Migräne-Behandlung in Essen: Ein umfassender Überblick

Kopfschmerzen, insbesondere Migräne, sind weit verbreitete Leiden. Allein in Deutschland sind Millionen Menschen betroffen, was zu erheblichen Ausfallzeiten im Berufsleben führt. In Essen hat sich die medizinische Versorgung von Migränepatienten durch spezialisierte Einrichtungen und innovative Behandlungsansätze deutlich verbessert. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Migränebehandlung in Essen, von den Ursachen und Symptomen bis hin zu den verfügbaren Therapieoptionen und spezialisierten Anlaufstellen.

Die Problematik Kopfschmerz

Kopfschmerzen sind ein großes Volksleiden. Rund acht Millionen Menschen leiden unter chronischen Kopfschmerzen wie Migräne und Spannungskopfschmerzen. Allein durch starke Migräneattacken gehen jährlich eine Million Arbeitstage verloren. Für die Betroffenen gibt es keine ausreichende ambulante und stationäre medizinische Versorgung in Deutschland. Es gibt allein 256 verschiedene Arten von Kopfschmerz. Bei Kopfschmerz- und Migräneattacken laufen die Betroffenen daher häufig von Arzt zu Arzt - oft ohne Erfolg.

Das Westdeutsche Kopfschmerzzentrum in Essen

Am Essener Universitätsklinikum hat das Westdeutsche Kopfschmerzzentrum seine Arbeit aufgenommen. "Wir haben daher mit der Kaufmännischen Krankenkasse KKH ein interdisziplinäres und sektorübergreifendes Behandlungsmodell entwickelt, das im Rahmen der Integrierten Versorgung die Behandlung von Kopfschmerzpatienten sichert", erläutert Reinhold Keil, Kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikum Essen.

Besonderheiten des Zentrums

Das Westdeutsche Kopfschmerzzentrum bietet ein breites Spektrum an Leistungen. "Die Leistungen reichen von ambulanter Diagnostik über mehrtägige tagesklinische Behandlung bis hin zu stationärer Betreuung", erklärt Astrid Gendolla, Oberärztin am Westdeutschen Kopfschmerzzentrum. Tagesklinische Behandlung bedeutet, dass die Betroffenen morgens ins Zentrum kommen und am späten Nachmittag wieder nach Hause gehen.

Behandlungsansätze

Patienten mit Kopfschmerzen von fünf Tagen pro Monat erhalten eine Schulung über die Ursachen der Erkrankung und bekommen geeignete verhaltenspsychologische und physiotherapeutische Bewältigungsstrategien vermittelt. Nicht zuletzt leiten die Mitarbeiter des Kopfschmerzzentrums eine medikamentöse Therapie ein. Die ambulante Weiterbehandlung übernimmt ein am Modell teilnehmender niedergelassener Neurologe.

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Betroffene mit Kopfschmerzen bis zu fünfzehn Tagen im Monat erhalten im Zentrum eine mehrtägige ausführliche medizinische und psychologische Betreuung und Beratung. Eine Nachuntersuchung nach drei Monaten folgt. Patienten, die noch häufiger unter der Erkrankung leiden, benötigen hingegen einen fünftägigen tagesklinischen Aufenthalt. Neben einer Schulung über Ursachen der Erkrankung kriegen sie beispielsweise eine individuelle medikamentöse Therapie, verhaltenspsychologische Behandlung, Physiotherapie und Beratung zur nichtmedikamentösen Vorbeugung von Kopfschmerzen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Neurologen, Psychologen, Psychosomatiker und Physiotherapeuten am Westdeutschen Kopfschmerzzentrum bieten jetzt zusammen mit niedergelassenen Neurologen und Schmerztherapeuten eine Behandlung aus einem Guss an. Die niedergelassenen Mediziner betreuen die im Kopfschmerzzentrum untersuchten und behandelten Patienten weiter. Die Therapie durch die Mitarbeiter des Kopfschmerzzentrums und der niedergelassenen Neurologen endet, wenn die Betroffenen nur noch drei- oder viermal im Monat Schmerzen haben. Dann führt der Hausarzt die Betreuung fort.

