Migräne-Experte in Cham: Ursachenforschung, Therapie und neue Hoffnung für Patienten

Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, und die Suche nach kompetenter Hilfe kann eine Herausforderung sein. In Cham hat sich ein Experte etabliert, der sich der Ursachenforschung und Therapie von Kopfschmerzen verschrieben hat: Dr. Volker Pfaffenrath. Mit seiner langjährigen Erfahrung und seinem umfassenden Wissen bietet er Patienten neue Hoffnung auf ein schmerzfreies Leben.

Dr. Volker Pfaffenrath: Ein Leben der Kopfschmerzforschung gewidmet

Dr. Volker Pfaffenrath (66) kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken. Nach seinem Studium in Frankfurt und Düsseldorf war er als Facharzt für Neurologie im Klinikum Großhadern der Universität München tätig. Ein weiterer Ausbildungsschritt in den USA ermöglichte ihm die Gründung des ersten universitären Kopfschmerzzentrums in Deutschland. Von 1986 bis 2010 führte Pfaffenrath eine eigene neurologische Praxis in München. Nach fünf Jahren Tätigkeit in Kliniken im Oman und Bahrain praktiziert er nun in der Gemeinschaftspraxis Dr. Vogl und Kollegen in Cham-Janahof. Seine Expertise basiert auf mehr als 100 wissenschaftlichen Veröffentlichungen und seiner langjährigen Präsidentschaft der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft.

Globale Erfahrung und Expertise in Cham

Volker Pfaffenrath hat Migränepatienten im Oman Linderung verschafft und schmerzgeplagte Chinesinnen therapiert. Seit Juli arbeitet er im neurologisch-psychiatrischen Zentrum Dr. Vogl und Kollegen. Immer in der letzten Woche jedes Monats ist der Experte in der Praxis in Cham-Janahof präsent.

Kopfschmerzen: Ein globales Leiden mit vielfältigen Ursachen

Kopfschmerzen sind ein Volksleiden. Zehn Prozent der Bundesbürger leiden an Migräne. Es gibt 162 verschiedene Arten sind bekannt. Es gibt beispielsweise Clusterkopfschmerzen, die kommen drei- bis viermal am Tag, sind einseitig spürbar und das Auge tränt. Oder auch die zyklische Migräne, die drei Monate dauert. Bei mir war vor kurzem ein Patient, der an schlafgebundenem Kopfschmerz litt. Er wachte jede Nacht auf und litt zwei Stunden lang unter Schmerzen.

Kopfschmerzen (Cephalgien) zählen zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Schätzungsweise 70 Prozent aller Deutschen leiden unter anfallsweisen (akuten) oder immer wiederkehrenden (chronischen) Kopfschmerzen. Etwa drei Prozent der Bevölkerung schmerzt der Kopf täglich.

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Primäre und sekundäre Kopfschmerzen

Der wesentlich häufigere primäre Kopfschmerz ist eine eigenständige Krankheit, z.B. Spannungskopfschmerz und Migräne. Sekundäre Kopfschmerzen sind Begleiterscheinung oder Folge einer Erkrankung (wie Erkältung, Bluthochdruck). Migräne ist durch anfallsartige, pulsierende Kopfschmerzen gekennzeichnet. Meist treten die Schmerzen nur auf einer Seite auf und beginnen in den frühen Morgenstunden. Ein Migräneanfall kann sich über Stunden bis hin zu mehreren Tagen erstrecken. Mitunter wird der Anfall von weiteren Beschwerden, wie z.B. einer Aura begleitet.

Aura ist der medizinische Begriff für Erscheinungen, die einer Migräne vorangehen. Dazu zählen unter anderem Sehstörungen, Sensibilitätsstörungen, unvollständige Lähmungen (Paresen) oder Sprachstörungen (Aphasie).

Die Diagnose: Eine Herausforderung für Ärzte

Bei Ärzten sind Kopfschmerzpatienten nicht beliebt. Sie gelten als anspruchsvoll. Es braucht einfach viel Erfahrung, um die richtige Diagnose zu stellen und die individuelle Behandlung festzulegen. Dazu gehört das Gespräch über die Lebensführung oder auch das Schreiben eines Kopfschmerzkalenders. Das ist beratungs- und zeitintensiv.

Migräne: Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Bei der Migräne kommt der Schmerz attackenweise über vier bis 72 Stunden und wird begleitet von Übelkeit, Brechreiz und häufig noch Lärm- sowie Lichtüberempfindlichkeit. Der Schmerz ist einseitig und pulsierend wie der Herzschlag. Die Patienten suchen Ruhe. Der Spannungskopfschmerz hingegen tritt beidseitig auf, ist dumpf, drückend und ohne weitere Begleiterscheinungen.

