich war definitiv ein Alkoholiker", sagte er.
Doch mit Hilfe von regelmäßigen Treffen bei den Anonymen Alkoholikern schaffte er es, aus der Sucht auszusteigen. "Aber inzwischen ist mein letzter Drink 30 Jahre her", so Fox.
Michael J. Fox: Ein Vorbild für viele
Michael J. Fox ist mehr als nur ein Schauspieler. Er ist ein Vorbild für Menschen auf der ganzen Welt, die mit chronischen Krankheiten leben. Er zeigt, dass man trotz aller Herausforderungen ein erfülltes Leben führen kann. Sein Optimismus, seine Dankbarkeit und sein unermüdlicher Einsatz für die Parkinson-Forschung machen ihn zu einer inspirierenden Persönlichkeit.
Schauspielerin Selma Blair, die mit multipler Sklerose lebt, dankte ihm öffentlich und nannte ihn einen wichtigen Unterstützer. Sie habe ihn direkt nach ihrer Diagnose um Rat gefragt.