Vorteile für Patienten

Die Verbesserungen durch das neue Modell sind enorm. Der Patienten bekommen kurzfristig einen Termin und erhalten eine medikamentöse und nichtmedikamentöse Therapie unter einem Dach. Unnötige Doppeluntersuchungen bei verschiedenen Ärzten entfallen. Behandlungsqualität auf höchstem Niveau garantiert auch eine Medikamentenliste. Neben einer werktäglichen Telefonsprechstunde erhalten die Betroffenen umfangreiche Schulungs- und Informationsunterlagen.

Ursachen und Symptome von Migräne

Migräne gehört zu den häufigsten Kopfschmerzerkrankungen in Deutschland. Insgesamt leiden ca. 10-15% der Bevölkerung an Migräne, wobei Frauen bis zu dreimal häufiger betroffen sind. Der Beginn der Erkrankung tritt in der Regel zwischen dem 20. bis 40. Lebensjahr ein. Allerdings kann die Migräne auch schon in der Kindheit auftreten. Bei vielen Betroffenen nimmt die Migräne in Laufe des Lebens an Häufigkeit und Intensität zu und hat ihren Höhepunkt zwischen dem 40. und 50 Lebensjahr.

Charakteristische Merkmale

Die Beschwerden zeichnen sich durch immer wiederkehrende Kopfschmerzepisoden aus, welche häufig einseitig lokalisiert sind und typischerweise durch pochende oder pulsierende Schmerzqualität charakterisiert sind. Die Dauer einer solchen Migräneattacke kann von wenigen Stunden bis zu drei Tagen andauern. In seltenen Fällen können die Beschwerden auch länger als 72 Stunden anhalten. Es bestehen während der Attacke häufig Begleitsymptome, die mit Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit usw. einhergehen. Typischerweise haben Migränepatienten in der Attacke ein erhöhtes Ruhebedürfnis und zeigen im Verhalten eine deutliche Rückzugstendenz.

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Migräne mit Aura

Bei ca. 10-15% der Migränepatienten besteht meist vor Eintritt der Kopfschmerzen eine Aura. Sie ist durch neurologische Symptome wie z. B. Gesichtsfelddefekte, ein Flimmern vor den Augen, Gefühlsstörungen auf einer Körperseite oder eine Sprachstörung gekennzeichnet.

Pathophysiologie der Migräne

Die Migräne ist eine Erkrankung des Gehirns mit einer Aktivierung schmerzverarbeitender Zentren und Ausschüttung von schmerzvermittelnden Botenstoffen (Neurotransmittern) auch an den Blutgefäßen der Hirnhäute, dort wird der Schmerz tatsächlich auch wahrnehmbar. Nach dem aktuellen Wissensstand besteht für die Migräne eine genetische Veranlagung.

Diagnose und Behandlung von Migräne in Essen

In Essen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Diagnose und Behandlung von Migräne zur Verfügung. Dazu gehören spezialisierte Ärzte, Kopfschmerzzentren und ambulante Angebote.

Diagnostische Verfahren

Zur richtigen Diagnose führen zunächst das Gespräch und eine gründliche neurologische Untersuchung. Folgend planen wir mit Ihnen die nächsten diagnostischen Schritte, dies können Nervenmessungen, bildgebende Verfahren und Laboruntersuchungen sein. Nach Stellung einer Diagnose klären wir Sie ausführlich auf, besprechen Therapiemöglichkeiten und begleiten Sie im weiteren Verlauf der Erkrankung. Insbesondere ist es uns ein Anliegen ihre Einschränkungen und Probleme im Kontext ihrer persönlichen Lebenssituation zu betrachten. Das Gespräch auf Augenhöhe und die Nähe zum Menschen sind uns hierbei besonders wichtig. Neben einem sehr guten neurologischen Fachwissen durch Ausbildung in renommierten Kliniken besteht bei uns eine außerordentlich gute und besonders persönliche Zusammenarbeit mit Spezialisten in den diversen Bereichen unseres Fachgebietes.

