Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, oft sehr starke Kopfschmerzen auszeichnet. Viele Menschen in Siegen suchen nach wirksamen Behandlungsmethoden, um ihre Beschwerden zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern. Dieser Artikel bietet einen Überblick über verschiedene Therapieansätze, die in Siegen zur Behandlung von Migräne zur Verfügung stehen, von der Neuraltherapie bis hin zur Botulinumtoxin-Therapie.
Ursachen und Diagnose von Migräne
Kopfschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. Eine sorgfältige Anamnese und eine umfassende Untersuchung sind daher unerlässlich, um schwerwiegende Ursachen auszuschließen und eine effektive Therapie zu entwickeln. In der Praxis für Neurologie und Psychiatrie im MedCenter Siegen wird sich Zeit für die Anamnese-Erhebung genommen, um den individuellen Auslösern und Begleitumständen der Migräne auf den Grund zu gehen.
Konventionelle Behandlungsmethoden
Die Praxis bietet alle gängigen (apparativen) Diagnoseverfahren an und ist mit modernen Geräten ausgestattet. Die Behandlung findet ebenfalls in modernen, hellen und barrierefreien Praxisräumen statt. Nach Abschluss der Diagnostik erfolgt in einem Gespräch mit den Patient:innen die diagnostische Einschätzung der Erkrankung sowie die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten mit Medikamenten, Psychotherapieverfahren oder anderen Heilmaßnahmen.
Neuraltherapie nach Huneke
Die Neuraltherapie nach Huneke ist ein naturheilkundliches Verfahren, das bei verschiedenen Schmerzzuständen eingesetzt wird, darunter auch Migräne. Sie dient der Behandlung von Funktionsstörungen innerer Organe und Schmerzzuständen durch Einspritzung von örtlich-wirkenden Lokalanästhetika. Lokalanästhetika werden in der Schulmedizin für kleinere Operationen eingesetzt. Ihr Vorteil besteht darin, dass sie örtlich wirken und in der Regel keine systemischen Nebenwirkungen haben.
Ablauf der Neuraltherapie
Vor Durchführung der Neuraltherapie findet eine genaue körperliche Untersuchung und ein ausführliches Patientengespräch statt. Die Neuraltherapie kann bei vielen Schmerzzuständen helfen, wie z.B. bei Kopf- und Nackenschmerzen sowie Migräne.
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Nutzen und Einschränkungen
Die Neuraltherapie kann Ihre Beschwerden und Schmerzen deutlich lindern. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die genannten Effekte von vielen Faktoren abhängen und von Patient zu Patient variieren können. Ein Erfolg der Behandlung kann nicht versprochen werden. Dies ist bei allen medizinischen Behandlungen so, unabhängig, ob diese eine klassische schulmedizinische oder eine naturheilkundliche Behandlung ist.
Botulinumtoxin-Therapie (Botox)
Unkontrollierte Bewegungen, übermäßige Muskelanspannung oder chronische Beschwerden wie Migräne - all das kann den Alltag stark belasten und Lebensqualität kosten. Wenn Medikamente allein nicht ausreichen oder Nebenwirkungen zu hoch sind, bietet die neurologische Botulinumtoxin-Therapie eine wirkungsvolle Alternative. Botulinumtoxin, oft auch als "Botox" bekannt, ist ein natürlich vorkommendes Bakterieneiweiß, das von dem Bakterium Clostridium Botulinum unter anaeroben Bedingungen als Exotoxin freigesetzt wird. Seit Jahrzehnten wird der Wirkstoff erfolgreich in der Ästhetik und zur Behandlung verschiedener Nerven- und Muskelkrankheiten eingesetzt.
Wirkungsweise
Es hemmt die Reizweiterleitung an den Nervenenden und sorgt so für eine vorübergehende Entspannung der überaktiven Muskelpartien - ohne den Körper insgesamt zu beeinflussen.
Anwendung bei Migräne
Auch zur Behandlung von Migräne ist Botulinumtoxin (Botox) eine bewährte Methode. Durch die gezielten Injektionen werden die Nervenenden blockiert, die die Migräneattacken auslösen, was zu einer Reduktion der Häufigkeit und Intensität der Kopfschmerzen führt. Die Behandlung ist minimalinvasiv und bietet eine spürbare Erleichterung für Betroffene. Empfohlen wird eine Behandlung alle 12 Wochen, um kontinuierlich von den Vorteilen zu profitieren.
Ablauf der Behandlung
Nach einer ausführlichen Beratung und Untersuchung durch den Neurologen erfolgt die Behandlung ambulant - meist ohne Narkose. Die Wirkung setzt nach 3-7 Tagen ein und hält etwa 3-6 Monate an. Die Kostenübernahme hängt von der Diagnose und der medizinischen Notwendigkeit ab. Häufig ist ein Antrag auf Kostenübernahme erforderlich, der vom behandelnden Facharzt gestellt wird.