Akutbehandlung und Prophylaxe

Hat der Patient ein bis drei Attacken im Monat mache ich lediglich eine Schmerzbehandlung. Es gibt sehr gut wirksame Medikamente, die aber selten verschrieben werden, weil sie teuer sind. Aber sie machen den Patienten innerhalb von zwei Stunden schmerzfrei. Hat der Betroffene mehr als drei Attacken im Monat, dann läuft es auch über die Prophylaxe.

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Eine Prophylaxe kann die Migräne nicht heilen und muss mindestens über drei Monate erfolgen, um die Wirksamkeit beurteilen zu können. Eine Prophylaxe ist dann wirksam, wenn sie die Häufigkeit der Kopfschmerzen halbieren kann.

Zur Prophylaxe werden Medikamente wie beta-Blocker oder Calciumantagonisten verschrieben, also Medikamente, die sonst bei der Behandlung des Bluthochdruckes zum Einsatz kommen. Oft ist die Einnahme über sechs bis zwölf Monate notwendig, bevor man wieder über ein Absetzen dieser Prophylaxe nachdenken kann. Individuell muss das richtige Medikament ausgetestet werden. In schwierigen Fällen kann eine Prophylaxe mit Antikonvulsiva in geringer Dosierung helfen.

Alternative Methoden und Lebensstiländerungen

Viele Patienten suchen ihr Heil in alternativen Methoden. Die sind nicht wirksamer als ein Placebo. Dafür gibt es ausreichend klinische Studien. Wer sinnvolle nichtmedizinische Hilfe sucht, sollte dreimal die Woche eine halbe Stunde Ausdauersportarten machen. Nicht Fitnessstudio, sondern Laufen oder Radfahren. Der Körper schüttet dabei Endorphine aus, ein Glückshormon. Es helfen zudem Entspannungsverfahren. Auch dadurch wird die Stressbereitschaft des Gehirns reduziert.

Nicht nur Medikamente, sondern auch Ausdauersportarten wie Schwimmen oder Joggen beugen Kopfschmerzen vor. Entspannungsverfahren, wie zum Beispiel die progressive Muskelentspannung nach Jakobson sind ebenfalls hilfreich.

Um Migräneattacken effektiv zu vermeiden, ist es wichtig, seinen Kopfschmerz gut kennenzulernen, mögliche auslösende Faktoren ausfindig zu machen und diese zu vermeiden. Hierzu können Nahrungsmittel wie Alkohol, Weglassen von regelmäßigem Koffeinkonsum oder bestimmte Medikamente gehören. Diese Auslöser dürfen aber nicht überinterpretiert werden. Wichtig ist hier nicht nur die Menge, sondern auch der Zeitpunkt der Einnahme.

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Migräne bei Kindern

Schon sieben Prozent der Kinder haben Migräne. Sogar Dreijährige sind betroffen. Kinder können die Schmerzen nicht lokalisieren. Migräne ist bei ihnen auch oft anders ausgeprägt, teils ohne die typische Übelkeit. Ein ganz klares Symptom ist aber das Verhalten der Kinder.

Die Behandlung von Kindermigräne ist eines der weißesten Felder in der Medizin. Dabei gibt es Hilfe. Die Kinder sprechen auf die Medikamente gut an. Dazu gehört freilich auch die Beratung der Eltern, denn die Kinder brauchen einen regelmäßigen Lebensrhythmus. Dagegen haben manche schon einen Terminkalender wie ein Manager. Ja, daher entwickeln sich Formen wie die Wochenend- oder Urlaubsmigräne.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn sie akut und heftig auftreten. Oder auch, wenn sie von Tag zu Tag stärker werden. Dann können schwere Erkrankungen wie Tumore oder Gefäßverschlüsse dahinter stecken. Sollte es gehäuft zu Migräneattacken komme, ist es unbedingt notwendig, sich von einem Neurologen beraten und behandeln zu lassen. Diesem hilft es ungemein, wenn sie einen Kopfschmerzkalender führen, in dem Sie eintragen, wie oft, in welcher Qualität und in welcher Situation die Beschwerden auftreten. So kann Ihnen ihr Neurologe besser helfen, Situationen mit Kopfschmerz zu vermeiden und Ihnen zu einem geeigneten Akutpräparat und einem Medikament als Prophylaxe raten.