Therapeutische Ansätze

Therapeutisch ergeben sich verschiedene Ansätze. Es bestehen zum einen medikamentöse als auch nichtmedikamentöse Behandlungsverfahren. Zu den medikamentösen zählt man einerseits die sofortige Behandlung einer Migräneattacke, welche in der Regel mit gängigen Schmerzmitteln wie z. B. Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen erfolgen kann. Es können auch migränespezifische Medikamente, die sog. Bei sehr häufigen Migräneattacken, die zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen können, besteht die Möglichkeit der medikamentöse Behandlung mit einer sog. Prophylaxe, die sich durch eine tägliche Tabletteneinnahme bestimmter Medikamente auszeichnet und auf diesem Weg zu einer geringeren Attackenfrequenz führen soll. Hierzu werden Medikamenten verwendet, die sonst zur Behandlung von Bluthochdruck oder Epilepsie eingesetzt werden. Auch Nahrungsergänzungsmittel und Magnesium wirken bei einigen Patienten sehr gut.

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Nicht-medikamentöse Verfahren

Eine wichtige Rolle in der Beeinflussung der Migräneintensität und Häufigkeit spielen die nichtmedikamentösen Verfahren. Studien konnten eine positive Beeinflussung auf die Migräne durch z. B. regelmäßigen Ausdauersport und Muskelentspannungsverfahren nachweisen, auch Biofeedback ist wirksam. Auch sollten Migränepatienten ein Kopfschmerztagebuch führen, um herauszufinden, was Auslöser der Attacken sein könnten. Diese gilt es in der Folge zu vermeiden. Mithilfe vorbeugender Maßnahmen können die Anfälle jedoch gelindert werden, beispielsweise durch körperliche Übungen, wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, oder durch eine vorbeugende Medikation.

Angebote im Kopfschmerzzentrum

Wir bieten ärztliche Anamneseerhebung und neurologischer Untersuchung, im Anschluss daran kann die Diagnose gestellt werden. Es erfolgt eine ausführliche Aufklärung über das Krankheitsbild und eine Empfehlung zur Akuttherapie sowie zur Prophylaxe, falls diese notwendig ist. Für schwerer betroffene Patienten, die mehr Informationen brauchen und zur Anwendung nichtmedikamentöser Verfahren (Ausdauersport, Entspannungstraining, Stressmanagement) angeleitet werden sollen, bieten wir die Teilnahme an unserer tagesklinischen Behandlung über fünf Tage an.

Spezialisten und Kliniken in Essen

In Essen gibt es mehrere Ärzte und Kliniken, die sich auf die Behandlung von Migräne spezialisiert haben.

Dr. med. Astrid Gendolla

Dr. med. Astrid Gendolla ist eine renommierte Fachärztin für Neurologie und spezielle Schmerztherapie mit langjähriger Erfahrung in der Behandlung komplexer Schmerzerkrankungen. Sie ist unter anderem durch ihre Tätigkeit in Essen bekannt und engagiert sich stark in der Patientenaufklärung sowie in der Weiterentwicklung moderner Therapiekonzepte. Neben ihrer klinischen Arbeit ist sie auch regelmäßig als Referentin bei medizinischen Kongressen aktiv.

Universitätsklinik Essen

Erfahrung mit der Behandlung von chronischen Kopfschmerzen sammeln Neurologen am Universitätsklinikum Essen bereits seit vielen Jahren. An der Klinik für Neurologie ist das vom Bundesministerium für Forschung und Technologie finanzierte Deutsche Kopfschmerzkonsortium angesiedelt - ein Forschungsverbund von acht Universitätskliniken im Bereich Kopfschmerz. Die Kopfschmerzambulanz betreut jährlich 2.500 neue Patienten.