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Weitere Anwendungsgebiete von Botulinumtoxin
Botulinumtoxin wird nicht nur bei Migräne eingesetzt, sondern auch bei anderen neurologischen Erkrankungen wie:
- Spastik: Tritt z. B. nach einem Schlaganfall, bei Multipler Sklerose oder anderen neurologischen Erkrankungen auf.
- Dystonien: Unwillkürliche Muskelkontraktionen, die zu Fehlhaltungen oder Zuckungen führen. Beispiele: Schiefhals (Torticollis), unkontrollierter Lidschluss (Blepharospasmus) oder Schreibkrampf. Botulinumtoxin lindert die Symptome deutlich.
- Hemifazialer Spasmus / Blepharospasmus: Zuckungen im Gesicht oder unkontrolliertes Augenzukneifen.
- Chronische Sialorrhoe (übermäßiger Speichelfluss): Tritt häufig bei Erkrankungen wie Parkinson oder ALS auf. Botulinumtoxin wird gezielt in die Speicheldrüsen injiziert und reduziert so die Speichelproduktion.
- Bruxismus (Zähneknirschen): Unbehandelt kann dies zu erheblichem Zahnschaden, Kiefergelenksproblemen und schmerzhaften Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich führen. Botulinumtoxin entspannt die Kaumuskulatur und reduziert dadurch die schädlichen Auswirkungen des Zähneknirschens.
- Hyperhidrosis axillaris (übermäßiges Schwitzen in den Achseln): Diese Methode blockiert die Nervenimpulse, die für die Schweißproduktion verantwortlich sind, und reduziert so das Schwitzen deutlich.
Verträglichkeit und Nebenwirkungen
Botulinumtoxin wird in der Regel gut vertragen. Selten können allergische Reaktionen oder leichte Schluckbeschwerden auftreten.
Weitere neurologische Leistungen in Siegen
Die Praxis für Neurologie und Psychiatrie im MedCenter Siegen bietet ein breites Spektrum an neurologischen Leistungen an, darunter:
- Diagnostik und Therapie von Multipler Sklerose (MS): Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark betrifft und meist im frühen Erwachsenenalter beginnt. Es handelt sich um eine Erkrankung, deren genaue Ursachen und Krankheitsmechanismen sowie neue Therapieoptionen Gegenstand intensiver Forschungen sind. Das Beschwerdebild ist sehr mannigfaltig und auch der Krankheitsverlauf individuell sehr unterschiedlich.
- Diagnostik und Therapie von Epilepsie: Epilepsie ist eine Sammelbezeichnung für eine Gruppe von Funktionsstörungen des Gehirns, die durch ein Zusammenspiel aus fehlgesteuerter Erregungsbildung und fehlender Erregungsbegrenzung der Nervenzellen des Gehirns entstehen. Einzelne Hirnbereiche bzw. das ganze Gehirn sind übermäßig aktiv, sodass es zu epileptischen Anfällen kommt. Es gibt einfache Anfälle, bei denen z.B.
- Diagnostik und Therapie von Parkinson-Syndromen: Verschiedene Erkrankungen können ein Parkinsonsyndrom verursachen. Ein Parkinsonsyndrom ist gekennzeichnet durch eine Verlangsamung und Verarmung der Bewegungen, begleitet von mindestens einem der folgenden Hauptsymptome: Rigor (Muskelsteifigkeit), Ruhetremor (Ruhezittern), Posturale Instabilität (Gleichgewichtsstörungen). Am häufigsten kommt das „idiopathische Parkinsonsyndrom vor“, hier spricht man vom Morbus Parkinson oder von der Parkinson`schen Krankheit. Die genaue Ursache der Erkrankung ist bislang nicht bekannt. Vom (symptomatischen) sekundären Parkinsonsyndrom spricht man, wenn die Ursache bekannt ist.
- Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen: Demenzerkrankungen werden in hirnorganische Demenzen (primäre Demenzen) und sehr viel seltener sekundäre Demenzen unterteilt. Die primären Demenzen machen ca. 90% der Demenzerkrankungen aus. Hierunter zählen die Alzheimer-Demenz, die gefäßbedingten (vaskulären) Demenzen, die Lewy-Körperchen-Demenz und die seltene frontotemporale Demenz. Bei den sekundären Demenzen stellt sich eine Hirnleistungsstörung in Folge einer bereits vorhandenen Erkrankung (z.B.
- Diagnostik und Therapie von Polyneuropathien: Eine Polyneuropathie liegt vor, wenn gleichzeitig mehrere periphere Nerven im Körper nicht richtig funktionieren. Diabetes, Infektionen, Toxine, bestimmte Arzneimittel, Krebserkrankungen, Nährstoffmangel, Autoimmunerkrankungen und andere Erkrankungen sind häufige Ursachen für die Fehlfunktion der Nerven. Häufige Symptome sind Gefühlstörungen, Missempfindungen und Schmerzen. Oft sind anfangs die Füße und Beine betroffen. Falls bekannt und möglich, sollten die auslösende Ursache behandelt werden, spezielle Medikamente lindern Schmerzen und unangenehme Missempfindungen.