Sollte kein Medikament und keine Allgemeinmaßnahme die Häufigkeit der Schmerzattacken vermindern, ist die Diagnose erneut zu überprüfen.

Kopfschmerztagebuch

Da die einzelnen Kopfschmerzarten mit jeweils typischen Beschwerden und Begleiterscheinungen einhergehen, ist es besonders bei länger anhaltenden, wiederkehrenden sowie bei plötzlichen, sehr starken Kopfschmerzen ratsam, einen Arzt aufzusuchen und die Ursache abklären zu lassen. Bei chronischen Kopfschmerzen empfiehlt es sich, ein Kopfschmerztagebuch zu führen, in dem man die Schmerzattacken, ihre Dauer und mögliche Auslöser des Kopfschmerzes (z.B. bestimmte Nahrungsmittel, Lebensumstände) dokumentiert und später mit dem Arzt bespricht.

Weitere Therapieansätze und Angebote in Cham

Neben der medikamentösen Behandlung und den Lebensstiländerungen gibt es weitere Therapieansätze, die in Cham und Umgebung angeboten werden.

Akupunktur

Die Akupunktur ist ein Bestandteil der traditionellen chinesische Medizin (TCM). Sie ist mit ca. 4000 Jahren eine der ältesten und eine sehr effektive Heilmethode, wenn sie richtig eingesetzt wird. Nach chinesischer Auffassung fließt die Lebensenergie Qi in Leitbahnen. Die Akupunkur-Punkte liegen auf diesen Leitbahnen. Durch Setzen von Akupunkturnadeln können der Energiefluß verbessert und Störungen im Körper beseitigt werden. Eine qualifizierte Akupunkturbehandlung zeichnet sich durch eine gründlichen Erhebung der Krankenvorgeschichte unter den Aspekten der traditionellen chinesischen Medizin und einer klinischen Diagnostik durch den Arzt aus. Die Auswahl der Akupunkturpunkte (Setzen der Nadeln) muß für jeden Patienten individuell getroffen werden.

Chirotherapie

Ein Arzt darf die Bezeichnung "Chirotherapie" nur führen, wenn er zuvor eine intensive theoretische und praktische Ausbildung mit Zwischen- und Abschlußprüfung absolviert hat und von der Ärztekammer die Zulassung dafür erhalten hat. Bei der Mobilisation führen meist wiederholte Bewegungen zur Verbesserung der Beweglichkeit und zur Schmerzreduktion. Bei der Manipulation wird dies durch einen Impuls mit geringer Kraft und hoher Geschwindigkeit bewerkstelligt. Oft ist dabei das typische "Knack"-Geräusch zu vernehmen.

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Über die Handflächen wird die Absenkung der Körperkerntemperatur um etwa 1,5 Grad Celsius erreicht, was bisher nur über aufwändige Sitzungen in Ganzkörperkältekammern möglich war. Das kalte Blut in den Adern simuliert eine Art Notsituation. Die Senkung der Bluttemperatur bewirkt die Ausschüttung körpereigener Endorphine. Das kann Entzündungen hemmen, weitere förderliche Prozesse anstoßen und zur Schmerzreduktion oder sogar bis zur Schmerzfreiheit führen - egal ob bei Fuß-, Knie, Rücken- oder Kopfschmerzen.

Medizinische Versorgungszentren (MVZ) in Cham und Regensburg

Die Medizinischen Versorgungszentren Neurologie | Psychiatrie & Psychotherapie (MVZ) der medbo sind Einrichtungen zur ambulanten medizinischen Versorgung vornehmlich erwachsener Patient:innen an derzeit zwei Standorten in der Oberpfalz: Cham und Regensburg (mit neurologischen Filialpraxen in Roding beziehungsweise Wörth a.d. Während sich die Neurologie mit Krankheiten der Nerven, des Gehirns und des Zentralen Nervensystems sowie der Muskeln beschäftigt, stehen im Fachbereich Psychiatrie & Psychotherapie Störungen der Psyche, also des Seelenlebens, im Mittelpunkt. Psychotherapie ist ein Behandlungsansatz bei psychischen Erkrankungen. Die medbo MVZ befinden sich an zentralen innerstädtischen Orten und sind gut mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar. Wie bei fachärztlichen und Gemeinschaftspraxen können Patientinnen und Patienten sich dort direkt anmelden. Unsere Ärzt:innen und Therapeut:innen arbeiten kooperativ und fachbereichsübergreifend.

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