Weitere Anlaufstellen

Durch meine langjährige Tätigkeit an der Universitätsklinik Essen habe ich deutschlandweit Kontakte zu auf die Behandlung von Schmerz und Kopfschmerz spezialisierten Kliniken: Schmerzklinik Kiel, Migräneklinik Königstein, Berolinaklinik (spezielle Programme für Jugendliche).

Medikamentöse Therapieansätze

In der Behandlung von Migräne werden verschiedene Medikamente eingesetzt, sowohl zur Akutbehandlung als auch zur Prophylaxe.

Akuttherapie

Zu den medikamentösen zählt man einerseits die sofortige Behandlung einer Migräneattacke, welche in der Regel mit gängigen Schmerzmitteln wie z. B. Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen erfolgen kann. Es können auch migränespezifische Medikamente, die sog.

Prophylaxe

Bei sehr häufigen Migräneattacken, die zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen können, besteht die Möglichkeit der medikamentöse Behandlung mit einer sog. Prophylaxe, die sich durch eine tägliche Tabletteneinnahme bestimmter Medikamente auszeichnet und auf diesem Weg zu einer geringeren Attackenfrequenz führen soll. Hierzu werden Medikamenten verwendet, die sonst zur Behandlung von Bluthochdruck oder Epilepsie eingesetzt werden. Auch Nahrungsergänzungsmittel und Magnesium wirken bei einigen Patienten sehr gut.

Wichtiger Hinweis

Bitte beachten Sie, dass die Einnahme von Medikamenten immer unter ärztlicher Anleitung erfolgen sollte.

Podcasts und Informationsmaterialien

Podcast von radio essen - »Essen im Ohr« Folge 84: mit Neurologin Dr. Migräne hat viele Gesichter und kann eine Person von jetzt auf gleich aus dem Leben holen. Trotzdem sagt Dr. Astrid Gendolla: Menschen mit Migräne können diese auch für sich nutzen. Wie, das erklärt sie in der neuen Folge „Essen im Ohr“. Ich bin aktiv in der Migräneliga Deutschland, halte Referate und schreibe Patienteninformationsbroschüren. Neben einer werktäglichen Telefonsprechstunde erhalten die Betroffenen umfangreiche Schulungs- und Informationsunterlagen.

Persönliche Betreuung und ganzheitlicher Ansatz

In unserer Praxis betreuen wir Menschen mit allen neurologischen Symptomen, seien sie akut oder chronisch. Zur richtigen Diagnose führen zunächst das Gespräch und eine gründliche neurologische Untersuchung. Folgend planen wir mit Ihnen die nächsten diagnostischen Schritte, dies können Nervenmessungen, bildgebende Verfahren und Laboruntersuchungen sein. Nach Stellung einer Diagnose klären wir Sie ausführlich auf, besprechen Therapiemöglichkeiten und begleiten Sie im weiteren Verlauf der Erkrankung. Insbesondere ist es uns ein Anliegen ihre Einschränkungen und Probleme im Kontext ihrer persönlichen Lebenssituation zu betrachten. Das Gespräch auf Augenhöhe und die Nähe zum Menschen sind uns hierbei besonders wichtig. Neben einem sehr guten neurologischen Fachwissen durch Ausbildung in renommierten Kliniken besteht bei uns eine außerordentlich gute und besonders persönliche Zusammenarbeit mit Spezialisten in den diversen Bereichen unseres Fachgebietes. Mit einem ganzheitlichen Ansatz bietet das Praxisteam umfassende Diagnostik, moderne Therapieansätze und eine enge Betreuung - insbesondere bei internistischen und neurologischen Fragestellungen.

Vernetzung und Spezialisierung

Durch unsere langjährige Tätigkeit in verschiedenen renommierten neurologischen, neuroradiologischen und geriatrischen Kliniken besteht eine außerordentlich gute und enge Vernetzung mit hochspezialisierten ärztlichen Kolleginnen und Kollegen, regional und auch überregional.

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