- Diagnostik und Therapie von Nervenengpasssyndromen: Der Arm und die Hand werden im Wesentlichen durch drei Hauptnerven innerviert: Nervus medianus, Nervus ulnaris und Nervus radialis. Jeder dieser drei großen Nerven kann an vorgegebenen Engstellen im Bereich des Unterarmes und Handgelenkes in unterschiedlicher Häufigkeit Kompressionssyndrome entwickeln. Je nachdem welcher Teil der Nerven betroffen ist, stehen entweder Lähmungen, Schmerzen und/oder Missempfindungen im Vordergrund. Durch eine gezielte Untersuchung und eine ergänzende elektrophysiologische Abklärung kann die Diagnose meist eindeutig gestellt werden. Bei leichter Ausprägung kann die Therapie zunächst konservativ erfolgen, durch Ruhigstellung. Wenn der Medianus-Nervs am Handgelenk geklemmt ist haben Sie Schmerzen und ein Taubheitsgefühl in den Fingern. Jede 10. Person leidet an dieser häufigen, neurologischen Erkrankung mindestens einmal im Leben.
- Diagnostik und Therapie von Schwindel: Schwindel ist keine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern ein Symptom, das durch verschiedene Erkrankungen verursacht werden kann. Schwindel ist das Gefühl einer Bewegung, wenn keine Bewegung da ist, oder es liegt eine gestörte Orientierung im Raum vor. Schwindel kann im Gehirn ausgelöst werden oder entsteht durch eine Störung des Gleichgewichtsorgans im Ohr. Auch Störungen der Gefühlswahrnehmung an den Füßen (Polyneuropathie) können sich als Schwindel äußern. Mithilfe von technischen Verfahren können Durchblutungsstörungen oder Entzündungen erkannt werden. Die ausgeführten Verfahren können Bildgebung, Ultraschall oder evozierte Potentiale sein.
- Diagnostik und Therapie von Muskelkrankheiten: Unter Muskelkrankheiten versteht man alle neuromuskulären Erkrankungen. Der Volksmund spricht von «Muskelschwund» und beschreibt damit ein wesentliches Krankheitszeichen, das bei diesen sehr unterschiedlich verlaufenden Erkrankungen auftritt, auf wenige Muskelgruppen begrenzt oder auch die gesamte Muskulatur erfassend. Eine Reihe von Muskelerkrankungen kann sowohl im (früheren) Kindesalter als auch im (späteren) Erwachsenenalter auftreten. Ursächlich liegen meist Veränderungen der Erbsubstanz oder eine gestörtes Immunsystems (Abwehrsystem) vor. Muskelkrankheiten führen zur Abnahme der Muskelmasse, zu Muskelschwäche, Lähmungen und/oder Muskelkrämpfen. Deshalb liegt der Fokus der Behandlung von Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen im körperlich-therapeutischen, aber auch im psycho-sozialen Bereich. Bei dem Krankheitsbild Myasthenie werden Antikörper entwickelt, die die Übertragung zwischen Nerv und Muskel stören. Beispielsweise oft kommt es zu einer Muskelschwäche im Bereich der Augen.
- Diagnostik und Therapie von Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfällen: Ein sehr verbreitetes Leiden sind Rückenschmerzen. Anhand einer klinischen Untersuchung entscheiden wir, ob eine weitere Abklärung beispielsweise mittels MRT notwendig ist.
Apparative Diagnostik
Zur umfassenden Diagnostik neurologischer Erkrankungen stehen in Siegen verschiedene apparative Verfahren zur Verfügung:
- Farbcodierte Duplexsonographie: Ultraschalluntersuchung der zuführenden (extracraniellen) Halsgefäße
- Transkranielle Dopplersonographie: Ultraschalluntersuchung der hirneigenen (intrakraniellen) Blutgefäße
- Elektroenzephalogramm (EEG): Aufzeichnung der Gehirnströme, um Störungen der Gehirnfunktion aufzudecken inkl. aller gängigen Provokationsverfahren
- Elektromyographie (EMG): Untersuchung der Muskelpotentiale bei der Diagnostik von Erkrankungen der peripheren Nerven und Muskelerkrankungen
- Elektroneurographie (NLG): Untersuchung der Leitgeschwindigkeiten von Nerven
- Evozierte Potentiale (EP): Ableitung der Hirnaktivität, ausgelöst durch visuelle (VEP), akustische (AEP) und sensible (SEP) Reize
- Neuropsychologische Untersuchungsverfahren: (z.B.
Ablauf des ersten Termins
Patient:innen werden gebeten zum ersten Termin alle notwendigen medizinischen Befundberichte, Untersuchungsergebnisse, Krankenhausentlassungsberichte sowie den Medikamentenplan mitzubringen. Wir informieren uns in einem ausführliches Gespräch beim ersten Vorstellungstermin über die aktuellen Beschwerden der Patient:innen sowie auch über die Vorgeschichte. Es erfolgt anschließend eine detaillierte klinisch-psychopathologische und neurologische Befunderhebung, sowie, wenn erforderlich, diagnostische Zusatzmaßnahmen.
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